Entwicklungspsychologie (1)

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Definition

Entwicklungspsychologie wird als Teil der Psychologie verstanden und versucht, menschliches Verhalten und Erleben sowohl erklären, als auch beschreiben und vorhersagen zu können. Entwicklungspsychologie versucht hierbei zu erklären, in welchem Maße die Akkumulation von Wissen, angeborene mentale Strukturen und das Lernen durch Erfahren, sowie die Beeinflussung durch Umweltfaktoren(sozial), Einfluss auf die menschliche Entwicklung haben. Dies geschieht unter Berücksichtigung der Annahme, dass der Prozess der Entwicklung fortwährend ist.



Der Begriff der Sozialisation

Als Sozialisation versteht man die Anpassung an gesellschaftliche Denk- und Gefühlsmuster(Normen)durch deren Verinnerlichung (Internalisation). Hierbei beziehen sich die beteiligten Akteure in ihrem Verhalten wechselseitig aufeinander. Jedoch geschieht dies i.d. Regel nicht zwischen Gleichen, sondern Generationsbeziehungen. Durch die Annahmen, dass Entwicklung durch Interaktion der Persönlichkeit mit einer spezifischen, materiellen und sozialen Umwelt und durch Konstitution sozialer Bindung durch sozialisatorische Beziehungen geschieht, entstehen im sozialen Zusammenleben Handlungsbezüge und Handlungsorientierungen, auf die sich Individuen in ihrem Handeln beziehen. Sigfried Bernfeld beschreibt den Vorgang der Sozialisation (Erziehung) als eine bewusste " gesellschaftliche Reaktion auf die Entwicklungstatsache"; also als einen Vorgang, bei dem das Kind die Fähigkeiten, um zu einem kompetenten Gesellschaftsmitglied werden zu können, zu einem Teil erst erwerben muss. Aus dieser Annahme ergibt sich auch die Tendenz, warum sich Menschen in einer Gesellschaft, gegebenen Normen, Werten und Werturteilen gemäß verhalten. Bei "erfolgreichem" Verlauf des Sozialisationsprozesses in Sinne des jeweiligen Umfelds, werden soziale Normen, Werte und Repräsentationen einer kulturellen und sozialen Umwelt vom Individuum verinnerlicht und zwar so, dass das Kompetenzgefälle zwischen Alt und Jung aufgehoben wird. Aufgrund dieser Beschreibung, können sich Sozialisationsprozesse somit auch gravierend von einander unterscheiden.


Sozialisationsprozess

Sozialisation wird als fortwährender Prozess gesehen und somit nie abgeschlossen. Zentral geht es um die Entwicklung von Persönlichkeit und die sozialen Beziehungen einer Person. Zur Persönlichkeit gehören zum einen die Individualität, die jeden Menschen vom anderen unterscheidet, als auch die Intersubjektivität, die Menschen in einer Geschellschaft miteinander teilen. Zu ihr gehören Werte, Normen und soziale Rollen.

Obwohl der Begriff der Sozialisation als fortlaufender Prozess angesehen wird, kann er in drei "Phasen" eingeteilt werden, wobei ein besonderes Augenmerk auf die erste und zweite dieser Phasen unter berücksichtigen der, für die Grundschule relevanten entwicklungspsychologichen Aspekte, gelegt werden sollte.

Primäre Sozialisation

Die erste dieser "Phasen" wird als primäre Sozialisation oder Soziabilisierung bezeichnet. Sie behinhaltet die Beziehungen zu Familie, aber auch zu Gleichaltrigen und soll seinen Abschluss in der Herausbildung einer personalen "Identiät" des Individuum haben. Auch bildet sich ein sogenanntes Urvertrauen, durch den liebevollen Umgang und die Zuwendung der Famile, welches das Individuum handlungsfähig für weitere Sozalisationschritte machen soll.

Sekundäre Sozialisation

Als "zweite Phase" bezeichnet man die so genannte sekundäre Sozialisation oder auch Enkulturation. Nach "erfolgreichem Abschluss" der primären Sozialisation findet in der Enkulturation der Prozess der Vergesellschaftung statt ("Menschwerdung in einer Gesellschaft"). Das Kind soll in dieser "Phase" alle Werte, Normen, Fähigkeiten und Techniken, besonders auch die Bedeutung (Fähigkeit) der Sprache der eigenen Kultur durch Eltern, Familie, Schule, Medien usw. erlernen. Die in dieser "Phase" verinnerlichten Werte und Normen gelten als stabil, können sich jedoch in der "dritten Phase" noch ändern( z. B. bei Kontakt mit anderen Wertegemeinschaften)

Tertiäre Sozialisation

Die tertiäre Sozialisation (Individuation) findet im Erwachsenalter statt und kennzeichnet sich durch die ständige Anpassung, die das Individuum mit seiner Umwelt vornimmt. Da die Sozialisation als lebenslanger Prozess verstanden wird, findet durch die kontinuierliche Anpassung an die Umwelt somit auch eine kontinuierliche Veränderung statt.


Links

http://en.wikipedia.org/wiki/Developmental_psychology

http://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungspsychologie#Weblinks

http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialisation