Arbeitsblatt

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Definition:

  • "Ein Arbeitsblatt ist ein Lehr- und Lernmittel, das die unterrichtliche Arbeit anregen, fördern, kontrollieren oder sichern soll." (Otwin Loeser)
  • "Ein Arbeitsblatt ist ein didaktisch strukturierter, schriftlich, rechnerisch oder bildlich zu lösender Arbeitsauftrag." (Hilbert Meyer, II, 1989)


Es wird zwischen zwei Arten von Arbeitsblättern unterschieden: Arbeitsblätter ohne Aufgabenstellung und Aufgabenblätter mit Aufgabenstellung.


Zu der 1. Kategorie gehören folgende:

Das Informationsblatt : Die Hauptfunktion dieses Blattes ist es, eine begrenzte Problemsituation darzustellen und eine gezielte Lernmotivation aufzubauen. Es enthält in erster Linie Quellentexte, Zeitungsartikel, Sachdarstellungen, Statistiken oder ähnliches, die im Verlaufe des Unterrichts genauer erläutert oder ausgewertet werden. Das Informationsblatt kann für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Zum einen kann es entweder das Lehrbuch ergänzen oder sogar ersetzen. Zum anderen kann es sowohl zur Unterrichtsvorbereitung genutzt werden, indem man eine gemeinsame Diskussionsgrundlage als Einstieg anhand des Informationsblattes sucht, als auch zur Weiterführung genutzt werden, wenn sich die Inhalte an den bereits erarbeiteten Stoff anschließen.

Das Merkblatt dient zur Sicherung der gewonnenen inhaltlichen Teilresultate um die Behaltensleistung zu steigern. Es stellt meistens eine Zusammenfassung dar und soll von den Schülern als Lernhilfe genutzt werden können, da die wesentlichen Lerninhalte in übersichtlicher Form dargestellt werden. Ein Merkblatt wird meist am Ende des Unterrichts ausgeteilt und entspricht oft dem Tafelanschrieb oder den gezeigten Folien, kann diese aber auch ergänzen.

Das Anschauungs- und Motivationsblatt soll dazu dienen, die Wirklichkeitsferne durch konkrete Aufgaben, Situationen oder Fälle zu überwinden. Die Schüler sollen hiermit auf ein neues Thema eingestimmt oder auf ein spezielles Problem aufmerksam gemacht werden. Im Gegensatz zum Informationsblatt ist hier ein Fall oder eine Situationsaufgabe (z.B. in Form einer Karikatur oder eines Bilderrätsels) enthalten, die schon von sich aus ein Problem aufwertet und somit die Schüler dazu motiviert, an der Problemlösung mitzuarbeiten. Dies ist oft mit einer konkreten Aufgabenstellung verbunden.


Weiter gibt es folgende Arbeitsblätter mit Aufgabenstellung:

Beim Erarbeitungsblatt wird zwischen solchen unterschieden, die die Schüler ohne Hilfe des Lehrers lösen können und solchen, die Grundlage der gemeinsamen Erarbeitung im Unterricht sind. Weiter sind auf dem Erarbeitungsblatt die Inhalte in Lernschritte gegliedert. Es präsentiert immer das Gesamtproblem und den thematischen Zusammenhang, ist also problemorientiert.

Das Übungs – und Anwendungsblatt ermöglicht das Üben (Wiederholen und Einprägen) und Anwenden (Transfer) des Gelernten. Weiter ermöglicht es einen Methodenwechsel (Stillarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit). Diese Form des Arbeitsblattes wird vor allem in der Erarbeitungsphase eingesetzt (erste wichtige Wiederholung). Es ermöglicht, dass die Schüler nicht nur reproduzieren, sondern das Gelernte vertiefen.

Unter das Lernkontrollblatt fällt zum einen das Aufgabenblatt und zum anderen das Testblatt. Das Aufgabenblatt dient ausschließlich zur Leistungskontrolle, es enthält nur Aufgaben, allenfalls kurze Bearbeitungshinweise. Es dient als Grundlage für schriftliche Prüfungen. Das Testblatt dient der Erfolgskontrolle und enthält oft die Lösungen der Aufgaben. Mögliche Aufgabentypen für ein Lernkontrollblatt sind beispielsweise Ergänzungsaufgaben, Richtig-Falsch-Aufgaben, Mehrfach-Wahl-Aufgaben, Zuordnungsaufgaben etc.

Hinweis: in vielen Fällen handelt es sich bei den Arbeitsblättern um Kombinationsformen (z.B. Lernkontrollblätter werden nach der Besprechung zu Merkblättern).


Die Verwendung von Arbeitsblättern bringt mehrere Vor- und Nachteile, die im Folgenden aufgezeigt werden. Zunächst einmal die Vorteile: Arbeitsblätter fördern die Selbstständigkeit der Schüler und können zur Binnendifferenzierung eingesetzt werden. Man kann den Stoff des Fachbuches vertiefen, da man auf einem Arbeitsblatt aktuelle Bezüge nehmen kann, was in einem Buch, das über mehrere Jahre verwendet wird, nicht unbedingt möglich ist. Des Weiteren kann man Arbeitsblätter genau auf die Bedürfnisse der Klasse zuschneiden und neuen Raum für eigene Lösungsmöglichkeiten bieten. Ebenso können Sozialformen wie Partner- und Gruppenarbeit berücksichtigt werden.

Wie schon erwähnt, gibt es auch einige Nachteile. Oft ist durch Arbeitsblätter nur eine unsaubere Dokumentation möglich, da sie des Öfteren im Schulranzen umherfliegen. Dies kann auch daran liegen, dass Schüler manchmal mit viel zu vielen Arbeitsblättern konfrontiert werden, wodurch sie die Motivation verlieren. Durch zu viele Arbeitsblätter kann es dazu kommen, dass Bücher nicht mehr genutzt werden und das Umgehen mit Büchern nicht mehr geschult wird. Bei der Erstellung von Arbeitsblättern wird häufig das Urheberrecht missachtet. Bedenkt man die Unterrichtsökonomie, so fällt auf, dass gute Arbeitsblätter in Form und Inhalt sehr zeitaufwendig sind.

Bei der Erstellung eines Arbeitsblattes sollte man allerdings folgende Gestaltungskriterien bezüglich des Aufbaus beachten : Das Arbeitsblatt sollte eine Überschrift (Thema) haben und Fach, Datum und Name aufweisen. Auch sollte man darauf achten, das es graphisch ansprechend, sauber und übersichtlich gestaltet ist, d.h.: genügend Platz für Einträge bei Lückentexten bietet. Es sollte logisch und klar gegliedert, übersichtlich und nicht zu eng bedruckt sein, sowie über einen Rand verfügen. Sehr wichtig ist, dass es technisch einwandfrei in Bezug auf Kopierqualität und Rechtschreibfehler ist. Weiter sollte es möglichst abwechslungsreich sein und damit mehrere Sinne ansprechen und eine altersgerechte Problemstellung bieten. Von großer Bedeutung sind auch klare Formulierung der Arbeitsaufträge (was soll wie womit erarbeitet werden) Auch sollte man vorsichtig sein und das Arbeitsblatt nicht zu vereinfachen.

Zum Schluss noch einige Tipps für den optimalen Umgang mit Arbeitsblättern: Das Durchnummerieren der Arbeitsblätter hilft den hilft den Schülern und auch den Lehrern die Übersicht zu bewahren. Auch sollten die Arbeitsblätter eingeklebt werden, das Wegschneiden von 1cm Rand verhindert Eselsohren. Am Besten sollte man die Arbeitsblätter vor dem Verteilen Lochen, dies schützt sie vor sofortiger Zerstörung. Wichtig ist es auch, die ausgefüllten Arbeitsblätter in einer Sammelmappe auslegen, damit Schüler die Möglichkeit haben, sie zu korrigieren, denn falsch bearbeitete Arbeitsblätter sind fatal! Damit die Arbeitsblätter auch wirklich einen Nutzen haben, ist es wichtig, sie regelmäßig, auch nach Ablage, im Ordner kontrollieren.

(Erstautorin: Ribana Schilling)


Literatur:

  • Meyer, Hilbert: Unterrichtsmethoden. Bd.2 Frankfurt a.M. 1989
  • Loeser. 0twin: „Arbeitsblätter als Unterrichtsmedium". In: W. Koenig/0. Loeser: Tafelbild, Arbeitstransparent, Arbeitsblatt im Unterricht. Darmstadt 1982