Jahrgangsübergreifender Unterricht

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Jahrgangsübergreifender Unterricht



Der jahrgangsübergreifende Unterricht, ist ein Modell, bei dem Jahrgangsklassen aufgelöst und gemeinsam unterrichtet werden. Statt zum Beispiel des ersten und zweiten Schuljahres gibt es eine ein bis drei jährige flexible Schuleingangsphase. Entwickelt wurde der Jahrgangsübergreifende Unterricht als eine Antwort auf den PISA- Schock. Diese Studie zeigte unter anderem, dass das deutsche Schulsystem Kinder nicht individuell genug fördere. Das Modell an sich ist jedoch nicht neu. Der Reformpädagoge Peter-Petersen hat schon in den 20er Jahren sich mit dem „Jena-Plan“ für dieses Unterrichtskonzept durchsetzen können und damit wichtige Grundsteine gelegt, Skandinavien bezieht sich ebenfalls auf ihn.


Ziel des jahrgangsübergreifenden Unterrichts

Das Ziel ist Kinder individueller zu fördern: Leistungsstarke Schüler/innen können den Lernstoff von zwei Klassen in einem Jahr absolvieren, und Kinder, denen das Lernen etwas schwerer fällt, können sich dafür bis zu drei Jahre Zeit nehmen, ohne nach traditionellem Muster sitzen zu bleiben. Unterrichtsgestaltung Offene Unterrichtsformen sind grundlegendes Prinzip des Unterrichts in der jahrgangsübergreifenden Klasse. Wochenplanarbeit, verbunden mit selbstgesteuertem Lernen, und Methodenkompetenz für die Arbeit in wechselnden Sozialformen sind unabdingbare Voraussetzungen für die notwendige Differenzierung und individuelle Förderung aller Kinder. Grundlegend für die Unterrichtsgestaltung muss ebenso sein, dass Kinder selbst Verantwortung für ihr Lernen und ihren Lernerfolg übernehmen. Die Lehrkräfte werden zu Lernberatern, -begleitern und Moderatoren, deren Aufgabe darin besteht, das Lernangebot für die Kinder optimal vorzubereiten und zu gestalten und Hilfestellungen im Unterricht zu geben.


Was spricht dafür:

In den alters- und leistungsgemischten Gruppen lernen die Kinder nicht nur durch den Lehrer, sondern auch voneinander. Ältere Schüler/innen werden zu Experten und Lernhelfern für jüngere. Jüngere Kinder profitieren von deren Kenntnissen und Wissen und erlernen gleichzeitig auch wirkungsvolle Lernmethoden. Patenschaften, Helfersysteme, Partnerarbeit, Kooperation gewinnen eine große Bedeutung. Durch die Verantwortung, die die älteren für die jüngeren und die leistungsstärkeren für die langsameren Schüler/innen übernehmen, wird das soziale Miteinander gestärkt. Möglicherweise ist der Leistungsdruck geringer und mehr individuelle Förderung möglich. Gute Schüler/innen müssen möglicherweise ihr Lerntempo nicht drosseln, langsamere Schüler/innen sollen nicht als Bremser gelten.


Wo sind Schwierigkeiten:

Jahrgangsübergreifender Unterricht funktioniert nicht einfach, indem man zwei- bis drei Klassen zusammenlegt. Er erfordert Lehrer/innen, die auf diese Art des Unterrichts vorbereitet sind und die noch mehr erzieherische Verantwortung übernehmen wollen. Und er erfordert eine andere Ausstattung mit Lehrpersonal. Neben dem Klassenlehrer/in braucht es Co-Lehrer/innen und Sozialpädagogen/innen, die die Kinder begleiten und betreuen, damit jahrgangsübergreifender Unterricht die erhofften Effekte bringen kann.



Quellen: http://wiki.familieninsel.de/index.php/Jahrgangs%C3%BCbergreifender_Unterricht 15.02.2011; 21:00 Uhr http://www.jahrgangsuebergreifender-unterricht.de/projekt/2/ 15.02.2011; 21:10 Uhr


(P.G.)