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	<title>SozFra - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_die_Soziologie_und_Philosophie_der_Universit%C3%A4t_Frankfurt/M.&amp;diff=4469</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für die Soziologie und Philosophie der Universität Frankfurt/M.</title>
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		<updated>2008-05-18T14:34:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Soziologie in Frankfurt“, bearbeite ich die Fragestellung, ob es an der Universität Frankfurt aufgrund von politischen oder persönlichen Problemen mit Jürgen Habermas zu einer verpaßten Chance gekommen ist oder nicht.  Die Philosophie und auch die Soziologie sind in Frankfurt geschichtlich eng mit dem Begriff der Frankfurter Schule und mit dem Namen Jürgen Habermas verbunden. Habermas begann seine akademische Laufbahn in Frankfurt und nahm sie in Frankfurt wieder auf, um auch heute noch zu den einflußreichsten intellektuellen Stimmen der Bundesrepublik zu gehören. Dennoch gab es im Laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte, an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichen Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifende Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus. In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk „[[Erkenntnis und Interesse]]“ allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffent¬lichung der „[[Theorie des kommunikativen Handelns]]“ zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons, wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang der 80er Jahre vernetzt sich Habermas stark international. John Rawls, Charles Taylor, Richard Rorty und Seyla Benhabib sind WeggefährtInnen. Internationale Anerkennung erfährt Habermas durch Auszeichnungen, wie den Kyoto Preis 2004. Auffällig ist, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen. Habermas’ Zeit an der Frankfurter Universität ist durch Ambivalenz gekennzeichnet: zum einen nahm man in euphorisch auf und lehnte ihn gleichzeitig aber auch ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden. &lt;br /&gt;
Habermas’ Verortung in Frankfurt lässt sich in drei Phasen einteilen. Diese drei Teile stellen die Kapitel dieser Hausarbeit dar, wobei der Schwerpunkt in den ersten beiden Teilen zu sehen ist. Die erste Phase und somit der erste Teil bezieht sich auf die Jahre von 1956 bis 1959, seine zweite Phase in Frankfurt erstreckt sich über einen Zeitraum von 1964 bis 1971 und die dritte Phase beginnt 1983 und endet mit seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adorno und Horkheimer: Remigranten am neugegründeten IfS ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Horkheimer, der 1933 im Zuge der Institutsschließung durch das Nazi-Regime in die USA ausgewandert war, verlegte den Sitz des Instituts in der Folgezeit von Frankfurt über Genf und Paris letztlich an die Columbia University nach New York. Da auch die Gelder der Stiftung rechtzeitig ins Ausland transferiert werden konnten, waren die wirtschaftliche Fortexistenz des Instituts als „Institute for Social Research“ (ISR) und die weitere Herausgabe der „Zeitschrift für Sozialforschung“, zuletzt fortgeführt als „Studies in Philosophy and Social Science“, vorerst gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er entwickelte mit Theodor W. Adorno das gemeinsame Werk „Dialektik der Aufklärung“ ebenso wie im weiteren Verlauf die „Studies in Prejudice“ mit dem berühmt gewordenen Teil über die „Authoritarian Personality“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für Adorno bereits feststand, nämlich nach Beendigung des National¬sozialistischen Regimes wieder nach Deutschland zurück zu kehren, war für Horkheimer ein Prozess, der sich über mehrere Jahre vollzog und nur mit der Bedingung einer weiterhin bestehenden US-Bürgerschaft verbunden war. Bereits 1946 warb die Stadt und die Universität um die Rückkehr des Instituts für Sozialforschung nach Frankfurt. Nach ersten Kontaktaufnahmen in den Folgejahren war es Max Horkheimer, der 1949 als erster wieder an das neu gegründete Institut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zurück kehrte und seinen damaligen von den Nazis abgeschafften Lehrstuhl für Sozialphilosophie besetzte, diesmal allerdings als Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie deklariert.&lt;br /&gt;
Der Forschungsbetrieb wurde Ende 1950 mit einer Studie, die an die bereits von Horkheimer und Adorno in den USA entwickelte Untersuchung „The Lessons of Fascism“ anknüpfte, wieder aufgenommen. Fünf Jahre später veröffentlichte man die Studie unter dem Titel „Gruppenexperiment“, eine empirische Untersuchung über das politische Bewusstsein der Deutschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das am stärksten aus der Untersuchung hervorgehende Resultat beunruhigte Horkheimer, dass der Antisemitismus in Deutschland immer noch weit verbreitet ist, insbesondere bei den Akademikern: „Das vorgelegte Material ermächtigt wohl zu dem Schluss,“ so eine Aussage aus der Studie, „dass zwar die nationalsozialistische Ideologie als in sich einheitlich organisierter Zusammenhang nicht mehr existiert, da ihr insbesondere durch den Misserfolg ihre stärkste integrierende Kraft entzogen wird, dass aber zahlreiche Einzelelemente des faschistischen Denkens, heraus gebrochen aus ihrem Zusammenhang und darum oft doppelt irrational, noch gegenwärtig sind und in einer veränderten politischen Situation wieder manipuliert werden könnten“ . Dieser Auszug aus einem der Ergebnisse stellt deutlich die sozialwissenschaftliche Bestätigung des Ausmaßes des Misstrauens seitens Horkheimer gegenüber seinem unmittelbaren Umfeld an der Universität dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Remigrant Horkheimer hat es in nur kurzer Zeit unter den spezifischen Bedingungen der von den USA dominierend beeinflussten Nachkriegspolitik vermocht, seine alte Stellung vom Ende der Weimarer Republik wieder einzunehmen und darüber hinaus die höchste Stufe der universitären Karriereleiter zu erklimmen“ , denn im November 1951 wurde Horkheimer mit knapper Mehrheit zum Rektor der Frankfurter Universität gewählt und konnte nun einen direkten Einfluss auf die Berufungspolitik und der Errichtung von „Wiedergutmachungslehrstühlen“ nehmen. &lt;br /&gt;
Ob sich das auf die Situation am IFS, die Entwicklung der Projekte und das Verhältnis zu Habermas auswirkte, der 1956 an das Institut gekommen ist, behandelt der nächste Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation am Institut für Sozialforschung stellte sich als eine andere dar, als noch am alten Institut in den 20er und 30er Jahren. Ging man nach der Neugründung Anfang der 50er Jahre davon aus, dass Horkheimer als damaliger und erneut eingesetzter Institutsleiter darauf bedacht war, den alten Mitarbeiterkreis wieder für Arbeiten am IfS zu gewinnen, täuschte man sich. Wo die Kontakte zu den alten Mitarbeitern nicht gänzlich abgerissen waren, blieben sie vergleichsweise spärlich auf Erinnerungen und den Austausch von Informationen begrenzt. Selbst der Kontakt zu den engsten Mitarbeitern der Exilzeit - zu Felix Weil und Herbert Marcuse -, war durch stetig anwachsende sachliche und persönliche Entfremdung gekennzeichnet. Zwar wurden ab und zu alte Mitarbeiter zu Vorträgen eingeladen, aber es kam zu keiner institutionellen Zusammenarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen entwickelten sich neue Allianzen mit dem einzigen Grund - welches zugleich auch bestimmendes Thema der 50er Jahre im „soziologischen“ Nachkriegsdeutschland bildete: mit den amerikanischen Reeducation-Programmen die Überwindung des Nationalsozialismus und die Herausbildung einer Zivilgesellschaft, die für den Faschismus nicht mehr anfällig ist. Auf der einen Seite gab es die alten Eliten, die sich am NS-Staat aktiv beteiligt hatten und nach seinem katastrophalen Scheitern nicht abgetreten sind und auf der anderen Seite standen all diejenigen, die in Politik, Bildung und Medien darauf drängten, dass der neue Staat nicht mehr in die Hände der alten Eliten fallen sollte. An ihrer Spitze standen Horkheimer und Adorno. So ist es auch zu erklären, dass ungeachtet intellektueller sowie auch persönlicher Differenzen Beziehungen zu Plessner, König oder Bergstraesser entstanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik“ schreibt Clemens Albrecht über Horkheimers Institutspolitik, dass diese „aus der Perspektive der 60er und 70er Jahre seltsam anmutende Vermischung der intellektuellen Fronten ein Charakteristikum der 50er Jahre und eine wichtige Voraussetzung für die Wirkung des IfS, weil es sich durch diese Kontakte und Allianzen etablierte und eine anerkannte Ausgangsposition schuf. Im Bereich der Sozialwissenschaften lebte diese Zusammenarbeit, in der sich eine der wichtigsten Trägergruppen der Bundesrepublik formierte, von dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundkonsens der 50er Jahre: Aufbau moderner Sozialwissenschaft nach amerikanischem Vorbild zur Stütze der Demokratie und Überwindung des Nationalsozialismus.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant erscheint mir auch, dass Horkheimer offenkundig darum bemüht war, einen Trennungsstrich zwischen dem neuen und dem alten Institut zu ziehen. Er versuchte sogar zu verhindern, dass irgendwelche möglicherweise Anstoß erregenden Arbeiten aus dem alten Institut wieder ans Tageslicht kamen. Man sprach auch von einer „zugenagelten Kiste im Keller des Instituts“, dem Giftschrank Horkheimers, in der die alten Zeitschriften für Sozialforschung (ZfS) aufbewahrt wurden. So war es auch nicht überraschend, dass Jürgen Habermas, der 1956 an das IfS gekommen war sagte: „Die Zeitschrift war inexistent, ich wusste gar nicht dass sie im Keller übrigens verschlossen war.”  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man die Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren verstehen, muss man die politisch gewordene Person Max Horkheimers im Kontext der sich entwickelnden Bundesrepublik sehen. So standen für ihn die „Wende zur Demokratie“ und der Bruch mit der kommunistischen Ideologie der 30er Jahre im Vordergrund. Folglich ist es auch nicht verwunderlich, dass er in der Folgezeit auf die politische Absicherung des IfS innerhalb der Wissenschaft und der politischen Öffentlichkeit bedacht war. Horkheimer versuchte erfolgreich Anfang der 50er Jahre das Institut für Sozialforschung und seine Belange durch Beziehungen mit politisch hochgestellten Amtsträgern abzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation in den 50er Jahren am Institut für Sozialforschung empfand Habermas als miserabel, „vor allem wegen Spannungen und Ressentiments zwischen Horkheimer, Adorno und Neumarck, die auf alte „vor 33er-Querelen“ zurückgingen“, erinnert sich Jürgen Habermas in einem Interview, das mit ihm im Februar 2008 per Fax im Rahmen des Lehrforschungsprojekts geführt wurde. „Mit dem Direktorat Horkheimer war das Institut der WISO-Fakultät weggenommen worden! Außerdem war in der WISO-Fakultät ein Ökonom einflussreich [...] von dem es hieß, er sei Nazi gewesen. Für mich blieben aber die Gründe für die gegenseitigen Affekte damals undurchsichtig, auch die Affäre der Berufung Golo Mann’s. Die Ausarbeitung und Koordinierung des Studiengangs erforderte schwierige Verhandlungen zwischen beiden Fakultäten, die später noch von Tenbruck und mir weitergeführt worden sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jürgen Habermas am Institut für Sozialforschung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1953 erregte Habermas zum ersten Mal öffentliches Aufsehen, als er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Rezension zu Heideggers „Einführung in die Metaphysik“  verfasste, die im selben Jahr erschienen war. Diese Vorlesung aus dem Jahre 1935 wurde samt ihres Vokabulars von der &amp;quot;inneren Größe und Wahrheit&amp;quot; des Nationalsozialismus ohne ein Wort der Erklärung wieder abgedruckt. Anders als viele seiner Altersgenossen reagierte Habermas auf diese Leugnung jeglicher politischer Verantwortung mit Empörung. Der kurze Aufsatz &amp;quot;Mit Heidegger gegen Heidegger denken&amp;quot; ist der Beginn seines politisch-publizistischen Engagements und gleichzeitig auch der Zeitpunkt an dem Adorno und Horkheimer das erste Mal auf ihn aufmerksam wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1954 promovierte Habermas in Bonn mit einer Arbeit über „Das Absolute und die Geschichte. Von der Zwiespältigkeit in Schellings Denken“ bei Erich Rothacker und Oskar Becker. Nach der Promotion betätigte er sich als freier Journalist für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, den Merkur, die Frankfurter Hefte und das Düsseldorfer Handelsblatt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam mit einem Stipendium als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1956 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig von Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, äußerte Adorno gegenüber Horkheimer, dem Leiter des Instituts, den ausdrücklichen Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis Horkheimer- Habermas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits früh engagierte sich Habermas in der politischen Öffentlichkeit und trat im Zuge der Remilitarisierungsdebatte „Kampf dem Atomtod“ der Bundesrepublik am 20. Mai 1958 im Rahmen einer von unabhängigen Parteien, Gewerkschaften und der studentischen Bewegung organisierten Veranstaltung vor dem Frankfurter Römer als Redner auf. Mit der, kurze Zeit später in der studentischen Zeitung „Diskurs“ erschienenen Ansprache unter dem Titel „Unruhe erste Bürgerpflicht“, zog sich Habermas zum ersten Mal den Unmut des Institutsleiters auf sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Artikel bringt er zum Ausdruck, dass man gegen die „Politik der Stärke“ protestieren müsse. Er endet damit, dass die “Universität als Korporation (…) ihre politische Neutralität wahren soll. Aber sie bleibt ein Hort der Gewissensfreiheit nur, solange ihre Bürger politische Gewissensentscheidungen öffentlich und mit den wirksamsten der rechtens zu Gebote stehenden Mittel bekunden. Einmal schon sind deutsche Universitäten zu lange Hort versäumter Gewissensentscheidungen ge¬blieben. Der Demonstrationszug vom 20. Mai richtet sich extra muros gegen die verantwortlichen Träger einer Politik der Stärke; intra muros aber richtet er sich nicht in erster Linie an die, die sich „für“ diese Politik schlagen, sondern an die, die sich, trotz besserer Einsicht, nicht ‚gegen’ sie schlagen. Wenn sich angstbereite Einsicht kompetenzfrei mit Unerschrockenheit gegenüber den Einflussreicheren verbindet, heißt man’s Zivilcourage. Heute steht sie unter Panikverdacht – muss das sein?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die protestantisch gehaltene Redensart und der Umgang mit der Neutralitäts¬wahrung der Hochschulen in dem Artikel, stellten den ersten Bruch mit Horkheimer und seinem weitgehend politisch neutral gehaltenem Universitätskurs dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas erstes großes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „[[Student und Politik]]“ an der er mit Ludwig von Friedeburg, Christoph Oehler und Friedrich Weltz arbeitete.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie kam es zum erneuten Konflikt mit Max Horkheimer, der die wiederholte unterschiedslose Übertragung des Revolutionsbegriffs auf die Gegen¬wart kritisierte. In der Einleitung hatte Habermas einen emphatischen Begriff von politischer Demokratie „als Maßstab der Interviewauswertung entwickelt, den Horkheimer als durchsichtige Verkleidung des alten Revolutionsbegriffs ansah.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwände Horkheimers verzögerten das Erscheinen der Studie und führten letzt¬endlich dazu, dass sie nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen ist. Horkheimer war es daran gelegen, als Institutsleiter, stellvertretend für das Institut, mit dieser Studie nicht in Verbindung gebracht zu werden. Er schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine neun Seiten umfassende schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und seinen im Laufe des Jahres gewachsenen Unmut widerspiegelt. Dies führte unter anderem dazu, dass sich die Lage für Habermas und seine bevorstehende Habilita¬tion in Frankfurt grundlegend änderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich verweisender Mensch“. Er „trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für möglich hielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur in die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen, sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „[[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz der intensiven Bemühungen von Adorno und Helmut Becker Max Horkheimer zu überreden das Habilitationsgesuch anzu¬erkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitations¬möglichkeit. Seine Versuche mit dem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder aufzunehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze, welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und die sozialphilosophischen Studie „Theorie und Praxis“ (1963).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Nachfolger Horkheimers – das zweite Mal in Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger Hork¬heimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verließ er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg, um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedin¬gungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetra¬gen haben, dass er Frankfurt wieder verließ, stellt den zweiten Schwerpunkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Habermas als Akteur der Hochschulpolitik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in den 50er Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas stellt in einer Rede auf einem Studentenkongress Anfang Juni 1967 - anlässlich der Trauerfeier des Studenten Benno Ohnesorgs, der eine Woche zuvor im Zusammenhang mit einer Anti-Schah-Demonstration vor der Berliner Oper von einem Polizisten erschossen worden war - sein Programm zur damaligen Hochschul¬politik vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas versuchte in seiner Rede die politische Rolle der Studentenschaft in der BRD zu bestimmen. Er verteidigte den studentischen Protest und führt als Legitima¬tion an, dass jene Proteste oft erst zu Bewusstsein führen, was die offiziellen Instanzen „absichtslos oder auch mit Vorsatz aus dem politischen Bewusstsein ihrer Bürger aussperre und vielleicht sogar aus ihrem eigenen Bewusstsein verdränge“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stellt weiterhin die These auf, dass die Studentenproteste eine „kompensatorische Funktion haben, weil die in einer Demokratie sonst eingebauten Kontroll¬mechanismen nicht oder nicht ausreichend arbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiel, bei denen studentische Proteste ein Missverständnis zwischen beanspruchter Legitimation und tatsächlichem Verhalten aufgezeigt haben bzw. die Gesellschaft für diese Problematik sensibel machten, führt Habermas den Vietnam-Konflikt an. Er stellt einen der Gründe für Studentenproteste dar, bei dem das offizielle Weltbild des Landes sensibel für ein politisches Thema gemacht wurde, so dass im weiteren Verlauf detaillierte Informationen zu diesem Konflikt fortlaufend an die Öffentlichkeit gedrungen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Resümierend stellt Habermas auf dem Kongress in Hannover fest, die Aufgabe studentischer Opposition in der Republik sei, „den herrschenden Mangel an theoretischer Perspektive, den Mangel an Sensibilität gegenüber Verschleierung und Verketzerungen, den Mangel an Radikalität bei der Auslegung und Praktizierung unserer sozialrechtstaatlichen und demokratischen Verfassung, den Mangel an Antizipationsfähigkeit und wachsender Phantasie, also Unterlassung, zu kompen¬sieren“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch lässt es Habermas nicht aus, auch auf objektive und subjektive Gefahren hinzuweisen, die sich im Bereich der Hochschule für den politischen Bewegungs¬spielraum der Studentenschaft ergeben können. Die Studenten müssen sich bewusst sein, dass „angesichts einer ungewöhnlich langen Durststrecke zwischen Theorie und Praxis und angesichts der für die Studentenrolle charakteristischen Spannung zwischen Berufsvorbereitung und politischem Engagement sowie zwischen einem positivistischen Wissenschaftsbetrieb, der Handlungsspielraum nicht mehr hergeben konnte, um dem Bedürfnis nach einer praktischen Gesamtorientierung gerecht zu werden“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zu dem Thema der demonstrativen Gewalt äußert sich Habermas und macht deutlich, dass diese demonstrative Gewalt lediglich die Aufklärung als Ziel innehaben dürfe. Die Aufmerksamkeit, welche durch die Demonstrationen erreicht werden müsse, diene nur dem Zweck die eigenen „besseren“ Argumente zum Ausdruck zu bringen. Gewalt kann aber dem Ziel Diskussion zu erlangen, nicht dienen. „Wenn die studentische Opposition einen Vorzug hat“, meint Habermas, „dann kann es nur der sein: Dass sie Sensibilität für die Verletzung von Menschen und für deren Verletzbarkeit, einzelner Menschen wie ganzer Klassen, zu einer politischen Kategorie erhebt“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum eigentlichen Eklat kommt es im Anschluss an die öffentliche Diskussion des Organisationsreferats auf der 22. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, vom 5. September 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Habermas nach seiner Verabschiedung noch einmal auf das Podium ging und Stellung zu der unmittelbar zuvor gehaltenen Rede des Studentenführers Rudi Dutschke nahm. Dutschke forderte Sitzstreiks an den Universitäten und die Bildung von „Aktionskomitees“ zur Politisierung der Universitäten als Teil einer „bewussten Durchbrechung der etablierten Spielregeln“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas richtete an ihn folgende Worte: „Herr Dutschke hat als konkreten Vorschlag nur vorgetragen [...], dass ein Sitzstreik stattfinden soll. Das ist eine Demonstration mit gewaltlosen Mitteln. Ich frage mich, warum er das nicht so nennt und warum er eine dreiviertel Stunde darauf verwendet hat, um eine voluntaristische Ideologe hier zu entwickeln, die man im Jahr 1848 utopischen Sozialismus genannt hat, die aber unter heutigen Umständen - jedenfalls glaube ich, Gründe zu haben, diese Terminologie vorzuschlagen - 'linken Faschismus' nennen muss.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas befürchtet durch den Aufruf Dutschkes und des SDS, würde man den bürgerlichen Staat mit illegalen Aktionen provozieren, ohne jedoch die Chance zu haben, ihn durch erfolgreiche Revolution zu überwinden. Mehr noch, es wäre denkbar, dass jenes Phänomen wie es bereits in Italien in den 20er Jahren und auch in Deutschland zur Zeit der Weltwirtschaftskrise aufgetreten ist, dass ein demokra¬tischer Staat den Faschismus „beauftragt“, um die Bedrohung von links gewaltsam zu zerschlagen, wieder akut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden wurde der Begriff „linker Faschischmus“ insbesondere von den konservativen Medien und Politikern zur negativen Charakterisierung der Außerparlamentarischen Opposition gebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Habermas bewusst wurde, welche nachhaltigen Ausmaße sein Dogma in der öffentlichen Diskussion erlangte, nahm er bereits in seinem Aufsatz „Hochschul¬reform und Protestbewegung“ und dann auch in einem Brief an Erich Fried, einem politisch engagierten Schriftsteller, im Juli 1967, seine Aussage öffentlich zurück: „Ich habe in Hannover vom „linken Faschismus“ in einem klar hypothetischen Zusammenhang gesprochen.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem weiteren Brief im Mai 1968 konstatiert er, dass für ihn in der damaligen Situation nicht zu sehen war, dass die neuen Formen der Provokation ein sinnvolles, legitimes und sogar notwendiges Mittel sind, um Diskussionen dort, wo sie verweigert werden, zu erzwingen. Seine damalige Angst erschließt sich aus den irrationalistischen Implikationen eines Vorgehens, das unter dem Topos 'die Spielregeln brechen' eingeführt wurde. Die Intention der damaligen Bemerkung hat sich für Habermas auf Grund der weiterhin bestehenden Befürchtung, nicht geändert. Die Etikettierung des linken Faschismus, sei aus heutiger Sicht unglücklich gewählt, da es ein grobes Missverständnis einer Identifizierung des SDS mit den rechten Studenten Anfang der dreißiger Jahre hervorgerufen hat. Dennoch hält er nach wie vor Gewaltanwendung in der „gegenwärtigen Situation nicht für ein vertretbares Mittel des politischen Kampfes.““ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur, dass diese Geschehnisse gleichbedeutend mit dem intellektuellen Bruch der Beziehung zur Studentenbewegung zu sehen waren, wurde das Schlagwort des Linksfaschismus seit 1967 auch weiterhin immer wieder zur Denunziation links¬progressiver Aktionen und Zitate verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Adornos Tod, Wendepunkt für Habermas? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt und der Situation von Habermas in Frankfurt, bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den zum früheren Horkheimer-Kreis gehörenden Personen lebten noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte und Leo Löwenthal, der seit den 50er Jahren in den USA lebte und ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley arbeitete. Der Bruch Löwenthals mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50er Jahren als es zu einem Streit kam, durch Pensionsansprüche, die Löwenthal gegenüber dem Institut geltend machte. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistiger Weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers: „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem eher distanziert gegenüber. Innerhalb von zwei Jahren verließen auch die „jüngeren“ Soziologen und Adorno-Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konflikte mit der 68er Bewegung, Adornos Tod etc. führten schließlich dazu, dass Jürgen Habermas 1971 einen Ruf als Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaft¬lich-technischen Welt in Starnberg bei München annahm und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie-Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb im April 1971 in einem Brief an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu verlassen, deutlich machte: “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkeit bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozial¬forschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hier bleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Institutionelle Probleme der Neugründung der Fachbereiche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichsgliederung anstelle der Fakultäten 1971 anstand, so berichtet Hermann Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein Pro oder Contra der Zusammenlegung entscheiden zu können. Als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen (Integration der so genannten Grundwissenschaften in den Fachbereich) würde, war es für ihn als Philosoph keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas in diesem Vorgehen eine Art politischen Elitismus nie ganz ab. Durch die zum damaligen Zeitpunkt schon stark boomende Lehrerausbildung, gab es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben, so dass zum Teil auch Oberstudienräte Professoren-Stellen besetzten. Zum anderen gab es die Befürchtung, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies steht jedoch im Widerspruch zu einer von Habermas selbst getroffenen Aussage aus einem Fax-Interview, in dem er auf das angesprochene Thema der Zusammenlegung der Soziologie und der Philosophie mit Ahnungslosigkeit reagiert: „Von dem Plan einer Zusammenlegung der beiden Fächer höre ich zum ersten Mal; ich halte das für eine Ente.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weggang von Habermas nach Starnberg 1971 wurde zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch betrachtet, hatte sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Fassung der Hochschulgesetze beteiligt, um dann, kurz nach dem diese seinen Vorstellungen weitestgehend entsprechend ver¬abschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden waren, die Universität Frankfurt zu verlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herbert Schnädelbach, Dekan des neu gegründeten Fachbereichs beschreibt in einem Interview, das im Rahmen des Lehrforschungsprojekts mit ihm geführt wurde, die Diskussion im Zuge der Fachbereichsgründung: „In der ersten Sitzung des neu gegründeten Fachbereichs [...] war Habermas noch als Mitglied im Fachbereichsrat gesessen und ist dann sofort nach Starnberg. Also es war damals auch die Rede, dass man es bedauert hat, dass Habermas ging, weil man gesagt hat, er ist doch maßgeblich an dieser Hochschulreform beteiligt gewesen [...] von ihm sind ja auch viele Ideen eingegangen, das sagt er ja auch selber in seinem Beitrag. Er verweist da auf Denninger, Wiethölter und Friedeburg, und wir haben das dann schade gefunden, dass genau in dem Augenblick, wo die neue Verfassung da war, er dann nach Starnberg gegangen ist [...] also es war ganz eindeutig so [...], wir hatten alle [...] wir wollten alle nicht mit den Sozialwissenschaften also mit den Gesellschaftswissenschaften zusammen gehen. Das hatte auch einfach den Grund, wir hatten Angst von denen dominiert zu werden“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Rückkehr nach Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre arbeitete Habermas in Starnberg und entwickelte unter anderem seine als Hauptwerk geltende „Theorie des kommunikativen Handelns“. Doch auch in Starnberg traten interne Schwierigkeiten auf, die 1983 zur Trennung führten. Grund des Konfliktes waren die Arbeitsbedingungen in den 80er Jahren. Habermas wollte sich von einigen seiner Mitarbeiter trennen, da eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr die gewünschten Ergebnisse geliefert hätte. Auf Grund einer Kettenvertrags¬reglung, die einzelne Mitarbeiter nicht kündbar machte und somit einen arbeitsrecht¬lichen Prozess nach sich gezogen hätte, sah er keine Möglichkeit mehr für eine konstruktive Weiterarbeit. Retrospektiv bedauert Habermas: „Leider habe ich in der Zeit, als wir in Starnberg empirische Arbeiten gemacht haben, ein Forschungsziel nicht realisieren können, einfach weil ich nicht die richtigen Mitarbeiter gefunden habe, ich meine man muss Mitarbeiter die Dinge machen lassen, die sie selber möchten sonst sind sie nicht gut, nicht? Ich habe damals keinen gefunden, mit dem ich zusammen, die Themenstellung hätte aufgreifen können.“ &lt;br /&gt;
Als Habermas diesen Beschluss gefasst hatte wieder zurück an die Universität zu gehen, war es die Hoffnung des Fachbereichs 03 der Frankfurter Universität, ihn für eine Professur zu gewinnen. Nachdem 1982 Holger Börner, damaliger Minister¬präsident des Landes Hessen öffentliches Interesse bekundet hat, Habermas an die Universität Frankfurt zu holen, kontaktierte ihn Gerd Brand vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Er bat ihn einen „vakanten“ Lehrstuhl für Soziologie in seinem Fachbereich zu übernehmen. Habermas lehnte ab, da er auch schon philosophische Rufe nach Bielefeld und Frankfurt erhalten hat. Er selber war der Meinung, er eigne sich besser für die forschende Lehre als für die institutionalisierte Forschung, und auch für ein Großteil der damaligen Professoren war der Grund den Fachbereich Philosophie dem der Gesellschaftswissenschaften vorzuziehen, nachvollziehbar. Heinz Steinert, damals Dekan am Fachbereich 03, bestätigt dies in einem Interview: „Nach seiner wissenschaftlichen Herkunft wie den Arbeits¬bedingungen (bei uns Massenbetrieb mit einem hohen Anteil Lehrerausbildung - ein Promi wie Habermas wäre bei uns allein mit Prüfungen überlaufen worden; am FB 08 überschaubare Seminare) kann man das aber gut verstehen.“  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es, dass Jürgen Habermas von Ende 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor der Philosophie am Fachbereich 08 mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie war und sich in dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus beteiligt. Er veröffentlicht die Werke „Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln“ (1983), „Die neue Unübersichtlichkeit“ und „Diskurs der Moderne“ (1985). Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“, in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit: Verpasste Chance oder politisch-theoretische Gründe? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Rahmen des Lehrforschungsprojektes bearbeitete Fragestellung, ob es eine verpasste Chance für die Soziologie an der Universität Frankfurt gegeben hat, lässt sich meiner Ansicht nach am ehesten mit sowohl als auch beantworten; das heißt einerseits gibt es politisch-theoretische Gründe, andererseits aber auch Gründe, die zum einen in der Person Habermas begründet sind und zum anderen den sich ändernden gesellschaftlichen und universitären Rahmenbedingungen zuzuschreiben sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkt in Habermas erster Phase in Frankfurt einzig das Verhältnis zum damaligen Institutsleiter Max Horkheimer und dessen politischem Programm der Ent¬nazifizierung und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Etablierung des Instituts für Sozialforschung als ausschlaggebender Grund für die vorzeitige Trennung, so sind doch gerade in der zweiten Phase das Umfeld der Frankfurter Universität und die eskalierenden Studentenproteste die entscheidenden Faktoren, dass Habermas 1971 Frankfurt in Richtung Starnberg verlässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Auflösung der Fakultäten und der Gründung von Fachbereichen in Frankfurt wurde der Raum für die Entwicklung und Entfaltung theoretisch-sozio¬logischer Forschungsarbeit eingeschränkt. Die wohl notwendige Einbindung der Lehramtsausbildung in den universitären Betrieb und zwar in den soziologischen Fachbereich, ließen für Habermas keinen Zweifel, dass eine soziologische Forschung mit der vom ihm bevorzugten philosophischen Ausrichtung wie in den 50er und auch noch in den 60er Jahren nicht mehr möglich gewesen wäre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adornos Tod bildete informell das Ende der soziologischen Forschungstradition in Frankfurt. Mit Habermas verlor die Universität einen philosophischen Soziologen - und darin sehe ich die verpasste Chance für Frankfurt. Wenn man ihm die Voraussetzungen für eine eigenständige Tradition und die Fortführung mit den für ihn wichtigen Mitarbeitern hätte geben können, dann hätte die Möglichkeit bestanden, dass die Soziologie in Frankfurt ihren wichtigen Stellenwert behält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Literatur-Hausarbeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zeittafel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_die_Soziologie_und_Philosophie_der_Universit%C3%A4t_Frankfurt/M.&amp;diff=4468</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für die Soziologie und Philosophie der Universität Frankfurt/M.</title>
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		<updated>2008-05-18T14:33:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Soziologie in Frankfurt“, bearbeite ich die Fragestellung, ob es an der Universität Frankfurt aufgrund von politischen oder persönlichen Problemen mit Jürgen Habermas zu einer verpaßten Chance gekommen ist oder nicht.  Die Philosophie und auch die Soziologie sind in Frankfurt geschichtlich eng mit dem Begriff der Frankfurter Schule und mit dem Namen Jürgen Habermas verbunden. Habermas begann seine akademische Laufbahn in Frankfurt und nahm sie in Frankfurt wieder auf, um auch heute noch zu den einflußreichsten intellektuellen Stimmen der Bundesrepublik zu gehören. Dennoch gab es im Laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte, an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichen Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifende Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus. In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk „[[Erkenntnis und Interesse]]“ allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffent¬lichung der „[[Theorie des kommunikativen Handelns]]“ zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons, wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang der 80er Jahre vernetzt sich Habermas stark international. John Rawls, Charles Taylor, Richard Rorty und Seyla Benhabib sind WeggefährtInnen. Internationale Anerkennung erfährt Habermas durch Auszeichnungen, wie den Kyoto Preis 2004. Auffällig ist, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen. Habermas’ Zeit an der Frankfurter Universität ist durch Ambivalenz gekennzeichnet: zum einen nahm man in euphorisch auf und lehnte ihn gleichzeitig aber auch ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden. &lt;br /&gt;
Habermas’ Verortung in Frankfurt lässt sich in drei Phasen einteilen. Diese drei Teile stellen die Kapitel dieser Hausarbeit dar, wobei der Schwerpunkt in den ersten beiden Teilen zu sehen ist. Die erste Phase und somit der erste Teil bezieht sich auf die Jahre von 1956 bis 1959, seine zweite Phase in Frankfurt erstreckt sich über einen Zeitraum von 1964 bis 1971 und die dritte Phase beginnt 1983 und endet mit seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adorno und Horkheimer: Remigranten am neugegründeten IfS ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Horkheimer, der 1933 im Zuge der Institutsschließung durch das Nazi-Regime in die USA ausgewandert war, verlegte den Sitz des Instituts in der Folgezeit von Frankfurt über Genf und Paris letztlich an die Columbia University nach New York. Da auch die Gelder der Stiftung rechtzeitig ins Ausland transferiert werden konnten, waren die wirtschaftliche Fortexistenz des Instituts als „Institute for Social Research“ (ISR) und die weitere Herausgabe der „Zeitschrift für Sozialforschung“, zuletzt fortgeführt als „Studies in Philosophy and Social Science“, vorerst gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er entwickelte mit Theodor W. Adorno das gemeinsame Werk „Dialektik der Aufklärung“ ebenso wie im weiteren Verlauf die „Studies in Prejudice“ mit dem berühmt gewordenen Teil über die „Authoritarian Personality“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für Adorno bereits feststand, nämlich nach Beendigung des National¬sozialistischen Regimes wieder nach Deutschland zurück zu kehren, war für Horkheimer ein Prozess, der sich über mehrere Jahre vollzog und nur mit der Bedingung einer weiterhin bestehenden US-Bürgerschaft verbunden war. Bereits 1946 warb die Stadt und die Universität um die Rückkehr des Instituts für Sozialforschung nach Frankfurt. Nach ersten Kontaktaufnahmen in den Folgejahren war es Max Horkheimer, der 1949 als erster wieder an das neu gegründete Institut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zurück kehrte und seinen damaligen von den Nazis abgeschafften Lehrstuhl für Sozialphilosophie besetzte, diesmal allerdings als Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie deklariert.&lt;br /&gt;
Der Forschungsbetrieb wurde Ende 1950 mit einer Studie, die an die bereits von Horkheimer und Adorno in den USA entwickelte Untersuchung „The Lessons of Fascism“ anknüpfte, wieder aufgenommen. Fünf Jahre später veröffentlichte man die Studie unter dem Titel „Gruppenexperiment“, eine empirische Untersuchung über das politische Bewusstsein der Deutschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das am stärksten aus der Untersuchung hervorgehende Resultat beunruhigte Horkheimer, dass der Antisemitismus in Deutschland immer noch weit verbreitet ist, insbesondere bei den Akademikern: „Das vorgelegte Material ermächtigt wohl zu dem Schluss,“ so eine Aussage aus der Studie, „dass zwar die nationalsozialistische Ideologie als in sich einheitlich organisierter Zusammenhang nicht mehr existiert, da ihr insbesondere durch den Misserfolg ihre stärkste integrierende Kraft entzogen wird, dass aber zahlreiche Einzelelemente des faschistischen Denkens, heraus gebrochen aus ihrem Zusammenhang und darum oft doppelt irrational, noch gegenwärtig sind und in einer veränderten politischen Situation wieder manipuliert werden könnten“ . Dieser Auszug aus einem der Ergebnisse stellt deutlich die sozialwissenschaftliche Bestätigung des Ausmaßes des Misstrauens seitens Horkheimer gegenüber seinem unmittelbaren Umfeld an der Universität dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Remigrant Horkheimer hat es in nur kurzer Zeit unter den spezifischen Bedingungen der von den USA dominierend beeinflussten Nachkriegspolitik vermocht, seine alte Stellung vom Ende der Weimarer Republik wieder einzunehmen und darüber hinaus die höchste Stufe der universitären Karriereleiter zu erklimmen“ , denn im November 1951 wurde Horkheimer mit knapper Mehrheit zum Rektor der Frankfurter Universität gewählt und konnte nun einen direkten Einfluss auf die Berufungspolitik und der Errichtung von „Wiedergutmachungslehrstühlen“ nehmen. &lt;br /&gt;
Ob sich das auf die Situation am IFS, die Entwicklung der Projekte und das Verhältnis zu Habermas auswirkte, der 1956 an das Institut gekommen ist, behandelt der nächste Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation am Institut für Sozialforschung stellte sich als eine andere dar, als noch am alten Institut in den 20er und 30er Jahren. Ging man nach der Neugründung Anfang der 50er Jahre davon aus, dass Horkheimer als damaliger und erneut eingesetzter Institutsleiter darauf bedacht war, den alten Mitarbeiterkreis wieder für Arbeiten am IfS zu gewinnen, täuschte man sich. Wo die Kontakte zu den alten Mitarbeitern nicht gänzlich abgerissen waren, blieben sie vergleichsweise spärlich auf Erinnerungen und den Austausch von Informationen begrenzt. Selbst der Kontakt zu den engsten Mitarbeitern der Exilzeit - zu Felix Weil und Herbert Marcuse -, war durch stetig anwachsende sachliche und persönliche Entfremdung gekennzeichnet. Zwar wurden ab und zu alte Mitarbeiter zu Vorträgen eingeladen, aber es kam zu keiner institutionellen Zusammenarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen entwickelten sich neue Allianzen mit dem einzigen Grund - welches zugleich auch bestimmendes Thema der 50er Jahre im „soziologischen“ Nachkriegsdeutschland bildete: mit den amerikanischen Reeducation-Programmen die Überwindung des Nationalsozialismus und die Herausbildung einer Zivilgesellschaft, die für den Faschismus nicht mehr anfällig ist. Auf der einen Seite gab es die alten Eliten, die sich am NS-Staat aktiv beteiligt hatten und nach seinem katastrophalen Scheitern nicht abgetreten sind und auf der anderen Seite standen all diejenigen, die in Politik, Bildung und Medien darauf drängten, dass der neue Staat nicht mehr in die Hände der alten Eliten fallen sollte. An ihrer Spitze standen Horkheimer und Adorno. So ist es auch zu erklären, dass ungeachtet intellektueller sowie auch persönlicher Differenzen Beziehungen zu Plessner, König oder Bergstraesser entstanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik“ schreibt Clemens Albrecht über Horkheimers Institutspolitik, dass diese „aus der Perspektive der 60er und 70er Jahre seltsam anmutende Vermischung der intellektuellen Fronten ein Charakteristikum der 50er Jahre und eine wichtige Voraussetzung für die Wirkung des IfS, weil es sich durch diese Kontakte und Allianzen etablierte und eine anerkannte Ausgangsposition schuf. Im Bereich der Sozialwissenschaften lebte diese Zusammenarbeit, in der sich eine der wichtigsten Trägergruppen der Bundesrepublik formierte, von dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundkonsens der 50er Jahre: Aufbau moderner Sozialwissenschaft nach amerikanischem Vorbild zur Stütze der Demokratie und Überwindung des Nationalsozialismus.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant erscheint mir auch, dass Horkheimer offenkundig darum bemüht war, einen Trennungsstrich zwischen dem neuen und dem alten Institut zu ziehen. Er versuchte sogar zu verhindern, dass irgendwelche möglicherweise Anstoß erregenden Arbeiten aus dem alten Institut wieder ans Tageslicht kamen. Man sprach auch von einer „zugenagelten Kiste im Keller des Instituts“, dem Giftschrank Horkheimers, in der die alten Zeitschriften für Sozialforschung (ZfS) aufbewahrt wurden. So war es auch nicht überraschend, dass Jürgen Habermas, der 1956 an das IfS gekommen war sagte: „Die Zeitschrift war inexistent, ich wusste gar nicht dass sie im Keller übrigens verschlossen war.”  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man die Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren verstehen, muss man die politisch gewordene Person Max Horkheimers im Kontext der sich entwickelnden Bundesrepublik sehen. So standen für ihn die „Wende zur Demokratie“ und der Bruch mit der kommunistischen Ideologie der 30er Jahre im Vordergrund. Folglich ist es auch nicht verwunderlich, dass er in der Folgezeit auf die politische Absicherung des IfS innerhalb der Wissenschaft und der politischen Öffentlichkeit bedacht war. Horkheimer versuchte erfolgreich Anfang der 50er Jahre das Institut für Sozialforschung und seine Belange durch Beziehungen mit politisch hochgestellten Amtsträgern abzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation in den 50er Jahren am Institut für Sozialforschung empfand Habermas als miserabel, „vor allem wegen Spannungen und Ressentiments zwischen Horkheimer, Adorno und Neumarck, die auf alte „vor 33er-Querelen“ zurückgingen“, erinnert sich Jürgen Habermas in einem Interview, das mit ihm im Februar 2008 per Fax im Rahmen des Lehrforschungsprojekts geführt wurde. „Mit dem Direktorat Horkheimer war das Institut der WISO-Fakultät weggenommen worden! Außerdem war in der WISO-Fakultät ein Ökonom einflussreich [...] von dem es hieß, er sei Nazi gewesen. Für mich blieben aber die Gründe für die gegenseitigen Affekte damals undurchsichtig, auch die Affäre der Berufung Golo Mann’s. Die Ausarbeitung und Koordinierung des Studiengangs erforderte schwierige Verhandlungen zwischen beiden Fakultäten, die später noch von Tenbruck und mir weitergeführt worden sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jürgen Habermas am Institut für Sozialforschung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1953 erregte Habermas zum ersten Mal öffentliches Aufsehen, als er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Rezension zu Heideggers „Einführung in die Metaphysik“  verfasste, die im selben Jahr erschienen war. Diese Vorlesung aus dem Jahre 1935 wurde samt ihres Vokabulars von der &amp;quot;inneren Größe und Wahrheit&amp;quot; des Nationalsozialismus ohne ein Wort der Erklärung wieder abgedruckt. Anders als viele seiner Altersgenossen reagierte Habermas auf diese Leugnung jeglicher politischer Verantwortung mit Empörung. Der kurze Aufsatz &amp;quot;Mit Heidegger gegen Heidegger denken&amp;quot; ist der Beginn seines politisch-publizistischen Engagements und gleichzeitig auch der Zeitpunkt an dem Adorno und Horkheimer das erste Mal auf ihn aufmerksam wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1954 promovierte Habermas in Bonn mit einer Arbeit über „Das Absolute und die Geschichte. Von der Zwiespältigkeit in Schellings Denken“ bei Erich Rothacker und Oskar Becker. Nach der Promotion betätigte er sich als freier Journalist für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, den Merkur, die Frankfurter Hefte und das Düsseldorfer Handelsblatt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam mit einem Stipendium als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1956 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig von Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, äußerte Adorno gegenüber Horkheimer, dem Leiter des Instituts, den ausdrücklichen Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis Horkheimer- Habermas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits früh engagierte sich Habermas in der politischen Öffentlichkeit und trat im Zuge der Remilitarisierungsdebatte „Kampf dem Atomtod“ der Bundesrepublik am 20. Mai 1958 im Rahmen einer von unabhängigen Parteien, Gewerkschaften und der studentischen Bewegung organisierten Veranstaltung vor dem Frankfurter Römer als Redner auf. Mit der, kurze Zeit später in der studentischen Zeitung „Diskurs“ erschienenen Ansprache unter dem Titel „Unruhe erste Bürgerpflicht“, zog sich Habermas zum ersten Mal den Unmut des Institutsleiters auf sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Artikel bringt er zum Ausdruck, dass man gegen die „Politik der Stärke“ protestieren müsse. Er endet damit, dass die “Universität als Korporation (…) ihre politische Neutralität wahren soll. Aber sie bleibt ein Hort der Gewissensfreiheit nur, solange ihre Bürger politische Gewissensentscheidungen öffentlich und mit den wirksamsten der rechtens zu Gebote stehenden Mittel bekunden. Einmal schon sind deutsche Universitäten zu lange Hort versäumter Gewissensentscheidungen ge¬blieben. Der Demonstrationszug vom 20. Mai richtet sich extra muros gegen die verantwortlichen Träger einer Politik der Stärke; intra muros aber richtet er sich nicht in erster Linie an die, die sich „für“ diese Politik schlagen, sondern an die, die sich, trotz besserer Einsicht, nicht ‚gegen’ sie schlagen. Wenn sich angstbereite Einsicht kompetenzfrei mit Unerschrockenheit gegenüber den Einflussreicheren verbindet, heißt man’s Zivilcourage. Heute steht sie unter Panikverdacht – muss das sein?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die protestantisch gehaltene Redensart und der Umgang mit der Neutralitäts¬wahrung der Hochschulen in dem Artikel, stellten den ersten Bruch mit Horkheimer und seinem weitgehend politisch neutral gehaltenem Universitätskurs dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas erstes großes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „[[Student und Politik]]“ an der er mit Ludwig von Friedeburg, Christoph Oehler und Friedrich Weltz arbeitete.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie kam es zum erneuten Konflikt mit Max Horkheimer, der die wiederholte unterschiedslose Übertragung des Revolutionsbegriffs auf die Gegen¬wart kritisierte. In der Einleitung hatte Habermas einen emphatischen Begriff von politischer Demokratie „als Maßstab der Interviewauswertung entwickelt, den Horkheimer als durchsichtige Verkleidung des alten Revolutionsbegriffs ansah.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwände Horkheimers verzögerten das Erscheinen der Studie und führten letzt¬endlich dazu, dass sie nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen ist. Horkheimer war es daran gelegen, als Institutsleiter, stellvertretend für das Institut, mit dieser Studie nicht in Verbindung gebracht zu werden. Er schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine neun Seiten umfassende schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und seinen im Laufe des Jahres gewachsenen Unmut widerspiegelt. Dies führte unter anderem dazu, dass sich die Lage für Habermas und seine bevorstehende Habilita¬tion in Frankfurt grundlegend änderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich verweisender Mensch“. Er „trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für möglich hielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur in die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen, sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „[[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz der intensiven Bemühungen von Adorno und Helmut Becker Max Horkheimer zu überreden das Habilitationsgesuch anzu¬erkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitations¬möglichkeit. Seine Versuche mit dem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder aufzunehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze, welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und die sozialphilosophischen Studie „[[Theorie und Praxis]]“ (1963).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Nachfolger Horkheimers – das zweite Mal in Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger Hork¬heimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verließ er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg, um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedin¬gungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetra¬gen haben, dass er Frankfurt wieder verließ, stellt den zweiten Schwerpunkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Habermas als Akteur der Hochschulpolitik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in den 50er Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas stellt in einer Rede auf einem Studentenkongress Anfang Juni 1967 - anlässlich der Trauerfeier des Studenten Benno Ohnesorgs, der eine Woche zuvor im Zusammenhang mit einer Anti-Schah-Demonstration vor der Berliner Oper von einem Polizisten erschossen worden war - sein Programm zur damaligen Hochschul¬politik vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas versuchte in seiner Rede die politische Rolle der Studentenschaft in der BRD zu bestimmen. Er verteidigte den studentischen Protest und führt als Legitima¬tion an, dass jene Proteste oft erst zu Bewusstsein führen, was die offiziellen Instanzen „absichtslos oder auch mit Vorsatz aus dem politischen Bewusstsein ihrer Bürger aussperre und vielleicht sogar aus ihrem eigenen Bewusstsein verdränge“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stellt weiterhin die These auf, dass die Studentenproteste eine „kompensatorische Funktion haben, weil die in einer Demokratie sonst eingebauten Kontroll¬mechanismen nicht oder nicht ausreichend arbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiel, bei denen studentische Proteste ein Missverständnis zwischen beanspruchter Legitimation und tatsächlichem Verhalten aufgezeigt haben bzw. die Gesellschaft für diese Problematik sensibel machten, führt Habermas den Vietnam-Konflikt an. Er stellt einen der Gründe für Studentenproteste dar, bei dem das offizielle Weltbild des Landes sensibel für ein politisches Thema gemacht wurde, so dass im weiteren Verlauf detaillierte Informationen zu diesem Konflikt fortlaufend an die Öffentlichkeit gedrungen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Resümierend stellt Habermas auf dem Kongress in Hannover fest, die Aufgabe studentischer Opposition in der Republik sei, „den herrschenden Mangel an theoretischer Perspektive, den Mangel an Sensibilität gegenüber Verschleierung und Verketzerungen, den Mangel an Radikalität bei der Auslegung und Praktizierung unserer sozialrechtstaatlichen und demokratischen Verfassung, den Mangel an Antizipationsfähigkeit und wachsender Phantasie, also Unterlassung, zu kompen¬sieren“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch lässt es Habermas nicht aus, auch auf objektive und subjektive Gefahren hinzuweisen, die sich im Bereich der Hochschule für den politischen Bewegungs¬spielraum der Studentenschaft ergeben können. Die Studenten müssen sich bewusst sein, dass „angesichts einer ungewöhnlich langen Durststrecke zwischen Theorie und Praxis und angesichts der für die Studentenrolle charakteristischen Spannung zwischen Berufsvorbereitung und politischem Engagement sowie zwischen einem positivistischen Wissenschaftsbetrieb, der Handlungsspielraum nicht mehr hergeben konnte, um dem Bedürfnis nach einer praktischen Gesamtorientierung gerecht zu werden“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zu dem Thema der demonstrativen Gewalt äußert sich Habermas und macht deutlich, dass diese demonstrative Gewalt lediglich die Aufklärung als Ziel innehaben dürfe. Die Aufmerksamkeit, welche durch die Demonstrationen erreicht werden müsse, diene nur dem Zweck die eigenen „besseren“ Argumente zum Ausdruck zu bringen. Gewalt kann aber dem Ziel Diskussion zu erlangen, nicht dienen. „Wenn die studentische Opposition einen Vorzug hat“, meint Habermas, „dann kann es nur der sein: Dass sie Sensibilität für die Verletzung von Menschen und für deren Verletzbarkeit, einzelner Menschen wie ganzer Klassen, zu einer politischen Kategorie erhebt“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum eigentlichen Eklat kommt es im Anschluss an die öffentliche Diskussion des Organisationsreferats auf der 22. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, vom 5. September 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Habermas nach seiner Verabschiedung noch einmal auf das Podium ging und Stellung zu der unmittelbar zuvor gehaltenen Rede des Studentenführers Rudi Dutschke nahm. Dutschke forderte Sitzstreiks an den Universitäten und die Bildung von „Aktionskomitees“ zur Politisierung der Universitäten als Teil einer „bewussten Durchbrechung der etablierten Spielregeln“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas richtete an ihn folgende Worte: „Herr Dutschke hat als konkreten Vorschlag nur vorgetragen [...], dass ein Sitzstreik stattfinden soll. Das ist eine Demonstration mit gewaltlosen Mitteln. Ich frage mich, warum er das nicht so nennt und warum er eine dreiviertel Stunde darauf verwendet hat, um eine voluntaristische Ideologe hier zu entwickeln, die man im Jahr 1848 utopischen Sozialismus genannt hat, die aber unter heutigen Umständen - jedenfalls glaube ich, Gründe zu haben, diese Terminologie vorzuschlagen - 'linken Faschismus' nennen muss.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas befürchtet durch den Aufruf Dutschkes und des SDS, würde man den bürgerlichen Staat mit illegalen Aktionen provozieren, ohne jedoch die Chance zu haben, ihn durch erfolgreiche Revolution zu überwinden. Mehr noch, es wäre denkbar, dass jenes Phänomen wie es bereits in Italien in den 20er Jahren und auch in Deutschland zur Zeit der Weltwirtschaftskrise aufgetreten ist, dass ein demokra¬tischer Staat den Faschismus „beauftragt“, um die Bedrohung von links gewaltsam zu zerschlagen, wieder akut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden wurde der Begriff „linker Faschischmus“ insbesondere von den konservativen Medien und Politikern zur negativen Charakterisierung der Außerparlamentarischen Opposition gebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Habermas bewusst wurde, welche nachhaltigen Ausmaße sein Dogma in der öffentlichen Diskussion erlangte, nahm er bereits in seinem Aufsatz „Hochschul¬reform und Protestbewegung“ und dann auch in einem Brief an Erich Fried, einem politisch engagierten Schriftsteller, im Juli 1967, seine Aussage öffentlich zurück: „Ich habe in Hannover vom „linken Faschismus“ in einem klar hypothetischen Zusammenhang gesprochen.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem weiteren Brief im Mai 1968 konstatiert er, dass für ihn in der damaligen Situation nicht zu sehen war, dass die neuen Formen der Provokation ein sinnvolles, legitimes und sogar notwendiges Mittel sind, um Diskussionen dort, wo sie verweigert werden, zu erzwingen. Seine damalige Angst erschließt sich aus den irrationalistischen Implikationen eines Vorgehens, das unter dem Topos 'die Spielregeln brechen' eingeführt wurde. Die Intention der damaligen Bemerkung hat sich für Habermas auf Grund der weiterhin bestehenden Befürchtung, nicht geändert. Die Etikettierung des linken Faschismus, sei aus heutiger Sicht unglücklich gewählt, da es ein grobes Missverständnis einer Identifizierung des SDS mit den rechten Studenten Anfang der dreißiger Jahre hervorgerufen hat. Dennoch hält er nach wie vor Gewaltanwendung in der „gegenwärtigen Situation nicht für ein vertretbares Mittel des politischen Kampfes.““ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur, dass diese Geschehnisse gleichbedeutend mit dem intellektuellen Bruch der Beziehung zur Studentenbewegung zu sehen waren, wurde das Schlagwort des Linksfaschismus seit 1967 auch weiterhin immer wieder zur Denunziation links¬progressiver Aktionen und Zitate verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Adornos Tod, Wendepunkt für Habermas? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt und der Situation von Habermas in Frankfurt, bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den zum früheren Horkheimer-Kreis gehörenden Personen lebten noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte und Leo Löwenthal, der seit den 50er Jahren in den USA lebte und ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley arbeitete. Der Bruch Löwenthals mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50er Jahren als es zu einem Streit kam, durch Pensionsansprüche, die Löwenthal gegenüber dem Institut geltend machte. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistiger Weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers: „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem eher distanziert gegenüber. Innerhalb von zwei Jahren verließen auch die „jüngeren“ Soziologen und Adorno-Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konflikte mit der 68er Bewegung, Adornos Tod etc. führten schließlich dazu, dass Jürgen Habermas 1971 einen Ruf als Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaft¬lich-technischen Welt in Starnberg bei München annahm und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie-Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb im April 1971 in einem Brief an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu verlassen, deutlich machte: “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkeit bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozial¬forschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hier bleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Institutionelle Probleme der Neugründung der Fachbereiche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichsgliederung anstelle der Fakultäten 1971 anstand, so berichtet Hermann Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein Pro oder Contra der Zusammenlegung entscheiden zu können. Als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen (Integration der so genannten Grundwissenschaften in den Fachbereich) würde, war es für ihn als Philosoph keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas in diesem Vorgehen eine Art politischen Elitismus nie ganz ab. Durch die zum damaligen Zeitpunkt schon stark boomende Lehrerausbildung, gab es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben, so dass zum Teil auch Oberstudienräte Professoren-Stellen besetzten. Zum anderen gab es die Befürchtung, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies steht jedoch im Widerspruch zu einer von Habermas selbst getroffenen Aussage aus einem Fax-Interview, in dem er auf das angesprochene Thema der Zusammenlegung der Soziologie und der Philosophie mit Ahnungslosigkeit reagiert: „Von dem Plan einer Zusammenlegung der beiden Fächer höre ich zum ersten Mal; ich halte das für eine Ente.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weggang von Habermas nach Starnberg 1971 wurde zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch betrachtet, hatte sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Fassung der Hochschulgesetze beteiligt, um dann, kurz nach dem diese seinen Vorstellungen weitestgehend entsprechend ver¬abschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden waren, die Universität Frankfurt zu verlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herbert Schnädelbach, Dekan des neu gegründeten Fachbereichs beschreibt in einem Interview, das im Rahmen des Lehrforschungsprojekts mit ihm geführt wurde, die Diskussion im Zuge der Fachbereichsgründung: „In der ersten Sitzung des neu gegründeten Fachbereichs [...] war Habermas noch als Mitglied im Fachbereichsrat gesessen und ist dann sofort nach Starnberg. Also es war damals auch die Rede, dass man es bedauert hat, dass Habermas ging, weil man gesagt hat, er ist doch maßgeblich an dieser Hochschulreform beteiligt gewesen [...] von ihm sind ja auch viele Ideen eingegangen, das sagt er ja auch selber in seinem Beitrag. Er verweist da auf Denninger, Wiethölter und Friedeburg, und wir haben das dann schade gefunden, dass genau in dem Augenblick, wo die neue Verfassung da war, er dann nach Starnberg gegangen ist [...] also es war ganz eindeutig so [...], wir hatten alle [...] wir wollten alle nicht mit den Sozialwissenschaften also mit den Gesellschaftswissenschaften zusammen gehen. Das hatte auch einfach den Grund, wir hatten Angst von denen dominiert zu werden“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Rückkehr nach Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre arbeitete Habermas in Starnberg und entwickelte unter anderem seine als Hauptwerk geltende „Theorie des kommunikativen Handelns“. Doch auch in Starnberg traten interne Schwierigkeiten auf, die 1983 zur Trennung führten. Grund des Konfliktes waren die Arbeitsbedingungen in den 80er Jahren. Habermas wollte sich von einigen seiner Mitarbeiter trennen, da eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr die gewünschten Ergebnisse geliefert hätte. Auf Grund einer Kettenvertrags¬reglung, die einzelne Mitarbeiter nicht kündbar machte und somit einen arbeitsrecht¬lichen Prozess nach sich gezogen hätte, sah er keine Möglichkeit mehr für eine konstruktive Weiterarbeit. Retrospektiv bedauert Habermas: „Leider habe ich in der Zeit, als wir in Starnberg empirische Arbeiten gemacht haben, ein Forschungsziel nicht realisieren können, einfach weil ich nicht die richtigen Mitarbeiter gefunden habe, ich meine man muss Mitarbeiter die Dinge machen lassen, die sie selber möchten sonst sind sie nicht gut, nicht? Ich habe damals keinen gefunden, mit dem ich zusammen, die Themenstellung hätte aufgreifen können.“ &lt;br /&gt;
Als Habermas diesen Beschluss gefasst hatte wieder zurück an die Universität zu gehen, war es die Hoffnung des Fachbereichs 03 der Frankfurter Universität, ihn für eine Professur zu gewinnen. Nachdem 1982 Holger Börner, damaliger Minister¬präsident des Landes Hessen öffentliches Interesse bekundet hat, Habermas an die Universität Frankfurt zu holen, kontaktierte ihn Gerd Brand vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Er bat ihn einen „vakanten“ Lehrstuhl für Soziologie in seinem Fachbereich zu übernehmen. Habermas lehnte ab, da er auch schon philosophische Rufe nach Bielefeld und Frankfurt erhalten hat. Er selber war der Meinung, er eigne sich besser für die forschende Lehre als für die institutionalisierte Forschung, und auch für ein Großteil der damaligen Professoren war der Grund den Fachbereich Philosophie dem der Gesellschaftswissenschaften vorzuziehen, nachvollziehbar. Heinz Steinert, damals Dekan am Fachbereich 03, bestätigt dies in einem Interview: „Nach seiner wissenschaftlichen Herkunft wie den Arbeits¬bedingungen (bei uns Massenbetrieb mit einem hohen Anteil Lehrerausbildung - ein Promi wie Habermas wäre bei uns allein mit Prüfungen überlaufen worden; am FB 08 überschaubare Seminare) kann man das aber gut verstehen.“  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es, dass Jürgen Habermas von Ende 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor der Philosophie am Fachbereich 08 mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie war und sich in dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus beteiligt. Er veröffentlicht die Werke „Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln“ (1983), „Die neue Unübersichtlichkeit“ und „Diskurs der Moderne“ (1985). Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“, in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit: Verpasste Chance oder politisch-theoretische Gründe? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Rahmen des Lehrforschungsprojektes bearbeitete Fragestellung, ob es eine verpasste Chance für die Soziologie an der Universität Frankfurt gegeben hat, lässt sich meiner Ansicht nach am ehesten mit sowohl als auch beantworten; das heißt einerseits gibt es politisch-theoretische Gründe, andererseits aber auch Gründe, die zum einen in der Person Habermas begründet sind und zum anderen den sich ändernden gesellschaftlichen und universitären Rahmenbedingungen zuzuschreiben sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkt in Habermas erster Phase in Frankfurt einzig das Verhältnis zum damaligen Institutsleiter Max Horkheimer und dessen politischem Programm der Ent¬nazifizierung und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Etablierung des Instituts für Sozialforschung als ausschlaggebender Grund für die vorzeitige Trennung, so sind doch gerade in der zweiten Phase das Umfeld der Frankfurter Universität und die eskalierenden Studentenproteste die entscheidenden Faktoren, dass Habermas 1971 Frankfurt in Richtung Starnberg verlässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Auflösung der Fakultäten und der Gründung von Fachbereichen in Frankfurt wurde der Raum für die Entwicklung und Entfaltung theoretisch-sozio¬logischer Forschungsarbeit eingeschränkt. Die wohl notwendige Einbindung der Lehramtsausbildung in den universitären Betrieb und zwar in den soziologischen Fachbereich, ließen für Habermas keinen Zweifel, dass eine soziologische Forschung mit der vom ihm bevorzugten philosophischen Ausrichtung wie in den 50er und auch noch in den 60er Jahren nicht mehr möglich gewesen wäre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adornos Tod bildete informell das Ende der soziologischen Forschungstradition in Frankfurt. Mit Habermas verlor die Universität einen philosophischen Soziologen - und darin sehe ich die verpasste Chance für Frankfurt. Wenn man ihm die Voraussetzungen für eine eigenständige Tradition und die Fortführung mit den für ihn wichtigen Mitarbeitern hätte geben können, dann hätte die Möglichkeit bestanden, dass die Soziologie in Frankfurt ihren wichtigen Stellenwert behält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Literatur-Hausarbeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zeittafel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_die_Soziologie_und_Philosophie_der_Universit%C3%A4t_Frankfurt/M.&amp;diff=4467</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für die Soziologie und Philosophie der Universität Frankfurt/M.</title>
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		<updated>2008-05-18T14:29:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Soziologie in Frankfurt“, bearbeite ich die Fragestellung, ob es an der Universität Frankfurt aufgrund von politischen oder persönlichen Problemen mit Jürgen Habermas zu einer verpaßten Chance gekommen ist oder nicht.  Die Philosophie und auch die Soziologie sind in Frankfurt geschichtlich eng mit dem Begriff der Frankfurter Schule und mit dem Namen Jürgen Habermas verbunden. Habermas begann seine akademische Laufbahn in Frankfurt und nahm sie in Frankfurt wieder auf, um auch heute noch zu den einflußreichsten intellektuellen Stimmen der Bundesrepublik zu gehören. Dennoch gab es im Laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte, an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichen Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifende Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus. In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk „Erkenntnis und Interesse“ allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffent¬lichung der „Theorie des kommunikativen Handelns“ zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons, wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang der 80er Jahre vernetzt sich Habermas stark international. John Rawls, Charles Taylor, Richard Rorty und Seyla Benhabib sind WeggefährtInnen. Internationale Anerkennung erfährt Habermas durch Auszeichnungen, wie den Kyoto Preis 2004. Auffällig ist, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkens¬wert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen. Habermas’ Zeit an der Frankfurter Universität ist durch Ambivalenz gekennzeichnet: zum einen nahm man in euphorisch auf und lehnte ihn gleichzeitig aber auch ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden. &lt;br /&gt;
Habermas’ Verortung in Frankfurt lässt sich in drei Phasen einteilen. Diese drei Teile stellen die Kapitel dieser Hausarbeit dar, wobei der Schwerpunkt in den ersten beiden Teilen zu sehen ist. Die erste Phase und somit der erste Teil bezieht sich auf die Jahre von 1956 bis 1959, seine zweite Phase in Frankfurt erstreckt sich über einen Zeitraum von 1964 bis 1971 und die dritte Phase beginnt 1983 und endet mit seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adorno und Horkheimer: Remigranten am neugegründeten IfS ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Horkheimer, der 1933 im Zuge der Institutsschließung durch das Nazi-Regime in die USA ausgewandert war, verlegte den Sitz des Instituts in der Folgezeit von Frankfurt über Genf und Paris letztlich an die Columbia University nach New York. Da auch die Gelder der Stiftung rechtzeitig ins Ausland transferiert werden konnten, waren die wirtschaftliche Fortexistenz des Instituts als „Institute for Social Research“ (ISR) und die weitere Herausgabe der „Zeitschrift für Sozialforschung“, zuletzt fortgeführt als „Studies in Philosophy and Social Science“, vorerst gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er entwickelte mit Theodor W. Adorno das gemeinsame Werk „Dialektik der Aufklärung“ ebenso wie im weiteren Verlauf die „Studies in Prejudice“ mit dem berühmt gewordenen Teil über die „Authoritarian Personality“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für Adorno bereits feststand, nämlich nach Beendigung des National¬sozialistischen Regimes wieder nach Deutschland zurück zu kehren, war für Horkheimer ein Prozess, der sich über mehrere Jahre vollzog und nur mit der Bedingung einer weiterhin bestehenden US-Bürgerschaft verbunden war. Bereits 1946 warb die Stadt und die Universität um die Rückkehr des Instituts für Sozialforschung nach Frankfurt. Nach ersten Kontaktaufnahmen in den Folgejahren war es Max Horkheimer, der 1949 als erster wieder an das neu gegründete Institut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zurück kehrte und seinen damaligen von den Nazis abgeschafften Lehrstuhl für Sozialphilosophie besetzte, diesmal allerdings als Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie deklariert.&lt;br /&gt;
Der Forschungsbetrieb wurde Ende 1950 mit einer Studie, die an die bereits von Horkheimer und Adorno in den USA entwickelte Untersuchung „The Lessons of Fascism“ anknüpfte, wieder aufgenommen. Fünf Jahre später veröffentlichte man die Studie unter dem Titel „Gruppenexperiment“, eine empirische Untersuchung über das politische Bewusstsein der Deutschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das am stärksten aus der Untersuchung hervorgehende Resultat beunruhigte Horkheimer, dass der Antisemitismus in Deutschland immer noch weit verbreitet ist, insbesondere bei den Akademikern: „Das vorgelegte Material ermächtigt wohl zu dem Schluss,“ so eine Aussage aus der Studie, „dass zwar die nationalsozialistische Ideologie als in sich einheitlich organisierter Zusammenhang nicht mehr existiert, da ihr insbesondere durch den Misserfolg ihre stärkste integrierende Kraft entzogen wird, dass aber zahlreiche Einzelelemente des faschistischen Denkens, heraus gebrochen aus ihrem Zusammenhang und darum oft doppelt irrational, noch gegenwärtig sind und in einer veränderten politischen Situation wieder manipuliert werden könnten“ . Dieser Auszug aus einem der Ergebnisse stellt deutlich die sozialwissenschaftliche Bestätigung des Ausmaßes des Misstrauens seitens Horkheimer gegenüber seinem unmittelbaren Umfeld an der Universität dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Remigrant Horkheimer hat es in nur kurzer Zeit unter den spezifischen Bedingungen der von den USA dominierend beeinflussten Nachkriegspolitik vermocht, seine alte Stellung vom Ende der Weimarer Republik wieder einzunehmen und darüber hinaus die höchste Stufe der universitären Karriereleiter zu erklimmen“ , denn im November 1951 wurde Horkheimer mit knapper Mehrheit zum Rektor der Frankfurter Universität gewählt und konnte nun einen direkten Einfluss auf die Berufungspolitik und der Errichtung von „Wiedergutmachungslehrstühlen“ nehmen. &lt;br /&gt;
Ob sich das auf die Situation am IFS, die Entwicklung der Projekte und das Verhältnis zu Habermas auswirkte, der 1956 an das Institut gekommen ist, behandelt der nächste Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation am Institut für Sozialforschung stellte sich als eine andere dar, als noch am alten Institut in den 20er und 30er Jahren. Ging man nach der Neugründung Anfang der 50er Jahre davon aus, dass Horkheimer als damaliger und erneut eingesetzter Institutsleiter darauf bedacht war, den alten Mitarbeiterkreis wieder für Arbeiten am IfS zu gewinnen, täuschte man sich. Wo die Kontakte zu den alten Mitarbeitern nicht gänzlich abgerissen waren, blieben sie vergleichsweise spärlich auf Erinnerungen und den Austausch von Informationen begrenzt. Selbst der Kontakt zu den engsten Mitarbeitern der Exilzeit - zu Felix Weil und Herbert Marcuse -, war durch stetig anwachsende sachliche und persönliche Entfremdung gekennzeichnet. Zwar wurden ab und zu alte Mitarbeiter zu Vorträgen eingeladen, aber es kam zu keiner institutionellen Zusammenarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen entwickelten sich neue Allianzen mit dem einzigen Grund - welches zugleich auch bestimmendes Thema der 50er Jahre im „soziologischen“ Nachkriegs¬deutschland bildete: mit den amerikanischen Reeducation-Programmen die Über¬windung des Nationalsozialismus und die Herausbildung einer Zivilgesellschaft, die für den Faschismus nicht mehr anfällig ist. Auf der einen Seite gab es die alten Eliten, die sich am NS-Staat aktiv beteiligt hatten und nach seinem katastrophalen Scheitern nicht abgetreten sind und auf der anderen Seite standen all diejenigen, die in Politik, Bildung und Medien darauf drängten, dass der neue Staat nicht mehr in die Hände der alten Eliten fallen sollte. An ihrer Spitze standen Horkheimer und Adorno. So ist es auch zu erklären, dass ungeachtet intellektueller sowie auch persönlicher Differenzen Beziehungen zu Plessner, König oder Bergstraesser entstanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik“ schreibt Clemens Albrecht über Horkheimers Institutspolitik, dass diese „aus der Perspektive der 60er und 70er Jahre seltsam anmutende Vermischung der intellektuellen Fronten ein Charakteristikum der 50er Jahre und eine wichtige Voraussetzung für die Wirkung des IfS, weil es sich durch diese Kontakte und Allianzen etablierte und eine anerkannte Ausgangsposition schuf. Im Bereich der Sozialwissenschaften lebte diese Zusammenarbeit, in der sich eine der wichtigsten Trägergruppen der Bundesrepublik formierte, von dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundkonsens der 50er Jahre: Aufbau moderner Sozialwissenschaft nach amerikanischem Vorbild zur Stütze der Demokratie und Überwindung des National¬sozialismus.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant erscheint mir auch, dass Horkheimer offenkundig darum bemüht war, einen Trennungsstrich zwischen dem neuen und dem alten Institut zu ziehen. Er versuchte sogar zu verhindern, dass irgendwelche möglicherweise Anstoß erregenden Arbeiten aus dem alten Institut wieder ans Tageslicht kamen. Man sprach auch von einer „zugenagelten Kiste im Keller des Instituts“, dem Giftschrank Horkheimers, in der die alten Zeitschriften für Sozialforschung (ZfS) aufbewahrt wurden. So war es auch nicht überraschend, dass Jürgen Habermas, der 1956 an das IfS gekommen war sagte: „Die Zeitschrift war inexistent, ich wusste gar nicht dass sie im Keller übrigens verschlossen war.”  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man die Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren verstehen, muss man die politisch gewordene Person Max Horkheimers im Kontext der sich entwickelnden Bundesrepublik sehen. So standen für ihn die „Wende zur Demokratie“ und der Bruch mit der kommunistischen Ideologie der 30er Jahre im Vordergrund. Folglich ist es auch nicht verwunderlich, dass er in der Folgezeit auf die politische Absicherung des IfS innerhalb der Wissenschaft und der politischen Öffentlichkeit bedacht war. Horkheimer versuchte erfolgreich Anfang der 50er Jahre das Institut für Sozialforschung und seine Belange durch Beziehungen mit politisch hochgestellten Amtsträgern abzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation in den 50er Jahren am Institut für Sozialforschung empfand Habermas als miserabel, „vor allem wegen Spannungen und Ressentiments zwischen Horkheimer, Adorno und Neumarck, die auf alte „vor 33er-Querelen“ zurückgingen“, erinnert sich Jürgen Habermas in einem Interview, das mit ihm im Februar 2008 per Fax im Rahmen des Lehrforschungsprojekts geführt wurde. „Mit dem Direktorat Horkheimer war das Institut der WISO-Fakultät weggenommen worden! Außerdem war in der WISO-Fakultät ein Ökonom einflussreich [...] von dem es hieß, er sei Nazi gewesen. Für mich blieben aber die Gründe für die gegenseitigen Affekte damals undurchsichtig, auch die Affäre der Berufung Golo Mann’s. Die Ausarbeitung und Koordinierung des Studiengangs erforderte schwierige Verhandlungen zwischen beiden Fakultäten, die später noch von Tenbruck und mir weitergeführt worden sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jürgen Habermas am Institut für Sozialforschung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1953 erregte Habermas zum ersten Mal öffentliches Aufsehen, als er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Rezension zu Heideggers „Einführung in die Metaphysik“  verfasste, die im selben Jahr erschienen war. Diese Vorlesung aus dem Jahre 1935 wurde samt ihres Vokabulars von der &amp;quot;inneren Größe und Wahrheit&amp;quot; des Nationalsozialismus ohne ein Wort der Erklärung wieder abgedruckt. Anders als viele seiner Altersgenossen reagierte Habermas auf diese Leugnung jeglicher politischer Verantwortung mit Empörung. Der kurze Aufsatz &amp;quot;Mit Heidegger gegen Heidegger denken&amp;quot; ist der Beginn seines politisch-publizistischen Engagements und gleichzeitig auch der Zeitpunkt an dem Adorno und Horkheimer das erste Mal auf ihn aufmerksam wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1954 promovierte Habermas in Bonn mit einer Arbeit über „Das Absolute und die Geschichte. Von der Zwiespältigkeit in Schellings Denken“ bei Erich Rothacker und Oskar Becker. Nach der Promotion betätigte er sich als freier Journalist für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, den Merkur, die Frankfurter Hefte und das Düsseldorfer Handelsblatt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam mit einem Stipendium als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1956 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig von Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, äußerte Adorno gegenüber Horkheimer, dem Leiter des Instituts, den ausdrücklichen Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis Horkheimer- Habermas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits früh engagierte sich Habermas in der politischen Öffentlichkeit und trat im Zuge der Remilitarisierungsdebatte „Kampf dem Atomtod“ der Bundesrepublik am 20. Mai 1958 im Rahmen einer von unabhängigen Parteien, Gewerkschaften und der studentischen Bewegung organisierten Veranstaltung vor dem Frankfurter Römer als Redner auf. Mit der, kurze Zeit später in der studentischen Zeitung „Diskurs“ erschienenen Ansprache unter dem Titel „Unruhe erste Bürgerpflicht“, zog sich Habermas zum ersten Mal den Unmut des Institutsleiters auf sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Artikel bringt er zum Ausdruck, dass man gegen die „Politik der Stärke“ protestieren müsse. Er endet damit, dass die “Universität als Korporation (…) ihre politische Neutralität wahren soll. Aber sie bleibt ein Hort der Gewissensfreiheit nur, solange ihre Bürger politische Gewissensentscheidungen öffentlich und mit den wirksamsten der rechtens zu Gebote stehenden Mittel bekunden. Einmal schon sind deutsche Universitäten zu lange Hort versäumter Gewissensentscheidungen ge¬blieben. Der Demonstrationszug vom 20. Mai richtet sich extra muros gegen die verantwortlichen Träger einer Politik der Stärke; intra muros aber richtet er sich nicht in erster Linie an die, die sich „für“ diese Politik schlagen, sondern an die, die sich, trotz besserer Einsicht, nicht ‚gegen’ sie schlagen. Wenn sich angstbereite Einsicht kompetenzfrei mit Unerschrockenheit gegenüber den Einflussreicheren verbindet, heißt man’s Zivilcourage. Heute steht sie unter Panikverdacht – muss das sein?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die protestantisch gehaltene Redensart und der Umgang mit der Neutralitäts¬wahrung der Hochschulen in dem Artikel, stellten den ersten Bruch mit Horkheimer und seinem weitgehend politisch neutral gehaltenem Universitätskurs dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas erstes großes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „Student und Politik“ an der er mit Ludwig von Friedeburg, Christoph Oehler und Friedrich Weltz arbeitete.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie kam es zum erneuten Konflikt mit Max Horkheimer, der die wiederholte unterschiedslose Übertragung des Revolutionsbegriffs auf die Gegen¬wart kritisierte. In der Einleitung hatte Habermas einen emphatischen Begriff von politischer Demokratie „als Maßstab der Interviewauswertung entwickelt, den Horkheimer als durchsichtige Verkleidung des alten Revolutionsbegriffs ansah.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwände Horkheimers verzögerten das Erscheinen der Studie und führten letzt¬endlich dazu, dass sie nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen ist. Horkheimer war es daran gelegen, als Institutsleiter, stellvertretend für das Institut, mit dieser Studie nicht in Verbindung gebracht zu werden. Er schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine neun Seiten umfassende schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und seinen im Laufe des Jahres gewachsenen Unmut widerspiegelt. Dies führte unter anderem dazu, dass sich die Lage für Habermas und seine bevorstehende Habilita¬tion in Frankfurt grundlegend änderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich ver¬weisender Mensch“. Er „trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für möglich hielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur in die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen, sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz der intensiven Bemühungen von Adorno und Helmut Becker Max Horkheimer zu überreden das Habilitationsgesuch anzu¬erkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitations¬möglichkeit. Seine Versuche mit dem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder aufzunehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze, welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und die sozialphilosophischen Studie „[[Theorie und Praxis]]“ (1963).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Nachfolger Horkheimers – das zweite Mal in Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger Hork¬heimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verließ er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg, um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedin¬gungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetra¬gen haben, dass er Frankfurt wieder verließ, stellt den zweiten Schwerpunkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Habermas als Akteur der Hochschulpolitik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in den 50er Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas stellt in einer Rede auf einem Studentenkongress Anfang Juni 1967 - anlässlich der Trauerfeier des Studenten Benno Ohnesorgs, der eine Woche zuvor im Zusammenhang mit einer Anti-Schah-Demonstration vor der Berliner Oper von einem Polizisten erschossen worden war - sein Programm zur damaligen Hochschul¬politik vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas versuchte in seiner Rede die politische Rolle der Studentenschaft in der BRD zu bestimmen. Er verteidigte den studentischen Protest und führt als Legitima¬tion an, dass jene Proteste oft erst zu Bewusstsein führen, was die offiziellen Instanzen „absichtslos oder auch mit Vorsatz aus dem politischen Bewusstsein ihrer Bürger aussperre und vielleicht sogar aus ihrem eigenen Bewusstsein verdränge“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stellt weiterhin die These auf, dass die Studentenproteste eine „kompensatorische Funktion haben, weil die in einer Demokratie sonst eingebauten Kontroll¬mechanismen nicht oder nicht ausreichend arbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiel, bei denen studentische Proteste ein Missverständnis zwischen beanspruchter Legitimation und tatsächlichem Verhalten aufgezeigt haben bzw. die Gesellschaft für diese Problematik sensibel machten, führt Habermas den Vietnam-Konflikt an. Er stellt einen der Gründe für Studentenproteste dar, bei dem das offizielle Weltbild des Landes sensibel für ein politisches Thema gemacht wurde, so dass im weiteren Verlauf detaillierte Informationen zu diesem Konflikt fortlaufend an die Öffentlichkeit gedrungen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Resümierend stellt Habermas auf dem Kongress in Hannover fest, die Aufgabe studentischer Opposition in der Republik sei, „den herrschenden Mangel an theoretischer Perspektive, den Mangel an Sensibilität gegenüber Verschleierung und Verketzerungen, den Mangel an Radikalität bei der Auslegung und Praktizierung unserer sozialrechtstaatlichen und demokratischen Verfassung, den Mangel an Antizipationsfähigkeit und wachsender Phantasie, also Unterlassung, zu kompen¬sieren“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch lässt es Habermas nicht aus, auch auf objektive und subjektive Gefahren hinzuweisen, die sich im Bereich der Hochschule für den politischen Bewegungs¬spielraum der Studentenschaft ergeben können. Die Studenten müssen sich bewusst sein, dass „angesichts einer ungewöhnlich langen Durststrecke zwischen Theorie und Praxis und angesichts der für die Studentenrolle charakteristischen Spannung zwischen Berufsvorbereitung und politischem Engagement sowie zwischen einem positivistischen Wissenschaftsbetrieb, der Handlungsspielraum nicht mehr hergeben konnte, um dem Bedürfnis nach einer praktischen Gesamtorientierung gerecht zu werden“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zu dem Thema der demonstrativen Gewalt äußert sich Habermas und macht deutlich, dass diese demonstrative Gewalt lediglich die Aufklärung als Ziel innehaben dürfe. Die Aufmerksamkeit, welche durch die Demonstrationen erreicht werden müsse, diene nur dem Zweck die eigenen „besseren“ Argumente zum Ausdruck zu bringen. Gewalt kann aber dem Ziel Diskussion zu erlangen, nicht dienen. „Wenn die studentische Opposition einen Vorzug hat“, meint Habermas, „dann kann es nur der sein: Dass sie Sensibilität für die Verletzung von Menschen und für deren Verletzbarkeit, einzelner Menschen wie ganzer Klassen, zu einer politischen Kategorie erhebt“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum eigentlichen Eklat kommt es im Anschluss an die öffentliche Diskussion des Organisationsreferats auf der 22. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, vom 5. September 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Habermas nach seiner Verabschiedung noch einmal auf das Podium ging und Stellung zu der unmittelbar zuvor gehaltenen Rede des Studentenführers Rudi Dutschke nahm. Dutschke forderte Sitzstreiks an den Universitäten und die Bildung von „Aktionskomitees“ zur Politisierung der Universitäten als Teil einer „bewussten Durchbrechung der etablierten Spielregeln“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas richtete an ihn folgende Worte: „Herr Dutschke hat als konkreten Vorschlag nur vorgetragen [...], dass ein Sitzstreik stattfinden soll. Das ist eine Demonstration mit gewaltlosen Mitteln. Ich frage mich, warum er das nicht so nennt und warum er eine dreiviertel Stunde darauf verwendet hat, um eine voluntaristische Ideologe hier zu entwickeln, die man im Jahr 1848 utopischen Sozialismus genannt hat, die aber unter heutigen Umständen - jedenfalls glaube ich, Gründe zu haben, diese Terminologie vorzuschlagen - 'linken Faschismus' nennen muss.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas befürchtet durch den Aufruf Dutschkes und des SDS, würde man den bürgerlichen Staat mit illegalen Aktionen provozieren, ohne jedoch die Chance zu haben, ihn durch erfolgreiche Revolution zu überwinden. Mehr noch, es wäre denkbar, dass jenes Phänomen wie es bereits in Italien in den 20er Jahren und auch in Deutschland zur Zeit der Weltwirtschaftskrise aufgetreten ist, dass ein demokra¬tischer Staat den Faschismus „beauftragt“, um die Bedrohung von links gewaltsam zu zerschlagen, wieder akut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden wurde der Begriff „linker Faschischmus“ insbesondere von den konservativen Medien und Politikern zur negativen Charakterisierung der Außerparlamentarischen Opposition gebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Habermas bewusst wurde, welche nachhaltigen Ausmaße sein Dogma in der öffentlichen Diskussion erlangte, nahm er bereits in seinem Aufsatz „Hochschul¬reform und Protestbewegung“ und dann auch in einem Brief an Erich Fried, einem politisch engagierten Schriftsteller, im Juli 1967, seine Aussage öffentlich zurück: „Ich habe in Hannover vom „linken Faschismus“ in einem klar hypothetischen Zusammenhang gesprochen.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem weiteren Brief im Mai 1968 konstatiert er, dass für ihn in der damaligen Situation nicht zu sehen war, dass die neuen Formen der Provokation ein sinnvolles, legitimes und sogar notwendiges Mittel sind, um Diskussionen dort, wo sie verweigert werden, zu erzwingen. Seine damalige Angst erschließt sich aus den irrationalistischen Implikationen eines Vorgehens, das unter dem Topos 'die Spielregeln brechen' eingeführt wurde. Die Intention der damaligen Bemerkung hat sich für Habermas auf Grund der weiterhin bestehenden Befürchtung, nicht geändert. Die Etikettierung des linken Faschismus, sei aus heutiger Sicht unglücklich gewählt, da es ein grobes Missverständnis einer Identifizierung des SDS mit den rechten Studenten Anfang der dreißiger Jahre hervorgerufen hat. Dennoch hält er nach wie vor Gewaltanwendung in der „gegenwärtigen Situation nicht für ein vertretbares Mittel des politischen Kampfes.““ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur, dass diese Geschehnisse gleichbedeutend mit dem intellektuellen Bruch der Beziehung zur Studentenbewegung zu sehen waren, wurde das Schlagwort des Linksfaschismus seit 1967 auch weiterhin immer wieder zur Denunziation links¬progressiver Aktionen und Zitate verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Adornos Tod, Wendepunkt für Habermas? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt und der Situation von Habermas in Frankfurt, bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den zum früheren Horkheimer-Kreis gehörenden Personen lebten noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte und Leo Löwenthal, der seit den 50er Jahren in den USA lebte und ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley arbeitete. Der Bruch Löwenthals mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50er Jahren als es zu einem Streit kam, durch Pensionsansprüche, die Löwenthal gegenüber dem Institut geltend machte. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistiger Weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers: „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem eher distanziert gegenüber. Innerhalb von zwei Jahren verließen auch die „jüngeren“ Soziologen und Adorno-Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konflikte mit der 68er Bewegung, Adornos Tod etc. führten schließlich dazu, dass Jürgen Habermas 1971 einen Ruf als Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaft¬lich-technischen Welt in Starnberg bei München annahm und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie-Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb im April 1971 in einem Brief an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu verlassen, deutlich machte: “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkeit bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozial¬forschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hier bleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Institutionelle Probleme der Neugründung der Fachbereiche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichsgliederung anstelle der Fakultäten 1971 anstand, so berichtet Hermann Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein Pro oder Contra der Zusammenlegung entscheiden zu können. Als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen (Integration der so genannten Grundwissenschaften in den Fachbereich) würde, war es für ihn als Philosoph keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas in diesem Vorgehen eine Art politischen Elitismus nie ganz ab. Durch die zum damaligen Zeitpunkt schon stark boomende Lehrerausbildung, gab es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben, so dass zum Teil auch Oberstudienräte Professoren-Stellen besetzten. Zum anderen gab es die Befürchtung, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies steht jedoch im Widerspruch zu einer von Habermas selbst getroffenen Aussage aus einem Fax-Interview, in dem er auf das angesprochene Thema der Zusammenlegung der Soziologie und der Philosophie mit Ahnungslosigkeit reagiert: „Von dem Plan einer Zusammenlegung der beiden Fächer höre ich zum ersten Mal; ich halte das für eine Ente.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weggang von Habermas nach Starnberg 1971 wurde zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch betrachtet, hatte sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Fassung der Hochschulgesetze beteiligt, um dann, kurz nach dem diese seinen Vorstellungen weitestgehend entsprechend ver¬abschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden waren, die Universität Frankfurt zu verlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herbert Schnädelbach, Dekan des neu gegründeten Fachbereichs beschreibt in einem Interview, das im Rahmen des Lehrforschungsprojekts mit ihm geführt wurde, die Diskussion im Zuge der Fachbereichsgründung: „In der ersten Sitzung des neu gegründeten Fachbereichs [...] war Habermas noch als Mitglied im Fachbereichsrat gesessen und ist dann sofort nach Starnberg. Also es war damals auch die Rede, dass man es bedauert hat, dass Habermas ging, weil man gesagt hat, er ist doch maßgeblich an dieser Hochschulreform beteiligt gewesen [...] von ihm sind ja auch viele Ideen eingegangen, das sagt er ja auch selber in seinem Beitrag. Er verweist da auf Denninger, Wiethölter und Friedeburg, und wir haben das dann schade gefunden, dass genau in dem Augenblick, wo die neue Verfassung da war, er dann nach Starnberg gegangen ist [...] also es war ganz eindeutig so [...], wir hatten alle [...] wir wollten alle nicht mit den Sozialwissenschaften also mit den Gesellschaftswissenschaften zusammen gehen. Das hatte auch einfach den Grund, wir hatten Angst von denen dominiert zu werden“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Rückkehr nach Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre arbeitete Habermas in Starnberg und entwickelte unter anderem seine als Hauptwerk geltende „Theorie des kommunikativen Handelns“. Doch auch in Starnberg traten interne Schwierigkeiten auf, die 1983 zur Trennung führten. Grund des Konfliktes waren die Arbeitsbedingungen in den 80er Jahren. Habermas wollte sich von einigen seiner Mitarbeiter trennen, da eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr die gewünschten Ergebnisse geliefert hätte. Auf Grund einer Kettenvertrags¬reglung, die einzelne Mitarbeiter nicht kündbar machte und somit einen arbeitsrecht¬lichen Prozess nach sich gezogen hätte, sah er keine Möglichkeit mehr für eine konstruktive Weiterarbeit. Retrospektiv bedauert Habermas: „Leider habe ich in der Zeit, als wir in Starnberg empirische Arbeiten gemacht haben, ein Forschungsziel nicht realisieren können, einfach weil ich nicht die richtigen Mitarbeiter gefunden habe, ich meine man muss Mitarbeiter die Dinge machen lassen, die sie selber möchten sonst sind sie nicht gut, nicht? Ich habe damals keinen gefunden, mit dem ich zusammen, die Themenstellung hätte aufgreifen können.“ &lt;br /&gt;
Als Habermas diesen Beschluss gefasst hatte wieder zurück an die Universität zu gehen, war es die Hoffnung des Fachbereichs 03 der Frankfurter Universität, ihn für eine Professur zu gewinnen. Nachdem 1982 Holger Börner, damaliger Minister¬präsident des Landes Hessen öffentliches Interesse bekundet hat, Habermas an die Universität Frankfurt zu holen, kontaktierte ihn Gerd Brand vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Er bat ihn einen „vakanten“ Lehrstuhl für Soziologie in seinem Fachbereich zu übernehmen. Habermas lehnte ab, da er auch schon philosophische Rufe nach Bielefeld und Frankfurt erhalten hat. Er selber war der Meinung, er eigne sich besser für die forschende Lehre als für die institutionalisierte Forschung, und auch für ein Großteil der damaligen Professoren war der Grund den Fachbereich Philosophie dem der Gesellschaftswissenschaften vorzuziehen, nachvollziehbar. Heinz Steinert, damals Dekan am Fachbereich 03, bestätigt dies in einem Interview: „Nach seiner wissenschaftlichen Herkunft wie den Arbeits¬bedingungen (bei uns Massenbetrieb mit einem hohen Anteil Lehrerausbildung - ein Promi wie Habermas wäre bei uns allein mit Prüfungen überlaufen worden; am FB 08 überschaubare Seminare) kann man das aber gut verstehen.“  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es, dass Jürgen Habermas von Ende 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor der Philosophie am Fachbereich 08 mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie war und sich in dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus beteiligt. Er veröffentlicht die Werke „Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln“ (1983), „Die neue Unübersichtlichkeit“ und „Diskurs der Moderne“ (1985). Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“, in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit: Verpasste Chance oder politisch-theoretische Gründe? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Rahmen des Lehrforschungsprojektes bearbeitete Fragestellung, ob es eine verpasste Chance für die Soziologie an der Universität Frankfurt gegeben hat, lässt sich meiner Ansicht nach am ehesten mit sowohl als auch beantworten; das heißt einerseits gibt es politisch-theoretische Gründe, andererseits aber auch Gründe, die zum einen in der Person Habermas begründet sind und zum anderen den sich ändernden gesellschaftlichen und universitären Rahmenbedingungen zuzuschreiben sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkt in Habermas erster Phase in Frankfurt einzig das Verhältnis zum damaligen Institutsleiter Max Horkheimer und dessen politischem Programm der Ent¬nazifizierung und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Etablierung des Instituts für Sozialforschung als ausschlaggebender Grund für die vorzeitige Trennung, so sind doch gerade in der zweiten Phase das Umfeld der Frankfurter Universität und die eskalierenden Studentenproteste die entscheidenden Faktoren, dass Habermas 1971 Frankfurt in Richtung Starnberg verlässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Auflösung der Fakultäten und der Gründung von Fachbereichen in Frankfurt wurde der Raum für die Entwicklung und Entfaltung theoretisch-sozio¬logischer Forschungsarbeit eingeschränkt. Die wohl notwendige Einbindung der Lehramtsausbildung in den universitären Betrieb und zwar in den soziologischen Fachbereich, ließen für Habermas keinen Zweifel, dass eine soziologische Forschung mit der vom ihm bevorzugten philosophischen Ausrichtung wie in den 50er und auch noch in den 60er Jahren nicht mehr möglich gewesen wäre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adornos Tod bildete informell das Ende der soziologischen Forschungstradition in Frankfurt. Mit Habermas verlor die Universität einen philosophischen Soziologen - und darin sehe ich die verpasste Chance für Frankfurt. Wenn man ihm die Voraussetzungen für eine eigenständige Tradition und die Fortführung mit den für ihn wichtigen Mitarbeitern hätte geben können, dann hätte die Möglichkeit bestanden, dass die Soziologie in Frankfurt ihren wichtigen Stellenwert behält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Literatur-Hausarbeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zeittafel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
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		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für die Soziologie und Philosophie der Universität Frankfurt/M.</title>
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		<updated>2008-05-18T14:17:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Soziologie in Frankfurt“, bearbeite ich die Fragestellung, ob es an der Universität Frankfurt aufgrund von politischen oder persönlichen Problemen mit Jürgen Habermas zu einer verpaßten Chance gekommen ist oder nicht.  Die Philosophie und auch die Soziologie sind in Frankfurt geschichtlich eng mit dem Begriff der Frankfurter Schule und mit dem Namen Jürgen Habermas verbunden. Habermas begann seine akademische Laufbahn in Frankfurt und nahm sie in Frankfurt wieder auf, um auch heute noch zu den einflußreichsten intellektuellen Stimmen der Bundesrepublik zu gehören. Dennoch gab es im Laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte, an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichen Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifende Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus. In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk „Erkenntnis und Interesse“ allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffent¬lichung der „Theorie des kommunikativen Handelns“ zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons, wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang der 80er Jahre vernetzt sich Habermas stark international. John Rawls, Charles Taylor, Richard Rorty und Seyla Benhabib sind WeggefährtInnen. Internationale Anerkennung erfährt Habermas durch Auszeichnungen, wie den Kyoto Preis 2004. Auffällig ist, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkens¬wert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen. Habermas’ Zeit an der Frankfurter Universität ist durch Ambivalenz gekennzeichnet: zum einen nahm man in euphorisch auf und lehnte ihn gleichzeitig aber auch ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden. &lt;br /&gt;
Habermas’ Verortung in Frankfurt lässt sich in drei Phasen einteilen. Diese drei Teile stellen die Kapitel dieser Hausarbeit dar, wobei der Schwerpunkt in den ersten beiden Teilen zu sehen ist. Die erste Phase und somit der erste Teil bezieht sich auf die Jahre von 1956 bis 1959, seine zweite Phase in Frankfurt erstreckt sich über einen Zeitraum von 1964 bis 1971 und die dritte Phase beginnt 1983 und endet mit seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adorno und Horkheimer: Remigranten am neugegründeten IfS ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Horkheimer, der 1933 im Zuge der Institutsschließung durch das Nazi-Regime in die USA ausgewandert war, verlegte den Sitz des Instituts in der Folgezeit von Frankfurt über Genf und Paris letztlich an die Columbia University nach New York. Da auch die Gelder der Stiftung rechtzeitig ins Ausland transferiert werden konnten, waren die wirtschaftliche Fortexistenz des Instituts als „Institute for Social Research“ (ISR) und die weitere Herausgabe der „Zeitschrift für Sozialforschung“, zuletzt fortgeführt als „Studies in Philosophy and Social Science“, vorerst gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er entwickelte mit Theodor W. Adorno das gemeinsame Werk „Dialektik der Aufklärung“ ebenso wie im weiteren Verlauf die „Studies in Prejudice“ mit dem berühmt gewordenen Teil über die „Authoritarian Personality“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für Adorno bereits feststand, nämlich nach Beendigung des National¬sozialistischen Regimes wieder nach Deutschland zurück zu kehren, war für Horkheimer ein Prozess, der sich über mehrere Jahre vollzog und nur mit der Bedingung einer weiterhin bestehenden US-Bürgerschaft verbunden war. Bereits 1946 warb die Stadt und die Universität um die Rückkehr des Instituts für Sozialforschung nach Frankfurt. Nach ersten Kontaktaufnahmen in den Folgejahren war es Max Horkheimer, der 1949 als erster wieder an das neu gegründete Institut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zurück kehrte und seinen damaligen von den Nazis abgeschafften Lehrstuhl für Sozialphilosophie besetzte, diesmal allerdings als Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie deklariert.&lt;br /&gt;
Der Forschungsbetrieb wurde Ende 1950 mit einer Studie, die an die bereits von Horkheimer und Adorno in den USA entwickelte Untersuchung „The Lessons of Fascism“ anknüpfte, wieder aufgenommen. Fünf Jahre später veröffentlichte man die Studie unter dem Titel „Gruppenexperiment“, eine empirische Untersuchung über das politische Bewusstsein der Deutschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das am stärksten aus der Untersuchung hervorgehende Resultat beunruhigte Horkheimer, dass der Antisemitismus in Deutschland immer noch weit verbreitet ist, insbesondere bei den Akademikern: „Das vorgelegte Material ermächtigt wohl zu dem Schluss,“ so eine Aussage aus der Studie, „dass zwar die nationalsozialistische Ideologie als in sich einheitlich organisierter Zusammenhang nicht mehr existiert, da ihr insbesondere durch den Misserfolg ihre stärkste integrierende Kraft entzogen wird, dass aber zahlreiche Einzelelemente des faschistischen Denkens, heraus gebrochen aus ihrem Zusammenhang und darum oft doppelt irrational, noch gegenwärtig sind und in einer veränderten politischen Situation wieder manipuliert werden könnten“ . Dieser Auszug aus einem der Ergebnisse stellt deutlich die sozialwissenschaftliche Bestätigung des Ausmaßes des Misstrauens seitens Horkheimer gegenüber seinem unmittelbaren Umfeld an der Universität dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Remigrant Horkheimer hat es in nur kurzer Zeit unter den spezifischen Bedingungen der von den USA dominierend beeinflussten Nachkriegspolitik vermocht, seine alte Stellung vom Ende der Weimarer Republik wieder einzunehmen und darüber hinaus die höchste Stufe der universitären Karriereleiter zu erklimmen“ , denn im November 1951 wurde Horkheimer mit knapper Mehrheit zum Rektor der Frankfurter Universität gewählt und konnte nun einen direkten Einfluss auf die Berufungspolitik und der Errichtung von „Wiedergutmachungslehrstühlen“ nehmen. &lt;br /&gt;
Ob sich das auf die Situation am IFS, die Entwicklung der Projekte und das Verhältnis zu Habermas auswirkte, der 1956 an das Institut gekommen ist, behandelt der nächste Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation am Institut für Sozialforschung stellte sich als eine andere dar, als noch am alten Institut in den 20er und 30er Jahren. Ging man nach der Neugründung Anfang der 50er Jahre davon aus, dass Horkheimer als damaliger und erneut eingesetzter Institutsleiter darauf bedacht war, den alten Mitarbeiterkreis wieder für Arbeiten am IfS zu gewinnen, täuschte man sich. Wo die Kontakte zu den alten Mitarbeitern nicht gänzlich abgerissen waren, blieben sie vergleichsweise spärlich auf Erinnerungen und den Austausch von Informationen begrenzt. Selbst der Kontakt zu den engsten Mitarbeitern der Exilzeit - zu Felix Weil und Herbert Marcuse -, war durch stetig anwachsende sachliche und persönliche Entfremdung gekennzeichnet. Zwar wurden ab und zu alte Mitarbeiter zu Vorträgen eingeladen, aber es kam zu keiner institutionellen Zusammenarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen entwickelten sich neue Allianzen mit dem einzigen Grund - welches zugleich auch bestimmendes Thema der 50er Jahre im „soziologischen“ Nachkriegs¬deutschland bildete: mit den amerikanischen Reeducation-Programmen die Über¬windung des Nationalsozialismus und die Herausbildung einer Zivilgesellschaft, die für den Faschismus nicht mehr anfällig ist. Auf der einen Seite gab es die alten Eliten, die sich am NS-Staat aktiv beteiligt hatten und nach seinem katastrophalen Scheitern nicht abgetreten sind und auf der anderen Seite standen all diejenigen, die in Politik, Bildung und Medien darauf drängten, dass der neue Staat nicht mehr in die Hände der alten Eliten fallen sollte. An ihrer Spitze standen Horkheimer und Adorno. So ist es auch zu erklären, dass ungeachtet intellektueller sowie auch persönlicher Differenzen Beziehungen zu Plessner, König oder Bergstraesser entstanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik“ schreibt Clemens Albrecht über Horkheimers Institutspolitik, dass diese „aus der Perspektive der 60er und 70er Jahre seltsam anmutende Vermischung der intellektuellen Fronten ein Charakteristikum der 50er Jahre und eine wichtige Voraussetzung für die Wirkung des IfS, weil es sich durch diese Kontakte und Allianzen etablierte und eine anerkannte Ausgangsposition schuf. Im Bereich der Sozialwissenschaften lebte diese Zusammenarbeit, in der sich eine der wichtigsten Trägergruppen der Bundesrepublik formierte, von dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundkonsens der 50er Jahre: Aufbau moderner Sozialwissenschaft nach amerikanischem Vorbild zur Stütze der Demokratie und Überwindung des National¬sozialismus.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant erscheint mir auch, dass Horkheimer offenkundig darum bemüht war, einen Trennungsstrich zwischen dem neuen und dem alten Institut zu ziehen. Er versuchte sogar zu verhindern, dass irgendwelche möglicherweise Anstoß erregenden Arbeiten aus dem alten Institut wieder ans Tageslicht kamen. Man sprach auch von einer „zugenagelten Kiste im Keller des Instituts“, dem Giftschrank Horkheimers, in der die alten Zeitschriften für Sozialforschung (ZfS) aufbewahrt wurden. So war es auch nicht überraschend, dass Jürgen Habermas, der 1956 an das IfS gekommen war sagte: „Die Zeitschrift war inexistent, ich wusste gar nicht dass sie im Keller übrigens verschlossen war.”  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man die Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren verstehen, muss man die politisch gewordene Person Max Horkheimers im Kontext der sich entwickelnden Bundesrepublik sehen. So standen für ihn die „Wende zur Demokratie“ und der Bruch mit der kommunistischen Ideologie der 30er Jahre im Vordergrund. Folglich ist es auch nicht verwunderlich, dass er in der Folgezeit auf die politische Absicherung des IfS innerhalb der Wissenschaft und der politischen Öffentlichkeit bedacht war. Horkheimer versuchte erfolgreich Anfang der 50er Jahre das Institut für Sozialforschung und seine Belange durch Beziehungen mit politisch hochgestellten Amtsträgern abzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation in den 50er Jahren am Institut für Sozialforschung empfand Habermas als miserabel, „vor allem wegen Spannungen und Ressentiments zwischen Horkheimer, Adorno und Neumarck, die auf alte „vor 33er-Querelen“ zurückgingen“, erinnert sich Jürgen Habermas in einem Interview, das mit ihm im Februar 2008 per Fax im Rahmen des Lehrforschungsprojekts geführt wurde. „Mit dem Direktorat Horkheimer war das Institut der WISO-Fakultät weggenommen worden! Außerdem war in der WISO-Fakultät ein Ökonom einflussreich [...] von dem es hieß, er sei Nazi gewesen. Für mich blieben aber die Gründe für die gegenseitigen Affekte damals undurchsichtig, auch die Affäre der Berufung Golo Mann’s. Die Ausarbeitung und Koordinierung des Studiengangs erforderte schwierige Verhandlungen zwischen beiden Fakultäten, die später noch von Tenbruck und mir weitergeführt worden sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jürgen Habermas am Institut für Sozialforschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1953 erregte Habermas zum ersten Mal öffentliches Aufsehen, als er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Rezension zu Heideggers „Einführung in die Metaphysik“  verfasste, die im selben Jahr erschienen war. Diese Vorlesung aus dem Jahre 1935 wurde samt ihres Vokabulars von der &amp;quot;inneren Größe und Wahrheit&amp;quot; des Nationalsozialismus ohne ein Wort der Erklärung wieder abgedruckt. Anders als viele seiner Altersgenossen reagierte Habermas auf diese Leugnung jeglicher politischer Verantwortung mit Empörung. Der kurze Aufsatz &amp;quot;Mit Heidegger gegen Heidegger denken&amp;quot; ist der Beginn seines politisch-publizistischen Engagements und gleichzeitig auch der Zeitpunkt an dem Adorno und Horkheimer das erste Mal auf ihn aufmerksam wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1954 promovierte Habermas in Bonn mit einer Arbeit über „Das Absolute und die Geschichte. Von der Zwiespältigkeit in Schellings Denken“ bei Erich Rothacker und Oskar Becker. Nach der Promotion betätigte er sich als freier Journalist für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, den Merkur, die Frankfurter Hefte und das Düsseldorfer Handelsblatt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam mit einem Stipendium als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1956 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig von Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, äußerte Adorno gegenüber Horkheimer, dem Leiter des Instituts, den ausdrücklichen Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis Horkheimer- Habermas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits früh engagierte sich Habermas in der politischen Öffentlichkeit und trat im Zuge der Remilitarisierungsdebatte „Kampf dem Atomtod“ der Bundesrepublik am 20. Mai 1958 im Rahmen einer von unabhängigen Parteien, Gewerkschaften und der studentischen Bewegung organisierten Veranstaltung vor dem Frankfurter Römer als Redner auf. Mit der, kurze Zeit später in der studentischen Zeitung „Diskurs“ erschienenen Ansprache unter dem Titel „Unruhe erste Bürgerpflicht“, zog sich Habermas zum ersten Mal den Unmut des Institutsleiters auf sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Artikel bringt er zum Ausdruck, dass man gegen die „Politik der Stärke“ protestieren müsse. Er endet damit, dass die “Universität als Korporation (…) ihre politische Neutralität wahren soll. Aber sie bleibt ein Hort der Gewissensfreiheit nur, solange ihre Bürger politische Gewissensentscheidungen öffentlich und mit den wirksamsten der rechtens zu Gebote stehenden Mittel bekunden. Einmal schon sind deutsche Universitäten zu lange Hort versäumter Gewissensentscheidungen ge¬blieben. Der Demonstrationszug vom 20. Mai richtet sich extra muros gegen die verantwortlichen Träger einer Politik der Stärke; intra muros aber richtet er sich nicht in erster Linie an die, die sich „für“ diese Politik schlagen, sondern an die, die sich, trotz besserer Einsicht, nicht ‚gegen’ sie schlagen. Wenn sich angstbereite Einsicht kompetenzfrei mit Unerschrockenheit gegenüber den Einflussreicheren verbindet, heißt man’s Zivilcourage. Heute steht sie unter Panikverdacht – muss das sein?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die protestantisch gehaltene Redensart und der Umgang mit der Neutralitäts¬wahrung der Hochschulen in dem Artikel, stellten den ersten Bruch mit Horkheimer und seinem weitgehend politisch neutral gehaltenem Universitätskurs dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas erstes großes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „Student und Politik“ an der er mit Ludwig von Friedeburg, Christoph Oehler und Friedrich Weltz arbeitete.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie kam es zum erneuten Konflikt mit Max Horkheimer, der die wiederholte unterschiedslose Übertragung des Revolutionsbegriffs auf die Gegen¬wart kritisierte. In der Einleitung hatte Habermas einen emphatischen Begriff von politischer Demokratie „als Maßstab der Interviewauswertung entwickelt, den Horkheimer als durchsichtige Verkleidung des alten Revolutionsbegriffs ansah.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwände Horkheimers verzögerten das Erscheinen der Studie und führten letzt¬endlich dazu, dass sie nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen ist. Horkheimer war es daran gelegen, als Institutsleiter, stellvertretend für das Institut, mit dieser Studie nicht in Verbindung gebracht zu werden. Er schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine neun Seiten umfassende schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und seinen im Laufe des Jahres gewachsenen Unmut widerspiegelt. Dies führte unter anderem dazu, dass sich die Lage für Habermas und seine bevorstehende Habilita¬tion in Frankfurt grundlegend änderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich ver¬weisender Mensch“. Er „trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für möglich hielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur in die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen, sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz der intensiven Bemühungen von Adorno und Helmut Becker Max Horkheimer zu überreden das Habilitationsgesuch anzu¬erkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitations¬möglichkeit. Seine Versuche mit dem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder aufzunehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze, welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und die sozialphilosophischen Studie „[[Theorie und Praxis]]“ (1963).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Nachfolger Horkheimers – das zweite Mal in Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger Hork¬heimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verließ er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg, um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedin¬gungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetra¬gen haben, dass er Frankfurt wieder verließ, stellt den zweiten Schwerpunkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Akteur der Hochschulpolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in den 50er Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas stellt in einer Rede auf einem Studentenkongress Anfang Juni 1967 - anlässlich der Trauerfeier des Studenten Benno Ohnesorgs, der eine Woche zuvor im Zusammenhang mit einer Anti-Schah-Demonstration vor der Berliner Oper von einem Polizisten erschossen worden war - sein Programm zur damaligen Hochschul¬politik vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas versuchte in seiner Rede die politische Rolle der Studentenschaft in der BRD zu bestimmen. Er verteidigte den studentischen Protest und führt als Legitima¬tion an, dass jene Proteste oft erst zu Bewusstsein führen, was die offiziellen Instanzen „absichtslos oder auch mit Vorsatz aus dem politischen Bewusstsein ihrer Bürger aussperre und vielleicht sogar aus ihrem eigenen Bewusstsein verdränge“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stellt weiterhin die These auf, dass die Studentenproteste eine „kompensatorische Funktion haben, weil die in einer Demokratie sonst eingebauten Kontroll¬mechanismen nicht oder nicht ausreichend arbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiel, bei denen studentische Proteste ein Missverständnis zwischen beanspruchter Legitimation und tatsächlichem Verhalten aufgezeigt haben bzw. die Gesellschaft für diese Problematik sensibel machten, führt Habermas den Vietnam-Konflikt an. Er stellt einen der Gründe für Studentenproteste dar, bei dem das offizielle Weltbild des Landes sensibel für ein politisches Thema gemacht wurde, so dass im weiteren Verlauf detaillierte Informationen zu diesem Konflikt fortlaufend an die Öffentlichkeit gedrungen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Resümierend stellt Habermas auf dem Kongress in Hannover fest, die Aufgabe studentischer Opposition in der Republik sei, „den herrschenden Mangel an theoretischer Perspektive, den Mangel an Sensibilität gegenüber Verschleierung und Verketzerungen, den Mangel an Radikalität bei der Auslegung und Praktizierung unserer sozialrechtstaatlichen und demokratischen Verfassung, den Mangel an Antizipationsfähigkeit und wachsender Phantasie, also Unterlassung, zu kompen¬sieren“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch lässt es Habermas nicht aus, auch auf objektive und subjektive Gefahren hinzuweisen, die sich im Bereich der Hochschule für den politischen Bewegungs¬spielraum der Studentenschaft ergeben können. Die Studenten müssen sich bewusst sein, dass „angesichts einer ungewöhnlich langen Durststrecke zwischen Theorie und Praxis und angesichts der für die Studentenrolle charakteristischen Spannung zwischen Berufsvorbereitung und politischem Engagement sowie zwischen einem positivistischen Wissenschaftsbetrieb, der Handlungsspielraum nicht mehr hergeben konnte, um dem Bedürfnis nach einer praktischen Gesamtorientierung gerecht zu werden“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zu dem Thema der demonstrativen Gewalt äußert sich Habermas und macht deutlich, dass diese demonstrative Gewalt lediglich die Aufklärung als Ziel innehaben dürfe. Die Aufmerksamkeit, welche durch die Demonstrationen erreicht werden müsse, diene nur dem Zweck die eigenen „besseren“ Argumente zum Ausdruck zu bringen. Gewalt kann aber dem Ziel Diskussion zu erlangen, nicht dienen. „Wenn die studentische Opposition einen Vorzug hat“, meint Habermas, „dann kann es nur der sein: Dass sie Sensibilität für die Verletzung von Menschen und für deren Verletzbarkeit, einzelner Menschen wie ganzer Klassen, zu einer politischen Kategorie erhebt“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum eigentlichen Eklat kommt es im Anschluss an die öffentliche Diskussion des Organisationsreferats auf der 22. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, vom 5. September 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Habermas nach seiner Verabschiedung noch einmal auf das Podium ging und Stellung zu der unmittelbar zuvor gehaltenen Rede des Studentenführers Rudi Dutschke nahm. Dutschke forderte Sitzstreiks an den Universitäten und die Bildung von „Aktionskomitees“ zur Politisierung der Universitäten als Teil einer „bewussten Durchbrechung der etablierten Spielregeln“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas richtete an ihn folgende Worte: „Herr Dutschke hat als konkreten Vorschlag nur vorgetragen [...], dass ein Sitzstreik stattfinden soll. Das ist eine Demonstration mit gewaltlosen Mitteln. Ich frage mich, warum er das nicht so nennt und warum er eine dreiviertel Stunde darauf verwendet hat, um eine voluntaristische Ideologe hier zu entwickeln, die man im Jahr 1848 utopischen Sozialismus genannt hat, die aber unter heutigen Umständen - jedenfalls glaube ich, Gründe zu haben, diese Terminologie vorzuschlagen - 'linken Faschismus' nennen muss.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas befürchtet durch den Aufruf Dutschkes und des SDS, würde man den bürgerlichen Staat mit illegalen Aktionen provozieren, ohne jedoch die Chance zu haben, ihn durch erfolgreiche Revolution zu überwinden. Mehr noch, es wäre denkbar, dass jenes Phänomen wie es bereits in Italien in den 20er Jahren und auch in Deutschland zur Zeit der Weltwirtschaftskrise aufgetreten ist, dass ein demokra¬tischer Staat den Faschismus „beauftragt“, um die Bedrohung von links gewaltsam zu zerschlagen, wieder akut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden wurde der Begriff „linker Faschischmus“ insbesondere von den konservativen Medien und Politikern zur negativen Charakterisierung der Außerparlamentarischen Opposition gebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Habermas bewusst wurde, welche nachhaltigen Ausmaße sein Dogma in der öffentlichen Diskussion erlangte, nahm er bereits in seinem Aufsatz „Hochschul¬reform und Protestbewegung“ und dann auch in einem Brief an Erich Fried, einem politisch engagierten Schriftsteller, im Juli 1967, seine Aussage öffentlich zurück: „Ich habe in Hannover vom „linken Faschismus“ in einem klar hypothetischen Zusammenhang gesprochen.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem weiteren Brief im Mai 1968 konstatiert er, dass für ihn in der damaligen Situation nicht zu sehen war, dass die neuen Formen der Provokation ein sinnvolles, legitimes und sogar notwendiges Mittel sind, um Diskussionen dort, wo sie verweigert werden, zu erzwingen. Seine damalige Angst erschließt sich aus den irrationalistischen Implikationen eines Vorgehens, das unter dem Topos 'die Spielregeln brechen' eingeführt wurde. Die Intention der damaligen Bemerkung hat sich für Habermas auf Grund der weiterhin bestehenden Befürchtung, nicht geändert. Die Etikettierung des linken Faschismus, sei aus heutiger Sicht unglücklich gewählt, da es ein grobes Missverständnis einer Identifizierung des SDS mit den rechten Studenten Anfang der dreißiger Jahre hervorgerufen hat. Dennoch hält er nach wie vor Gewaltanwendung in der „gegenwärtigen Situation nicht für ein vertretbares Mittel des politischen Kampfes.““ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur, dass diese Geschehnisse gleichbedeutend mit dem intellektuellen Bruch der Beziehung zur Studentenbewegung zu sehen waren, wurde das Schlagwort des Linksfaschismus seit 1967 auch weiterhin immer wieder zur Denunziation links¬progressiver Aktionen und Zitate verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adornos Tod, Wendepunkt für Habermas? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt und der Situation von Habermas in Frankfurt, bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den zum früheren Horkheimer-Kreis gehörenden Personen lebten noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte und Leo Löwenthal, der seit den 50er Jahren in den USA lebte und ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley arbeitete. Der Bruch Löwenthals mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50er Jahren als es zu einem Streit kam, durch Pensionsansprüche, die Löwenthal gegenüber dem Institut geltend machte. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistiger Weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers: „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem eher distanziert gegenüber. Innerhalb von zwei Jahren verließen auch die „jüngeren“ Soziologen und Adorno-Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konflikte mit der 68er Bewegung, Adornos Tod etc. führten schließlich dazu, dass Jürgen Habermas 1971 einen Ruf als Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaft¬lich-technischen Welt in Starnberg bei München annahm und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie-Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb im April 1971 in einem Brief an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu verlassen, deutlich machte: “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkeit bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozial¬forschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hier bleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Institutionelle Probleme der Neugründung der Fachbereiche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichsgliederung anstelle der Fakultäten 1971 anstand, so berichtet Hermann Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein Pro oder Contra der Zusammenlegung entscheiden zu können. Als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen (Integration der so genannten Grundwissenschaften in den Fachbereich) würde, war es für ihn als Philosoph keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas in diesem Vorgehen eine Art politischen Elitismus nie ganz ab. Durch die zum damaligen Zeitpunkt schon stark boomende Lehrerausbildung, gab es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben, so dass zum Teil auch Oberstudienräte Professoren-Stellen besetzten. Zum anderen gab es die Befürchtung, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies steht jedoch im Widerspruch zu einer von Habermas selbst getroffenen Aussage aus einem Fax-Interview, in dem er auf das angesprochene Thema der Zusammenlegung der Soziologie und der Philosophie mit Ahnungslosigkeit reagiert: „Von dem Plan einer Zusammenlegung der beiden Fächer höre ich zum ersten Mal; ich halte das für eine Ente.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weggang von Habermas nach Starnberg 1971 wurde zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch betrachtet, hatte sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Fassung der Hochschulgesetze beteiligt, um dann, kurz nach dem diese seinen Vorstellungen weitestgehend entsprechend ver¬abschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden waren, die Universität Frankfurt zu verlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herbert Schnädelbach, Dekan des neu gegründeten Fachbereichs beschreibt in einem Interview, das im Rahmen des Lehrforschungsprojekts mit ihm geführt wurde, die Diskussion im Zuge der Fachbereichsgründung: „In der ersten Sitzung des neu gegründeten Fachbereichs [...] war Habermas noch als Mitglied im Fachbereichsrat gesessen und ist dann sofort nach Starnberg. Also es war damals auch die Rede, dass man es bedauert hat, dass Habermas ging, weil man gesagt hat, er ist doch maßgeblich an dieser Hochschulreform beteiligt gewesen [...] von ihm sind ja auch viele Ideen eingegangen, das sagt er ja auch selber in seinem Beitrag. Er verweist da auf Denninger, Wiethölter und Friedeburg, und wir haben das dann schade gefunden, dass genau in dem Augenblick, wo die neue Verfassung da war, er dann nach Starnberg gegangen ist [...] also es war ganz eindeutig so [...], wir hatten alle [...] wir wollten alle nicht mit den Sozialwissenschaften also mit den Gesellschaftswissenschaften zusammen gehen. Das hatte auch einfach den Grund, wir hatten Angst von denen dominiert zu werden“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Rückkehr nach Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre arbeitete Habermas in Starnberg und entwickelte unter anderem seine als Hauptwerk geltende „Theorie des kommunikativen Handelns“. Doch auch in Starnberg traten interne Schwierigkeiten auf, die 1983 zur Trennung führten. Grund des Konfliktes waren die Arbeitsbedingungen in den 80er Jahren. Habermas wollte sich von einigen seiner Mitarbeiter trennen, da eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr die gewünschten Ergebnisse geliefert hätte. Auf Grund einer Kettenvertrags¬reglung, die einzelne Mitarbeiter nicht kündbar machte und somit einen arbeitsrecht¬lichen Prozess nach sich gezogen hätte, sah er keine Möglichkeit mehr für eine konstruktive Weiterarbeit. Retrospektiv bedauert Habermas: „Leider habe ich in der Zeit, als wir in Starnberg empirische Arbeiten gemacht haben, ein Forschungsziel nicht realisieren können, einfach weil ich nicht die richtigen Mitarbeiter gefunden habe, ich meine man muss Mitarbeiter die Dinge machen lassen, die sie selber möchten sonst sind sie nicht gut, nicht? Ich habe damals keinen gefunden, mit dem ich zusammen, die Themenstellung hätte aufgreifen können.“ &lt;br /&gt;
Als Habermas diesen Beschluss gefasst hatte wieder zurück an die Universität zu gehen, war es die Hoffnung des Fachbereichs 03 der Frankfurter Universität, ihn für eine Professur zu gewinnen. Nachdem 1982 Holger Börner, damaliger Minister¬präsident des Landes Hessen öffentliches Interesse bekundet hat, Habermas an die Universität Frankfurt zu holen, kontaktierte ihn Gerd Brand vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Er bat ihn einen „vakanten“ Lehrstuhl für Soziologie in seinem Fachbereich zu übernehmen. Habermas lehnte ab, da er auch schon philosophische Rufe nach Bielefeld und Frankfurt erhalten hat. Er selber war der Meinung, er eigne sich besser für die forschende Lehre als für die institutionalisierte Forschung, und auch für ein Großteil der damaligen Professoren war der Grund den Fachbereich Philosophie dem der Gesellschaftswissenschaften vorzuziehen, nachvollziehbar. Heinz Steinert, damals Dekan am Fachbereich 03, bestätigt dies in einem Interview: „Nach seiner wissenschaftlichen Herkunft wie den Arbeits¬bedingungen (bei uns Massenbetrieb mit einem hohen Anteil Lehrerausbildung - ein Promi wie Habermas wäre bei uns allein mit Prüfungen überlaufen worden; am FB 08 überschaubare Seminare) kann man das aber gut verstehen.“  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es, dass Jürgen Habermas von Ende 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor der Philosophie am Fachbereich 08 mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie war und sich in dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus beteiligt. Er veröffentlicht die Werke „Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln“ (1983), „Die neue Unübersichtlichkeit“ und „Diskurs der Moderne“ (1985). Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“, in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit: Verpasste Chance oder politisch-theoretische Gründe? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Rahmen des Lehrforschungsprojektes bearbeitete Fragestellung, ob es eine verpasste Chance für die Soziologie an der Universität Frankfurt gegeben hat, lässt sich meiner Ansicht nach am ehesten mit sowohl als auch beantworten; das heißt einerseits gibt es politisch-theoretische Gründe, andererseits aber auch Gründe, die zum einen in der Person Habermas begründet sind und zum anderen den sich ändernden gesellschaftlichen und universitären Rahmenbedingungen zuzuschreiben sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkt in Habermas erster Phase in Frankfurt einzig das Verhältnis zum damaligen Institutsleiter Max Horkheimer und dessen politischem Programm der Ent¬nazifizierung und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Etablierung des Instituts für Sozialforschung als ausschlaggebender Grund für die vorzeitige Trennung, so sind doch gerade in der zweiten Phase das Umfeld der Frankfurter Universität und die eskalierenden Studentenproteste die entscheidenden Faktoren, dass Habermas 1971 Frankfurt in Richtung Starnberg verlässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Auflösung der Fakultäten und der Gründung von Fachbereichen in Frankfurt wurde der Raum für die Entwicklung und Entfaltung theoretisch-sozio¬logischer Forschungsarbeit eingeschränkt. Die wohl notwendige Einbindung der Lehramtsausbildung in den universitären Betrieb und zwar in den soziologischen Fachbereich, ließen für Habermas keinen Zweifel, dass eine soziologische Forschung mit der vom ihm bevorzugten philosophischen Ausrichtung wie in den 50er und auch noch in den 60er Jahren nicht mehr möglich gewesen wäre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adornos Tod bildete informell das Ende der soziologischen Forschungstradition in Frankfurt. Mit Habermas verlor die Universität einen philosophischen Soziologen - und darin sehe ich die verpasste Chance für Frankfurt. Wenn man ihm die Voraussetzungen für eine eigenständige Tradition und die Fortführung mit den für ihn wichtigen Mitarbeitern hätte geben können, dann hätte die Möglichkeit bestanden, dass die Soziologie in Frankfurt ihren wichtigen Stellenwert behält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Literatur-Hausarbeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zeittafel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Literatur-Hausarbeit&amp;diff=4465</id>
		<title>Literatur-Hausarbeit</title>
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		<updated>2008-05-18T14:16:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: Die Seite wurde neu angelegt: Albrecht, Clemens; Behrmann, Günther; Bock, Michael; Homann, Harald; Tenbruck, Friedrich: Die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik. Frankfurt/New York: Campus V...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Albrecht, Clemens; Behrmann, Günther; Bock, Michael; Homann, Harald; Tenbruck, Friedrich: Die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik. Frankfurt/New York: Campus Verlag 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dutschke- Klotz, Gretchen: Dutschke, Rudi: Eine Biographie. Kiepenheuer &amp;amp; Witsch, 4. Auflage 1996, S 136&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dutschke, Rudi, Krahl, Hans- Jürgen: Organisationsreferat auf der XXII. Delegierten¬konferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, 5. September 1967&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Düringer, Hermann: Universale Vernunft und Partikularer Glaube. Belgien: Peeters Leuven 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früchtl, Josef: Geist gegen den Zeitgeist: Erinnern an Adorno. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1991&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen &amp;amp; Friedeburg, Ludwig &amp;amp; Oehler, Christoph &amp;amp; Weltz, Friedrich: Student und Politik - Eine soziologische Untersuchung zum politischen Bewußtsein Frankfurter Studenten. Neuwied-Berlin: Luchterhand 1961&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Erkenntnis und Interesse. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1968.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Kleine politische Schriften (I-IV). Frankfurt/M: Suhrkamp Verlag 1981&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Protestbewegung und Hochschulreform. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag1969.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Unruhe erste Bürgerpflicht. In: Diskus – Frankfurter Studentenzeitung, 8. Jg., Juni 1958, Nr. 5, S. 2. (Dok. Nr . 50)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Zur Logik der Sozialwissenschaften. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1982&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer, Max: Brief an Adorno, Theodor W vom 27. September 1958, Horkheimer, Max Gesammelte Schriften Bd. 18: Briefwechsel 1949–1973. Frankfurt/Main: hrsg. von Schmid-Noerr, Gunzelin 1996, S. 437– 452. (Dok. Nr . 53)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer, Max: Mitte Mai 1958. Frankfurt/M: in: ders., Gesammelte Schriften, Bd.14: Nachgelassene Schriften 1949–1972. 1988, S. 82 f. (Dok. Nr . 49)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer, Max: Zur Funktion der Atombewaffnung. Frankfurt/M: in: ders., Gesammelte Schriften Bd. 14: Nachgelassene Schriften 1949 –1972, hrsg. von Schmid-Noerr, Gunzelin. 1988, S. 83. (Dok. Nr. 52)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraushaar, Wolfgang: Frankfurter Schule und Studentenbewegung: von der Flaschenpost zum Molotowcocktail. Hamburg: 1946- 1995 3 Bände&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pollock, Friedrich: Überlegungen aus dem Frühling 1960 (Späne – Notizen über Gespräche mit Horkheimer, Max), in: Horkheimer, Max Gesammelte Schriften Bd.14: Nachgelassene Schriften 1949–1972. Frankfurt/M: hrsg. von Schmid Noerr, Gunzelin 1988, S. 544. (Dok. Nr . 59)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reese-Schäfer, Walter: Jürgen Habermas. Frankfurt/New York: Campus, 1991&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiggershaus, Rolf: Die Frankfurter Schule. München: Carl Hanser Verlag 1986&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winkler, Willi In: Die Zeit 1996,: Neues zur Gründungsgeschichte der Bundes¬republik: Horkheimer gegen Habermas, dazwischen Adorno.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_die_Soziologie_und_Philosophie_der_Universit%C3%A4t_Frankfurt/M.&amp;diff=4464</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für die Soziologie und Philosophie der Universität Frankfurt/M.</title>
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		<updated>2008-05-18T14:15:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Soziologie in Frankfurt“, bearbeite ich die Fragestellung, ob es an der Universität Frankfurt aufgrund von politischen oder persönlichen Problemen mit Jürgen Habermas zu einer verpaßten Chance gekommen ist oder nicht.  Die Philosophie und auch die Soziologie sind in Frankfurt geschichtlich eng mit dem Begriff der Frankfurter Schule und mit dem Namen Jürgen Habermas verbunden. Habermas begann seine akademische Laufbahn in Frankfurt und nahm sie in Frankfurt wieder auf, um auch heute noch zu den einflußreichsten intellektuellen Stimmen der Bundesrepublik zu gehören. Dennoch gab es im Laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte, an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichen Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifende Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus. In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk „Erkenntnis und Interesse“ allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffent¬lichung der „Theorie des kommunikativen Handelns“ zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons, wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang der 80er Jahre vernetzt sich Habermas stark international. John Rawls, Charles Taylor, Richard Rorty und Seyla Benhabib sind WeggefährtInnen. Internationale Anerkennung erfährt Habermas durch Auszeichnungen, wie den Kyoto Preis 2004. Auffällig ist, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkens¬wert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen. Habermas’ Zeit an der Frankfurter Universität ist durch Ambivalenz gekennzeichnet: zum einen nahm man in euphorisch auf und lehnte ihn gleichzeitig aber auch ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden. &lt;br /&gt;
Habermas’ Verortung in Frankfurt lässt sich in drei Phasen einteilen. Diese drei Teile stellen die Kapitel dieser Hausarbeit dar, wobei der Schwerpunkt in den ersten beiden Teilen zu sehen ist. Die erste Phase und somit der erste Teil bezieht sich auf die Jahre von 1956 bis 1959, seine zweite Phase in Frankfurt erstreckt sich über einen Zeitraum von 1964 bis 1971 und die dritte Phase beginnt 1983 und endet mit seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adorno und Horkheimer: Remigranten am neugegründeten IfS ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Horkheimer, der 1933 im Zuge der Institutsschließung durch das Nazi-Regime in die USA ausgewandert war, verlegte den Sitz des Instituts in der Folgezeit von Frankfurt über Genf und Paris letztlich an die Columbia University nach New York. Da auch die Gelder der Stiftung rechtzeitig ins Ausland transferiert werden konnten, waren die wirtschaftliche Fortexistenz des Instituts als „Institute for Social Research“ (ISR) und die weitere Herausgabe der „Zeitschrift für Sozialforschung“, zuletzt fortgeführt als „Studies in Philosophy and Social Science“, vorerst gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er entwickelte mit Theodor W. Adorno das gemeinsame Werk „Dialektik der Aufklärung“ ebenso wie im weiteren Verlauf die „Studies in Prejudice“ mit dem berühmt gewordenen Teil über die „Authoritarian Personality“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für Adorno bereits feststand, nämlich nach Beendigung des National¬sozialistischen Regimes wieder nach Deutschland zurück zu kehren, war für Horkheimer ein Prozess, der sich über mehrere Jahre vollzog und nur mit der Bedingung einer weiterhin bestehenden US-Bürgerschaft verbunden war. Bereits 1946 warb die Stadt und die Universität um die Rückkehr des Instituts für Sozialforschung nach Frankfurt. Nach ersten Kontaktaufnahmen in den Folgejahren war es Max Horkheimer, der 1949 als erster wieder an das neu gegründete Institut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zurück kehrte und seinen damaligen von den Nazis abgeschafften Lehrstuhl für Sozialphilosophie besetzte, diesmal allerdings als Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie deklariert.&lt;br /&gt;
Der Forschungsbetrieb wurde Ende 1950 mit einer Studie, die an die bereits von Horkheimer und Adorno in den USA entwickelte Untersuchung „The Lessons of Fascism“ anknüpfte, wieder aufgenommen. Fünf Jahre später veröffentlichte man die Studie unter dem Titel „Gruppenexperiment“, eine empirische Untersuchung über das politische Bewusstsein der Deutschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das am stärksten aus der Untersuchung hervorgehende Resultat beunruhigte Horkheimer, dass der Antisemitismus in Deutschland immer noch weit verbreitet ist, insbesondere bei den Akademikern: „Das vorgelegte Material ermächtigt wohl zu dem Schluss,“ so eine Aussage aus der Studie, „dass zwar die nationalsozialistische Ideologie als in sich einheitlich organisierter Zusammenhang nicht mehr existiert, da ihr insbesondere durch den Misserfolg ihre stärkste integrierende Kraft entzogen wird, dass aber zahlreiche Einzelelemente des faschistischen Denkens, heraus gebrochen aus ihrem Zusammenhang und darum oft doppelt irrational, noch gegenwärtig sind und in einer veränderten politischen Situation wieder manipuliert werden könnten“ . Dieser Auszug aus einem der Ergebnisse stellt deutlich die sozialwissenschaftliche Bestätigung des Ausmaßes des Misstrauens seitens Horkheimer gegenüber seinem unmittelbaren Umfeld an der Universität dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Remigrant Horkheimer hat es in nur kurzer Zeit unter den spezifischen Bedingungen der von den USA dominierend beeinflussten Nachkriegspolitik vermocht, seine alte Stellung vom Ende der Weimarer Republik wieder einzunehmen und darüber hinaus die höchste Stufe der universitären Karriereleiter zu erklimmen“ , denn im November 1951 wurde Horkheimer mit knapper Mehrheit zum Rektor der Frankfurter Universität gewählt und konnte nun einen direkten Einfluss auf die Berufungspolitik und der Errichtung von „Wiedergutmachungslehrstühlen“ nehmen. &lt;br /&gt;
Ob sich das auf die Situation am IFS, die Entwicklung der Projekte und das Verhältnis zu Habermas auswirkte, der 1956 an das Institut gekommen ist, behandelt der nächste Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation am Institut für Sozialforschung stellte sich als eine andere dar, als noch am alten Institut in den 20er und 30er Jahren. Ging man nach der Neugründung Anfang der 50er Jahre davon aus, dass Horkheimer als damaliger und erneut eingesetzter Institutsleiter darauf bedacht war, den alten Mitarbeiterkreis wieder für Arbeiten am IfS zu gewinnen, täuschte man sich. Wo die Kontakte zu den alten Mitarbeitern nicht gänzlich abgerissen waren, blieben sie vergleichsweise spärlich auf Erinnerungen und den Austausch von Informationen begrenzt. Selbst der Kontakt zu den engsten Mitarbeitern der Exilzeit - zu Felix Weil und Herbert Marcuse -, war durch stetig anwachsende sachliche und persönliche Entfremdung gekennzeichnet. Zwar wurden ab und zu alte Mitarbeiter zu Vorträgen eingeladen, aber es kam zu keiner institutionellen Zusammenarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen entwickelten sich neue Allianzen mit dem einzigen Grund - welches zugleich auch bestimmendes Thema der 50er Jahre im „soziologischen“ Nachkriegs¬deutschland bildete: mit den amerikanischen Reeducation-Programmen die Über¬windung des Nationalsozialismus und die Herausbildung einer Zivilgesellschaft, die für den Faschismus nicht mehr anfällig ist. Auf der einen Seite gab es die alten Eliten, die sich am NS-Staat aktiv beteiligt hatten und nach seinem katastrophalen Scheitern nicht abgetreten sind und auf der anderen Seite standen all diejenigen, die in Politik, Bildung und Medien darauf drängten, dass der neue Staat nicht mehr in die Hände der alten Eliten fallen sollte. An ihrer Spitze standen Horkheimer und Adorno. So ist es auch zu erklären, dass ungeachtet intellektueller sowie auch persönlicher Differenzen Beziehungen zu Plessner, König oder Bergstraesser entstanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik“ schreibt Clemens Albrecht über Horkheimers Institutspolitik, dass diese „aus der Perspektive der 60er und 70er Jahre seltsam anmutende Vermischung der intellektuellen Fronten ein Charakteristikum der 50er Jahre und eine wichtige Voraussetzung für die Wirkung des IfS, weil es sich durch diese Kontakte und Allianzen etablierte und eine anerkannte Ausgangsposition schuf. Im Bereich der Sozialwissenschaften lebte diese Zusammenarbeit, in der sich eine der wichtigsten Trägergruppen der Bundesrepublik formierte, von dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundkonsens der 50er Jahre: Aufbau moderner Sozialwissenschaft nach amerikanischem Vorbild zur Stütze der Demokratie und Überwindung des National¬sozialismus.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant erscheint mir auch, dass Horkheimer offenkundig darum bemüht war, einen Trennungsstrich zwischen dem neuen und dem alten Institut zu ziehen. Er versuchte sogar zu verhindern, dass irgendwelche möglicherweise Anstoß erregenden Arbeiten aus dem alten Institut wieder ans Tageslicht kamen. Man sprach auch von einer „zugenagelten Kiste im Keller des Instituts“, dem Giftschrank Horkheimers, in der die alten Zeitschriften für Sozialforschung (ZfS) aufbewahrt wurden. So war es auch nicht überraschend, dass Jürgen Habermas, der 1956 an das IfS gekommen war sagte: „Die Zeitschrift war inexistent, ich wusste gar nicht dass sie im Keller übrigens verschlossen war.”  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man die Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren verstehen, muss man die politisch gewordene Person Max Horkheimers im Kontext der sich entwickelnden Bundesrepublik sehen. So standen für ihn die „Wende zur Demokratie“ und der Bruch mit der kommunistischen Ideologie der 30er Jahre im Vordergrund. Folglich ist es auch nicht verwunderlich, dass er in der Folgezeit auf die politische Absicherung des IfS innerhalb der Wissenschaft und der politischen Öffentlichkeit bedacht war. Horkheimer versuchte erfolgreich Anfang der 50er Jahre das Institut für Sozialforschung und seine Belange durch Beziehungen mit politisch hochgestellten Amtsträgern abzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation in den 50er Jahren am Institut für Sozialforschung empfand Habermas als miserabel, „vor allem wegen Spannungen und Ressentiments zwischen Horkheimer, Adorno und Neumarck, die auf alte „vor 33er-Querelen“ zurückgingen“, erinnert sich Jürgen Habermas in einem Interview, das mit ihm im Februar 2008 per Fax im Rahmen des Lehrforschungsprojekts geführt wurde. „Mit dem Direktorat Horkheimer war das Institut der WISO-Fakultät weggenommen worden! Außerdem war in der WISO-Fakultät ein Ökonom einflussreich [...] von dem es hieß, er sei Nazi gewesen. Für mich blieben aber die Gründe für die gegenseitigen Affekte damals undurchsichtig, auch die Affäre der Berufung Golo Mann’s. Die Ausarbeitung und Koordinierung des Studiengangs erforderte schwierige Verhandlungen zwischen beiden Fakultäten, die später noch von Tenbruck und mir weitergeführt worden sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jürgen Habermas am Institut für Sozialforschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1953 erregte Habermas zum ersten Mal öffentliches Aufsehen, als er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Rezension zu Heideggers „Einführung in die Metaphysik“  verfasste, die im selben Jahr erschienen war. Diese Vorlesung aus dem Jahre 1935 wurde samt ihres Vokabulars von der &amp;quot;inneren Größe und Wahrheit&amp;quot; des Nationalsozialismus ohne ein Wort der Erklärung wieder abgedruckt. Anders als viele seiner Altersgenossen reagierte Habermas auf diese Leugnung jeglicher politischer Verantwortung mit Empörung. Der kurze Aufsatz &amp;quot;Mit Heidegger gegen Heidegger denken&amp;quot; ist der Beginn seines politisch-publizistischen Engagements und gleichzeitig auch der Zeitpunkt an dem Adorno und Horkheimer das erste Mal auf ihn aufmerksam wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1954 promovierte Habermas in Bonn mit einer Arbeit über „Das Absolute und die Geschichte. Von der Zwiespältigkeit in Schellings Denken“ bei Erich Rothacker und Oskar Becker. Nach der Promotion betätigte er sich als freier Journalist für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, den Merkur, die Frankfurter Hefte und das Düsseldorfer Handelsblatt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam mit einem Stipendium als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1956 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig von Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, äußerte Adorno gegenüber Horkheimer, dem Leiter des Instituts, den ausdrücklichen Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis Horkheimer- Habermas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits früh engagierte sich Habermas in der politischen Öffentlichkeit und trat im Zuge der Remilitarisierungsdebatte „Kampf dem Atomtod“ der Bundesrepublik am 20. Mai 1958 im Rahmen einer von unabhängigen Parteien, Gewerkschaften und der studentischen Bewegung organisierten Veranstaltung vor dem Frankfurter Römer als Redner auf. Mit der, kurze Zeit später in der studentischen Zeitung „Diskurs“ erschienenen Ansprache unter dem Titel „Unruhe erste Bürgerpflicht“, zog sich Habermas zum ersten Mal den Unmut des Institutsleiters auf sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Artikel bringt er zum Ausdruck, dass man gegen die „Politik der Stärke“ protestieren müsse. Er endet damit, dass die “Universität als Korporation (…) ihre politische Neutralität wahren soll. Aber sie bleibt ein Hort der Gewissensfreiheit nur, solange ihre Bürger politische Gewissensentscheidungen öffentlich und mit den wirksamsten der rechtens zu Gebote stehenden Mittel bekunden. Einmal schon sind deutsche Universitäten zu lange Hort versäumter Gewissensentscheidungen ge¬blieben. Der Demonstrationszug vom 20. Mai richtet sich extra muros gegen die verantwortlichen Träger einer Politik der Stärke; intra muros aber richtet er sich nicht in erster Linie an die, die sich „für“ diese Politik schlagen, sondern an die, die sich, trotz besserer Einsicht, nicht ‚gegen’ sie schlagen. Wenn sich angstbereite Einsicht kompetenzfrei mit Unerschrockenheit gegenüber den Einflussreicheren verbindet, heißt man’s Zivilcourage. Heute steht sie unter Panikverdacht – muss das sein?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die protestantisch gehaltene Redensart und der Umgang mit der Neutralitäts¬wahrung der Hochschulen in dem Artikel, stellten den ersten Bruch mit Horkheimer und seinem weitgehend politisch neutral gehaltenem Universitätskurs dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas erstes großes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „Student und Politik“ an der er mit Ludwig von Friedeburg, Christoph Oehler und Friedrich Weltz arbeitete.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie kam es zum erneuten Konflikt mit Max Horkheimer, der die wiederholte unterschiedslose Übertragung des Revolutionsbegriffs auf die Gegen¬wart kritisierte. In der Einleitung hatte Habermas einen emphatischen Begriff von politischer Demokratie „als Maßstab der Interviewauswertung entwickelt, den Horkheimer als durchsichtige Verkleidung des alten Revolutionsbegriffs ansah.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwände Horkheimers verzögerten das Erscheinen der Studie und führten letzt¬endlich dazu, dass sie nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen ist. Horkheimer war es daran gelegen, als Institutsleiter, stellvertretend für das Institut, mit dieser Studie nicht in Verbindung gebracht zu werden. Er schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine neun Seiten umfassende schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und seinen im Laufe des Jahres gewachsenen Unmut widerspiegelt. Dies führte unter anderem dazu, dass sich die Lage für Habermas und seine bevorstehende Habilita¬tion in Frankfurt grundlegend änderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich ver¬weisender Mensch“. Er „trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für möglich hielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur in die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen, sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz der intensiven Bemühungen von Adorno und Helmut Becker Max Horkheimer zu überreden das Habilitationsgesuch anzu¬erkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitations¬möglichkeit. Seine Versuche mit dem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder aufzunehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze, welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und die sozialphilosophischen Studie „[[Theorie und Praxis]]“ (1963).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Nachfolger Horkheimers – das zweite Mal in Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger Hork¬heimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verließ er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg, um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedin¬gungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetra¬gen haben, dass er Frankfurt wieder verließ, stellt den zweiten Schwerpunkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Akteur der Hochschulpolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in den 50er Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas stellt in einer Rede auf einem Studentenkongress Anfang Juni 1967 - anlässlich der Trauerfeier des Studenten Benno Ohnesorgs, der eine Woche zuvor im Zusammenhang mit einer Anti-Schah-Demonstration vor der Berliner Oper von einem Polizisten erschossen worden war - sein Programm zur damaligen Hochschul¬politik vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas versuchte in seiner Rede die politische Rolle der Studentenschaft in der BRD zu bestimmen. Er verteidigte den studentischen Protest und führt als Legitima¬tion an, dass jene Proteste oft erst zu Bewusstsein führen, was die offiziellen Instanzen „absichtslos oder auch mit Vorsatz aus dem politischen Bewusstsein ihrer Bürger aussperre und vielleicht sogar aus ihrem eigenen Bewusstsein verdränge“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stellt weiterhin die These auf, dass die Studentenproteste eine „kompensatorische Funktion haben, weil die in einer Demokratie sonst eingebauten Kontroll¬mechanismen nicht oder nicht ausreichend arbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiel, bei denen studentische Proteste ein Missverständnis zwischen beanspruchter Legitimation und tatsächlichem Verhalten aufgezeigt haben bzw. die Gesellschaft für diese Problematik sensibel machten, führt Habermas den Vietnam-Konflikt an. Er stellt einen der Gründe für Studentenproteste dar, bei dem das offizielle Weltbild des Landes sensibel für ein politisches Thema gemacht wurde, so dass im weiteren Verlauf detaillierte Informationen zu diesem Konflikt fortlaufend an die Öffentlichkeit gedrungen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Resümierend stellt Habermas auf dem Kongress in Hannover fest, die Aufgabe studentischer Opposition in der Republik sei, „den herrschenden Mangel an theoretischer Perspektive, den Mangel an Sensibilität gegenüber Verschleierung und Verketzerungen, den Mangel an Radikalität bei der Auslegung und Praktizierung unserer sozialrechtstaatlichen und demokratischen Verfassung, den Mangel an Antizipationsfähigkeit und wachsender Phantasie, also Unterlassung, zu kompen¬sieren“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch lässt es Habermas nicht aus, auch auf objektive und subjektive Gefahren hinzuweisen, die sich im Bereich der Hochschule für den politischen Bewegungs¬spielraum der Studentenschaft ergeben können. Die Studenten müssen sich bewusst sein, dass „angesichts einer ungewöhnlich langen Durststrecke zwischen Theorie und Praxis und angesichts der für die Studentenrolle charakteristischen Spannung zwischen Berufsvorbereitung und politischem Engagement sowie zwischen einem positivistischen Wissenschaftsbetrieb, der Handlungsspielraum nicht mehr hergeben konnte, um dem Bedürfnis nach einer praktischen Gesamtorientierung gerecht zu werden“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zu dem Thema der demonstrativen Gewalt äußert sich Habermas und macht deutlich, dass diese demonstrative Gewalt lediglich die Aufklärung als Ziel innehaben dürfe. Die Aufmerksamkeit, welche durch die Demonstrationen erreicht werden müsse, diene nur dem Zweck die eigenen „besseren“ Argumente zum Ausdruck zu bringen. Gewalt kann aber dem Ziel Diskussion zu erlangen, nicht dienen. „Wenn die studentische Opposition einen Vorzug hat“, meint Habermas, „dann kann es nur der sein: Dass sie Sensibilität für die Verletzung von Menschen und für deren Verletzbarkeit, einzelner Menschen wie ganzer Klassen, zu einer politischen Kategorie erhebt“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum eigentlichen Eklat kommt es im Anschluss an die öffentliche Diskussion des Organisationsreferats auf der 22. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, vom 5. September 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Habermas nach seiner Verabschiedung noch einmal auf das Podium ging und Stellung zu der unmittelbar zuvor gehaltenen Rede des Studentenführers Rudi Dutschke nahm. Dutschke forderte Sitzstreiks an den Universitäten und die Bildung von „Aktionskomitees“ zur Politisierung der Universitäten als Teil einer „bewussten Durchbrechung der etablierten Spielregeln“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas richtete an ihn folgende Worte: „Herr Dutschke hat als konkreten Vorschlag nur vorgetragen [...], dass ein Sitzstreik stattfinden soll. Das ist eine Demonstration mit gewaltlosen Mitteln. Ich frage mich, warum er das nicht so nennt und warum er eine dreiviertel Stunde darauf verwendet hat, um eine voluntaristische Ideologe hier zu entwickeln, die man im Jahr 1848 utopischen Sozialismus genannt hat, die aber unter heutigen Umständen - jedenfalls glaube ich, Gründe zu haben, diese Terminologie vorzuschlagen - 'linken Faschismus' nennen muss.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas befürchtet durch den Aufruf Dutschkes und des SDS, würde man den bürgerlichen Staat mit illegalen Aktionen provozieren, ohne jedoch die Chance zu haben, ihn durch erfolgreiche Revolution zu überwinden. Mehr noch, es wäre denkbar, dass jenes Phänomen wie es bereits in Italien in den 20er Jahren und auch in Deutschland zur Zeit der Weltwirtschaftskrise aufgetreten ist, dass ein demokra¬tischer Staat den Faschismus „beauftragt“, um die Bedrohung von links gewaltsam zu zerschlagen, wieder akut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden wurde der Begriff „linker Faschischmus“ insbesondere von den konservativen Medien und Politikern zur negativen Charakterisierung der Außerparlamentarischen Opposition gebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Habermas bewusst wurde, welche nachhaltigen Ausmaße sein Dogma in der öffentlichen Diskussion erlangte, nahm er bereits in seinem Aufsatz „Hochschul¬reform und Protestbewegung“ und dann auch in einem Brief an Erich Fried, einem politisch engagierten Schriftsteller, im Juli 1967, seine Aussage öffentlich zurück: „Ich habe in Hannover vom „linken Faschismus“ in einem klar hypothetischen Zusammenhang gesprochen.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem weiteren Brief im Mai 1968 konstatiert er, dass für ihn in der damaligen Situation nicht zu sehen war, dass die neuen Formen der Provokation ein sinnvolles, legitimes und sogar notwendiges Mittel sind, um Diskussionen dort, wo sie verweigert werden, zu erzwingen. Seine damalige Angst erschließt sich aus den irrationalistischen Implikationen eines Vorgehens, das unter dem Topos 'die Spielregeln brechen' eingeführt wurde. Die Intention der damaligen Bemerkung hat sich für Habermas auf Grund der weiterhin bestehenden Befürchtung, nicht geändert. Die Etikettierung des linken Faschismus, sei aus heutiger Sicht unglücklich gewählt, da es ein grobes Missverständnis einer Identifizierung des SDS mit den rechten Studenten Anfang der dreißiger Jahre hervorgerufen hat. Dennoch hält er nach wie vor Gewaltanwendung in der „gegenwärtigen Situation nicht für ein vertretbares Mittel des politischen Kampfes.““ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur, dass diese Geschehnisse gleichbedeutend mit dem intellektuellen Bruch der Beziehung zur Studentenbewegung zu sehen waren, wurde das Schlagwort des Linksfaschismus seit 1967 auch weiterhin immer wieder zur Denunziation links¬progressiver Aktionen und Zitate verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adornos Tod, Wendepunkt für Habermas? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt und der Situation von Habermas in Frankfurt, bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den zum früheren Horkheimer-Kreis gehörenden Personen lebten noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte und Leo Löwenthal, der seit den 50er Jahren in den USA lebte und ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley arbeitete. Der Bruch Löwenthals mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50er Jahren als es zu einem Streit kam, durch Pensionsansprüche, die Löwenthal gegenüber dem Institut geltend machte. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistiger Weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers: „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem eher distanziert gegenüber. Innerhalb von zwei Jahren verließen auch die „jüngeren“ Soziologen und Adorno-Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konflikte mit der 68er Bewegung, Adornos Tod etc. führten schließlich dazu, dass Jürgen Habermas 1971 einen Ruf als Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaft¬lich-technischen Welt in Starnberg bei München annahm und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie-Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb im April 1971 in einem Brief an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu verlassen, deutlich machte: “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkeit bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozial¬forschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hier bleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Institutionelle Probleme der Neugründung der Fachbereiche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichsgliederung anstelle der Fakultäten 1971 anstand, so berichtet Hermann Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein Pro oder Contra der Zusammenlegung entscheiden zu können. Als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen (Integration der so genannten Grundwissenschaften in den Fachbereich) würde, war es für ihn als Philosoph keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas in diesem Vorgehen eine Art politischen Elitismus nie ganz ab. Durch die zum damaligen Zeitpunkt schon stark boomende Lehrerausbildung, gab es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben, so dass zum Teil auch Oberstudienräte Professoren-Stellen besetzten. Zum anderen gab es die Befürchtung, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies steht jedoch im Widerspruch zu einer von Habermas selbst getroffenen Aussage aus einem Fax-Interview, in dem er auf das angesprochene Thema der Zusammenlegung der Soziologie und der Philosophie mit Ahnungslosigkeit reagiert: „Von dem Plan einer Zusammenlegung der beiden Fächer höre ich zum ersten Mal; ich halte das für eine Ente.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weggang von Habermas nach Starnberg 1971 wurde zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch betrachtet, hatte sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Fassung der Hochschulgesetze beteiligt, um dann, kurz nach dem diese seinen Vorstellungen weitestgehend entsprechend ver¬abschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden waren, die Universität Frankfurt zu verlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herbert Schnädelbach, Dekan des neu gegründeten Fachbereichs beschreibt in einem Interview, das im Rahmen des Lehrforschungsprojekts mit ihm geführt wurde, die Diskussion im Zuge der Fachbereichsgründung: „In der ersten Sitzung des neu gegründeten Fachbereichs [...] war Habermas noch als Mitglied im Fachbereichsrat gesessen und ist dann sofort nach Starnberg. Also es war damals auch die Rede, dass man es bedauert hat, dass Habermas ging, weil man gesagt hat, er ist doch maßgeblich an dieser Hochschulreform beteiligt gewesen [...] von ihm sind ja auch viele Ideen eingegangen, das sagt er ja auch selber in seinem Beitrag. Er verweist da auf Denninger, Wiethölter und Friedeburg, und wir haben das dann schade gefunden, dass genau in dem Augenblick, wo die neue Verfassung da war, er dann nach Starnberg gegangen ist [...] also es war ganz eindeutig so [...], wir hatten alle [...] wir wollten alle nicht mit den Sozialwissenschaften also mit den Gesellschaftswissenschaften zusammen gehen. Das hatte auch einfach den Grund, wir hatten Angst von denen dominiert zu werden“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Rückkehr nach Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre arbeitete Habermas in Starnberg und entwickelte unter anderem seine als Hauptwerk geltende „Theorie des kommunikativen Handelns“. Doch auch in Starnberg traten interne Schwierigkeiten auf, die 1983 zur Trennung führten. Grund des Konfliktes waren die Arbeitsbedingungen in den 80er Jahren. Habermas wollte sich von einigen seiner Mitarbeiter trennen, da eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr die gewünschten Ergebnisse geliefert hätte. Auf Grund einer Kettenvertrags¬reglung, die einzelne Mitarbeiter nicht kündbar machte und somit einen arbeitsrecht¬lichen Prozess nach sich gezogen hätte, sah er keine Möglichkeit mehr für eine konstruktive Weiterarbeit. Retrospektiv bedauert Habermas: „Leider habe ich in der Zeit, als wir in Starnberg empirische Arbeiten gemacht haben, ein Forschungsziel nicht realisieren können, einfach weil ich nicht die richtigen Mitarbeiter gefunden habe, ich meine man muss Mitarbeiter die Dinge machen lassen, die sie selber möchten sonst sind sie nicht gut, nicht? Ich habe damals keinen gefunden, mit dem ich zusammen, die Themenstellung hätte aufgreifen können.“ &lt;br /&gt;
Als Habermas diesen Beschluss gefasst hatte wieder zurück an die Universität zu gehen, war es die Hoffnung des Fachbereichs 03 der Frankfurter Universität, ihn für eine Professur zu gewinnen. Nachdem 1982 Holger Börner, damaliger Minister¬präsident des Landes Hessen öffentliches Interesse bekundet hat, Habermas an die Universität Frankfurt zu holen, kontaktierte ihn Gerd Brand vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Er bat ihn einen „vakanten“ Lehrstuhl für Soziologie in seinem Fachbereich zu übernehmen. Habermas lehnte ab, da er auch schon philosophische Rufe nach Bielefeld und Frankfurt erhalten hat. Er selber war der Meinung, er eigne sich besser für die forschende Lehre als für die institutionalisierte Forschung, und auch für ein Großteil der damaligen Professoren war der Grund den Fachbereich Philosophie dem der Gesellschaftswissenschaften vorzuziehen, nachvollziehbar. Heinz Steinert, damals Dekan am Fachbereich 03, bestätigt dies in einem Interview: „Nach seiner wissenschaftlichen Herkunft wie den Arbeits¬bedingungen (bei uns Massenbetrieb mit einem hohen Anteil Lehrerausbildung - ein Promi wie Habermas wäre bei uns allein mit Prüfungen überlaufen worden; am FB 08 überschaubare Seminare) kann man das aber gut verstehen.“  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es, dass Jürgen Habermas von Ende 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor der Philosophie am Fachbereich 08 mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie war und sich in dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus beteiligt. Er veröffentlicht die Werke „Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln“ (1983), „Die neue Unübersichtlichkeit“ und „Diskurs der Moderne“ (1985). Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“, in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit: Verpasste Chance oder politisch-theoretische Gründe? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Rahmen des Lehrforschungsprojektes bearbeitete Fragestellung, ob es eine verpasste Chance für die Soziologie an der Universität Frankfurt gegeben hat, lässt sich meiner Ansicht nach am ehesten mit sowohl als auch beantworten; das heißt einerseits gibt es politisch-theoretische Gründe, andererseits aber auch Gründe, die zum einen in der Person Habermas begründet sind und zum anderen den sich ändernden gesellschaftlichen und universitären Rahmenbedingungen zuzuschreiben sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkt in Habermas erster Phase in Frankfurt einzig das Verhältnis zum damaligen Institutsleiter Max Horkheimer und dessen politischem Programm der Ent¬nazifizierung und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Etablierung des Instituts für Sozialforschung als ausschlaggebender Grund für die vorzeitige Trennung, so sind doch gerade in der zweiten Phase das Umfeld der Frankfurter Universität und die eskalierenden Studentenproteste die entscheidenden Faktoren, dass Habermas 1971 Frankfurt in Richtung Starnberg verlässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Auflösung der Fakultäten und der Gründung von Fachbereichen in Frankfurt wurde der Raum für die Entwicklung und Entfaltung theoretisch-sozio¬logischer Forschungsarbeit eingeschränkt. Die wohl notwendige Einbindung der Lehramtsausbildung in den universitären Betrieb und zwar in den soziologischen Fachbereich, ließen für Habermas keinen Zweifel, dass eine soziologische Forschung mit der vom ihm bevorzugten philosophischen Ausrichtung wie in den 50er und auch noch in den 60er Jahren nicht mehr möglich gewesen wäre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adornos Tod bildete informell das Ende der soziologischen Forschungstradition in Frankfurt. Mit Habermas verlor die Universität einen philosophischen Soziologen - und darin sehe ich die verpasste Chance für Frankfurt. Wenn man ihm die Voraussetzungen für eine eigenständige Tradition und die Fortführung mit den für ihn wichtigen Mitarbeitern hätte geben können, dann hätte die Möglichkeit bestanden, dass die Soziologie in Frankfurt ihren wichtigen Stellenwert behält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Literatur-Hausarbeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zeittafel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
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		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für die Soziologie und Philosophie der Universität Frankfurt/M.</title>
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		<updated>2008-05-18T14:14:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Soziologie in Frankfurt“, bearbeite ich die Fragestellung, ob es an der Universität Frankfurt aufgrund von politischen oder persönlichen Problemen mit Jürgen Habermas zu einer verpaßten Chance gekommen ist oder nicht.  Die Philosophie und auch die Soziologie sind in Frankfurt geschichtlich eng mit dem Begriff der Frankfurter Schule und mit dem Namen Jürgen Habermas verbunden. Habermas begann seine akademische Laufbahn in Frankfurt und nahm sie in Frankfurt wieder auf, um auch heute noch zu den einflußreichsten intellektuellen Stimmen der Bundesrepublik zu gehören. Dennoch gab es im Laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte, an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichen Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifende Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus. In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk „Erkenntnis und Interesse“ allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffent¬lichung der „Theorie des kommunikativen Handelns“ zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons, wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang der 80er Jahre vernetzt sich Habermas stark international. John Rawls, Charles Taylor, Richard Rorty und Seyla Benhabib sind WeggefährtInnen. Internationale Anerkennung erfährt Habermas durch Auszeichnungen, wie den Kyoto Preis 2004. Auffällig ist, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkens¬wert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen. Habermas’ Zeit an der Frankfurter Universität ist durch Ambivalenz gekennzeichnet: zum einen nahm man in euphorisch auf und lehnte ihn gleichzeitig aber auch ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden. &lt;br /&gt;
Habermas’ Verortung in Frankfurt lässt sich in drei Phasen einteilen. Diese drei Teile stellen die Kapitel dieser Hausarbeit dar, wobei der Schwerpunkt in den ersten beiden Teilen zu sehen ist. Die erste Phase und somit der erste Teil bezieht sich auf die Jahre von 1956 bis 1959, seine zweite Phase in Frankfurt erstreckt sich über einen Zeitraum von 1964 bis 1971 und die dritte Phase beginnt 1983 und endet mit seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adorno und Horkheimer: Remigranten am neugegründeten IfS ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Horkheimer, der 1933 im Zuge der Institutsschließung durch das Nazi-Regime in die USA ausgewandert war, verlegte den Sitz des Instituts in der Folgezeit von Frankfurt über Genf und Paris letztlich an die Columbia University nach New York. Da auch die Gelder der Stiftung rechtzeitig ins Ausland transferiert werden konnten, waren die wirtschaftliche Fortexistenz des Instituts als „Institute for Social Research“ (ISR) und die weitere Herausgabe der „Zeitschrift für Sozialforschung“, zuletzt fortgeführt als „Studies in Philosophy and Social Science“, vorerst gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er entwickelte mit Theodor W. Adorno das gemeinsame Werk „Dialektik der Aufklärung“ ebenso wie im weiteren Verlauf die „Studies in Prejudice“ mit dem berühmt gewordenen Teil über die „Authoritarian Personality“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für Adorno bereits feststand, nämlich nach Beendigung des National¬sozialistischen Regimes wieder nach Deutschland zurück zu kehren, war für Horkheimer ein Prozess, der sich über mehrere Jahre vollzog und nur mit der Bedingung einer weiterhin bestehenden US-Bürgerschaft verbunden war. Bereits 1946 warb die Stadt und die Universität um die Rückkehr des Instituts für Sozialforschung nach Frankfurt. Nach ersten Kontaktaufnahmen in den Folgejahren war es Max Horkheimer, der 1949 als erster wieder an das neu gegründete Institut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zurück kehrte und seinen damaligen von den Nazis abgeschafften Lehrstuhl für Sozialphilosophie besetzte, diesmal allerdings als Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie deklariert.&lt;br /&gt;
Der Forschungsbetrieb wurde Ende 1950 mit einer Studie, die an die bereits von Horkheimer und Adorno in den USA entwickelte Untersuchung „The Lessons of Fascism“ anknüpfte, wieder aufgenommen. Fünf Jahre später veröffentlichte man die Studie unter dem Titel „Gruppenexperiment“, eine empirische Untersuchung über das politische Bewusstsein der Deutschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das am stärksten aus der Untersuchung hervorgehende Resultat beunruhigte Horkheimer, dass der Antisemitismus in Deutschland immer noch weit verbreitet ist, insbesondere bei den Akademikern: „Das vorgelegte Material ermächtigt wohl zu dem Schluss,“ so eine Aussage aus der Studie, „dass zwar die nationalsozialistische Ideologie als in sich einheitlich organisierter Zusammenhang nicht mehr existiert, da ihr insbesondere durch den Misserfolg ihre stärkste integrierende Kraft entzogen wird, dass aber zahlreiche Einzelelemente des faschistischen Denkens, heraus gebrochen aus ihrem Zusammenhang und darum oft doppelt irrational, noch gegenwärtig sind und in einer veränderten politischen Situation wieder manipuliert werden könnten“ . Dieser Auszug aus einem der Ergebnisse stellt deutlich die sozialwissenschaftliche Bestätigung des Ausmaßes des Misstrauens seitens Horkheimer gegenüber seinem unmittelbaren Umfeld an der Universität dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Remigrant Horkheimer hat es in nur kurzer Zeit unter den spezifischen Bedingungen der von den USA dominierend beeinflussten Nachkriegspolitik vermocht, seine alte Stellung vom Ende der Weimarer Republik wieder einzunehmen und darüber hinaus die höchste Stufe der universitären Karriereleiter zu erklimmen“ , denn im November 1951 wurde Horkheimer mit knapper Mehrheit zum Rektor der Frankfurter Universität gewählt und konnte nun einen direkten Einfluss auf die Berufungspolitik und der Errichtung von „Wiedergutmachungslehrstühlen“ nehmen. &lt;br /&gt;
Ob sich das auf die Situation am IFS, die Entwicklung der Projekte und das Verhältnis zu Habermas auswirkte, der 1956 an das Institut gekommen ist, behandelt der nächste Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation am Institut für Sozialforschung stellte sich als eine andere dar, als noch am alten Institut in den 20er und 30er Jahren. Ging man nach der Neugründung Anfang der 50er Jahre davon aus, dass Horkheimer als damaliger und erneut eingesetzter Institutsleiter darauf bedacht war, den alten Mitarbeiterkreis wieder für Arbeiten am IfS zu gewinnen, täuschte man sich. Wo die Kontakte zu den alten Mitarbeitern nicht gänzlich abgerissen waren, blieben sie vergleichsweise spärlich auf Erinnerungen und den Austausch von Informationen begrenzt. Selbst der Kontakt zu den engsten Mitarbeitern der Exilzeit - zu Felix Weil und Herbert Marcuse -, war durch stetig anwachsende sachliche und persönliche Entfremdung gekennzeichnet. Zwar wurden ab und zu alte Mitarbeiter zu Vorträgen eingeladen, aber es kam zu keiner institutionellen Zusammenarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen entwickelten sich neue Allianzen mit dem einzigen Grund - welches zugleich auch bestimmendes Thema der 50er Jahre im „soziologischen“ Nachkriegs¬deutschland bildete: mit den amerikanischen Reeducation-Programmen die Über¬windung des Nationalsozialismus und die Herausbildung einer Zivilgesellschaft, die für den Faschismus nicht mehr anfällig ist. Auf der einen Seite gab es die alten Eliten, die sich am NS-Staat aktiv beteiligt hatten und nach seinem katastrophalen Scheitern nicht abgetreten sind und auf der anderen Seite standen all diejenigen, die in Politik, Bildung und Medien darauf drängten, dass der neue Staat nicht mehr in die Hände der alten Eliten fallen sollte. An ihrer Spitze standen Horkheimer und Adorno. So ist es auch zu erklären, dass ungeachtet intellektueller sowie auch persönlicher Differenzen Beziehungen zu Plessner, König oder Bergstraesser entstanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik“ schreibt Clemens Albrecht über Horkheimers Institutspolitik, dass diese „aus der Perspektive der 60er und 70er Jahre seltsam anmutende Vermischung der intellektuellen Fronten ein Charakteristikum der 50er Jahre und eine wichtige Voraussetzung für die Wirkung des IfS, weil es sich durch diese Kontakte und Allianzen etablierte und eine anerkannte Ausgangsposition schuf. Im Bereich der Sozialwissenschaften lebte diese Zusammenarbeit, in der sich eine der wichtigsten Trägergruppen der Bundesrepublik formierte, von dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundkonsens der 50er Jahre: Aufbau moderner Sozialwissenschaft nach amerikanischem Vorbild zur Stütze der Demokratie und Überwindung des National¬sozialismus.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant erscheint mir auch, dass Horkheimer offenkundig darum bemüht war, einen Trennungsstrich zwischen dem neuen und dem alten Institut zu ziehen. Er versuchte sogar zu verhindern, dass irgendwelche möglicherweise Anstoß erregenden Arbeiten aus dem alten Institut wieder ans Tageslicht kamen. Man sprach auch von einer „zugenagelten Kiste im Keller des Instituts“, dem Giftschrank Horkheimers, in der die alten Zeitschriften für Sozialforschung (ZfS) aufbewahrt wurden. So war es auch nicht überraschend, dass Jürgen Habermas, der 1956 an das IfS gekommen war sagte: „Die Zeitschrift war inexistent, ich wusste gar nicht dass sie im Keller übrigens verschlossen war.”  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man die Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren verstehen, muss man die politisch gewordene Person Max Horkheimers im Kontext der sich entwickelnden Bundesrepublik sehen. So standen für ihn die „Wende zur Demokratie“ und der Bruch mit der kommunistischen Ideologie der 30er Jahre im Vordergrund. Folglich ist es auch nicht verwunderlich, dass er in der Folgezeit auf die politische Absicherung des IfS innerhalb der Wissenschaft und der politischen Öffentlichkeit bedacht war. Horkheimer versuchte erfolgreich Anfang der 50er Jahre das Institut für Sozialforschung und seine Belange durch Beziehungen mit politisch hochgestellten Amtsträgern abzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation in den 50er Jahren am Institut für Sozialforschung empfand Habermas als miserabel, „vor allem wegen Spannungen und Ressentiments zwischen Horkheimer, Adorno und Neumarck, die auf alte „vor 33er-Querelen“ zurückgingen“, erinnert sich Jürgen Habermas in einem Interview, das mit ihm im Februar 2008 per Fax im Rahmen des Lehrforschungsprojekts geführt wurde. „Mit dem Direktorat Horkheimer war das Institut der WISO-Fakultät weggenommen worden! Außerdem war in der WISO-Fakultät ein Ökonom einflussreich [...] von dem es hieß, er sei Nazi gewesen. Für mich blieben aber die Gründe für die gegenseitigen Affekte damals undurchsichtig, auch die Affäre der Berufung Golo Mann’s. Die Ausarbeitung und Koordinierung des Studiengangs erforderte schwierige Verhandlungen zwischen beiden Fakultäten, die später noch von Tenbruck und mir weitergeführt worden sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jürgen Habermas am Institut für Sozialforschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1953 erregte Habermas zum ersten Mal öffentliches Aufsehen, als er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Rezension zu Heideggers „Einführung in die Metaphysik“  verfasste, die im selben Jahr erschienen war. Diese Vorlesung aus dem Jahre 1935 wurde samt ihres Vokabulars von der &amp;quot;inneren Größe und Wahrheit&amp;quot; des Nationalsozialismus ohne ein Wort der Erklärung wieder abgedruckt. Anders als viele seiner Altersgenossen reagierte Habermas auf diese Leugnung jeglicher politischer Verantwortung mit Empörung. Der kurze Aufsatz &amp;quot;Mit Heidegger gegen Heidegger denken&amp;quot; ist der Beginn seines politisch-publizistischen Engagements und gleichzeitig auch der Zeitpunkt an dem Adorno und Horkheimer das erste Mal auf ihn aufmerksam wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1954 promovierte Habermas in Bonn mit einer Arbeit über „Das Absolute und die Geschichte. Von der Zwiespältigkeit in Schellings Denken“ bei Erich Rothacker und Oskar Becker. Nach der Promotion betätigte er sich als freier Journalist für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, den Merkur, die Frankfurter Hefte und das Düsseldorfer Handelsblatt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam mit einem Stipendium als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1956 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig von Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, äußerte Adorno gegenüber Horkheimer, dem Leiter des Instituts, den ausdrücklichen Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis Horkheimer- Habermas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits früh engagierte sich Habermas in der politischen Öffentlichkeit und trat im Zuge der Remilitarisierungsdebatte „Kampf dem Atomtod“ der Bundesrepublik am 20. Mai 1958 im Rahmen einer von unabhängigen Parteien, Gewerkschaften und der studentischen Bewegung organisierten Veranstaltung vor dem Frankfurter Römer als Redner auf. Mit der, kurze Zeit später in der studentischen Zeitung „Diskurs“ erschienenen Ansprache unter dem Titel „Unruhe erste Bürgerpflicht“, zog sich Habermas zum ersten Mal den Unmut des Institutsleiters auf sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Artikel bringt er zum Ausdruck, dass man gegen die „Politik der Stärke“ protestieren müsse. Er endet damit, dass die “Universität als Korporation (…) ihre politische Neutralität wahren soll. Aber sie bleibt ein Hort der Gewissensfreiheit nur, solange ihre Bürger politische Gewissensentscheidungen öffentlich und mit den wirksamsten der rechtens zu Gebote stehenden Mittel bekunden. Einmal schon sind deutsche Universitäten zu lange Hort versäumter Gewissensentscheidungen ge¬blieben. Der Demonstrationszug vom 20. Mai richtet sich extra muros gegen die verantwortlichen Träger einer Politik der Stärke; intra muros aber richtet er sich nicht in erster Linie an die, die sich „für“ diese Politik schlagen, sondern an die, die sich, trotz besserer Einsicht, nicht ‚gegen’ sie schlagen. Wenn sich angstbereite Einsicht kompetenzfrei mit Unerschrockenheit gegenüber den Einflussreicheren verbindet, heißt man’s Zivilcourage. Heute steht sie unter Panikverdacht – muss das sein?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die protestantisch gehaltene Redensart und der Umgang mit der Neutralitäts¬wahrung der Hochschulen in dem Artikel, stellten den ersten Bruch mit Horkheimer und seinem weitgehend politisch neutral gehaltenem Universitätskurs dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas erstes großes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „Student und Politik“ an der er mit Ludwig von Friedeburg, Christoph Oehler und Friedrich Weltz arbeitete.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie kam es zum erneuten Konflikt mit Max Horkheimer, der die wiederholte unterschiedslose Übertragung des Revolutionsbegriffs auf die Gegen¬wart kritisierte. In der Einleitung hatte Habermas einen emphatischen Begriff von politischer Demokratie „als Maßstab der Interviewauswertung entwickelt, den Horkheimer als durchsichtige Verkleidung des alten Revolutionsbegriffs ansah.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwände Horkheimers verzögerten das Erscheinen der Studie und führten letzt¬endlich dazu, dass sie nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen ist. Horkheimer war es daran gelegen, als Institutsleiter, stellvertretend für das Institut, mit dieser Studie nicht in Verbindung gebracht zu werden. Er schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine neun Seiten umfassende schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und seinen im Laufe des Jahres gewachsenen Unmut widerspiegelt. Dies führte unter anderem dazu, dass sich die Lage für Habermas und seine bevorstehende Habilita¬tion in Frankfurt grundlegend änderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich ver¬weisender Mensch“. Er „trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für möglich hielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur in die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen, sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz der intensiven Bemühungen von Adorno und Helmut Becker Max Horkheimer zu überreden das Habilitationsgesuch anzu¬erkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitations¬möglichkeit. Seine Versuche mit dem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder aufzunehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze, welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und die sozialphilosophischen Studie „[[Theorie und Praxis]]“ (1963).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Nachfolger Horkheimers – das zweite Mal in Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger Hork¬heimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verließ er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg, um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedin¬gungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetra¬gen haben, dass er Frankfurt wieder verließ, stellt den zweiten Schwerpunkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Akteur der Hochschulpolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in den 50er Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas stellt in einer Rede auf einem Studentenkongress Anfang Juni 1967 - anlässlich der Trauerfeier des Studenten Benno Ohnesorgs, der eine Woche zuvor im Zusammenhang mit einer Anti-Schah-Demonstration vor der Berliner Oper von einem Polizisten erschossen worden war - sein Programm zur damaligen Hochschul¬politik vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas versuchte in seiner Rede die politische Rolle der Studentenschaft in der BRD zu bestimmen. Er verteidigte den studentischen Protest und führt als Legitima¬tion an, dass jene Proteste oft erst zu Bewusstsein führen, was die offiziellen Instanzen „absichtslos oder auch mit Vorsatz aus dem politischen Bewusstsein ihrer Bürger aussperre und vielleicht sogar aus ihrem eigenen Bewusstsein verdränge“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stellt weiterhin die These auf, dass die Studentenproteste eine „kompensatorische Funktion haben, weil die in einer Demokratie sonst eingebauten Kontroll¬mechanismen nicht oder nicht ausreichend arbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiel, bei denen studentische Proteste ein Missverständnis zwischen beanspruchter Legitimation und tatsächlichem Verhalten aufgezeigt haben bzw. die Gesellschaft für diese Problematik sensibel machten, führt Habermas den Vietnam-Konflikt an. Er stellt einen der Gründe für Studentenproteste dar, bei dem das offizielle Weltbild des Landes sensibel für ein politisches Thema gemacht wurde, so dass im weiteren Verlauf detaillierte Informationen zu diesem Konflikt fortlaufend an die Öffentlichkeit gedrungen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Resümierend stellt Habermas auf dem Kongress in Hannover fest, die Aufgabe studentischer Opposition in der Republik sei, „den herrschenden Mangel an theoretischer Perspektive, den Mangel an Sensibilität gegenüber Verschleierung und Verketzerungen, den Mangel an Radikalität bei der Auslegung und Praktizierung unserer sozialrechtstaatlichen und demokratischen Verfassung, den Mangel an Antizipationsfähigkeit und wachsender Phantasie, also Unterlassung, zu kompen¬sieren“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch lässt es Habermas nicht aus, auch auf objektive und subjektive Gefahren hinzuweisen, die sich im Bereich der Hochschule für den politischen Bewegungs¬spielraum der Studentenschaft ergeben können. Die Studenten müssen sich bewusst sein, dass „angesichts einer ungewöhnlich langen Durststrecke zwischen Theorie und Praxis und angesichts der für die Studentenrolle charakteristischen Spannung zwischen Berufsvorbereitung und politischem Engagement sowie zwischen einem positivistischen Wissenschaftsbetrieb, der Handlungsspielraum nicht mehr hergeben konnte, um dem Bedürfnis nach einer praktischen Gesamtorientierung gerecht zu werden“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zu dem Thema der demonstrativen Gewalt äußert sich Habermas und macht deutlich, dass diese demonstrative Gewalt lediglich die Aufklärung als Ziel innehaben dürfe. Die Aufmerksamkeit, welche durch die Demonstrationen erreicht werden müsse, diene nur dem Zweck die eigenen „besseren“ Argumente zum Ausdruck zu bringen. Gewalt kann aber dem Ziel Diskussion zu erlangen, nicht dienen. „Wenn die studentische Opposition einen Vorzug hat“, meint Habermas, „dann kann es nur der sein: Dass sie Sensibilität für die Verletzung von Menschen und für deren Verletzbarkeit, einzelner Menschen wie ganzer Klassen, zu einer politischen Kategorie erhebt“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum eigentlichen Eklat kommt es im Anschluss an die öffentliche Diskussion des Organisationsreferats auf der 22. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, vom 5. September 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Habermas nach seiner Verabschiedung noch einmal auf das Podium ging und Stellung zu der unmittelbar zuvor gehaltenen Rede des Studentenführers Rudi Dutschke nahm. Dutschke forderte Sitzstreiks an den Universitäten und die Bildung von „Aktionskomitees“ zur Politisierung der Universitäten als Teil einer „bewussten Durchbrechung der etablierten Spielregeln“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas richtete an ihn folgende Worte: „Herr Dutschke hat als konkreten Vorschlag nur vorgetragen [...], dass ein Sitzstreik stattfinden soll. Das ist eine Demonstration mit gewaltlosen Mitteln. Ich frage mich, warum er das nicht so nennt und warum er eine dreiviertel Stunde darauf verwendet hat, um eine voluntaristische Ideologe hier zu entwickeln, die man im Jahr 1848 utopischen Sozialismus genannt hat, die aber unter heutigen Umständen - jedenfalls glaube ich, Gründe zu haben, diese Terminologie vorzuschlagen - 'linken Faschismus' nennen muss.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas befürchtet durch den Aufruf Dutschkes und des SDS, würde man den bürgerlichen Staat mit illegalen Aktionen provozieren, ohne jedoch die Chance zu haben, ihn durch erfolgreiche Revolution zu überwinden. Mehr noch, es wäre denkbar, dass jenes Phänomen wie es bereits in Italien in den 20er Jahren und auch in Deutschland zur Zeit der Weltwirtschaftskrise aufgetreten ist, dass ein demokra¬tischer Staat den Faschismus „beauftragt“, um die Bedrohung von links gewaltsam zu zerschlagen, wieder akut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden wurde der Begriff „linker Faschischmus“ insbesondere von den konservativen Medien und Politikern zur negativen Charakterisierung der Außerparlamentarischen Opposition gebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Habermas bewusst wurde, welche nachhaltigen Ausmaße sein Dogma in der öffentlichen Diskussion erlangte, nahm er bereits in seinem Aufsatz „Hochschul¬reform und Protestbewegung“ und dann auch in einem Brief an Erich Fried, einem politisch engagierten Schriftsteller, im Juli 1967, seine Aussage öffentlich zurück: „Ich habe in Hannover vom „linken Faschismus“ in einem klar hypothetischen Zusammenhang gesprochen.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem weiteren Brief im Mai 1968 konstatiert er, dass für ihn in der damaligen Situation nicht zu sehen war, dass die neuen Formen der Provokation ein sinnvolles, legitimes und sogar notwendiges Mittel sind, um Diskussionen dort, wo sie verweigert werden, zu erzwingen. Seine damalige Angst erschließt sich aus den irrationalistischen Implikationen eines Vorgehens, das unter dem Topos 'die Spielregeln brechen' eingeführt wurde. Die Intention der damaligen Bemerkung hat sich für Habermas auf Grund der weiterhin bestehenden Befürchtung, nicht geändert. Die Etikettierung des linken Faschismus, sei aus heutiger Sicht unglücklich gewählt, da es ein grobes Missverständnis einer Identifizierung des SDS mit den rechten Studenten Anfang der dreißiger Jahre hervorgerufen hat. Dennoch hält er nach wie vor Gewaltanwendung in der „gegenwärtigen Situation nicht für ein vertretbares Mittel des politischen Kampfes.““ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur, dass diese Geschehnisse gleichbedeutend mit dem intellektuellen Bruch der Beziehung zur Studentenbewegung zu sehen waren, wurde das Schlagwort des Linksfaschismus seit 1967 auch weiterhin immer wieder zur Denunziation links¬progressiver Aktionen und Zitate verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adornos Tod, Wendepunkt für Habermas? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt und der Situation von Habermas in Frankfurt, bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den zum früheren Horkheimer-Kreis gehörenden Personen lebten noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte und Leo Löwenthal, der seit den 50er Jahren in den USA lebte und ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley arbeitete. Der Bruch Löwenthals mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50er Jahren als es zu einem Streit kam, durch Pensionsansprüche, die Löwenthal gegenüber dem Institut geltend machte. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistiger Weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers: „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem eher distanziert gegenüber. Innerhalb von zwei Jahren verließen auch die „jüngeren“ Soziologen und Adorno-Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konflikte mit der 68er Bewegung, Adornos Tod etc. führten schließlich dazu, dass Jürgen Habermas 1971 einen Ruf als Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaft¬lich-technischen Welt in Starnberg bei München annahm und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie-Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb im April 1971 in einem Brief an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu verlassen, deutlich machte: “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkeit bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozial¬forschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hier bleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Institutionelle Probleme der Neugründung der Fachbereiche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichsgliederung anstelle der Fakultäten 1971 anstand, so berichtet Hermann Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein Pro oder Contra der Zusammenlegung entscheiden zu können. Als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen (Integration der so genannten Grundwissenschaften in den Fachbereich) würde, war es für ihn als Philosoph keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas in diesem Vorgehen eine Art politischen Elitismus nie ganz ab. Durch die zum damaligen Zeitpunkt schon stark boomende Lehrerausbildung, gab es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben, so dass zum Teil auch Oberstudienräte Professoren-Stellen besetzten. Zum anderen gab es die Befürchtung, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies steht jedoch im Widerspruch zu einer von Habermas selbst getroffenen Aussage aus einem Fax-Interview, in dem er auf das angesprochene Thema der Zusammenlegung der Soziologie und der Philosophie mit Ahnungslosigkeit reagiert: „Von dem Plan einer Zusammenlegung der beiden Fächer höre ich zum ersten Mal; ich halte das für eine Ente.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weggang von Habermas nach Starnberg 1971 wurde zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch betrachtet, hatte sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Fassung der Hochschulgesetze beteiligt, um dann, kurz nach dem diese seinen Vorstellungen weitestgehend entsprechend ver¬abschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden waren, die Universität Frankfurt zu verlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herbert Schnädelbach, Dekan des neu gegründeten Fachbereichs beschreibt in einem Interview, das im Rahmen des Lehrforschungsprojekts mit ihm geführt wurde, die Diskussion im Zuge der Fachbereichsgründung: „In der ersten Sitzung des neu gegründeten Fachbereichs [...] war Habermas noch als Mitglied im Fachbereichsrat gesessen und ist dann sofort nach Starnberg. Also es war damals auch die Rede, dass man es bedauert hat, dass Habermas ging, weil man gesagt hat, er ist doch maßgeblich an dieser Hochschulreform beteiligt gewesen [...] von ihm sind ja auch viele Ideen eingegangen, das sagt er ja auch selber in seinem Beitrag. Er verweist da auf Denninger, Wiethölter und Friedeburg, und wir haben das dann schade gefunden, dass genau in dem Augenblick, wo die neue Verfassung da war, er dann nach Starnberg gegangen ist [...] also es war ganz eindeutig so [...], wir hatten alle [...] wir wollten alle nicht mit den Sozialwissenschaften also mit den Gesellschaftswissenschaften zusammen gehen. Das hatte auch einfach den Grund, wir hatten Angst von denen dominiert zu werden“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Rückkehr nach Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre arbeitete Habermas in Starnberg und entwickelte unter anderem seine als Hauptwerk geltende „Theorie des kommunikativen Handelns“. Doch auch in Starnberg traten interne Schwierigkeiten auf, die 1983 zur Trennung führten. Grund des Konfliktes waren die Arbeitsbedingungen in den 80er Jahren. Habermas wollte sich von einigen seiner Mitarbeiter trennen, da eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr die gewünschten Ergebnisse geliefert hätte. Auf Grund einer Kettenvertrags¬reglung, die einzelne Mitarbeiter nicht kündbar machte und somit einen arbeitsrecht¬lichen Prozess nach sich gezogen hätte, sah er keine Möglichkeit mehr für eine konstruktive Weiterarbeit. Retrospektiv bedauert Habermas: „Leider habe ich in der Zeit, als wir in Starnberg empirische Arbeiten gemacht haben, ein Forschungsziel nicht realisieren können, einfach weil ich nicht die richtigen Mitarbeiter gefunden habe, ich meine man muss Mitarbeiter die Dinge machen lassen, die sie selber möchten sonst sind sie nicht gut, nicht? Ich habe damals keinen gefunden, mit dem ich zusammen, die Themenstellung hätte aufgreifen können.“ &lt;br /&gt;
Als Habermas diesen Beschluss gefasst hatte wieder zurück an die Universität zu gehen, war es die Hoffnung des Fachbereichs 03 der Frankfurter Universität, ihn für eine Professur zu gewinnen. Nachdem 1982 Holger Börner, damaliger Minister¬präsident des Landes Hessen öffentliches Interesse bekundet hat, Habermas an die Universität Frankfurt zu holen, kontaktierte ihn Gerd Brand vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Er bat ihn einen „vakanten“ Lehrstuhl für Soziologie in seinem Fachbereich zu übernehmen. Habermas lehnte ab, da er auch schon philosophische Rufe nach Bielefeld und Frankfurt erhalten hat. Er selber war der Meinung, er eigne sich besser für die forschende Lehre als für die institutionalisierte Forschung, und auch für ein Großteil der damaligen Professoren war der Grund den Fachbereich Philosophie dem der Gesellschaftswissenschaften vorzuziehen, nachvollziehbar. Heinz Steinert, damals Dekan am Fachbereich 03, bestätigt dies in einem Interview: „Nach seiner wissenschaftlichen Herkunft wie den Arbeits¬bedingungen (bei uns Massenbetrieb mit einem hohen Anteil Lehrerausbildung - ein Promi wie Habermas wäre bei uns allein mit Prüfungen überlaufen worden; am FB 08 überschaubare Seminare) kann man das aber gut verstehen.“  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es, dass Jürgen Habermas von Ende 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor der Philosophie am Fachbereich 08 mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie war und sich in dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus beteiligt. Er veröffentlicht die Werke „Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln“ (1983), „Die neue Unübersichtlichkeit“ und „Diskurs der Moderne“ (1985). Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“, in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit: Verpasste Chance oder politisch-theoretische Gründe? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Rahmen des Lehrforschungsprojektes bearbeitete Fragestellung, ob es eine verpasste Chance für die Soziologie an der Universität Frankfurt gegeben hat, lässt sich meiner Ansicht nach am ehesten mit sowohl als auch beantworten; das heißt einerseits gibt es politisch-theoretische Gründe, andererseits aber auch Gründe, die zum einen in der Person Habermas begründet sind und zum anderen den sich ändernden gesellschaftlichen und universitären Rahmenbedingungen zuzuschreiben sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkt in Habermas erster Phase in Frankfurt einzig das Verhältnis zum damaligen Institutsleiter Max Horkheimer und dessen politischem Programm der Ent¬nazifizierung und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Etablierung des Instituts für Sozialforschung als ausschlaggebender Grund für die vorzeitige Trennung, so sind doch gerade in der zweiten Phase das Umfeld der Frankfurter Universität und die eskalierenden Studentenproteste die entscheidenden Faktoren, dass Habermas 1971 Frankfurt in Richtung Starnberg verlässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Auflösung der Fakultäten und der Gründung von Fachbereichen in Frankfurt wurde der Raum für die Entwicklung und Entfaltung theoretisch-sozio¬logischer Forschungsarbeit eingeschränkt. Die wohl notwendige Einbindung der Lehramtsausbildung in den universitären Betrieb und zwar in den soziologischen Fachbereich, ließen für Habermas keinen Zweifel, dass eine soziologische Forschung mit der vom ihm bevorzugten philosophischen Ausrichtung wie in den 50er und auch noch in den 60er Jahren nicht mehr möglich gewesen wäre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adornos Tod bildete informell das Ende der soziologischen Forschungstradition in Frankfurt. Mit Habermas verlor die Universität einen philosophischen Soziologen - und darin sehe ich die verpasste Chance für Frankfurt. Wenn man ihm die Voraussetzungen für eine eigenständige Tradition und die Fortführung mit den für ihn wichtigen Mitarbeitern hätte geben können, dann hätte die Möglichkeit bestanden, dass die Soziologie in Frankfurt ihren wichtigen Stellenwert behält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Literaturverzeichnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zeittafel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Zeittafel&amp;diff=4462</id>
		<title>Zeittafel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Zeittafel&amp;diff=4462"/>
		<updated>2008-05-18T14:12:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: Die Seite wurde neu angelegt: ·18.Juni 1929: wurde Jürgen Habermas als zweites von drei Kindern in Düsseldorf geboren. Lebte in Gummersbach( Nordrhein-Westfalen) und besuchte das Gymnasium, welch...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;·18.Juni 1929: wurde Jürgen Habermas als zweites von drei Kindern in Düsseldorf geboren. Lebte in Gummersbach( Nordrhein-Westfalen) und besuchte das Gymnasium, welches er 1949 mit dem Abitur abschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1949-1954: Studium der Philosophie, Geschichte, Psychologie, Germanistik und Ökonomie an der Universität in Göttingen (1949-50), sowie an den Universitäten in Zürich (1950-51) und Bonn (1951-1954).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954: Doktor der Philosophie an der Universität Bonn; betreut von Erich Rothacker und Oskar Becker; Dissertation: &amp;quot;Das Absolute und die Geschichte. Eine Untersuchung zu Schellings Weltalterphilosophie.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954-1956: Berufliche Tätigkeit als freier Journalist. Hochzeit mit Ute Wesselhoeft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1956-1959: Auf Einladung von Theodor W. Adorno, wird er Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1959-1961: Zwei-jähriges Habilitations-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Marburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961:Habilitation für Philosophie an der Universität Marburg bei Wolfgang Abendroth; Titel der Habilitationsschrift: &amp;quot;[[Strukturwandel der Öffentlichkeit|Strukturwandel der Öffentlichkeit]]. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft&amp;quot;. Sein ursprünglicher Betreuer der Habilitation, Max Horkheimer, verweigerte die Annahme der Arbeit. Habermas arbeitet an einer Untersuchung des Instituts für Sozialforschung über die politische Bewusstseinslage der westdeutschen Studentenschaft mit. Er verfasst die Einleitung zu der daraus entstehenden Studie &amp;quot;Student und Politik&amp;quot;, in der er erstmals den Gedanken einer zwanglosen Willensbildung als Kern des demokratischen Rechtsstaates skizziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961-1964: Außerordentlicher Professor der Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Baden-Württemberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1964-1971: Professor der &amp;quot;Philosophie&amp;quot; sowie der &amp;quot;Soziologie&amp;quot; an der Universität Frankfurt am Main; kündigte 1971 unter anderem wegen eines Streites mit der Studentenbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1968: Veröffentlichung der Studie &amp;quot;[[Erkenntnis und Interesse|Erkenntnis und Interesse]]&amp;quot;, die Habermas über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1971-1981:Zusammenarbeit mit Carl Friedrich Freiherrn von Weizsäcker, damaliger Direktor des neu gegründeten Max- Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1975-1982: Honorarprofessor am Fachbereich &amp;quot;Philosophie&amp;quot; der Universität Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1980-1982: Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialwissenschaften in München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1983-1994: Professor der Philosophie an der Universität Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1983:Als auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Psychologische Forschung in München. Daneben absolvierte Habermas zahlreiche Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in den USA und Europa. Fortlaufendes politisches Engagement, vor allem in der Studentenbewegung der 1960er-Jahre und gegen den Balkan-Krieg in Jugoslawien 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1994: Seit seiner Pensionierung 1994 lebt er in Starnberg, Bayern.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_die_Soziologie_und_Philosophie_der_Universit%C3%A4t_Frankfurt/M.&amp;diff=4461</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für die Soziologie und Philosophie der Universität Frankfurt/M.</title>
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		<updated>2008-05-18T14:12:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Soziologie in Frankfurt“, bearbeite ich die Fragestellung, ob es an der Universität Frankfurt aufgrund von politischen oder persönlichen Problemen mit Jürgen Habermas zu einer verpaßten Chance gekommen ist oder nicht.  Die Philosophie und auch die Soziologie sind in Frankfurt geschichtlich eng mit dem Begriff der Frankfurter Schule und mit dem Namen Jürgen Habermas verbunden. Habermas begann seine akademische Laufbahn in Frankfurt und nahm sie in Frankfurt wieder auf, um auch heute noch zu den einflußreichsten intellektuellen Stimmen der Bundesrepublik zu gehören. Dennoch gab es im Laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte, an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichen Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifende Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus. In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk „Erkenntnis und Interesse“ allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffent¬lichung der „Theorie des kommunikativen Handelns“ zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons, wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang der 80er Jahre vernetzt sich Habermas stark international. John Rawls, Charles Taylor, Richard Rorty und Seyla Benhabib sind WeggefährtInnen. Internationale Anerkennung erfährt Habermas durch Auszeichnungen, wie den Kyoto Preis 2004. Auffällig ist, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkens¬wert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen. Habermas’ Zeit an der Frankfurter Universität ist durch Ambivalenz gekennzeichnet: zum einen nahm man in euphorisch auf und lehnte ihn gleichzeitig aber auch ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden. &lt;br /&gt;
Habermas’ Verortung in Frankfurt lässt sich in drei Phasen einteilen. Diese drei Teile stellen die Kapitel dieser Hausarbeit dar, wobei der Schwerpunkt in den ersten beiden Teilen zu sehen ist. Die erste Phase und somit der erste Teil bezieht sich auf die Jahre von 1956 bis 1959, seine zweite Phase in Frankfurt erstreckt sich über einen Zeitraum von 1964 bis 1971 und die dritte Phase beginnt 1983 und endet mit seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adorno und Horkheimer: Remigranten am neugegründeten IfS ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Horkheimer, der 1933 im Zuge der Institutsschließung durch das Nazi-Regime in die USA ausgewandert war, verlegte den Sitz des Instituts in der Folgezeit von Frankfurt über Genf und Paris letztlich an die Columbia University nach New York. Da auch die Gelder der Stiftung rechtzeitig ins Ausland transferiert werden konnten, waren die wirtschaftliche Fortexistenz des Instituts als „Institute for Social Research“ (ISR) und die weitere Herausgabe der „Zeitschrift für Sozialforschung“, zuletzt fortgeführt als „Studies in Philosophy and Social Science“, vorerst gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er entwickelte mit Theodor W. Adorno das gemeinsame Werk „Dialektik der Aufklärung“ ebenso wie im weiteren Verlauf die „Studies in Prejudice“ mit dem berühmt gewordenen Teil über die „Authoritarian Personality“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für Adorno bereits feststand, nämlich nach Beendigung des National¬sozialistischen Regimes wieder nach Deutschland zurück zu kehren, war für Horkheimer ein Prozess, der sich über mehrere Jahre vollzog und nur mit der Bedingung einer weiterhin bestehenden US-Bürgerschaft verbunden war. Bereits 1946 warb die Stadt und die Universität um die Rückkehr des Instituts für Sozialforschung nach Frankfurt. Nach ersten Kontaktaufnahmen in den Folgejahren war es Max Horkheimer, der 1949 als erster wieder an das neu gegründete Institut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zurück kehrte und seinen damaligen von den Nazis abgeschafften Lehrstuhl für Sozialphilosophie besetzte, diesmal allerdings als Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie deklariert.&lt;br /&gt;
Der Forschungsbetrieb wurde Ende 1950 mit einer Studie, die an die bereits von Horkheimer und Adorno in den USA entwickelte Untersuchung „The Lessons of Fascism“ anknüpfte, wieder aufgenommen. Fünf Jahre später veröffentlichte man die Studie unter dem Titel „Gruppenexperiment“, eine empirische Untersuchung über das politische Bewusstsein der Deutschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das am stärksten aus der Untersuchung hervorgehende Resultat beunruhigte Horkheimer, dass der Antisemitismus in Deutschland immer noch weit verbreitet ist, insbesondere bei den Akademikern: „Das vorgelegte Material ermächtigt wohl zu dem Schluss,“ so eine Aussage aus der Studie, „dass zwar die nationalsozialistische Ideologie als in sich einheitlich organisierter Zusammenhang nicht mehr existiert, da ihr insbesondere durch den Misserfolg ihre stärkste integrierende Kraft entzogen wird, dass aber zahlreiche Einzelelemente des faschistischen Denkens, heraus gebrochen aus ihrem Zusammenhang und darum oft doppelt irrational, noch gegenwärtig sind und in einer veränderten politischen Situation wieder manipuliert werden könnten“ . Dieser Auszug aus einem der Ergebnisse stellt deutlich die sozialwissenschaftliche Bestätigung des Ausmaßes des Misstrauens seitens Horkheimer gegenüber seinem unmittelbaren Umfeld an der Universität dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Remigrant Horkheimer hat es in nur kurzer Zeit unter den spezifischen Bedingungen der von den USA dominierend beeinflussten Nachkriegspolitik vermocht, seine alte Stellung vom Ende der Weimarer Republik wieder einzunehmen und darüber hinaus die höchste Stufe der universitären Karriereleiter zu erklimmen“ , denn im November 1951 wurde Horkheimer mit knapper Mehrheit zum Rektor der Frankfurter Universität gewählt und konnte nun einen direkten Einfluss auf die Berufungspolitik und der Errichtung von „Wiedergutmachungslehrstühlen“ nehmen. &lt;br /&gt;
Ob sich das auf die Situation am IFS, die Entwicklung der Projekte und das Verhältnis zu Habermas auswirkte, der 1956 an das Institut gekommen ist, behandelt der nächste Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation am Institut für Sozialforschung stellte sich als eine andere dar, als noch am alten Institut in den 20er und 30er Jahren. Ging man nach der Neugründung Anfang der 50er Jahre davon aus, dass Horkheimer als damaliger und erneut eingesetzter Institutsleiter darauf bedacht war, den alten Mitarbeiterkreis wieder für Arbeiten am IfS zu gewinnen, täuschte man sich. Wo die Kontakte zu den alten Mitarbeitern nicht gänzlich abgerissen waren, blieben sie vergleichsweise spärlich auf Erinnerungen und den Austausch von Informationen begrenzt. Selbst der Kontakt zu den engsten Mitarbeitern der Exilzeit - zu Felix Weil und Herbert Marcuse -, war durch stetig anwachsende sachliche und persönliche Entfremdung gekennzeichnet. Zwar wurden ab und zu alte Mitarbeiter zu Vorträgen eingeladen, aber es kam zu keiner institutionellen Zusammenarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen entwickelten sich neue Allianzen mit dem einzigen Grund - welches zugleich auch bestimmendes Thema der 50er Jahre im „soziologischen“ Nachkriegs¬deutschland bildete: mit den amerikanischen Reeducation-Programmen die Über¬windung des Nationalsozialismus und die Herausbildung einer Zivilgesellschaft, die für den Faschismus nicht mehr anfällig ist. Auf der einen Seite gab es die alten Eliten, die sich am NS-Staat aktiv beteiligt hatten und nach seinem katastrophalen Scheitern nicht abgetreten sind und auf der anderen Seite standen all diejenigen, die in Politik, Bildung und Medien darauf drängten, dass der neue Staat nicht mehr in die Hände der alten Eliten fallen sollte. An ihrer Spitze standen Horkheimer und Adorno. So ist es auch zu erklären, dass ungeachtet intellektueller sowie auch persönlicher Differenzen Beziehungen zu Plessner, König oder Bergstraesser entstanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik“ schreibt Clemens Albrecht über Horkheimers Institutspolitik, dass diese „aus der Perspektive der 60er und 70er Jahre seltsam anmutende Vermischung der intellektuellen Fronten ein Charakteristikum der 50er Jahre und eine wichtige Voraussetzung für die Wirkung des IfS, weil es sich durch diese Kontakte und Allianzen etablierte und eine anerkannte Ausgangsposition schuf. Im Bereich der Sozialwissenschaften lebte diese Zusammenarbeit, in der sich eine der wichtigsten Trägergruppen der Bundesrepublik formierte, von dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundkonsens der 50er Jahre: Aufbau moderner Sozialwissenschaft nach amerikanischem Vorbild zur Stütze der Demokratie und Überwindung des National¬sozialismus.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant erscheint mir auch, dass Horkheimer offenkundig darum bemüht war, einen Trennungsstrich zwischen dem neuen und dem alten Institut zu ziehen. Er versuchte sogar zu verhindern, dass irgendwelche möglicherweise Anstoß erregenden Arbeiten aus dem alten Institut wieder ans Tageslicht kamen. Man sprach auch von einer „zugenagelten Kiste im Keller des Instituts“, dem Giftschrank Horkheimers, in der die alten Zeitschriften für Sozialforschung (ZfS) aufbewahrt wurden. So war es auch nicht überraschend, dass Jürgen Habermas, der 1956 an das IfS gekommen war sagte: „Die Zeitschrift war inexistent, ich wusste gar nicht dass sie im Keller übrigens verschlossen war.”  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man die Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren verstehen, muss man die politisch gewordene Person Max Horkheimers im Kontext der sich entwickelnden Bundesrepublik sehen. So standen für ihn die „Wende zur Demokratie“ und der Bruch mit der kommunistischen Ideologie der 30er Jahre im Vordergrund. Folglich ist es auch nicht verwunderlich, dass er in der Folgezeit auf die politische Absicherung des IfS innerhalb der Wissenschaft und der politischen Öffentlichkeit bedacht war. Horkheimer versuchte erfolgreich Anfang der 50er Jahre das Institut für Sozialforschung und seine Belange durch Beziehungen mit politisch hochgestellten Amtsträgern abzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation in den 50er Jahren am Institut für Sozialforschung empfand Habermas als miserabel, „vor allem wegen Spannungen und Ressentiments zwischen Horkheimer, Adorno und Neumarck, die auf alte „vor 33er-Querelen“ zurückgingen“, erinnert sich Jürgen Habermas in einem Interview, das mit ihm im Februar 2008 per Fax im Rahmen des Lehrforschungsprojekts geführt wurde. „Mit dem Direktorat Horkheimer war das Institut der WISO-Fakultät weggenommen worden! Außerdem war in der WISO-Fakultät ein Ökonom einflussreich [...] von dem es hieß, er sei Nazi gewesen. Für mich blieben aber die Gründe für die gegenseitigen Affekte damals undurchsichtig, auch die Affäre der Berufung Golo Mann’s. Die Ausarbeitung und Koordinierung des Studiengangs erforderte schwierige Verhandlungen zwischen beiden Fakultäten, die später noch von Tenbruck und mir weitergeführt worden sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jürgen Habermas am Institut für Sozialforschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1953 erregte Habermas zum ersten Mal öffentliches Aufsehen, als er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Rezension zu Heideggers „Einführung in die Metaphysik“  verfasste, die im selben Jahr erschienen war. Diese Vorlesung aus dem Jahre 1935 wurde samt ihres Vokabulars von der &amp;quot;inneren Größe und Wahrheit&amp;quot; des Nationalsozialismus ohne ein Wort der Erklärung wieder abgedruckt. Anders als viele seiner Altersgenossen reagierte Habermas auf diese Leugnung jeglicher politischer Verantwortung mit Empörung. Der kurze Aufsatz &amp;quot;Mit Heidegger gegen Heidegger denken&amp;quot; ist der Beginn seines politisch-publizistischen Engagements und gleichzeitig auch der Zeitpunkt an dem Adorno und Horkheimer das erste Mal auf ihn aufmerksam wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1954 promovierte Habermas in Bonn mit einer Arbeit über „Das Absolute und die Geschichte. Von der Zwiespältigkeit in Schellings Denken“ bei Erich Rothacker und Oskar Becker. Nach der Promotion betätigte er sich als freier Journalist für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, den Merkur, die Frankfurter Hefte und das Düsseldorfer Handelsblatt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam mit einem Stipendium als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1956 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig von Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, äußerte Adorno gegenüber Horkheimer, dem Leiter des Instituts, den ausdrücklichen Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis Horkheimer- Habermas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits früh engagierte sich Habermas in der politischen Öffentlichkeit und trat im Zuge der Remilitarisierungsdebatte „Kampf dem Atomtod“ der Bundesrepublik am 20. Mai 1958 im Rahmen einer von unabhängigen Parteien, Gewerkschaften und der studentischen Bewegung organisierten Veranstaltung vor dem Frankfurter Römer als Redner auf. Mit der, kurze Zeit später in der studentischen Zeitung „Diskurs“ erschienenen Ansprache unter dem Titel „Unruhe erste Bürgerpflicht“, zog sich Habermas zum ersten Mal den Unmut des Institutsleiters auf sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Artikel bringt er zum Ausdruck, dass man gegen die „Politik der Stärke“ protestieren müsse. Er endet damit, dass die “Universität als Korporation (…) ihre politische Neutralität wahren soll. Aber sie bleibt ein Hort der Gewissensfreiheit nur, solange ihre Bürger politische Gewissensentscheidungen öffentlich und mit den wirksamsten der rechtens zu Gebote stehenden Mittel bekunden. Einmal schon sind deutsche Universitäten zu lange Hort versäumter Gewissensentscheidungen ge¬blieben. Der Demonstrationszug vom 20. Mai richtet sich extra muros gegen die verantwortlichen Träger einer Politik der Stärke; intra muros aber richtet er sich nicht in erster Linie an die, die sich „für“ diese Politik schlagen, sondern an die, die sich, trotz besserer Einsicht, nicht ‚gegen’ sie schlagen. Wenn sich angstbereite Einsicht kompetenzfrei mit Unerschrockenheit gegenüber den Einflussreicheren verbindet, heißt man’s Zivilcourage. Heute steht sie unter Panikverdacht – muss das sein?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die protestantisch gehaltene Redensart und der Umgang mit der Neutralitäts¬wahrung der Hochschulen in dem Artikel, stellten den ersten Bruch mit Horkheimer und seinem weitgehend politisch neutral gehaltenem Universitätskurs dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas erstes großes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „Student und Politik“ an der er mit Ludwig von Friedeburg, Christoph Oehler und Friedrich Weltz arbeitete.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie kam es zum erneuten Konflikt mit Max Horkheimer, der die wiederholte unterschiedslose Übertragung des Revolutionsbegriffs auf die Gegen¬wart kritisierte. In der Einleitung hatte Habermas einen emphatischen Begriff von politischer Demokratie „als Maßstab der Interviewauswertung entwickelt, den Horkheimer als durchsichtige Verkleidung des alten Revolutionsbegriffs ansah.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwände Horkheimers verzögerten das Erscheinen der Studie und führten letzt¬endlich dazu, dass sie nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen ist. Horkheimer war es daran gelegen, als Institutsleiter, stellvertretend für das Institut, mit dieser Studie nicht in Verbindung gebracht zu werden. Er schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine neun Seiten umfassende schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und seinen im Laufe des Jahres gewachsenen Unmut widerspiegelt. Dies führte unter anderem dazu, dass sich die Lage für Habermas und seine bevorstehende Habilita¬tion in Frankfurt grundlegend änderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich ver¬weisender Mensch“. Er „trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für möglich hielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur in die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen, sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz der intensiven Bemühungen von Adorno und Helmut Becker Max Horkheimer zu überreden das Habilitationsgesuch anzu¬erkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitations¬möglichkeit. Seine Versuche mit dem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder aufzunehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze, welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und die sozialphilosophischen Studie „[[Theorie und Praxis]]“ (1963).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Nachfolger Horkheimers – das zweite Mal in Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger Hork¬heimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verließ er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg, um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedin¬gungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetra¬gen haben, dass er Frankfurt wieder verließ, stellt den zweiten Schwerpunkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Akteur der Hochschulpolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in den 50er Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas stellt in einer Rede auf einem Studentenkongress Anfang Juni 1967 - anlässlich der Trauerfeier des Studenten Benno Ohnesorgs, der eine Woche zuvor im Zusammenhang mit einer Anti-Schah-Demonstration vor der Berliner Oper von einem Polizisten erschossen worden war - sein Programm zur damaligen Hochschul¬politik vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas versuchte in seiner Rede die politische Rolle der Studentenschaft in der BRD zu bestimmen. Er verteidigte den studentischen Protest und führt als Legitima¬tion an, dass jene Proteste oft erst zu Bewusstsein führen, was die offiziellen Instanzen „absichtslos oder auch mit Vorsatz aus dem politischen Bewusstsein ihrer Bürger aussperre und vielleicht sogar aus ihrem eigenen Bewusstsein verdränge“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stellt weiterhin die These auf, dass die Studentenproteste eine „kompensatorische Funktion haben, weil die in einer Demokratie sonst eingebauten Kontroll¬mechanismen nicht oder nicht ausreichend arbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiel, bei denen studentische Proteste ein Missverständnis zwischen beanspruchter Legitimation und tatsächlichem Verhalten aufgezeigt haben bzw. die Gesellschaft für diese Problematik sensibel machten, führt Habermas den Vietnam-Konflikt an. Er stellt einen der Gründe für Studentenproteste dar, bei dem das offizielle Weltbild des Landes sensibel für ein politisches Thema gemacht wurde, so dass im weiteren Verlauf detaillierte Informationen zu diesem Konflikt fortlaufend an die Öffentlichkeit gedrungen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Resümierend stellt Habermas auf dem Kongress in Hannover fest, die Aufgabe studentischer Opposition in der Republik sei, „den herrschenden Mangel an theoretischer Perspektive, den Mangel an Sensibilität gegenüber Verschleierung und Verketzerungen, den Mangel an Radikalität bei der Auslegung und Praktizierung unserer sozialrechtstaatlichen und demokratischen Verfassung, den Mangel an Antizipationsfähigkeit und wachsender Phantasie, also Unterlassung, zu kompen¬sieren“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch lässt es Habermas nicht aus, auch auf objektive und subjektive Gefahren hinzuweisen, die sich im Bereich der Hochschule für den politischen Bewegungs¬spielraum der Studentenschaft ergeben können. Die Studenten müssen sich bewusst sein, dass „angesichts einer ungewöhnlich langen Durststrecke zwischen Theorie und Praxis und angesichts der für die Studentenrolle charakteristischen Spannung zwischen Berufsvorbereitung und politischem Engagement sowie zwischen einem positivistischen Wissenschaftsbetrieb, der Handlungsspielraum nicht mehr hergeben konnte, um dem Bedürfnis nach einer praktischen Gesamtorientierung gerecht zu werden“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zu dem Thema der demonstrativen Gewalt äußert sich Habermas und macht deutlich, dass diese demonstrative Gewalt lediglich die Aufklärung als Ziel innehaben dürfe. Die Aufmerksamkeit, welche durch die Demonstrationen erreicht werden müsse, diene nur dem Zweck die eigenen „besseren“ Argumente zum Ausdruck zu bringen. Gewalt kann aber dem Ziel Diskussion zu erlangen, nicht dienen. „Wenn die studentische Opposition einen Vorzug hat“, meint Habermas, „dann kann es nur der sein: Dass sie Sensibilität für die Verletzung von Menschen und für deren Verletzbarkeit, einzelner Menschen wie ganzer Klassen, zu einer politischen Kategorie erhebt“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum eigentlichen Eklat kommt es im Anschluss an die öffentliche Diskussion des Organisationsreferats auf der 22. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, vom 5. September 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Habermas nach seiner Verabschiedung noch einmal auf das Podium ging und Stellung zu der unmittelbar zuvor gehaltenen Rede des Studentenführers Rudi Dutschke nahm. Dutschke forderte Sitzstreiks an den Universitäten und die Bildung von „Aktionskomitees“ zur Politisierung der Universitäten als Teil einer „bewussten Durchbrechung der etablierten Spielregeln“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas richtete an ihn folgende Worte: „Herr Dutschke hat als konkreten Vorschlag nur vorgetragen [...], dass ein Sitzstreik stattfinden soll. Das ist eine Demonstration mit gewaltlosen Mitteln. Ich frage mich, warum er das nicht so nennt und warum er eine dreiviertel Stunde darauf verwendet hat, um eine voluntaristische Ideologe hier zu entwickeln, die man im Jahr 1848 utopischen Sozialismus genannt hat, die aber unter heutigen Umständen - jedenfalls glaube ich, Gründe zu haben, diese Terminologie vorzuschlagen - 'linken Faschismus' nennen muss.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas befürchtet durch den Aufruf Dutschkes und des SDS, würde man den bürgerlichen Staat mit illegalen Aktionen provozieren, ohne jedoch die Chance zu haben, ihn durch erfolgreiche Revolution zu überwinden. Mehr noch, es wäre denkbar, dass jenes Phänomen wie es bereits in Italien in den 20er Jahren und auch in Deutschland zur Zeit der Weltwirtschaftskrise aufgetreten ist, dass ein demokra¬tischer Staat den Faschismus „beauftragt“, um die Bedrohung von links gewaltsam zu zerschlagen, wieder akut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden wurde der Begriff „linker Faschischmus“ insbesondere von den konservativen Medien und Politikern zur negativen Charakterisierung der Außerparlamentarischen Opposition gebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Habermas bewusst wurde, welche nachhaltigen Ausmaße sein Dogma in der öffentlichen Diskussion erlangte, nahm er bereits in seinem Aufsatz „Hochschul¬reform und Protestbewegung“ und dann auch in einem Brief an Erich Fried, einem politisch engagierten Schriftsteller, im Juli 1967, seine Aussage öffentlich zurück: „Ich habe in Hannover vom „linken Faschismus“ in einem klar hypothetischen Zusammenhang gesprochen.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem weiteren Brief im Mai 1968 konstatiert er, dass für ihn in der damaligen Situation nicht zu sehen war, dass die neuen Formen der Provokation ein sinnvolles, legitimes und sogar notwendiges Mittel sind, um Diskussionen dort, wo sie verweigert werden, zu erzwingen. Seine damalige Angst erschließt sich aus den irrationalistischen Implikationen eines Vorgehens, das unter dem Topos 'die Spielregeln brechen' eingeführt wurde. Die Intention der damaligen Bemerkung hat sich für Habermas auf Grund der weiterhin bestehenden Befürchtung, nicht geändert. Die Etikettierung des linken Faschismus, sei aus heutiger Sicht unglücklich gewählt, da es ein grobes Missverständnis einer Identifizierung des SDS mit den rechten Studenten Anfang der dreißiger Jahre hervorgerufen hat. Dennoch hält er nach wie vor Gewaltanwendung in der „gegenwärtigen Situation nicht für ein vertretbares Mittel des politischen Kampfes.““ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur, dass diese Geschehnisse gleichbedeutend mit dem intellektuellen Bruch der Beziehung zur Studentenbewegung zu sehen waren, wurde das Schlagwort des Linksfaschismus seit 1967 auch weiterhin immer wieder zur Denunziation links¬progressiver Aktionen und Zitate verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adornos Tod, Wendepunkt für Habermas? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt und der Situation von Habermas in Frankfurt, bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den zum früheren Horkheimer-Kreis gehörenden Personen lebten noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte und Leo Löwenthal, der seit den 50er Jahren in den USA lebte und ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley arbeitete. Der Bruch Löwenthals mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50er Jahren als es zu einem Streit kam, durch Pensionsansprüche, die Löwenthal gegenüber dem Institut geltend machte. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistiger Weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers: „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem eher distanziert gegenüber. Innerhalb von zwei Jahren verließen auch die „jüngeren“ Soziologen und Adorno-Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konflikte mit der 68er Bewegung, Adornos Tod etc. führten schließlich dazu, dass Jürgen Habermas 1971 einen Ruf als Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaft¬lich-technischen Welt in Starnberg bei München annahm und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie-Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb im April 1971 in einem Brief an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu verlassen, deutlich machte: “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkeit bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozial¬forschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hier bleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Institutionelle Probleme der Neugründung der Fachbereiche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichsgliederung anstelle der Fakultäten 1971 anstand, so berichtet Hermann Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein Pro oder Contra der Zusammenlegung entscheiden zu können. Als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen (Integration der so genannten Grundwissenschaften in den Fachbereich) würde, war es für ihn als Philosoph keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas in diesem Vorgehen eine Art politischen Elitismus nie ganz ab. Durch die zum damaligen Zeitpunkt schon stark boomende Lehrerausbildung, gab es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben, so dass zum Teil auch Oberstudienräte Professoren-Stellen besetzten. Zum anderen gab es die Befürchtung, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies steht jedoch im Widerspruch zu einer von Habermas selbst getroffenen Aussage aus einem Fax-Interview, in dem er auf das angesprochene Thema der Zusammenlegung der Soziologie und der Philosophie mit Ahnungslosigkeit reagiert: „Von dem Plan einer Zusammenlegung der beiden Fächer höre ich zum ersten Mal; ich halte das für eine Ente.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weggang von Habermas nach Starnberg 1971 wurde zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch betrachtet, hatte sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Fassung der Hochschulgesetze beteiligt, um dann, kurz nach dem diese seinen Vorstellungen weitestgehend entsprechend ver¬abschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden waren, die Universität Frankfurt zu verlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herbert Schnädelbach, Dekan des neu gegründeten Fachbereichs beschreibt in einem Interview, das im Rahmen des Lehrforschungsprojekts mit ihm geführt wurde, die Diskussion im Zuge der Fachbereichsgründung: „In der ersten Sitzung des neu gegründeten Fachbereichs [...] war Habermas noch als Mitglied im Fachbereichsrat gesessen und ist dann sofort nach Starnberg. Also es war damals auch die Rede, dass man es bedauert hat, dass Habermas ging, weil man gesagt hat, er ist doch maßgeblich an dieser Hochschulreform beteiligt gewesen [...] von ihm sind ja auch viele Ideen eingegangen, das sagt er ja auch selber in seinem Beitrag. Er verweist da auf Denninger, Wiethölter und Friedeburg, und wir haben das dann schade gefunden, dass genau in dem Augenblick, wo die neue Verfassung da war, er dann nach Starnberg gegangen ist [...] also es war ganz eindeutig so [...], wir hatten alle [...] wir wollten alle nicht mit den Sozialwissenschaften also mit den Gesellschaftswissenschaften zusammen gehen. Das hatte auch einfach den Grund, wir hatten Angst von denen dominiert zu werden“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Rückkehr nach Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre arbeitete Habermas in Starnberg und entwickelte unter anderem seine als Hauptwerk geltende „Theorie des kommunikativen Handelns“. Doch auch in Starnberg traten interne Schwierigkeiten auf, die 1983 zur Trennung führten. Grund des Konfliktes waren die Arbeitsbedingungen in den 80er Jahren. Habermas wollte sich von einigen seiner Mitarbeiter trennen, da eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr die gewünschten Ergebnisse geliefert hätte. Auf Grund einer Kettenvertrags¬reglung, die einzelne Mitarbeiter nicht kündbar machte und somit einen arbeitsrecht¬lichen Prozess nach sich gezogen hätte, sah er keine Möglichkeit mehr für eine konstruktive Weiterarbeit. Retrospektiv bedauert Habermas: „Leider habe ich in der Zeit, als wir in Starnberg empirische Arbeiten gemacht haben, ein Forschungsziel nicht realisieren können, einfach weil ich nicht die richtigen Mitarbeiter gefunden habe, ich meine man muss Mitarbeiter die Dinge machen lassen, die sie selber möchten sonst sind sie nicht gut, nicht? Ich habe damals keinen gefunden, mit dem ich zusammen, die Themenstellung hätte aufgreifen können.“ &lt;br /&gt;
Als Habermas diesen Beschluss gefasst hatte wieder zurück an die Universität zu gehen, war es die Hoffnung des Fachbereichs 03 der Frankfurter Universität, ihn für eine Professur zu gewinnen. Nachdem 1982 Holger Börner, damaliger Minister¬präsident des Landes Hessen öffentliches Interesse bekundet hat, Habermas an die Universität Frankfurt zu holen, kontaktierte ihn Gerd Brand vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Er bat ihn einen „vakanten“ Lehrstuhl für Soziologie in seinem Fachbereich zu übernehmen. Habermas lehnte ab, da er auch schon philosophische Rufe nach Bielefeld und Frankfurt erhalten hat. Er selber war der Meinung, er eigne sich besser für die forschende Lehre als für die institutionalisierte Forschung, und auch für ein Großteil der damaligen Professoren war der Grund den Fachbereich Philosophie dem der Gesellschaftswissenschaften vorzuziehen, nachvollziehbar. Heinz Steinert, damals Dekan am Fachbereich 03, bestätigt dies in einem Interview: „Nach seiner wissenschaftlichen Herkunft wie den Arbeits¬bedingungen (bei uns Massenbetrieb mit einem hohen Anteil Lehrerausbildung - ein Promi wie Habermas wäre bei uns allein mit Prüfungen überlaufen worden; am FB 08 überschaubare Seminare) kann man das aber gut verstehen.“  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es, dass Jürgen Habermas von Ende 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor der Philosophie am Fachbereich 08 mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie war und sich in dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus beteiligt. Er veröffentlicht die Werke „Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln“ (1983), „Die neue Unübersichtlichkeit“ und „Diskurs der Moderne“ (1985). Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“, in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit: Verpasste Chance oder politisch-theoretische Gründe? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Rahmen des Lehrforschungsprojektes bearbeitete Fragestellung, ob es eine verpasste Chance für die Soziologie an der Universität Frankfurt gegeben hat, lässt sich meiner Ansicht nach am ehesten mit sowohl als auch beantworten; das heißt einerseits gibt es politisch-theoretische Gründe, andererseits aber auch Gründe, die zum einen in der Person Habermas begründet sind und zum anderen den sich ändernden gesellschaftlichen und universitären Rahmenbedingungen zuzuschreiben sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkt in Habermas erster Phase in Frankfurt einzig das Verhältnis zum damaligen Institutsleiter Max Horkheimer und dessen politischem Programm der Ent¬nazifizierung und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Etablierung des Instituts für Sozialforschung als ausschlaggebender Grund für die vorzeitige Trennung, so sind doch gerade in der zweiten Phase das Umfeld der Frankfurter Universität und die eskalierenden Studentenproteste die entscheidenden Faktoren, dass Habermas 1971 Frankfurt in Richtung Starnberg verlässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Auflösung der Fakultäten und der Gründung von Fachbereichen in Frankfurt wurde der Raum für die Entwicklung und Entfaltung theoretisch-sozio¬logischer Forschungsarbeit eingeschränkt. Die wohl notwendige Einbindung der Lehramtsausbildung in den universitären Betrieb und zwar in den soziologischen Fachbereich, ließen für Habermas keinen Zweifel, dass eine soziologische Forschung mit der vom ihm bevorzugten philosophischen Ausrichtung wie in den 50er und auch noch in den 60er Jahren nicht mehr möglich gewesen wäre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adornos Tod bildete informell das Ende der soziologischen Forschungstradition in Frankfurt. Mit Habermas verlor die Universität einen philosophischen Soziologen - und darin sehe ich die verpasste Chance für Frankfurt. Wenn man ihm die Voraussetzungen für eine eigenständige Tradition und die Fortführung mit den für ihn wichtigen Mitarbeitern hätte geben können, dann hätte die Möglichkeit bestanden, dass die Soziologie in Frankfurt ihren wichtigen Stellenwert behält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht, Clemens; Behrmann, Günther; Bock, Michael; Homann, Harald; Tenbruck, Friedrich: Die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik. Frankfurt/New York: Campus Verlag 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dutschke- Klotz, Gretchen: Dutschke, Rudi: Eine Biographie. Kiepenheuer &amp;amp; Witsch, 4. Auflage 1996, S 136&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dutschke, Rudi, Krahl, Hans- Jürgen: Organisationsreferat auf der XXII. Delegierten¬konferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, 5. September 1967&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Düringer, Hermann: Universale Vernunft und Partikularer Glaube. Belgien: Peeters Leuven 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früchtl, Josef: Geist gegen den Zeitgeist: Erinnern an Adorno. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1991&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen &amp;amp; Friedeburg, Ludwig &amp;amp; Oehler, Christoph &amp;amp; Weltz, Friedrich: Student und Politik - Eine soziologische Untersuchung zum politischen Bewußtsein Frankfurter Studenten. Neuwied-Berlin: Luchterhand 1961&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Erkenntnis und Interesse. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1968.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Kleine politische Schriften (I-IV). Frankfurt/M: Suhrkamp Verlag 1981&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Protestbewegung und Hochschulreform. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag1969.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Unruhe erste Bürgerpflicht. In: Diskus – Frankfurter Studentenzeitung, 8. Jg., Juni 1958, Nr. 5, S. 2. (Dok. Nr . 50)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Zur Logik der Sozialwissenschaften. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1982&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer, Max: Brief an Adorno, Theodor W vom 27. September 1958, Horkheimer, Max Gesammelte Schriften Bd. 18: Briefwechsel 1949–1973. Frankfurt/Main: hrsg. von Schmid-Noerr, Gunzelin 1996, S. 437– 452. (Dok. Nr . 53)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer, Max: Mitte Mai 1958. Frankfurt/M: in: ders., Gesammelte Schriften, Bd.14: Nachgelassene Schriften 1949–1972. 1988, S. 82 f. (Dok. Nr . 49)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer, Max: Zur Funktion der Atombewaffnung. Frankfurt/M: in: ders., Gesammelte Schriften Bd. 14: Nachgelassene Schriften 1949 –1972, hrsg. von Schmid-Noerr, Gunzelin. 1988, S. 83. (Dok. Nr. 52)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraushaar, Wolfgang: Frankfurter Schule und Studentenbewegung: von der Flaschenpost zum Molotowcocktail. Hamburg: 1946- 1995 3 Bände&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pollock, Friedrich: Überlegungen aus dem Frühling 1960 (Späne – Notizen über Gespräche mit Horkheimer, Max), in: Horkheimer, Max Gesammelte Schriften Bd.14: Nachgelassene Schriften 1949–1972. Frankfurt/M: hrsg. von Schmid Noerr, Gunzelin 1988, S. 544. (Dok. Nr . 59)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reese-Schäfer, Walter: Jürgen Habermas. Frankfurt/New York: Campus, 1991&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiggershaus, Rolf: Die Frankfurter Schule. München: Carl Hanser Verlag 1986&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winkler, Willi In: Die Zeit 1996,: Neues zur Gründungsgeschichte der Bundes¬republik: Horkheimer gegen Habermas, dazwischen Adorno.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zeittafel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_die_Soziologie_und_Philosophie_der_Universit%C3%A4t_Frankfurt/M.&amp;diff=4460</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für die Soziologie und Philosophie der Universität Frankfurt/M.</title>
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		<updated>2008-05-18T14:10:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Soziologie in Frankfurt“, bearbeite ich die Fragestellung, ob es an der Universität Frankfurt aufgrund von politischen oder persönlichen Problemen mit Jürgen Habermas zu einer verpaßten Chance gekommen ist oder nicht.  Die Philosophie und auch die Soziologie sind in Frankfurt geschichtlich eng mit dem Begriff der Frankfurter Schule und mit dem Namen Jürgen Habermas verbunden. Habermas begann seine akademische Laufbahn in Frankfurt und nahm sie in Frankfurt wieder auf, um auch heute noch zu den einflußreichsten intellektuellen Stimmen der Bundesrepublik zu gehören. Dennoch gab es im Laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte, an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichen Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifende Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus. In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk „Erkenntnis und Interesse“ allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffent¬lichung der „Theorie des kommunikativen Handelns“ zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons, wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang der 80er Jahre vernetzt sich Habermas stark international. John Rawls, Charles Taylor, Richard Rorty und Seyla Benhabib sind WeggefährtInnen. Internationale Anerkennung erfährt Habermas durch Auszeichnungen, wie den Kyoto Preis 2004. Auffällig ist, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkens¬wert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen. Habermas’ Zeit an der Frankfurter Universität ist durch Ambivalenz gekennzeichnet: zum einen nahm man in euphorisch auf und lehnte ihn gleichzeitig aber auch ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden. &lt;br /&gt;
Habermas’ Verortung in Frankfurt lässt sich in drei Phasen einteilen. Diese drei Teile stellen die Kapitel dieser Hausarbeit dar, wobei der Schwerpunkt in den ersten beiden Teilen zu sehen ist. Die erste Phase und somit der erste Teil bezieht sich auf die Jahre von 1956 bis 1959, seine zweite Phase in Frankfurt erstreckt sich über einen Zeitraum von 1964 bis 1971 und die dritte Phase beginnt 1983 und endet mit seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adorno und Horkheimer: Remigranten am neugegründeten IfS ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Horkheimer, der 1933 im Zuge der Institutsschließung durch das Nazi-Regime in die USA ausgewandert war, verlegte den Sitz des Instituts in der Folgezeit von Frankfurt über Genf und Paris letztlich an die Columbia University nach New York. Da auch die Gelder der Stiftung rechtzeitig ins Ausland transferiert werden konnten, waren die wirtschaftliche Fortexistenz des Instituts als „Institute for Social Research“ (ISR) und die weitere Herausgabe der „Zeitschrift für Sozialforschung“, zuletzt fortgeführt als „Studies in Philosophy and Social Science“, vorerst gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er entwickelte mit Theodor W. Adorno das gemeinsame Werk „Dialektik der Aufklärung“ ebenso wie im weiteren Verlauf die „Studies in Prejudice“ mit dem berühmt gewordenen Teil über die „Authoritarian Personality“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für Adorno bereits feststand, nämlich nach Beendigung des National¬sozialistischen Regimes wieder nach Deutschland zurück zu kehren, war für Horkheimer ein Prozess, der sich über mehrere Jahre vollzog und nur mit der Bedingung einer weiterhin bestehenden US-Bürgerschaft verbunden war. Bereits 1946 warb die Stadt und die Universität um die Rückkehr des Instituts für Sozialforschung nach Frankfurt. Nach ersten Kontaktaufnahmen in den Folgejahren war es Max Horkheimer, der 1949 als erster wieder an das neu gegründete Institut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zurück kehrte und seinen damaligen von den Nazis abgeschafften Lehrstuhl für Sozialphilosophie besetzte, diesmal allerdings als Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie deklariert.&lt;br /&gt;
Der Forschungsbetrieb wurde Ende 1950 mit einer Studie, die an die bereits von Horkheimer und Adorno in den USA entwickelte Untersuchung „The Lessons of Fascism“ anknüpfte, wieder aufgenommen. Fünf Jahre später veröffentlichte man die Studie unter dem Titel „Gruppenexperiment“, eine empirische Untersuchung über das politische Bewusstsein der Deutschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das am stärksten aus der Untersuchung hervorgehende Resultat beunruhigte Horkheimer, dass der Antisemitismus in Deutschland immer noch weit verbreitet ist, insbesondere bei den Akademikern: „Das vorgelegte Material ermächtigt wohl zu dem Schluss,“ so eine Aussage aus der Studie, „dass zwar die nationalsozialistische Ideologie als in sich einheitlich organisierter Zusammenhang nicht mehr existiert, da ihr insbesondere durch den Misserfolg ihre stärkste integrierende Kraft entzogen wird, dass aber zahlreiche Einzelelemente des faschistischen Denkens, heraus gebrochen aus ihrem Zusammenhang und darum oft doppelt irrational, noch gegenwärtig sind und in einer veränderten politischen Situation wieder manipuliert werden könnten“ . Dieser Auszug aus einem der Ergebnisse stellt deutlich die sozialwissenschaftliche Bestätigung des Ausmaßes des Misstrauens seitens Horkheimer gegenüber seinem unmittelbaren Umfeld an der Universität dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Remigrant Horkheimer hat es in nur kurzer Zeit unter den spezifischen Bedingungen der von den USA dominierend beeinflussten Nachkriegspolitik vermocht, seine alte Stellung vom Ende der Weimarer Republik wieder einzunehmen und darüber hinaus die höchste Stufe der universitären Karriereleiter zu erklimmen“ , denn im November 1951 wurde Horkheimer mit knapper Mehrheit zum Rektor der Frankfurter Universität gewählt und konnte nun einen direkten Einfluss auf die Berufungspolitik und der Errichtung von „Wiedergutmachungslehrstühlen“ nehmen. &lt;br /&gt;
Ob sich das auf die Situation am IFS, die Entwicklung der Projekte und das Verhältnis zu Habermas auswirkte, der 1956 an das Institut gekommen ist, behandelt der nächste Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation am Institut für Sozialforschung stellte sich als eine andere dar, als noch am alten Institut in den 20er und 30er Jahren. Ging man nach der Neugründung Anfang der 50er Jahre davon aus, dass Horkheimer als damaliger und erneut eingesetzter Institutsleiter darauf bedacht war, den alten Mitarbeiterkreis wieder für Arbeiten am IfS zu gewinnen, täuschte man sich. Wo die Kontakte zu den alten Mitarbeitern nicht gänzlich abgerissen waren, blieben sie vergleichsweise spärlich auf Erinnerungen und den Austausch von Informationen begrenzt. Selbst der Kontakt zu den engsten Mitarbeitern der Exilzeit - zu Felix Weil und Herbert Marcuse -, war durch stetig anwachsende sachliche und persönliche Entfremdung gekennzeichnet. Zwar wurden ab und zu alte Mitarbeiter zu Vorträgen eingeladen, aber es kam zu keiner institutionellen Zusammenarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen entwickelten sich neue Allianzen mit dem einzigen Grund - welches zugleich auch bestimmendes Thema der 50er Jahre im „soziologischen“ Nachkriegs¬deutschland bildete: mit den amerikanischen Reeducation-Programmen die Über¬windung des Nationalsozialismus und die Herausbildung einer Zivilgesellschaft, die für den Faschismus nicht mehr anfällig ist. Auf der einen Seite gab es die alten Eliten, die sich am NS-Staat aktiv beteiligt hatten und nach seinem katastrophalen Scheitern nicht abgetreten sind und auf der anderen Seite standen all diejenigen, die in Politik, Bildung und Medien darauf drängten, dass der neue Staat nicht mehr in die Hände der alten Eliten fallen sollte. An ihrer Spitze standen Horkheimer und Adorno. So ist es auch zu erklären, dass ungeachtet intellektueller sowie auch persönlicher Differenzen Beziehungen zu Plessner, König oder Bergstraesser entstanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik“ schreibt Clemens Albrecht über Horkheimers Institutspolitik, dass diese „aus der Perspektive der 60er und 70er Jahre seltsam anmutende Vermischung der intellektuellen Fronten ein Charakteristikum der 50er Jahre und eine wichtige Voraussetzung für die Wirkung des IfS, weil es sich durch diese Kontakte und Allianzen etablierte und eine anerkannte Ausgangsposition schuf. Im Bereich der Sozialwissenschaften lebte diese Zusammenarbeit, in der sich eine der wichtigsten Trägergruppen der Bundesrepublik formierte, von dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundkonsens der 50er Jahre: Aufbau moderner Sozialwissenschaft nach amerikanischem Vorbild zur Stütze der Demokratie und Überwindung des National¬sozialismus.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant erscheint mir auch, dass Horkheimer offenkundig darum bemüht war, einen Trennungsstrich zwischen dem neuen und dem alten Institut zu ziehen. Er versuchte sogar zu verhindern, dass irgendwelche möglicherweise Anstoß erregenden Arbeiten aus dem alten Institut wieder ans Tageslicht kamen. Man sprach auch von einer „zugenagelten Kiste im Keller des Instituts“, dem Giftschrank Horkheimers, in der die alten Zeitschriften für Sozialforschung (ZfS) aufbewahrt wurden. So war es auch nicht überraschend, dass Jürgen Habermas, der 1956 an das IfS gekommen war sagte: „Die Zeitschrift war inexistent, ich wusste gar nicht dass sie im Keller übrigens verschlossen war.”  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man die Situation am Institut für Sozialforschung in den 50er Jahren verstehen, muss man die politisch gewordene Person Max Horkheimers im Kontext der sich entwickelnden Bundesrepublik sehen. So standen für ihn die „Wende zur Demokratie“ und der Bruch mit der kommunistischen Ideologie der 30er Jahre im Vordergrund. Folglich ist es auch nicht verwunderlich, dass er in der Folgezeit auf die politische Absicherung des IfS innerhalb der Wissenschaft und der politischen Öffentlichkeit bedacht war. Horkheimer versuchte erfolgreich Anfang der 50er Jahre das Institut für Sozialforschung und seine Belange durch Beziehungen mit politisch hochgestellten Amtsträgern abzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation in den 50er Jahren am Institut für Sozialforschung empfand Habermas als miserabel, „vor allem wegen Spannungen und Ressentiments zwischen Horkheimer, Adorno und Neumarck, die auf alte „vor 33er-Querelen“ zurückgingen“, erinnert sich Jürgen Habermas in einem Interview, das mit ihm im Februar 2008 per Fax im Rahmen des Lehrforschungsprojekts geführt wurde. „Mit dem Direktorat Horkheimer war das Institut der WISO-Fakultät weggenommen worden! Außerdem war in der WISO-Fakultät ein Ökonom einflussreich [...] von dem es hieß, er sei Nazi gewesen. Für mich blieben aber die Gründe für die gegenseitigen Affekte damals undurchsichtig, auch die Affäre der Berufung Golo Mann’s. Die Ausarbeitung und Koordinierung des Studiengangs erforderte schwierige Verhandlungen zwischen beiden Fakultäten, die später noch von Tenbruck und mir weitergeführt worden sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jürgen Habermas am Institut für Sozialforschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1953 erregte Habermas zum ersten Mal öffentliches Aufsehen, als er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Rezension zu Heideggers „Einführung in die Metaphysik“  verfasste, die im selben Jahr erschienen war. Diese Vorlesung aus dem Jahre 1935 wurde samt ihres Vokabulars von der &amp;quot;inneren Größe und Wahrheit&amp;quot; des Nationalsozialismus ohne ein Wort der Erklärung wieder abgedruckt. Anders als viele seiner Altersgenossen reagierte Habermas auf diese Leugnung jeglicher politischer Verantwortung mit Empörung. Der kurze Aufsatz &amp;quot;Mit Heidegger gegen Heidegger denken&amp;quot; ist der Beginn seines politisch-publizistischen Engagements und gleichzeitig auch der Zeitpunkt an dem Adorno und Horkheimer das erste Mal auf ihn aufmerksam wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1954 promovierte Habermas in Bonn mit einer Arbeit über „Das Absolute und die Geschichte. Von der Zwiespältigkeit in Schellings Denken“ bei Erich Rothacker und Oskar Becker. Nach der Promotion betätigte er sich als freier Journalist für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, den Merkur, die Frankfurter Hefte und das Düsseldorfer Handelsblatt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam mit einem Stipendium als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1956 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig von Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, äußerte Adorno gegenüber Horkheimer, dem Leiter des Instituts, den ausdrücklichen Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis Horkheimer- Habermas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits früh engagierte sich Habermas in der politischen Öffentlichkeit und trat im Zuge der Remilitarisierungsdebatte „Kampf dem Atomtod“ der Bundesrepublik am 20. Mai 1958 im Rahmen einer von unabhängigen Parteien, Gewerkschaften und der studentischen Bewegung organisierten Veranstaltung vor dem Frankfurter Römer als Redner auf. Mit der, kurze Zeit später in der studentischen Zeitung „Diskurs“ erschienenen Ansprache unter dem Titel „Unruhe erste Bürgerpflicht“, zog sich Habermas zum ersten Mal den Unmut des Institutsleiters auf sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Artikel bringt er zum Ausdruck, dass man gegen die „Politik der Stärke“ protestieren müsse. Er endet damit, dass die “Universität als Korporation (…) ihre politische Neutralität wahren soll. Aber sie bleibt ein Hort der Gewissensfreiheit nur, solange ihre Bürger politische Gewissensentscheidungen öffentlich und mit den wirksamsten der rechtens zu Gebote stehenden Mittel bekunden. Einmal schon sind deutsche Universitäten zu lange Hort versäumter Gewissensentscheidungen ge¬blieben. Der Demonstrationszug vom 20. Mai richtet sich extra muros gegen die verantwortlichen Träger einer Politik der Stärke; intra muros aber richtet er sich nicht in erster Linie an die, die sich „für“ diese Politik schlagen, sondern an die, die sich, trotz besserer Einsicht, nicht ‚gegen’ sie schlagen. Wenn sich angstbereite Einsicht kompetenzfrei mit Unerschrockenheit gegenüber den Einflussreicheren verbindet, heißt man’s Zivilcourage. Heute steht sie unter Panikverdacht – muss das sein?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die protestantisch gehaltene Redensart und der Umgang mit der Neutralitäts¬wahrung der Hochschulen in dem Artikel, stellten den ersten Bruch mit Horkheimer und seinem weitgehend politisch neutral gehaltenem Universitätskurs dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas erstes großes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „Student und Politik“ an der er mit Ludwig von Friedeburg, Christoph Oehler und Friedrich Weltz arbeitete.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie kam es zum erneuten Konflikt mit Max Horkheimer, der die wiederholte unterschiedslose Übertragung des Revolutionsbegriffs auf die Gegen¬wart kritisierte. In der Einleitung hatte Habermas einen emphatischen Begriff von politischer Demokratie „als Maßstab der Interviewauswertung entwickelt, den Horkheimer als durchsichtige Verkleidung des alten Revolutionsbegriffs ansah.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwände Horkheimers verzögerten das Erscheinen der Studie und führten letzt¬endlich dazu, dass sie nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen ist. Horkheimer war es daran gelegen, als Institutsleiter, stellvertretend für das Institut, mit dieser Studie nicht in Verbindung gebracht zu werden. Er schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine neun Seiten umfassende schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und seinen im Laufe des Jahres gewachsenen Unmut widerspiegelt. Dies führte unter anderem dazu, dass sich die Lage für Habermas und seine bevorstehende Habilita¬tion in Frankfurt grundlegend änderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich ver¬weisender Mensch“. Er „trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für möglich hielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur in die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen, sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz der intensiven Bemühungen von Adorno und Helmut Becker Max Horkheimer zu überreden das Habilitationsgesuch anzu¬erkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitations¬möglichkeit. Seine Versuche mit dem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder aufzunehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze, welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und die sozialphilosophischen Studie „[[Theorie und Praxis]]“ (1963).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Nachfolger Horkheimers – das zweite Mal in Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger Hork¬heimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verließ er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg, um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedin¬gungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetra¬gen haben, dass er Frankfurt wieder verließ, stellt den zweiten Schwerpunkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas als Akteur der Hochschulpolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in den 50er Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas stellt in einer Rede auf einem Studentenkongress Anfang Juni 1967 - anlässlich der Trauerfeier des Studenten Benno Ohnesorgs, der eine Woche zuvor im Zusammenhang mit einer Anti-Schah-Demonstration vor der Berliner Oper von einem Polizisten erschossen worden war - sein Programm zur damaligen Hochschul¬politik vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas versuchte in seiner Rede die politische Rolle der Studentenschaft in der BRD zu bestimmen. Er verteidigte den studentischen Protest und führt als Legitima¬tion an, dass jene Proteste oft erst zu Bewusstsein führen, was die offiziellen Instanzen „absichtslos oder auch mit Vorsatz aus dem politischen Bewusstsein ihrer Bürger aussperre und vielleicht sogar aus ihrem eigenen Bewusstsein verdränge“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stellt weiterhin die These auf, dass die Studentenproteste eine „kompensatorische Funktion haben, weil die in einer Demokratie sonst eingebauten Kontroll¬mechanismen nicht oder nicht ausreichend arbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiel, bei denen studentische Proteste ein Missverständnis zwischen beanspruchter Legitimation und tatsächlichem Verhalten aufgezeigt haben bzw. die Gesellschaft für diese Problematik sensibel machten, führt Habermas den Vietnam-Konflikt an. Er stellt einen der Gründe für Studentenproteste dar, bei dem das offizielle Weltbild des Landes sensibel für ein politisches Thema gemacht wurde, so dass im weiteren Verlauf detaillierte Informationen zu diesem Konflikt fortlaufend an die Öffentlichkeit gedrungen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Resümierend stellt Habermas auf dem Kongress in Hannover fest, die Aufgabe studentischer Opposition in der Republik sei, „den herrschenden Mangel an theoretischer Perspektive, den Mangel an Sensibilität gegenüber Verschleierung und Verketzerungen, den Mangel an Radikalität bei der Auslegung und Praktizierung unserer sozialrechtstaatlichen und demokratischen Verfassung, den Mangel an Antizipationsfähigkeit und wachsender Phantasie, also Unterlassung, zu kompen¬sieren“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch lässt es Habermas nicht aus, auch auf objektive und subjektive Gefahren hinzuweisen, die sich im Bereich der Hochschule für den politischen Bewegungs¬spielraum der Studentenschaft ergeben können. Die Studenten müssen sich bewusst sein, dass „angesichts einer ungewöhnlich langen Durststrecke zwischen Theorie und Praxis und angesichts der für die Studentenrolle charakteristischen Spannung zwischen Berufsvorbereitung und politischem Engagement sowie zwischen einem positivistischen Wissenschaftsbetrieb, der Handlungsspielraum nicht mehr hergeben konnte, um dem Bedürfnis nach einer praktischen Gesamtorientierung gerecht zu werden“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zu dem Thema der demonstrativen Gewalt äußert sich Habermas und macht deutlich, dass diese demonstrative Gewalt lediglich die Aufklärung als Ziel innehaben dürfe. Die Aufmerksamkeit, welche durch die Demonstrationen erreicht werden müsse, diene nur dem Zweck die eigenen „besseren“ Argumente zum Ausdruck zu bringen. Gewalt kann aber dem Ziel Diskussion zu erlangen, nicht dienen. „Wenn die studentische Opposition einen Vorzug hat“, meint Habermas, „dann kann es nur der sein: Dass sie Sensibilität für die Verletzung von Menschen und für deren Verletzbarkeit, einzelner Menschen wie ganzer Klassen, zu einer politischen Kategorie erhebt“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum eigentlichen Eklat kommt es im Anschluss an die öffentliche Diskussion des Organisationsreferats auf der 22. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, vom 5. September 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Habermas nach seiner Verabschiedung noch einmal auf das Podium ging und Stellung zu der unmittelbar zuvor gehaltenen Rede des Studentenführers Rudi Dutschke nahm. Dutschke forderte Sitzstreiks an den Universitäten und die Bildung von „Aktionskomitees“ zur Politisierung der Universitäten als Teil einer „bewussten Durchbrechung der etablierten Spielregeln“ .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas richtete an ihn folgende Worte: „Herr Dutschke hat als konkreten Vorschlag nur vorgetragen [...], dass ein Sitzstreik stattfinden soll. Das ist eine Demonstration mit gewaltlosen Mitteln. Ich frage mich, warum er das nicht so nennt und warum er eine dreiviertel Stunde darauf verwendet hat, um eine voluntaristische Ideologe hier zu entwickeln, die man im Jahr 1848 utopischen Sozialismus genannt hat, die aber unter heutigen Umständen - jedenfalls glaube ich, Gründe zu haben, diese Terminologie vorzuschlagen - 'linken Faschismus' nennen muss.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas befürchtet durch den Aufruf Dutschkes und des SDS, würde man den bürgerlichen Staat mit illegalen Aktionen provozieren, ohne jedoch die Chance zu haben, ihn durch erfolgreiche Revolution zu überwinden. Mehr noch, es wäre denkbar, dass jenes Phänomen wie es bereits in Italien in den 20er Jahren und auch in Deutschland zur Zeit der Weltwirtschaftskrise aufgetreten ist, dass ein demokra¬tischer Staat den Faschismus „beauftragt“, um die Bedrohung von links gewaltsam zu zerschlagen, wieder akut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden wurde der Begriff „linker Faschischmus“ insbesondere von den konservativen Medien und Politikern zur negativen Charakterisierung der Außerparlamentarischen Opposition gebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Habermas bewusst wurde, welche nachhaltigen Ausmaße sein Dogma in der öffentlichen Diskussion erlangte, nahm er bereits in seinem Aufsatz „Hochschul¬reform und Protestbewegung“ und dann auch in einem Brief an Erich Fried, einem politisch engagierten Schriftsteller, im Juli 1967, seine Aussage öffentlich zurück: „Ich habe in Hannover vom „linken Faschismus“ in einem klar hypothetischen Zusammenhang gesprochen.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem weiteren Brief im Mai 1968 konstatiert er, dass für ihn in der damaligen Situation nicht zu sehen war, dass die neuen Formen der Provokation ein sinnvolles, legitimes und sogar notwendiges Mittel sind, um Diskussionen dort, wo sie verweigert werden, zu erzwingen. Seine damalige Angst erschließt sich aus den irrationalistischen Implikationen eines Vorgehens, das unter dem Topos 'die Spielregeln brechen' eingeführt wurde. Die Intention der damaligen Bemerkung hat sich für Habermas auf Grund der weiterhin bestehenden Befürchtung, nicht geändert. Die Etikettierung des linken Faschismus, sei aus heutiger Sicht unglücklich gewählt, da es ein grobes Missverständnis einer Identifizierung des SDS mit den rechten Studenten Anfang der dreißiger Jahre hervorgerufen hat. Dennoch hält er nach wie vor Gewaltanwendung in der „gegenwärtigen Situation nicht für ein vertretbares Mittel des politischen Kampfes.““ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur, dass diese Geschehnisse gleichbedeutend mit dem intellektuellen Bruch der Beziehung zur Studentenbewegung zu sehen waren, wurde das Schlagwort des Linksfaschismus seit 1967 auch weiterhin immer wieder zur Denunziation links¬progressiver Aktionen und Zitate verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adornos Tod, Wendepunkt für Habermas? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt und der Situation von Habermas in Frankfurt, bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den zum früheren Horkheimer-Kreis gehörenden Personen lebten noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte und Leo Löwenthal, der seit den 50er Jahren in den USA lebte und ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley arbeitete. Der Bruch Löwenthals mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50er Jahren als es zu einem Streit kam, durch Pensionsansprüche, die Löwenthal gegenüber dem Institut geltend machte. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistiger Weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers: „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem eher distanziert gegenüber. Innerhalb von zwei Jahren verließen auch die „jüngeren“ Soziologen und Adorno-Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konflikte mit der 68er Bewegung, Adornos Tod etc. führten schließlich dazu, dass Jürgen Habermas 1971 einen Ruf als Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaft¬lich-technischen Welt in Starnberg bei München annahm und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie-Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb im April 1971 in einem Brief an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu verlassen, deutlich machte: “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkeit bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozial¬forschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hier bleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Institutionelle Probleme der Neugründung der Fachbereiche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichsgliederung anstelle der Fakultäten 1971 anstand, so berichtet Hermann Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein Pro oder Contra der Zusammenlegung entscheiden zu können. Als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen (Integration der so genannten Grundwissenschaften in den Fachbereich) würde, war es für ihn als Philosoph keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas in diesem Vorgehen eine Art politischen Elitismus nie ganz ab. Durch die zum damaligen Zeitpunkt schon stark boomende Lehrerausbildung, gab es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben, so dass zum Teil auch Oberstudienräte Professoren-Stellen besetzten. Zum anderen gab es die Befürchtung, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies steht jedoch im Widerspruch zu einer von Habermas selbst getroffenen Aussage aus einem Fax-Interview, in dem er auf das angesprochene Thema der Zusammenlegung der Soziologie und der Philosophie mit Ahnungslosigkeit reagiert: „Von dem Plan einer Zusammenlegung der beiden Fächer höre ich zum ersten Mal; ich halte das für eine Ente.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weggang von Habermas nach Starnberg 1971 wurde zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch betrachtet, hatte sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Fassung der Hochschulgesetze beteiligt, um dann, kurz nach dem diese seinen Vorstellungen weitestgehend entsprechend ver¬abschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden waren, die Universität Frankfurt zu verlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herbert Schnädelbach, Dekan des neu gegründeten Fachbereichs beschreibt in einem Interview, das im Rahmen des Lehrforschungsprojekts mit ihm geführt wurde, die Diskussion im Zuge der Fachbereichsgründung: „In der ersten Sitzung des neu gegründeten Fachbereichs [...] war Habermas noch als Mitglied im Fachbereichsrat gesessen und ist dann sofort nach Starnberg. Also es war damals auch die Rede, dass man es bedauert hat, dass Habermas ging, weil man gesagt hat, er ist doch maßgeblich an dieser Hochschulreform beteiligt gewesen [...] von ihm sind ja auch viele Ideen eingegangen, das sagt er ja auch selber in seinem Beitrag. Er verweist da auf Denninger, Wiethölter und Friedeburg, und wir haben das dann schade gefunden, dass genau in dem Augenblick, wo die neue Verfassung da war, er dann nach Starnberg gegangen ist [...] also es war ganz eindeutig so [...], wir hatten alle [...] wir wollten alle nicht mit den Sozialwissenschaften also mit den Gesellschaftswissenschaften zusammen gehen. Das hatte auch einfach den Grund, wir hatten Angst von denen dominiert zu werden“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Rückkehr nach Frankfurt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre arbeitete Habermas in Starnberg und entwickelte unter anderem seine als Hauptwerk geltende „Theorie des kommunikativen Handelns“. Doch auch in Starnberg traten interne Schwierigkeiten auf, die 1983 zur Trennung führten. Grund des Konfliktes waren die Arbeitsbedingungen in den 80er Jahren. Habermas wollte sich von einigen seiner Mitarbeiter trennen, da eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr die gewünschten Ergebnisse geliefert hätte. Auf Grund einer Kettenvertrags¬reglung, die einzelne Mitarbeiter nicht kündbar machte und somit einen arbeitsrecht¬lichen Prozess nach sich gezogen hätte, sah er keine Möglichkeit mehr für eine konstruktive Weiterarbeit. Retrospektiv bedauert Habermas: „Leider habe ich in der Zeit, als wir in Starnberg empirische Arbeiten gemacht haben, ein Forschungsziel nicht realisieren können, einfach weil ich nicht die richtigen Mitarbeiter gefunden habe, ich meine man muss Mitarbeiter die Dinge machen lassen, die sie selber möchten sonst sind sie nicht gut, nicht? Ich habe damals keinen gefunden, mit dem ich zusammen, die Themenstellung hätte aufgreifen können.“ &lt;br /&gt;
Als Habermas diesen Beschluss gefasst hatte wieder zurück an die Universität zu gehen, war es die Hoffnung des Fachbereichs 03 der Frankfurter Universität, ihn für eine Professur zu gewinnen. Nachdem 1982 Holger Börner, damaliger Minister¬präsident des Landes Hessen öffentliches Interesse bekundet hat, Habermas an die Universität Frankfurt zu holen, kontaktierte ihn Gerd Brand vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Er bat ihn einen „vakanten“ Lehrstuhl für Soziologie in seinem Fachbereich zu übernehmen. Habermas lehnte ab, da er auch schon philosophische Rufe nach Bielefeld und Frankfurt erhalten hat. Er selber war der Meinung, er eigne sich besser für die forschende Lehre als für die institutionalisierte Forschung, und auch für ein Großteil der damaligen Professoren war der Grund den Fachbereich Philosophie dem der Gesellschaftswissenschaften vorzuziehen, nachvollziehbar. Heinz Steinert, damals Dekan am Fachbereich 03, bestätigt dies in einem Interview: „Nach seiner wissenschaftlichen Herkunft wie den Arbeits¬bedingungen (bei uns Massenbetrieb mit einem hohen Anteil Lehrerausbildung - ein Promi wie Habermas wäre bei uns allein mit Prüfungen überlaufen worden; am FB 08 überschaubare Seminare) kann man das aber gut verstehen.“  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es, dass Jürgen Habermas von Ende 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor der Philosophie am Fachbereich 08 mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie war und sich in dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus beteiligt. Er veröffentlicht die Werke „Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln“ (1983), „Die neue Unübersichtlichkeit“ und „Diskurs der Moderne“ (1985). Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“, in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit: Verpasste Chance oder politisch-theoretische Gründe? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Rahmen des Lehrforschungsprojektes bearbeitete Fragestellung, ob es eine verpasste Chance für die Soziologie an der Universität Frankfurt gegeben hat, lässt sich meiner Ansicht nach am ehesten mit sowohl als auch beantworten; das heißt einerseits gibt es politisch-theoretische Gründe, andererseits aber auch Gründe, die zum einen in der Person Habermas begründet sind und zum anderen den sich ändernden gesellschaftlichen und universitären Rahmenbedingungen zuzuschreiben sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkt in Habermas erster Phase in Frankfurt einzig das Verhältnis zum damaligen Institutsleiter Max Horkheimer und dessen politischem Programm der Ent¬nazifizierung und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Etablierung des Instituts für Sozialforschung als ausschlaggebender Grund für die vorzeitige Trennung, so sind doch gerade in der zweiten Phase das Umfeld der Frankfurter Universität und die eskalierenden Studentenproteste die entscheidenden Faktoren, dass Habermas 1971 Frankfurt in Richtung Starnberg verlässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Auflösung der Fakultäten und der Gründung von Fachbereichen in Frankfurt wurde der Raum für die Entwicklung und Entfaltung theoretisch-sozio¬logischer Forschungsarbeit eingeschränkt. Die wohl notwendige Einbindung der Lehramtsausbildung in den universitären Betrieb und zwar in den soziologischen Fachbereich, ließen für Habermas keinen Zweifel, dass eine soziologische Forschung mit der vom ihm bevorzugten philosophischen Ausrichtung wie in den 50er und auch noch in den 60er Jahren nicht mehr möglich gewesen wäre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adornos Tod bildete informell das Ende der soziologischen Forschungstradition in Frankfurt. Mit Habermas verlor die Universität einen philosophischen Soziologen - und darin sehe ich die verpasste Chance für Frankfurt. Wenn man ihm die Voraussetzungen für eine eigenständige Tradition und die Fortführung mit den für ihn wichtigen Mitarbeitern hätte geben können, dann hätte die Möglichkeit bestanden, dass die Soziologie in Frankfurt ihren wichtigen Stellenwert behält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht, Clemens; Behrmann, Günther; Bock, Michael; Homann, Harald; Tenbruck, Friedrich: Die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik. Frankfurt/New York: Campus Verlag 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dutschke- Klotz, Gretchen: Dutschke, Rudi: Eine Biographie. Kiepenheuer &amp;amp; Witsch, 4. Auflage 1996, S 136&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dutschke, Rudi, Krahl, Hans- Jürgen: Organisationsreferat auf der XXII. Delegierten¬konferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, 5. September 1967&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Düringer, Hermann: Universale Vernunft und Partikularer Glaube. Belgien: Peeters Leuven 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früchtl, Josef: Geist gegen den Zeitgeist: Erinnern an Adorno. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1991&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen &amp;amp; Friedeburg, Ludwig &amp;amp; Oehler, Christoph &amp;amp; Weltz, Friedrich: Student und Politik - Eine soziologische Untersuchung zum politischen Bewußtsein Frankfurter Studenten. Neuwied-Berlin: Luchterhand 1961&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Erkenntnis und Interesse. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1968.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Kleine politische Schriften (I-IV). Frankfurt/M: Suhrkamp Verlag 1981&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Protestbewegung und Hochschulreform. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag1969.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Unruhe erste Bürgerpflicht. In: Diskus – Frankfurter Studentenzeitung, 8. Jg., Juni 1958, Nr. 5, S. 2. (Dok. Nr . 50)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, Jürgen: Zur Logik der Sozialwissenschaften. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1982&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer, Max: Brief an Adorno, Theodor W vom 27. September 1958, Horkheimer, Max Gesammelte Schriften Bd. 18: Briefwechsel 1949–1973. Frankfurt/Main: hrsg. von Schmid-Noerr, Gunzelin 1996, S. 437– 452. (Dok. Nr . 53)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer, Max: Mitte Mai 1958. Frankfurt/M: in: ders., Gesammelte Schriften, Bd.14: Nachgelassene Schriften 1949–1972. 1988, S. 82 f. (Dok. Nr . 49)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horkheimer, Max: Zur Funktion der Atombewaffnung. Frankfurt/M: in: ders., Gesammelte Schriften Bd. 14: Nachgelassene Schriften 1949 –1972, hrsg. von Schmid-Noerr, Gunzelin. 1988, S. 83. (Dok. Nr. 52)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraushaar, Wolfgang: Frankfurter Schule und Studentenbewegung: von der Flaschenpost zum Molotowcocktail. Hamburg: 1946- 1995 3 Bände&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pollock, Friedrich: Überlegungen aus dem Frühling 1960 (Späne – Notizen über Gespräche mit Horkheimer, Max), in: Horkheimer, Max Gesammelte Schriften Bd.14: Nachgelassene Schriften 1949–1972. Frankfurt/M: hrsg. von Schmid Noerr, Gunzelin 1988, S. 544. (Dok. Nr . 59)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reese-Schäfer, Walter: Jürgen Habermas. Frankfurt/New York: Campus, 1991&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiggershaus, Rolf: Die Frankfurter Schule. München: Carl Hanser Verlag 1986&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winkler, Willi In: Die Zeit 1996,: Neues zur Gründungsgeschichte der Bundes¬republik: Horkheimer gegen Habermas, dazwischen Adorno.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeittafel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·18.Juni 1929: wurde Jürgen Habermas als zweites von drei Kindern in Düsseldorf geboren. Lebte in Gummersbach( Nordrhein-Westfalen) und besuchte das Gymnasium, welches er 1949 mit dem Abitur abschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1949-1954: Studium der Philosophie, Geschichte, Psychologie, Germanistik und Ökonomie an der Universität in Göttingen (1949-50), sowie an den Universitäten in Zürich (1950-51) und Bonn (1951-1954).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954: Doktor der Philosophie an der Universität Bonn; betreut von Erich Rothacker und Oskar Becker; Dissertation: &amp;quot;Das Absolute und die Geschichte. Eine Untersuchung zu Schellings Weltalterphilosophie.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954-1956: Berufliche Tätigkeit als freier Journalist. Hochzeit mit Ute Wesselhoeft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1956-1959: Auf Einladung von Theodor W. Adorno, wird er Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1959-1961: Zwei-jähriges Habilitations-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Marburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961:Habilitation für Philosophie an der Universität Marburg bei Wolfgang Abendroth; Titel der Habilitationsschrift: &amp;quot;[[Strukturwandel der Öffentlichkeit|Strukturwandel der Öffentlichkeit]]. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft&amp;quot;. Sein ursprünglicher Betreuer der Habilitation, Max Horkheimer, verweigerte die Annahme der Arbeit. Habermas arbeitet an einer Untersuchung des Instituts für Sozialforschung über die politische Bewusstseinslage der westdeutschen Studentenschaft mit. Er verfasst die Einleitung zu der daraus entstehenden Studie &amp;quot;Student und Politik&amp;quot;, in der er erstmals den Gedanken einer zwanglosen Willensbildung als Kern des demokratischen Rechtsstaates skizziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961-1964: Außerordentlicher Professor der Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Baden-Württemberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1964-1971: Professor der &amp;quot;Philosophie&amp;quot; sowie der &amp;quot;Soziologie&amp;quot; an der Universität Frankfurt am Main; kündigte 1971 unter anderem wegen eines Streites mit der Studentenbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1968: Veröffentlichung der Studie &amp;quot;[[Erkenntnis und Interesse|Erkenntnis und Interesse]]&amp;quot;, die Habermas über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1971-1981:Zusammenarbeit mit Carl Friedrich Freiherrn von Weizsäcker, damaliger Direktor des neu gegründeten Max- Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1975-1982: Honorarprofessor am Fachbereich &amp;quot;Philosophie&amp;quot; der Universität Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1980-1982: Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialwissenschaften in München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1983-1994: Professor der Philosophie an der Universität Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1983:Als auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Psychologische Forschung in München. Daneben absolvierte Habermas zahlreiche Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in den USA und Europa. Fortlaufendes politisches Engagement, vor allem in der Studentenbewegung der 1960er-Jahre und gegen den Balkan-Krieg in Jugoslawien 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1994: Seit seiner Pensionierung 1994 lebt er in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für die Soziologie und Philosophie der Universität Frankfurt/M.</title>
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		<updated>2008-05-18T14:00:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: Die Seite wurde neu angelegt: == Einleitung ==    Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Soziologie in Frankfurt“, bearbeite ich die Fragestellung, ob es an der Universität Frankfurt aufgrund vo...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Soziologie in Frankfurt“, bearbeite ich die Fragestellung, ob es an der Universität Frankfurt aufgrund von politischen oder persönlichen Problemen mit Jürgen Habermas zu einer verpaßten Chance gekommen ist oder nicht.  Die Philosophie und auch die Soziologie sind in Frankfurt geschichtlich eng mit dem Begriff der Frankfurter Schule und mit dem Namen Jürgen Habermas verbunden. Habermas begann seine akademische Laufbahn in Frankfurt und nahm sie in Frankfurt wieder auf, um auch heute noch zu den einflußreichsten intellektuellen Stimmen der Bundesrepublik zu gehören. Dennoch gab es im Laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte, an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichen Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifende Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus. In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk „Erkenntnis und Interesse“ allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffent¬lichung der „Theorie des kommunikativen Handelns“ zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons, wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang der 80er Jahre vernetzt sich Habermas stark international. John Rawls, Charles Taylor, Richard Rorty und Seyla Benhabib sind WeggefährtInnen. Internationale Anerkennung erfährt Habermas durch Auszeichnungen, wie den Kyoto Preis 2004. Auffällig ist, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkens¬wert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen. Habermas’ Zeit an der Frankfurter Universität ist durch Ambivalenz gekennzeichnet: zum einen nahm man in euphorisch auf und lehnte ihn gleichzeitig aber auch ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden. &lt;br /&gt;
Habermas’ Verortung in Frankfurt lässt sich in drei Phasen einteilen. Diese drei Teile stellen die Kapitel dieser Hausarbeit dar, wobei der Schwerpunkt in den ersten beiden Teilen zu sehen ist. Die erste Phase und somit der erste Teil bezieht sich auf die Jahre von 1956 bis 1959, seine zweite Phase in Frankfurt erstreckt sich über einen Zeitraum von 1964 bis 1971 und die dritte Phase beginnt 1983 und endet mit seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Phase 1956 - 1959 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer. &lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1954 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig v. Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker, ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, wurde der ausdrückliche Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte von Adorno gegenüber Horkheimer dem Leiter des Instituts, geäußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein erstes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „[[Student und Politik]]“.&lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie, kam es zu einem Konflikt mit Max Horkheimer, dessen Gründe im Briefwechsel Horkheimer Adorno ausführlich dargestellt werden und dazu führten das die Einwände Horkheimers dieser Studie betreffend das Erscheinen verzögerten und letztendlich nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen sind. Horkheimer war es daran gelegen als Institutsleiter stellvertretend für das Institut nicht in Verbindung mit dieser Studie gebracht zu werden.&lt;br /&gt;
Horkheimer schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und unter anderem dazu führte das dieser nicht in Frankfurt habilitieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich verweisender Mensch“. Er „ trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „, und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für Möglich hielten. In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „[[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz intensiver Bemühungen Seitens Adornos und Helmut Beckers Max Horkheimer zu überreden, das Habilitationsgesuch anzuerkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitationsmöglichkeit. Seine Versuche mit dem Strukturwandel der Öffentlichkeit an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder auf zu nehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und eines seiner einflussreichsten Werke: „[[Erkenntnis und Interesse]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweite Phase 1964 - 1971 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger  Horkheimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verlies er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetragen haben, dass er Frankfurt wieder verliest, stellt den zweiten Punkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas beteiligte sich früh an den Debatten um eine Hochschulreform und sollte im weiteren Verlauf eine exponierende Rolle spielen.&lt;br /&gt;
Bereits in den 50iger Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der [[Studentenbewegung]] 1967/68. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. Aus dem zum früheren Horkheimer- Kreis Gehörenden Personen lebte noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte. Richard Löwenthal lebte seit den 50iger Jahren in den USA und arbeitete ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley. Der Bruch mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50iger Jahren als es zu einem Streit über von Löwenthal gegenüber dem Institut geltend gemachten Pensionsansprüchen ging. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistigen weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem her eher distanziert gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von 2 Jahren verließen auch die „Jüngeren“ Soziologen und Adorno Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
Friedeburg wurde 1969 hessischer Kultusminister und nahm auf administrativer Ebene den Kampf für die Bildungsreform auf. Oskar Negt wurde 1970 Soziologie- Professor in Hannover.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas nahm 1971 einen Ruf als Direktor am Max- Planck- Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich- technischen Welt in Starnberg bei München an und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie- Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb in einem Brief im April 1971 an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu Verlassen deutlich machte. “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkiet bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozialforschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hierbleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch eine Reihe von Zeitzeugen berichten in Interviews über die damalige Situation von Habermas am Institut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichgliederung anstelle der Fakultäten anstand, so berichtet Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein pro oder contra der Zusammenlegung entscheiden zu können, als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen würde, war es für ihn keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas eine Art politischen Elitismus nie ganz ab, der unter Umständen daher rührte, dass die Lehrerausbildung schon zum damaligen Zeitpunkt stark boomte und es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben gab, so dass zum Teil auch Oberstudienräte zu Hochschulprofessoren umgewandelt wurden. Zum anderen war die Furcht davor, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings wurde sein Weggang zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch Betrachtet, hat sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Verfassung der Hochschulgesetze beteiligt und kurz nach dem diese dann verabschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden verlässt er die Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Phase 1983 - 1994 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Phase beginnt 1983 mit der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie.&lt;br /&gt;
Habermas beteiligt sich zu dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus.&lt;br /&gt;
Er veröffentlicht die Werke &amp;quot;Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln&amp;quot; (1983), &amp;quot;Die neue Unübersichtlichkeit&amp;quot; und &amp;quot;Diskurs der Moderne&amp;quot; (1985).  Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). &lt;br /&gt;
Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“ in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeittafel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·18.Juni 1929: wurde Jürgen Habermas als zweites von drei Kindern in Düsseldorf geboren. Lebte in Gummersbach( Nordrhein-Westfalen) und besuchte das Gymnasium, welches er 1949 mit dem Abitur abschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1949-1954: Studium der Philosophie, Geschichte, Psychologie, Germanistik und Ökonomie an der Universität in Göttingen (1949-50), sowie an den Universitäten in Zürich (1950-51) und Bonn (1951-1954).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954: Doktor der Philosophie an der Universität Bonn; betreut von Erich Rothacker und Oskar Becker; Dissertation: &amp;quot;Das Absolute und die Geschichte. Eine Untersuchung zu Schellings Weltalterphilosophie.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954-1956: Berufliche Tätigkeit als freier Journalist. Hochzeit mit Ute Wesselhoeft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1956-1959: Auf Einladung von Theodor W. Adorno, wird er Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1959-1961: Zwei-jähriges Habilitations-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Marburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961:Habilitation für Philosophie an der Universität Marburg bei Wolfgang Abendroth; Titel der Habilitationsschrift: &amp;quot;[[Strukturwandel der Öffentlichkeit|Strukturwandel der Öffentlichkeit]]. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft&amp;quot;. Sein ursprünglicher Betreuer der Habilitation, Max Horkheimer, verweigerte die Annahme der Arbeit. Habermas arbeitet an einer Untersuchung des Instituts für Sozialforschung über die politische Bewusstseinslage der westdeutschen Studentenschaft mit. Er verfasst die Einleitung zu der daraus entstehenden Studie &amp;quot;Student und Politik&amp;quot;, in der er erstmals den Gedanken einer zwanglosen Willensbildung als Kern des demokratischen Rechtsstaates skizziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961-1964: Außerordentlicher Professor der Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Baden-Württemberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1964-1971: Professor der &amp;quot;Philosophie&amp;quot; sowie der &amp;quot;Soziologie&amp;quot; an der Universität Frankfurt am Main; kündigte 1971 unter anderem wegen eines Streites mit der Studentenbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1968: Veröffentlichung der Studie &amp;quot;[[Erkenntnis und Interesse|Erkenntnis und Interesse]]&amp;quot;, die Habermas über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1971-1981:Zusammenarbeit mit Carl Friedrich Freiherrn von Weizsäcker, damaliger Direktor des neu gegründeten Max- Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1975-1982: Honorarprofessor am Fachbereich &amp;quot;Philosophie&amp;quot; der Universität Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1980-1982: Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialwissenschaften in München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1983-1994: Professor der Philosophie an der Universität Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1983:Als auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Psychologische Forschung in München. Daneben absolvierte Habermas zahlreiche Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in den USA und Europa. Fortlaufendes politisches Engagement, vor allem in der Studentenbewegung der 1960er-Jahre und gegen den Balkan-Krieg in Jugoslawien 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1994: Seit seiner Pensionierung 1994 lebt er in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=SozFra:Portal&amp;diff=4458</id>
		<title>SozFra:Portal</title>
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		<updated>2008-05-18T13:59:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__NOEDITSECTION__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#F2F2E5;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Lehrforschungsprojekt: Soziologie in Frankfurt''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragestellung und Vorgehen===&lt;br /&gt;
[[Image:AfETurm.jpg|thumb|left|100px|AfE-Turm, errichtet von 1970 bis 1972]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenstand dieses sich über zwei Semester erstreckenden Lehrforschungsprojektes ist die Geschichte der Institutionalisierung der soziologischen Forschung und Lehre an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt seit ihrer Gründung als Stiftungsuniversität im Jahre 1914 bis zum heutigen Tag, der durch eine nicht nur generationsbedingte Umbruchphase gekennzeichnet ist, in dem sich das Gesicht der Frankfurter Soziologie in naher Zukunft dramatisch verändern wird. Die Veranstaltung bezieht also historische wie zeitgenössische Aspekte der soziologischen Forschung und Lehre an der Universität Frankfurt bewußt aufeinander, um anhand von historischen Quellen und zeitgenössischen Methoden der empirischen Sozialforschung dasjenige intellektuelle und politische Spektrum auszumessen, wofür der Wissenschaftsstandort Frankfurt einmal stand bzw. heute steht und vielleicht dereinst stehen könnte. Zu diesem Zweck wurden mit einigen Zeitzeugen, die in den letzten Jahrzehnten maßgeblich das Erscheinungsbild der Frankfurter Soziologie mitgeprägt haben bzw. seinen Wandel aufmerksam mitverfolgt haben, Interviews geführt. [[Interviewees Projektübersicht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsgruppen, Plenum, Ablauf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jeweiligen Arbeitsgruppen befassten sich mit unterschiedlichen Phasen und Akteuren innerhalb des nun bald hundertjährigen Prozesses der Institutionalisierung der soziologischen Forschung und Lehre an der Universität Frankfurt. Dazu wurden eigene erste Fragestellungen formuliert, die in dem Artikel [[Vorüberlegungen und offene Fragestellungen]] dokumentiert sind. [[Image:Jügelhaus.jpg|thumb|right|180px|Das Jügelhaus wurde 1906 als Teil der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften errichtet]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen wurden in dem während der Vorlesungszeit regelmäßig stattfindenden Plenum zur Diskussion gestellt. Die durchgeführten [[Interviews]] wurden als Transkriptionen von allen Teilnehmenden angefertigt, so dass in den einzelnen Arbeiten je nach Bedarf leicht darauf zurückgegriffen werden konnte. Das Wiki-System war als [[Didaktisches Szenario]] thematisch in Diskussion und Weiterentwicklung des Projekts eingebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der beiden Semester haben [[Vorträge und Konferenzen]] stattgefunden, die jeweils zur Erweiterung des thematischen Feldes beigetragen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arbeitsgruppe 1. Frankfurt als Stiftungsuniversität bis 1933 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Fragestellungen der Gruppe 1]] beziehen sich auf die sozialwissenschaftliche Forschung und Lehre an der alten Frankfurter '''Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften''', die Gründung der Universität Frankfurt als Stiftungsuniversität des Frankfurter Bürgertums im Jahre 1914 und die Frankfurter Soziologie in der Weimarer Republik bis zum Aufkommen des Nationalsozialismus.(BetreuerInnen: [[Amalia Barboza]], [[Aurélien Berlan]], [[Claudius Härpfer]], [[Felicia Herrschaft]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
====[[Fragestellungen der Gruppe 1]]====&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;1&amp;quot;&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:100px-Adickes.jpg|frame|center|90px|[[Die Anfangsgeschichte der Universität Frankfurt]] ]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:Oppenheimer1.jpg |frame|center|100px|[[Franz Oppenheimer und der erste Lehrstuhl für Soziologie an der Frankfurter Universität|Franz Oppenheimer]] ]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:KarlMannheim1.jpg|frame|center|100|[[Karl Mannheim|Karl &amp;lt;br /&amp;gt;Mannheim]] ]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:Horkheimer1.jpg|frame|center|100|[[Das Institut für Sozialforschung in Frankfurt. Insbesondere das Wirken Max Horkheimers, sowie das Wesen des Institutes während des zweiten Weltkrieges|Max Horkheimer und das IfS]] ]]&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:Elias1.jpg|frame|center|[[Mannheims Studenten in der Galaxis der Frankfurter Soziologie| Karl Mannheims StudentInnen, Norbert Elias als Assistent]] ]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:Salomon1.jpg|frame|center|100px|[[Gottfried Salomon Delatour: Sein Einfluss auf die Soziologie in Frankfurt und seine Verbindungen|Gottfried Salomon-Delatour]] ]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:Kracauer1.jpg|frame|center|100px|[[Siegfried Kracauer: Der Soziologe in der Frankfurter Zeitung. Einfluß und Wirken eines Außenseiters bis 1933|Siegfried&amp;lt;br /&amp;gt;Kracauer]] ]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arbeitsgruppe 2. Neubeginn in den 1950er - Frankfurter Soziologie heute und morgen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Fragestellungen der Gruppe 2]] behandeln unter anderem den demokratischen Neubeginn der Universität in den 1950er und 1960er Jahren: Die Rückkehr der Emigranten aus dem amerikanischen Exil und das spannungsreiche Verhältnis der &amp;quot;Frankfurter Schule der Soziologie&amp;quot; zur Philosophie und Ökonomie sowie die Studentenrevolte von 1968 und die Entstehung des heutigen Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften aus der Konkursmasse der von Jürgen Habermas und Ludwig von Friedeburg betriebenen Hochschulreform. (BetreuerInnen: [[Fehmi Akalin]], [[Thorsten Benkel]], [[Claudius Härpfer]], [[Felicia Herrschaft]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
====[[Fragestellungen der Gruppe 2]]====&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;2&amp;quot;&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:Luckmann.jpg|frame|center|50px|[[Der Fakultätenstreit]] ]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:jürgenhabermas1.jpg |frame|center|50px|[[Jürgen Habermas - Verpasste Chance für die Soziologie und Philosophie der Universität Frankfurt/M.|Jürgen&amp;lt;br/&amp;gt;Habermas]] ]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:4_73_0_Frauenzentrum2_gr.jpg|frame|center|50px|[[Frauen in der Soziologie in Frankfurt]] ]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:dutschke2-kl.jpg|frame|center|50px|[[Der Mittelbau der Jahre 1965-1972]] ]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Image:Studentenrevolte1.jpg|frame|center|50px|[[Frankfurter Soziologie und Studentenrevolte]]]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersichten==&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Image:IfEGebäudeErstes.jpg|thumb|right|200px|Das Gebäude des Instituts für Sozialforschung zwischen 1924 und 1933]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Institut für Sozialforschung, Frankfurt am Main]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Verzeichnis bedeutender Personen für die Soziologie in Frankfurt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Chronologie der Entstehung und Institutionalisierung der Soziologie in Frankfurt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Geschichte des Vereins für Sozialpolitik 1872-1932 (Dr.Franz Boese)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Artikelsammlung Universität Frankfurt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rektoratsreden 1914-1989]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dekane und Dekaninnen Fb 3|DekanInnen des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Vorlesungsverzeichnisse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Gründung der DGS als Differenzierungsprozess sozialwissenschaftlicher Institutionen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Gesellschaft für Soziologie in der Nachkriegsperiode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Lehrstuhlgeschichte, Aufteilung der Lehrstühle von Adorno/Horkheimer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Interviews==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Interviewpartner im Wintersemester]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Informationen und Eckdaten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Interviewees Projektübersicht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszüge Transkriptionen der Interviews]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Methoden und Auswertung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Transkriptionsstatus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturliste==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Literaturliste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[LiteraturlisteToDo | Literatur, die eingebunden werden soll]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[LiteraturDone | Einbindungsschlüssel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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== Linkliste ==&lt;br /&gt;
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* [[Linkliste]]&lt;br /&gt;
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== Archiv ==&lt;br /&gt;
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* [[Vorträge und Konferenzen]]&lt;br /&gt;
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* [[Veranstaltungsdaten]]&lt;br /&gt;
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* [[TeilnehmerInnen]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=4457</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=4457"/>
		<updated>2008-05-17T11:37:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: /* Einleitung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Soziologie in Frankfurt“, bearbeite ich die Fragestellung, ob es an der Universität Frankfurt aufgrund von politischen oder persönlichen Problemen mit Jürgen Habermas zu einer verpaßten Chance gekommen ist oder nicht.  Die Philosophie und auch die Soziologie sind in Frankfurt geschichtlich eng mit dem Begriff der Frankfurter Schule und mit dem Namen Jürgen Habermas verbunden. Habermas begann seine akademische Laufbahn in Frankfurt und nahm sie in Frankfurt wieder auf, um auch heute noch zu den einflußreichsten intellektuellen Stimmen der Bundesrepublik zu gehören. Dennoch gab es im Laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte, an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichen Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifende Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus. In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk „Erkenntnis und Interesse“ allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffent¬lichung der „Theorie des kommunikativen Handelns“ zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons, wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang der 80er Jahre vernetzt sich Habermas stark international. John Rawls, Charles Taylor, Richard Rorty und Seyla Benhabib sind WeggefährtInnen. Internationale Anerkennung erfährt Habermas durch Auszeichnungen, wie den Kyoto Preis 2004. Auffällig ist, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkens¬wert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen. Habermas’ Zeit an der Frankfurter Universität ist durch Ambivalenz gekennzeichnet: zum einen nahm man in euphorisch auf und lehnte ihn gleichzeitig aber auch ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden. &lt;br /&gt;
Habermas’ Verortung in Frankfurt lässt sich in drei Phasen einteilen. Diese drei Teile stellen die Kapitel dieser Hausarbeit dar, wobei der Schwerpunkt in den ersten beiden Teilen zu sehen ist. Die erste Phase und somit der erste Teil bezieht sich auf die Jahre von 1956 bis 1959, seine zweite Phase in Frankfurt erstreckt sich über einen Zeitraum von 1964 bis 1971 und die dritte Phase beginnt 1983 und endet mit seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Phase 1956 - 1959 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer. &lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1954 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig v. Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker, ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, wurde der ausdrückliche Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte von Adorno gegenüber Horkheimer dem Leiter des Instituts, geäußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein erstes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „[[Student und Politik]]“.&lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie, kam es zu einem Konflikt mit Max Horkheimer, dessen Gründe im Briefwechsel Horkheimer Adorno ausführlich dargestellt werden und dazu führten das die Einwände Horkheimers dieser Studie betreffend das Erscheinen verzögerten und letztendlich nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen sind. Horkheimer war es daran gelegen als Institutsleiter stellvertretend für das Institut nicht in Verbindung mit dieser Studie gebracht zu werden.&lt;br /&gt;
Horkheimer schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und unter anderem dazu führte das dieser nicht in Frankfurt habilitieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich verweisender Mensch“. Er „ trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „, und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für Möglich hielten. In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „[[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz intensiver Bemühungen Seitens Adornos und Helmut Beckers Max Horkheimer zu überreden, das Habilitationsgesuch anzuerkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitationsmöglichkeit. Seine Versuche mit dem Strukturwandel der Öffentlichkeit an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder auf zu nehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und eines seiner einflussreichsten Werke: „[[Erkenntnis und Interesse]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweite Phase 1964 - 1971 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger  Horkheimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verlies er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetragen haben, dass er Frankfurt wieder verliest, stellt den zweiten Punkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas beteiligte sich früh an den Debatten um eine Hochschulreform und sollte im weiteren Verlauf eine exponierende Rolle spielen.&lt;br /&gt;
Bereits in den 50iger Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der [[Studentenbewegung]] 1967/68. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. Aus dem zum früheren Horkheimer- Kreis Gehörenden Personen lebte noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte. Richard Löwenthal lebte seit den 50iger Jahren in den USA und arbeitete ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley. Der Bruch mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50iger Jahren als es zu einem Streit über von Löwenthal gegenüber dem Institut geltend gemachten Pensionsansprüchen ging. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistigen weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem her eher distanziert gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von 2 Jahren verließen auch die „Jüngeren“ Soziologen und Adorno Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
Friedeburg wurde 1969 hessischer Kultusminister und nahm auf administrativer Ebene den Kampf für die Bildungsreform auf. Oskar Negt wurde 1970 Soziologie- Professor in Hannover.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas nahm 1971 einen Ruf als Direktor am Max- Planck- Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich- technischen Welt in Starnberg bei München an und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie- Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb in einem Brief im April 1971 an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu Verlassen deutlich machte. “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkiet bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozialforschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hierbleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch eine Reihe von Zeitzeugen berichten in Interviews über die damalige Situation von Habermas am Institut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichgliederung anstelle der Fakultäten anstand, so berichtet Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein pro oder contra der Zusammenlegung entscheiden zu können, als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen würde, war es für ihn keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas eine Art politischen Elitismus nie ganz ab, der unter Umständen daher rührte, dass die Lehrerausbildung schon zum damaligen Zeitpunkt stark boomte und es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben gab, so dass zum Teil auch Oberstudienräte zu Hochschulprofessoren umgewandelt wurden. Zum anderen war die Furcht davor, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings wurde sein Weggang zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch Betrachtet, hat sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Verfassung der Hochschulgesetze beteiligt und kurz nach dem diese dann verabschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden verlässt er die Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Phase 1983 - 1994 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Phase beginnt 1983 mit der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie.&lt;br /&gt;
Habermas beteiligt sich zu dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus.&lt;br /&gt;
Er veröffentlicht die Werke &amp;quot;Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln&amp;quot; (1983), &amp;quot;Die neue Unübersichtlichkeit&amp;quot; und &amp;quot;Diskurs der Moderne&amp;quot; (1985).  Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). &lt;br /&gt;
Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“ in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeittafel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·18.Juni 1929: wurde Jürgen Habermas als zweites von drei Kindern in Düsseldorf geboren. Lebte in Gummersbach( Nordrhein-Westfalen) und besuchte das Gymnasium, welches er 1949 mit dem Abitur abschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1949-1954: Studium der Philosophie, Geschichte, Psychologie, Germanistik und Ökonomie an der Universität in Göttingen (1949-50), sowie an den Universitäten in Zürich (1950-51) und Bonn (1951-1954).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954: Doktor der Philosophie an der Universität Bonn; betreut von Erich Rothacker und Oskar Becker; Dissertation: &amp;quot;Das Absolute und die Geschichte. Eine Untersuchung zu Schellings Weltalterphilosophie.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954-1956: Berufliche Tätigkeit als freier Journalist. Hochzeit mit Ute Wesselhoeft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1956-1959: Auf Einladung von Theodor W. Adorno, wird er Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1959-1961: Zwei-jähriges Habilitations-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Marburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961:Habilitation für Philosophie an der Universität Marburg bei Wolfgang Abendroth; Titel der Habilitationsschrift: &amp;quot;[[Strukturwandel der Öffentlichkeit|Strukturwandel der Öffentlichkeit]]. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft&amp;quot;. Sein ursprünglicher Betreuer der Habilitation, Max Horkheimer, verweigerte die Annahme der Arbeit. Habermas arbeitet an einer Untersuchung des Instituts für Sozialforschung über die politische Bewusstseinslage der westdeutschen Studentenschaft mit. Er verfasst die Einleitung zu der daraus entstehenden Studie &amp;quot;Student und Politik&amp;quot;, in der er erstmals den Gedanken einer zwanglosen Willensbildung als Kern des demokratischen Rechtsstaates skizziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961-1964: Außerordentlicher Professor der Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Baden-Württemberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1964-1971: Professor der &amp;quot;Philosophie&amp;quot; sowie der &amp;quot;Soziologie&amp;quot; an der Universität Frankfurt am Main; kündigte 1971 unter anderem wegen eines Streites mit der Studentenbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1968: Veröffentlichung der Studie &amp;quot;[[Erkenntnis und Interesse|Erkenntnis und Interesse]]&amp;quot;, die Habermas über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1971-1981:Zusammenarbeit mit Carl Friedrich Freiherrn von Weizsäcker, damaliger Direktor des neu gegründeten Max- Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1975-1982: Honorarprofessor am Fachbereich &amp;quot;Philosophie&amp;quot; der Universität Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1980-1982: Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialwissenschaften in München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1983-1994: Professor der Philosophie an der Universität Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1983:Als auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Psychologische Forschung in München. Daneben absolvierte Habermas zahlreiche Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in den USA und Europa. Fortlaufendes politisches Engagement, vor allem in der Studentenbewegung der 1960er-Jahre und gegen den Balkan-Krieg in Jugoslawien 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1994: Seit seiner Pensionierung 1994 lebt er in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=4318</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
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		<updated>2008-04-02T12:37:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: /* Erste Phase 1956 - 1959 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Phase 1956 - 1959 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer. &lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1954 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig v. Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker, ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, wurde der ausdrückliche Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte von Adorno gegenüber Horkheimer dem Leiter des Instituts, geäußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein erstes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „[[Student und Politik]]“.&lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie, kam es zu einem Konflikt mit Max Horkheimer, dessen Gründe im Briefwechsel Horkheimer Adorno ausführlich dargestellt werden und dazu führten das die Einwände Horkheimers dieser Studie betreffend das Erscheinen verzögerten und letztendlich nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen sind. Horkheimer war es daran gelegen als Institutsleiter stellvertretend für das Institut nicht in Verbindung mit dieser Studie gebracht zu werden.&lt;br /&gt;
Horkheimer schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und unter anderem dazu führte das dieser nicht in Frankfurt habilitieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich verweisender Mensch“. Er „ trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „, und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für Möglich hielten. In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „[[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz intensiver Bemühungen Seitens Adornos und Helmut Beckers Max Horkheimer zu überreden, das Habilitationsgesuch anzuerkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitationsmöglichkeit. Seine Versuche mit dem Strukturwandel der Öffentlichkeit an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder auf zu nehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und eines seiner einflussreichsten Werke: „[[Erkenntnis und Interesse]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweite Phase 1964 - 1971 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger  Horkheimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verlies er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetragen haben, dass er Frankfurt wieder verliest, stellt den zweiten Punkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas beteiligte sich früh an den Debatten um eine Hochschulreform und sollte im weiteren Verlauf eine exponierende Rolle spielen.&lt;br /&gt;
Bereits in den 50iger Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der [[Studentenbewegung]] 1967/68. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. Aus dem zum früheren Horkheimer- Kreis Gehörenden Personen lebte noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte. Richard Löwenthal lebte seit den 50iger Jahren in den USA und arbeitete ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley. Der Bruch mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50iger Jahren als es zu einem Streit über von Löwenthal gegenüber dem Institut geltend gemachten Pensionsansprüchen ging. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistigen weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem her eher distanziert gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von 2 Jahren verließen auch die „Jüngeren“ Soziologen und Adorno Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
Friedeburg wurde 1969 hessischer Kultusminister und nahm auf administrativer Ebene den Kampf für die Bildungsreform auf. Oskar Negt wurde 1970 Soziologie- Professor in Hannover.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas nahm 1971 einen Ruf als Direktor am Max- Planck- Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich- technischen Welt in Starnberg bei München an und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie- Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb in einem Brief im April 1971 an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu Verlassen deutlich machte. “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkiet bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozialforschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hierbleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch eine Reihe von Zeitzeugen berichten in Interviews über die damalige Situation von Habermas am Institut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichgliederung anstelle der Fakultäten anstand, so berichtet Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein pro oder contra der Zusammenlegung entscheiden zu können, als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen würde, war es für ihn keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas eine Art politischen Elitismus nie ganz ab, der unter Umständen daher rührte, dass die Lehrerausbildung schon zum damaligen Zeitpunkt stark boomte und es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben gab, so dass zum Teil auch Oberstudienräte zu Hochschulprofessoren umgewandelt wurden. Zum anderen war die Furcht davor, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings wurde sein Weggang zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch Betrachtet, hat sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Verfassung der Hochschulgesetze beteiligt und kurz nach dem diese dann verabschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden verlässt er die Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Phase 1983 - 1994 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Phase beginnt 1983 mit der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie.&lt;br /&gt;
Habermas beteiligt sich zu dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus.&lt;br /&gt;
Er veröffentlicht die Werke &amp;quot;Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln&amp;quot; (1983), &amp;quot;Die neue Unübersichtlichkeit&amp;quot; und &amp;quot;Diskurs der Moderne&amp;quot; (1985).  Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). &lt;br /&gt;
Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“ in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeittafel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·18.Juni 1929: wurde Jürgen Habermas als zweites von drei Kindern in Düsseldorf geboren. Lebte in Gummersbach( Nordrhein-Westfalen) und besuchte das Gymnasium, welches er 1949 mit dem Abitur abschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1949-1954: Studium der Philosophie, Geschichte, Psychologie, Germanistik und Ökonomie an der Universität in Göttingen (1949-50), sowie an den Universitäten in Zürich (1950-51) und Bonn (1951-1954).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954: Doktor der Philosophie an der Universität Bonn; betreut von Erich Rothacker und Oskar Becker; Dissertation: &amp;quot;Das Absolute und die Geschichte. Eine Untersuchung zu Schellings Weltalterphilosophie.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954-1956: Berufliche Tätigkeit als freier Journalist. Hochzeit mit Ute Wesselhoeft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1956-1959: Auf Einladung von Theodor W. Adorno, wird er Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1959-1961: Zwei-jähriges Habilitations-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Marburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961:Habilitation für Philosophie an der Universität Marburg bei Wolfgang Abendroth; Titel der Habilitationsschrift: &amp;quot;[[Strukturwandel der Öffentlichkeit|Strukturwandel der Öffentlichkeit]]. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft&amp;quot;. Sein ursprünglicher Betreuer der Habilitation, Max Horkheimer, verweigerte die Annahme der Arbeit. Habermas arbeitet an einer Untersuchung des Instituts für Sozialforschung über die politische Bewusstseinslage der westdeutschen Studentenschaft mit. Er verfasst die Einleitung zu der daraus entstehenden Studie &amp;quot;Student und Politik&amp;quot;, in der er erstmals den Gedanken einer zwanglosen Willensbildung als Kern des demokratischen Rechtsstaates skizziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961-1964: Außerordentlicher Professor der Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Baden-Württemberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1964-1971: Professor der &amp;quot;Philosophie&amp;quot; sowie der &amp;quot;Soziologie&amp;quot; an der Universität Frankfurt am Main; kündigte 1971 unter anderem wegen eines Streites mit der Studentenbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1968: Veröffentlichung der Studie &amp;quot;[[Erkenntnis und Interesse|Erkenntnis und Interesse]]&amp;quot;, die Habermas über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1971-1981:Zusammenarbeit mit Carl Friedrich Freiherrn von Weizsäcker, damaliger Direktor des neu gegründeten Max- Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1975-1982: Honorarprofessor am Fachbereich &amp;quot;Philosophie&amp;quot; der Universität Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1980-1982: Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialwissenschaften in München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1983-1994: Professor der Philosophie an der Universität Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1983:Als auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Psychologische Forschung in München. Daneben absolvierte Habermas zahlreiche Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in den USA und Europa. Fortlaufendes politisches Engagement, vor allem in der Studentenbewegung der 1960er-Jahre und gegen den Balkan-Krieg in Jugoslawien 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1994: Seit seiner Pensionierung 1994 lebt er in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=4282</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=4282"/>
		<updated>2008-04-01T12:53:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: /* Dritte Phase */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Phase 1956 - 1959 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer. &lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1954 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig v. Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker, ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, wurde der ausdrückliche Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte von Adorno gegenüber Horkheimer dem Leiter des Instituts, geäußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein erstes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „Student und Politik“(Ausführung zu Student und Politik)&lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie, kam es zu einem Konflikt mit Max Horkheimer, dessen Gründe im Briefwechsel Horkheimer Adorno ausführlich dargestellt werden und dazu führten das die Einwände Horkheimers dieser Studie betreffend das Erscheinen verzögerten und letztendlich nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen sind. Horkheimer war es daran gelegen als Institutsleiter stellvertretend für das Institut nicht in Verbindung mit dieser Studie gebracht zu werden.&lt;br /&gt;
Horkheimer schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und unter anderem dazu führte das dieser nicht in Frankfurt habilitieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich verweisender Mensch“. Er „ trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „, und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für Möglich hielten. In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „[[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz intensiver Bemühungen Seitens Adornos und Helmut Beckers Max Horkheimer zu überreden, das Habilitationsgesuch anzuerkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitationsmöglichkeit. Seine Versuche mit dem Strukturwandel der Öffentlichkeit an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder auf zu nehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und eines seiner einflussreichsten Werke: „[[Erkenntnis und Interesse]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweite Phase 1964 - 1971 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger  Horkheimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verlies er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetragen haben, dass er Frankfurt wieder verliest, stellt den zweiten Punkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas beteiligte sich früh an den Debatten um eine Hochschulreform und sollte im weiteren Verlauf eine exponierende Rolle spielen.&lt;br /&gt;
Bereits in den 50iger Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der [[Studentenbewegung]] 1967/68. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. Aus dem zum früheren Horkheimer- Kreis Gehörenden Personen lebte noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte. Richard Löwenthal lebte seit den 50iger Jahren in den USA und arbeitete ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley. Der Bruch mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50iger Jahren als es zu einem Streit über von Löwenthal gegenüber dem Institut geltend gemachten Pensionsansprüchen ging. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistigen weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem her eher distanziert gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von 2 Jahren verließen auch die „Jüngeren“ Soziologen und Adorno Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
Friedeburg wurde 1969 hessischer Kultusminister und nahm auf administrativer Ebene den Kampf für die Bildungsreform auf. Oskar Negt wurde 1970 Soziologie- Professor in Hannover.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas nahm 1971 einen Ruf als Direktor am Max- Planck- Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich- technischen Welt in Starnberg bei München an und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie- Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb in einem Brief im April 1971 an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu Verlassen deutlich machte. “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkiet bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozialforschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hierbleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch eine Reihe von Zeitzeugen berichten in Interviews über die damalige Situation von Habermas am Institut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichgliederung anstelle der Fakultäten anstand, so berichtet Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein pro oder contra der Zusammenlegung entscheiden zu können, als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen würde, war es für ihn keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas eine Art politischen Elitismus nie ganz ab, der unter Umständen daher rührte, dass die Lehrerausbildung schon zum damaligen Zeitpunkt stark boomte und es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben gab, so dass zum Teil auch Oberstudienräte zu Hochschulprofessoren umgewandelt wurden. Zum anderen war die Furcht davor, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings wurde sein Weggang zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch Betrachtet, hat sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Verfassung der Hochschulgesetze beteiligt und kurz nach dem diese dann verabschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden verlässt er die Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Phase 1983 - 1994 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Phase beginnt 1983 mit der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie.&lt;br /&gt;
Habermas beteiligt sich zu dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus.&lt;br /&gt;
Er veröffentlicht die Werke &amp;quot;Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln&amp;quot; (1983), &amp;quot;Die neue Unübersichtlichkeit&amp;quot; und &amp;quot;Diskurs der Moderne&amp;quot; (1985).  Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). &lt;br /&gt;
Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“ in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeittafel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·18.Juni 1929: wurde Jürgen Habermas als zweites von drei Kindern in Düsseldorf geboren. Lebte in Gummersbach( Nordrhein-Westfalen) und besuchte das Gymnasium, welches er 1949 mit dem Abitur abschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1949-1954: Studium der Philosophie, Geschichte, Psychologie, Germanistik und Ökonomie an der Universität in Göttingen (1949-50), sowie an den Universitäten in Zürich (1950-51) und Bonn (1951-1954).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954: Doktor der Philosophie an der Universität Bonn; betreut von Erich Rothacker und Oskar Becker; Dissertation: &amp;quot;Das Absolute und die Geschichte. Eine Untersuchung zu Schellings Weltalterphilosophie.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954-1956: Berufliche Tätigkeit als freier Journalist. Hochzeit mit Ute Wesselhoeft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1956-1959: Auf Einladung von Theodor W. Adorno, wird er Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1959-1961: Zwei-jähriges Habilitations-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Marburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961:Habilitation für Philosophie an der Universität Marburg bei Wolfgang Abendroth; Titel der Habilitationsschrift: &amp;quot;[[Strukturwandel der Öffentlichkeit|Strukturwandel der Öffentlichkeit]]. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft&amp;quot;. Sein ursprünglicher Betreuer der Habilitation, Max Horkheimer, verweigerte die Annahme der Arbeit. Habermas arbeitet an einer Untersuchung des Instituts für Sozialforschung über die politische Bewusstseinslage der westdeutschen Studentenschaft mit. Er verfasst die Einleitung zu der daraus entstehenden Studie &amp;quot;Student und Politik&amp;quot;, in der er erstmals den Gedanken einer zwanglosen Willensbildung als Kern des demokratischen Rechtsstaates skizziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961-1964: Außerordentlicher Professor der Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Baden-Württemberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1964-1971: Professor der &amp;quot;Philosophie&amp;quot; sowie der &amp;quot;Soziologie&amp;quot; an der Universität Frankfurt am Main; kündigte 1971 unter anderem wegen eines Streites mit der Studentenbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1968: Veröffentlichung der Studie &amp;quot;[[Erkenntnis und Interesse|Erkenntnis und Interesse]]&amp;quot;, die Habermas über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1971-1981:Zusammenarbeit mit Carl Friedrich Freiherrn von Weizsäcker, damaliger Direktor des neu gegründeten Max- Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1975-1982: Honorarprofessor am Fachbereich &amp;quot;Philosophie&amp;quot; der Universität Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1980-1982: Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialwissenschaften in München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1983-1994: Professor der Philosophie an der Universität Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1983:Als auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Psychologische Forschung in München. Daneben absolvierte Habermas zahlreiche Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in den USA und Europa. Fortlaufendes politisches Engagement, vor allem in der Studentenbewegung der 1960er-Jahre und gegen den Balkan-Krieg in Jugoslawien 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1994: Seit seiner Pensionierung 1994 lebt er in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
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		<updated>2008-04-01T12:51:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: /* Habermas Werke */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Phase 1956 - 1959 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer. &lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1954 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig v. Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker, ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, wurde der ausdrückliche Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte von Adorno gegenüber Horkheimer dem Leiter des Instituts, geäußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein erstes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „Student und Politik“(Ausführung zu Student und Politik)&lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie, kam es zu einem Konflikt mit Max Horkheimer, dessen Gründe im Briefwechsel Horkheimer Adorno ausführlich dargestellt werden und dazu führten das die Einwände Horkheimers dieser Studie betreffend das Erscheinen verzögerten und letztendlich nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen sind. Horkheimer war es daran gelegen als Institutsleiter stellvertretend für das Institut nicht in Verbindung mit dieser Studie gebracht zu werden.&lt;br /&gt;
Horkheimer schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und unter anderem dazu führte das dieser nicht in Frankfurt habilitieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich verweisender Mensch“. Er „ trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „, und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für Möglich hielten. In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „[[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz intensiver Bemühungen Seitens Adornos und Helmut Beckers Max Horkheimer zu überreden, das Habilitationsgesuch anzuerkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitationsmöglichkeit. Seine Versuche mit dem Strukturwandel der Öffentlichkeit an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder auf zu nehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und eines seiner einflussreichsten Werke: „[[Erkenntnis und Interesse]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweite Phase 1964 - 1971 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger  Horkheimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verlies er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetragen haben, dass er Frankfurt wieder verliest, stellt den zweiten Punkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas beteiligte sich früh an den Debatten um eine Hochschulreform und sollte im weiteren Verlauf eine exponierende Rolle spielen.&lt;br /&gt;
Bereits in den 50iger Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der [[Studentenbewegung]] 1967/68. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. Aus dem zum früheren Horkheimer- Kreis Gehörenden Personen lebte noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte. Richard Löwenthal lebte seit den 50iger Jahren in den USA und arbeitete ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley. Der Bruch mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50iger Jahren als es zu einem Streit über von Löwenthal gegenüber dem Institut geltend gemachten Pensionsansprüchen ging. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistigen weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem her eher distanziert gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von 2 Jahren verließen auch die „Jüngeren“ Soziologen und Adorno Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
Friedeburg wurde 1969 hessischer Kultusminister und nahm auf administrativer Ebene den Kampf für die Bildungsreform auf. Oskar Negt wurde 1970 Soziologie- Professor in Hannover.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas nahm 1971 einen Ruf als Direktor am Max- Planck- Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich- technischen Welt in Starnberg bei München an und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie- Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb in einem Brief im April 1971 an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu Verlassen deutlich machte. “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkiet bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozialforschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hierbleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch eine Reihe von Zeitzeugen berichten in Interviews über die damalige Situation von Habermas am Institut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichgliederung anstelle der Fakultäten anstand, so berichtet Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein pro oder contra der Zusammenlegung entscheiden zu können, als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen würde, war es für ihn keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas eine Art politischen Elitismus nie ganz ab, der unter Umständen daher rührte, dass die Lehrerausbildung schon zum damaligen Zeitpunkt stark boomte und es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben gab, so dass zum Teil auch Oberstudienräte zu Hochschulprofessoren umgewandelt wurden. Zum anderen war die Furcht davor, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings wurde sein Weggang zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch Betrachtet, hat sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Verfassung der Hochschulgesetze beteiligt und kurz nach dem diese dann verabschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden verlässt er die Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Phase ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeittafel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·18.Juni 1929: wurde Jürgen Habermas als zweites von drei Kindern in Düsseldorf geboren. Lebte in Gummersbach( Nordrhein-Westfalen) und besuchte das Gymnasium, welches er 1949 mit dem Abitur abschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1949-1954: Studium der Philosophie, Geschichte, Psychologie, Germanistik und Ökonomie an der Universität in Göttingen (1949-50), sowie an den Universitäten in Zürich (1950-51) und Bonn (1951-1954).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954: Doktor der Philosophie an der Universität Bonn; betreut von Erich Rothacker und Oskar Becker; Dissertation: &amp;quot;Das Absolute und die Geschichte. Eine Untersuchung zu Schellings Weltalterphilosophie.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954-1956: Berufliche Tätigkeit als freier Journalist. Hochzeit mit Ute Wesselhoeft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1956-1959: Auf Einladung von Theodor W. Adorno, wird er Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1959-1961: Zwei-jähriges Habilitations-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Marburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961:Habilitation für Philosophie an der Universität Marburg bei Wolfgang Abendroth; Titel der Habilitationsschrift: &amp;quot;[[Strukturwandel der Öffentlichkeit|Strukturwandel der Öffentlichkeit]]. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft&amp;quot;. Sein ursprünglicher Betreuer der Habilitation, Max Horkheimer, verweigerte die Annahme der Arbeit. Habermas arbeitet an einer Untersuchung des Instituts für Sozialforschung über die politische Bewusstseinslage der westdeutschen Studentenschaft mit. Er verfasst die Einleitung zu der daraus entstehenden Studie &amp;quot;Student und Politik&amp;quot;, in der er erstmals den Gedanken einer zwanglosen Willensbildung als Kern des demokratischen Rechtsstaates skizziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961-1964: Außerordentlicher Professor der Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Baden-Württemberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1964-1971: Professor der &amp;quot;Philosophie&amp;quot; sowie der &amp;quot;Soziologie&amp;quot; an der Universität Frankfurt am Main; kündigte 1971 unter anderem wegen eines Streites mit der Studentenbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1968: Veröffentlichung der Studie &amp;quot;[[Erkenntnis und Interesse|Erkenntnis und Interesse]]&amp;quot;, die Habermas über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1971-1981:Zusammenarbeit mit Carl Friedrich Freiherrn von Weizsäcker, damaliger Direktor des neu gegründeten Max- Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1975-1982: Honorarprofessor am Fachbereich &amp;quot;Philosophie&amp;quot; der Universität Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1980-1982: Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialwissenschaften in München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1983-1994: Professor der Philosophie an der Universität Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1983:Als auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Psychologische Forschung in München. Daneben absolvierte Habermas zahlreiche Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in den USA und Europa. Fortlaufendes politisches Engagement, vor allem in der Studentenbewegung der 1960er-Jahre und gegen den Balkan-Krieg in Jugoslawien 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1994: Seit seiner Pensionierung 1994 lebt er in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahl der wichtigsten Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Student und Politik]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Erkenntnis und Interesse]]&lt;br /&gt;
* [[Theorie des kommunikativen Handelns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=4280</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=4280"/>
		<updated>2008-04-01T12:50:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: /* Kurzbiographie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Phase 1956 - 1959 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer. &lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1954 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig v. Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker, ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, wurde der ausdrückliche Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte von Adorno gegenüber Horkheimer dem Leiter des Instituts, geäußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein erstes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „Student und Politik“(Ausführung zu Student und Politik)&lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie, kam es zu einem Konflikt mit Max Horkheimer, dessen Gründe im Briefwechsel Horkheimer Adorno ausführlich dargestellt werden und dazu führten das die Einwände Horkheimers dieser Studie betreffend das Erscheinen verzögerten und letztendlich nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen sind. Horkheimer war es daran gelegen als Institutsleiter stellvertretend für das Institut nicht in Verbindung mit dieser Studie gebracht zu werden.&lt;br /&gt;
Horkheimer schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und unter anderem dazu führte das dieser nicht in Frankfurt habilitieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich verweisender Mensch“. Er „ trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „, und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für Möglich hielten. In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „[[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz intensiver Bemühungen Seitens Adornos und Helmut Beckers Max Horkheimer zu überreden, das Habilitationsgesuch anzuerkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitationsmöglichkeit. Seine Versuche mit dem Strukturwandel der Öffentlichkeit an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder auf zu nehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und eines seiner einflussreichsten Werke: „[[Erkenntnis und Interesse]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweite Phase 1964 - 1971 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger  Horkheimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verlies er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetragen haben, dass er Frankfurt wieder verliest, stellt den zweiten Punkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas beteiligte sich früh an den Debatten um eine Hochschulreform und sollte im weiteren Verlauf eine exponierende Rolle spielen.&lt;br /&gt;
Bereits in den 50iger Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der [[Studentenbewegung]] 1967/68. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. Aus dem zum früheren Horkheimer- Kreis Gehörenden Personen lebte noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte. Richard Löwenthal lebte seit den 50iger Jahren in den USA und arbeitete ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley. Der Bruch mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50iger Jahren als es zu einem Streit über von Löwenthal gegenüber dem Institut geltend gemachten Pensionsansprüchen ging. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistigen weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem her eher distanziert gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von 2 Jahren verließen auch die „Jüngeren“ Soziologen und Adorno Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
Friedeburg wurde 1969 hessischer Kultusminister und nahm auf administrativer Ebene den Kampf für die Bildungsreform auf. Oskar Negt wurde 1970 Soziologie- Professor in Hannover.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas nahm 1971 einen Ruf als Direktor am Max- Planck- Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich- technischen Welt in Starnberg bei München an und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie- Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb in einem Brief im April 1971 an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu Verlassen deutlich machte. “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkiet bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozialforschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hierbleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch eine Reihe von Zeitzeugen berichten in Interviews über die damalige Situation von Habermas am Institut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichgliederung anstelle der Fakultäten anstand, so berichtet Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein pro oder contra der Zusammenlegung entscheiden zu können, als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen würde, war es für ihn keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas eine Art politischen Elitismus nie ganz ab, der unter Umständen daher rührte, dass die Lehrerausbildung schon zum damaligen Zeitpunkt stark boomte und es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben gab, so dass zum Teil auch Oberstudienräte zu Hochschulprofessoren umgewandelt wurden. Zum anderen war die Furcht davor, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings wurde sein Weggang zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch Betrachtet, hat sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Verfassung der Hochschulgesetze beteiligt und kurz nach dem diese dann verabschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden verlässt er die Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Phase ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeittafel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·18.Juni 1929: wurde Jürgen Habermas als zweites von drei Kindern in Düsseldorf geboren. Lebte in Gummersbach( Nordrhein-Westfalen) und besuchte das Gymnasium, welches er 1949 mit dem Abitur abschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1949-1954: Studium der Philosophie, Geschichte, Psychologie, Germanistik und Ökonomie an der Universität in Göttingen (1949-50), sowie an den Universitäten in Zürich (1950-51) und Bonn (1951-1954).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954: Doktor der Philosophie an der Universität Bonn; betreut von Erich Rothacker und Oskar Becker; Dissertation: &amp;quot;Das Absolute und die Geschichte. Eine Untersuchung zu Schellings Weltalterphilosophie.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1954-1956: Berufliche Tätigkeit als freier Journalist. Hochzeit mit Ute Wesselhoeft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1956-1959: Auf Einladung von Theodor W. Adorno, wird er Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1959-1961: Zwei-jähriges Habilitations-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Marburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961:Habilitation für Philosophie an der Universität Marburg bei Wolfgang Abendroth; Titel der Habilitationsschrift: &amp;quot;[[Strukturwandel der Öffentlichkeit|Strukturwandel der Öffentlichkeit]]. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft&amp;quot;. Sein ursprünglicher Betreuer der Habilitation, Max Horkheimer, verweigerte die Annahme der Arbeit. Habermas arbeitet an einer Untersuchung des Instituts für Sozialforschung über die politische Bewusstseinslage der westdeutschen Studentenschaft mit. Er verfasst die Einleitung zu der daraus entstehenden Studie &amp;quot;Student und Politik&amp;quot;, in der er erstmals den Gedanken einer zwanglosen Willensbildung als Kern des demokratischen Rechtsstaates skizziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1961-1964: Außerordentlicher Professor der Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Baden-Württemberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1964-1971: Professor der &amp;quot;Philosophie&amp;quot; sowie der &amp;quot;Soziologie&amp;quot; an der Universität Frankfurt am Main; kündigte 1971 unter anderem wegen eines Streites mit der Studentenbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1968: Veröffentlichung der Studie &amp;quot;[[Erkenntnis und Interesse|Erkenntnis und Interesse]]&amp;quot;, die Habermas über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1971-1981:Zusammenarbeit mit Carl Friedrich Freiherrn von Weizsäcker, damaliger Direktor des neu gegründeten Max- Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1975-1982: Honorarprofessor am Fachbereich &amp;quot;Philosophie&amp;quot; der Universität Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1980-1982: Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialwissenschaften in München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·1983-1994: Professor der Philosophie an der Universität Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1983:Als auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Psychologische Forschung in München. Daneben absolvierte Habermas zahlreiche Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in den USA und Europa. Fortlaufendes politisches Engagement, vor allem in der Studentenbewegung der 1960er-Jahre und gegen den Balkan-Krieg in Jugoslawien 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
·seit 1994: Seit seiner Pensionierung 1994 lebt er in Starnberg, Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Habermas Werke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=4279</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
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		<updated>2008-04-01T12:49:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: /* Zweite Phase */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Phase 1956 - 1959 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer. &lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1954 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig v. Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker, ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, wurde der ausdrückliche Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte von Adorno gegenüber Horkheimer dem Leiter des Instituts, geäußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein erstes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „Student und Politik“(Ausführung zu Student und Politik)&lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie, kam es zu einem Konflikt mit Max Horkheimer, dessen Gründe im Briefwechsel Horkheimer Adorno ausführlich dargestellt werden und dazu führten das die Einwände Horkheimers dieser Studie betreffend das Erscheinen verzögerten und letztendlich nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen sind. Horkheimer war es daran gelegen als Institutsleiter stellvertretend für das Institut nicht in Verbindung mit dieser Studie gebracht zu werden.&lt;br /&gt;
Horkheimer schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und unter anderem dazu führte das dieser nicht in Frankfurt habilitieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich verweisender Mensch“. Er „ trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „, und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für Möglich hielten. In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „[[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz intensiver Bemühungen Seitens Adornos und Helmut Beckers Max Horkheimer zu überreden, das Habilitationsgesuch anzuerkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitationsmöglichkeit. Seine Versuche mit dem Strukturwandel der Öffentlichkeit an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder auf zu nehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und eines seiner einflussreichsten Werke: „[[Erkenntnis und Interesse]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweite Phase 1964 - 1971 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 ging Habermas ein zweites Mal nach Frankfurt, wo er als Nachfolger  Horkheimers den Lehrstuhl für Soziologie und Philosophie an der Universität übernahm. Bereits 1971 verlies er Frankfurt wieder, diesmal in Richtung Starnberg um mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt zu leiten. Wie sich die Situation für Habermas und seine Arbeit in Frankfurt in diesen sieben Jahren dargestellt hat und welche Ereignisse und Entwicklungen in diesen Jahren maßgeblich dazu beigetragen haben, dass er Frankfurt wieder verliest, stellt den zweiten Punkt dieser Arbeit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas beteiligte sich früh an den Debatten um eine Hochschulreform und sollte im weiteren Verlauf eine exponierende Rolle spielen.&lt;br /&gt;
Bereits in den 50iger Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der [[Studentenbewegung]] 1967/68. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Wendepunkt in der soziologischen und philosophischen Geschichte der Universität Frankfurt bildete der Tod Theodor W. Adornos im Jahre 1969 und eine damit verbundene erkennbar gewordene Zäsur. Aus dem zum früheren Horkheimer- Kreis Gehörenden Personen lebte noch Erich Fromm, dessen Entfremdung zu Horkheimer und dessen Kreis nie wirklich aufgehört hatte. Richard Löwenthal lebte seit den 50iger Jahren in den USA und arbeitete ab 1956 als Professor an der Universität von Berkeley. Der Bruch mit Adorno und Horkheimer erfolgte aber bereits in den frühen 50iger Jahren als es zu einem Streit über von Löwenthal gegenüber dem Institut geltend gemachten Pensionsansprüchen ging. Herbert Marcuse war von Horkheimer nie wirklich als geistigen weiterführer der Tradition anerkannt, so kam es auch zu dem Ausspruch Horkheimers „Marcuses Ruhm beruhe auf Gedanken, die gröber und simpler als Adorno und meine Gedanken sind“ . Horkheimer selber lebte seit seiner Emeritierung 1959 in Montagnola bei Lugano, stand aber seiner Vergangenheit seit dem her eher distanziert gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von 2 Jahren verließen auch die „Jüngeren“ Soziologen und Adorno Schüler die Frankfurter Szene. &lt;br /&gt;
Friedeburg wurde 1969 hessischer Kultusminister und nahm auf administrativer Ebene den Kampf für die Bildungsreform auf. Oskar Negt wurde 1970 Soziologie- Professor in Hannover.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Habermas nahm 1971 einen Ruf als Direktor am Max- Planck- Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich- technischen Welt in Starnberg bei München an und „hoffte, dort seine Konzeption interdisziplinärer Theorie- Arbeit realisieren zu können, für die er am Institut für Sozialforschung, dessen Mitdirektion ihm angeboten worden war, keine Chance sah“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb in einem Brief im April 1971 an Horkheimer, in dem er zwei Faktoren für seine Entscheidung das Institut zu Verlassen deutlich machte. “Ich brauche Ihnen nicht darzustellen, wie sehr sich die Szene hier nach Adornos Tod verändert hat. Ich habe zwei Motive, nach Starnberg zu gehen. Auf der einen Seite habe ich dort großzügige Möglichkeiten, zu forschen. Ich kann 15 wissenschaftliche Stellen besetzen, und kann in einem verhältnismäßig weiten finanziellen Spielraum frei über die Wahl der Projekte entscheiden. Hier in Frankfurt hingegen hat niemals die realistische Möglichkiet bestanden, mit den Mitarbeitern in das Institut für Sozialforschung einzutreten, mit denen ich zusammenarbeiten möchte. Der andere Grund ergibt sich aus dem Umstand, dass der künftige sozialwissenschaftliche Fachbereich mit der Aufgabe belastet sein wird, die Grundausbildung der Lehrer, der Juristen und der Ökonomen zu übernehmen. Würde ich hierbleiben, müsste ich meine volle Arbeitskraft diesen ja durchaus dringlichen Aufgaben widmen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch eine Reihe von Zeitzeugen berichten in Interviews über die damalige Situation von Habermas am Institut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fachbereichgliederung anstelle der Fakultäten anstand, so berichtet Kocyba, hatten eine Reihe von Studenten und Assistenten die Vorstellung, dass die Philosophie die Soziologie brauche und umgekehrt und es natürlich schien, dass man die Fakultäten zu einem Fachbereich zusammenschließen sollte. Habermas selber schien sich zu Anfang nicht eindeutig für ein pro oder contra der Zusammenlegung entscheiden zu können, als man dann aber feststellte, dass der Fachbereich unter anderem aus der Ausbildung von Lehrern bestehen würde, war es für ihn keine Alternative mehr und er sprach sich im weiteren Verlauf gegen die Zusammenführung aus. Man sprach Habermas eine Art politischen Elitismus nie ganz ab, der unter Umständen daher rührte, dass die Lehrerausbildung schon zum damaligen Zeitpunkt stark boomte und es eine Vielzahl von Stellen zu vergeben gab, so dass zum Teil auch Oberstudienräte zu Hochschulprofessoren umgewandelt wurden. Zum anderen war die Furcht davor, dass die Philosophie von der Soziologie majorisiert werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings wurde sein Weggang zu dieser Zeit auch mitunter sehr kritisch Betrachtet, hat sich Habermas doch maßgeblich in Gremien und als Redensführer an einer neuen Verfassung der Hochschulgesetze beteiligt und kurz nach dem diese dann verabschiedet wurden und zwei getrennte Fachbereiche für Soziologie und Philosophie entstanden verlässt er die Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Phase ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kurzbiographie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Habermas Werke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
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		<updated>2008-04-01T12:44:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Phase 1956 - 1959 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase wird bestimmt durch das Verhältnis von Habermas zum damaligen Institutsleiter der Frankfurter Universität und Mitbegründer der „kritischen Theorie“ Max Horkheimer. &lt;br /&gt;
Jürgen Habermas kam als Assistent Adornos und Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung 1954 nach Frankfurt. Nachdem mit Ludwig v. Friedeburg ein junger, professioneller und für Gesellschaftskritik offener Empiriker, ein Jahr zuvor ans Institut gekommen war, wurde der ausdrückliche Wunsch nach einem Soziologen, der theoretische Soziologie lehren konnte von Adorno gegenüber Horkheimer dem Leiter des Instituts, geäußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein erstes Projekt war das theoretische Vorwort der empirischen Studie „Student und Politik“(Ausführung zu Student und Politik)&lt;br /&gt;
Auf Grund dieser Studie, kam es zu einem Konflikt mit Max Horkheimer, dessen Gründe im Briefwechsel Horkheimer Adorno ausführlich dargestellt werden und dazu führten das die Einwände Horkheimers dieser Studie betreffend das Erscheinen verzögerten und letztendlich nicht in der Reihe der „Frankfurter Beiträge zur Soziologie“, nicht einmal im gleichen Verlag erschienen sind. Horkheimer war es daran gelegen als Institutsleiter stellvertretend für das Institut nicht in Verbindung mit dieser Studie gebracht zu werden.&lt;br /&gt;
Horkheimer schrieb am 27. September 1958 einen Brief an Adorno, der eine schwerwiegende Kritik an Habermas enthielt und unter anderem dazu führte das dieser nicht in Frankfurt habilitieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Horkheimer ist er „ein begabter, unablässig auf geistige Überlegenheit sich verweisender Mensch“. Er „ trägt bei aller Gescheitheit Scheuklappen, es gebricht ihm an bon sens und an geistigem Takt“. Unverständlich sei es, dass Habermas, „der so viel von Empirie redet, heute zu Schriften sich bekennt, die auf der Ansicht beruhen, die Bourgoisie sei unfähig, noch lange die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben „, und die proletarische Revolution in den Industrieländern noch für Möglich hielten. In der Sicht von Horkheimer hat diese Revolutionstheorie den Sozialismus in einem Land nur die Verwandtschaft zum Nationalsozialismus geführt. Nicht die Revolution ist zu verteidigen sondern vielmehr die Reste der bürgerlichen Zivilisation und die europäische Zivilgesellschaft. Wenn Habermas´ Denken den Geist des Frankfurter Instituts bestimmen sollte, dann „erziehen wir keine freien Geister, keine Menschen, die zu eigenem Urteil fähig sind, sondern Anhänger, die auf Schriften schwören, heute auf die, morgen vielleicht auf jene“. Abschließend schlug Horkheimer dann vor, sich von Habermas zu trennen, weil er zwar eine glänzende Karriere vor sich habe, dem Institut aber großen Schaden bringen würde. „Lassen Sie uns zur Aufhebung der bestehenden Lage schreiten und ihn in Güte dazu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben und zu verwirklichen“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas, der mit seinem Werk „[[Strukturwandel der Öffentlichkeit]]“ keine Chance sah in Frankfurt zu habilitieren, trotz intensiver Bemühungen Seitens Adornos und Helmut Beckers Max Horkheimer zu überreden, das Habilitationsgesuch anzuerkennen, kündigte und machte sich auf die Suche nach einer neuen Habilitationsmöglichkeit. Seine Versuche mit dem Strukturwandel der Öffentlichkeit an anderen Universitäten habilitiert zu werden scheiterten jedoch zunächst, so dass sich Habermas gezwungen sah, seine journalistische Tätigkeit wieder auf zu nehmen. Durch einen Zufall machte Spiros Simitis Habermas auf den bis dato für ihn unbekannten Wolfgang Abendroth von der Universität Marburg aufmerksam, welcher ihn daraufhin kurzfristig habilitierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1961, noch vor Abschluss seines Habilitationsverfahrens, wurde Habermas nach Vermittlung von Gadamer außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, wo er bis 1964 lehrte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufsätze welche sich mit dem Positivismusstreit in der Soziologie auseinandersetzten und eines seiner einflussreichsten Werke: „[[Erkenntnis und Interesse]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweite Phase ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Phase ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzbiographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kurzbiographie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Habermas Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Habermas Werke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<title>Bilder von Jürgen Habermas</title>
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		<updated>2008-02-20T23:41:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Habermas1.jpg]] Jürgen Habermas 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Habermas3.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Habermas4.jpg]] Jürgen Habermas im Gespräch mit dem späteren Papst Benedikt XVI. Joseph Ratzinger ,2004 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
[[Bild:Habermas6.jpg]] Staatspreisverleihung 2006 an den Philosophen Professor Dr. Jürgen Habermas&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Habermas2.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Habermas5.jpg]] Max Horkheimer (links), Theodor W. Adorno (rechts) und im Hintergrund Jürgen Habermas (rechts) 1965 in Heidelberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Habermas7.jpg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<title>Tobias Hesse</title>
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		<updated>2008-02-20T22:07:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: Die Seite wurde neu angelegt: * Kurzbiographie * Habermas Werke * Bilder von Jürgen Habermas  ''' == Fragestellung == '''   Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurte...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Kurzbiographie]]&lt;br /&gt;
* [[Habermas Werke]]&lt;br /&gt;
* [[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
== Fragestellung ==&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase beginnt 1956 mit der  Einladung von Theodor W. Adorno als sein Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt.&lt;br /&gt;
In seiner dortigen Assistenzzeit lernte Habermas das Denken der Frankfurter Schule kennen. In besonderem Maße wurde er von Herbert Marcuse beeinflusst, dem er 1956 begegnete. Habermas entwickelte daraufhin eine an Freud und dem jungen Marx orientierte Auffassung vom Marxismus. Konflikte mit Max Horkheimer, der Leiter des damaligen Instituts, der seine Habilitationsschrift hätte betreuen sollen, bewegten ihn dazu, das Institut für Sozialforschung 1959 wieder zu verlassen.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
Auch Adorno, der in dieser Zeit zu einem Freund und beführworter des Talents von Jürgen Habermas geworden war, leistete keinen großen Widerstand, als Habermas einem Rausschmiss zuvorkam und nach Marburg ging, um dort bei Wolfgang Abendroth zu Habilitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1964 ging Habermas zum zweiten Mal nach Frankfurt, wo er den Lehrstuhl Horkheimers für Philosophie und Soziologie übernahm. Er erlebte dort die Zeit der Studentenrevolte, in der er eine exponierte Rolle spielte. Bereits in den 1950er-Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68; es kam aber schon bald zu Konfrontationen zwischen Habermas und radikalen Studenten.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1971 wechselte er nach Starnberg bei München, wo er bis 1981 gemeinsam mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur „Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt“ leitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Phase beginnt 1983 mit der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie.&lt;br /&gt;
Habermas beteiligt sich zu dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus.&lt;br /&gt;
Er veröffentlicht die Werke &amp;quot;Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln&amp;quot; (1983), &amp;quot;Die neue Unübersichtlichkeit&amp;quot; und &amp;quot;Diskurs der Moderne&amp;quot; (1985).  Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). &lt;br /&gt;
Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“ in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Glatzer-Interview:_1._Teil&amp;diff=1749</id>
		<title>Glatzer-Interview: 1. Teil</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Glatzer-Interview:_1._Teil&amp;diff=1749"/>
		<updated>2007-12-31T13:22:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: Die Seite wurde neu angelegt: FA: äh also in unserem Lehrforschungsprojekt beschäftigen wir uns mit der Entwicklungsgeschichte und der Konsolidierung der Forschung und Lehre an der, äh, Frankfurt...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;FA: äh also in unserem Lehrforschungsprojekt beschäftigen wir uns mit der Entwicklungsgeschichte und der Konsolidierung der Forschung und Lehre an der, äh, Frankfurter Uni.  Und zwar seit der Gründung als Stiftungsuniversität 1914 bis in die äh 70iger Jahre.  Äh, Frau äh Wendt beschäftigt sich dabei mit Kracauers Wirken als äh (.) wie soll man sagen, soziologisch interessierter Feuilletonist und untersucht, beleuchtet dabei das Wechselverhältnis  zwischen der Frankfurter Soziologie und der außerakademischen Kunstkritik (.) äh, Kulturkritik, Kunstessayistik. Frau Merget   beschäftigt sich mit der Beschäftigungs, äh, Politik, ab 1945, glaube ich(.) 00:00:43-3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NM: ja 00:00:43-3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: und äh,(.) untersucht dabei die äh, Vorlesungsverzeichnisse im Hinblick darauf, (.) in welchen Fakultäten soziologische Seminare  angeboten wurden. Herr Hesse beschäftigt sich mit äh, Habermas äh, Zeit  in Frankfurt, als Soziologe von ´59 bis äh ´71 (.) und äh, ich darf dir das Wort übergeben (.) und Sie haben sich freundlicher Weise bereiterklärt uns als Zeitzeuge und Experte äh einen Einblick zu gewähren in eine, eine wichtige Phase, der Entwicklungsgeschichte, der Frankfurter Soziologie. 00:01:21-3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: ja das ist ja sehr verschieden, was sie interessiert, ne. 00:01:23-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA:  / richtig 00:01:26-1 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: (.)(?) was mir in Erinnerung geblieben ist. 00:01:26-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: ja, äh gut. Fangen wir an. Bitte (.) 00:01:28-1 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW:ok. Zu aller erst kommen wir nochmal zu Ihnen persönlich und zwar ähm, hatte ich mal nachgeguckt, Sie haben ja Abitur in Oberfranken gemacht (.) und meine Frage wäre jetzt ähm, zu aller erst, wie ist es denn gekommen  dass Sie ausgerechnet nach Frankfurt gekommen sind zum studieren?  00:01:43-0 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: (.) Ich hab in der Zeitung ´n Artikel gelesen über  Frankfurter Studenten und äh, das Frankfurter Studenten=Leben, und das fande ich so interessant äh, das ich äh, dann den Entschluss gegen den Willen meiner Eltern und allen, aller Menschen die es da gab auf dem fränkischen Dorf (.) mich entschlossen habe nach Frankfurt zu gehen. Ich hatte allerdings im Vorhinein auch versucht in Darmstadt äh in äh Architektur anzukommen, aber das war soo überlaufen, (.) und das habe ich nicht geschafft, damals. 00:02:11-3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: und ähm, können sie sich noch erinnern was da jetzt genau drin stand in diesem Artikel, also was wars denn was sie da so überzeugt hat, unbedingt nach Frankfurt zu gehen, was war das besondere was da drin stand? 00:02:20-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: (..) also hab ich keine deutlich Erinnerung, mehr aber (.) äh,  das hing schon mit Protest und gesellschaftlicher Veränderung usw. zusammen, ne. Wann muss´n das gewesen sein 1962, 63 äh ungefähr,ne. (.) also die ersten Anzeichen der Studentenbewegung gabs da ja, und darüber (.) muss dieser Artikel äh, gegangen sein. (.) 00:02:45-3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: ok. (.) und ähm, welche Fächerkombination haben sie dann studiert? (3) 00:02:52-2 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: bzw. warum ähh, überhaupt Soziologie, wie kamen sie zur Soziologie / 00:02:54-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: / @das wäre dann die nächste Frage, ja@ 00:02:55-7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: Also mein Drang nach etwas neuem war so stark und äh, da gabs nicht viele Fächer / 00:03:00-9 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: / mmhmm,(.) ah, ja 00:02:58-9 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: / wenn man was ungewöhnliches machen, ähmm,  wollte (.) und sich entschlossen hat vom Dorf weg, ne, ich bin ja auf nem 300 Seelen Dorf äh groß geworden  und äh, bin nach Frankfurt äh, gegangen..ne..und dann kann man eigentlich nicht ein ganz traditionelles Fach machen, sondern sucht etwas neues.  Aber ich hab das auch so verstanden, dass ich das mal ausprobier, Soziologie zu studieren, ne und äh, und als ich dann bei Adorno mal innn einem Seminar saß und der gab mir für ein Referat ne 1, hab ich gedacht, ich bin der geborne Soziologe ,@( . )@  ne und äh(.)  bin dann dabei geblieben und (..) das war ja auch keine falsche Entscheidung. 00:03:36-9 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: ja 00:03:36-9 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: sag ich wenigstens, vielleicht (.) sagen andere @es war eine falsche Entscheidung@ (..) 00:02:59-8 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: äh da gabs aber auch äh, zwei Fakultäten einmal äh, die Wirtschaftswissenschaftler und dann die Philosophen, wenn sie sagen, sie haben bei Adorno ein Referat geschrieben ähh, aber wenn man sich ihre Entwicklungsgeschichte ansieht äh, würde man ja vermuten ,dass sie erst ähh bei den Wirtschaftswissenschaftlern ähh, Fuß gefasst- / 00:03:58-3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: / ja da war ich auch die ganze Zeit, ich war an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, ähh, eingeschrieben..warum, weiß ich gar nich mehr, äh (.)  so genau. Die Trennungen waren auch nich (.) äh, besonders stark... 00:04:08-3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: achso 00:04:08-3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG:..ne, das eher beiläufig, obwohl das viel viel kleiner war, (.) die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, aber da waren ja auch berühmte Namen, ne, wie äh Tennbruck und äh später Zapf, na Rüegg war auch da, aber der war, gehörte nicht so zu den attraktiven (..) äh (.) Lehrern, Lehrenden. (3)  00:04:30-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: ja (.) 00:04:30-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG:..also ich hab dann auch dort mich äh, stark  in der Fachschaft engagiert und wir waren so zu sagen immer die kleinen und  schwachen, verglichen mit den...mit der großen Philosophischen Fakultät, die die Proteste angeführt hat, aber wir haben auch immer (.) nen Wörtchen mit geredet. (3) 00:04:50-2 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: Sie haben vorhin gesagt, sie haben sich gegen den Willen ihrer Eltern entschlossen nach Frankfurt zu kommen um hier Soziologie zu studieren, ähm (.) was, warum waren denn die Eltern denn so dagegen, also was hat denn das für die Eltern bedeutet wenn der Sohn nach Frankfurt geht und Soziologie studiert? 00:05:06-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: sieh haben den Artikel wahrscheinlich auch gelesen. (.) die Eltern 00:05:08-3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NM: @( . )@ 00:05:08-3  00:05:13-0 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: nee, glaube ich nicht...äh.meinee(.) Eltern waren Bäcker und äh, die hatten keinerlei Beziehung zur Uni. Und vielleicht hab ich übertrieben, wenn ich sachte: gegen den Willen der Eltern @weil ich den Satz gestern@ (.) zweimal gehört hab, von Studenten ähh, hier...also so zu sagen, dass war nicht mit der Zustimmung der Eltern ne, iss schwächer, also die hatten da keine Beziehung dazu und hatten auch Angst  dass äh man damit nicht Leben kann (.) nicht sein Brot verdienen kann. Ne, was ist Soziologie, ne das ähh gab überhaupt keine Vorstellung ....damals davon / 00:05:40-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NM: / Ich wollt grad sagen...das so...keine Ahnung, hätten sie jetzt in Darmstadt Architektur studiert, hätten sie zumindest(.) kann ich mir vorstellen, so als Eltern, so ok. das ist ein Berufsziel. Als Architekt.. Der macht was / 00:05:48-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: / ja ein  Berufstudium hätten man gesagt /  00:05:50-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NM: / der baut Häuser, oder konstruiert Häuser, aber als Soziologe...was macht man da.... 00:05:54-0 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: ja....ja (?) man ja auch noch immer, vor allem die großen Tiefbauten imponieren mir immer noch, die hätte ich gern auch ab und zu (.) äh gebaut. Oder die Stadien oder so...@jetzt bin ich halt Soziologe@, ne. 00:06:07-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: und ähm, können sie sich dann noch erinnern, wie die Soziologie damals vielleicht in Oberfranken, ich weiß nich, oder auch hier generell außerhalb der Universität, wie wie sie wahrgenommen wurde, in der Öffentlichkeit? (3) 00:06:17-0 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: als etwas exotisches, ähh, was da äh, halb im Verborgenen blüht und was nur wenig zur Kenntnis genommen haben, also da, jedenfalls in Franken damals ne, gabs, hatten die Menschen keine Vorstellung von Soziologie. Ich entsinn mich noch dass mich einer ma fragte, äh was machen sie?  Und da hab ich gesagt Soziologie. Und dann hat er gesagt. Ach wie schön immer mit Tieren. (@ ... @) Das war die Vorstellung von äh, Soziologie, äh damals. 00:06:45-8 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: Und als sie dann hier in Frankfurt waren, wie wie war das hier haben sie da irgendwie mitbekommen, wie wie Frankfurter außerhalb der Universität die Soziologie wahrgenommen haben? 00:06:53-2 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: na es war schon´n Problem als Soziologe Wohnungen äh zu finden ne und äh @ich hab immer gesagt dann@ ich bin Ökonom. Weil im Nebenfach war ichs ja ne, also wenn man sagte man war Soziologe äh war schon ganz schlecht äh von Vermietern dann ne Wohnung zu bekommen. 00:07:10-9 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: warum? 00:07:11-9 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: na weil die als Links ähh und ähhm ne also äh wie unser Turm äh, ne sieht ja auch ein bißchen schwierig aus an manchen Stellen, so wurde das  verallgemeinert. Das sind die Soziologen äh, die die diese Umweld äh, etwas negativ gestalten, ne. (..) 00:07:32-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: Dieses behauptete äh problematische Verhältnis zwischen marxistischen Soziologen auf der einen Seite und den bürgerlichen  Soziologen, ist das eine nachträgliche äh, (.) Beschreibung der Verhältnisse das, oder kann man sagen, dass die beteiligten damals, das auch schon so gesehen haben? (.) dieses Spannungsverhältnis? 00:07:52-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: Also ich fand die marxistischen Soziologen nicht so ausgeprägte äh, Marxisten wie´s äh heute dargestellt wird. Zum Teil kenn ich die ja noch ne, der ähh (?) Wolf und der Frank Wolf und äh diese Leute ne, waren eigentlich ganz umgänglich ne=nich ähh übertrieben....radikal 00:08:12-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: also genuine Marxisten haben ja sogar die äh Frankfurter äh Vertreter der Frankfurter Schule als ähh bildungsbürgerliche Linksintellektuelle bezeichnet und ähh also (..) 00:08:26-7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: und dann gab´s ähh auch Soziologie Studenten die waren CDU-Mitglieder, ne also nicht viele, aber ein paar gab´s mit denen haben wir uns in der Fachschaft oft ähh gestritten (3) also das war relativ maßvoll und hat sich dann eigentlich gesteigert halt bis äh 68, ne bis äh, dann immer mehr Leute abgesprungen sind, wie ich auch, weil ich die Besetzung des Instituts für Sozialforschung nicht mehr verstanden hab, ne wie ähh, kann das sein, ne das man so zu sagen die eigene Grundlage da / 00:08:59-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: / torpediert / 00:08:59-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: / äh, die intellektuelle Grundlage äh torpediert, ja. 00:09:03-7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: aber in der Öffentlichkeit, war war diese Spaltung nicht bekannt. Weil sie ja gesagt haben, als Soziologe, hat man von vorn herein Schwierigkeiten gehabt eine Wohnung zu bekommen, weil man wurde ja gleich der linken Szene zu geschrieben. In Wirklichkeit war es ja gespalten in bürgerlich und marxistisch ,aber das war in der..war das in der Öffentlichkeit irgendwie bekannt, oder haben die gleich alle über einen Kamm geschert / 00:09:18-7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: / nee, so haben die das auch nicht äh wahrgenommen, also ähm ich entsinn mich bei einem Vermieter ähh, da äh hat er mich dann gefragt, ob ich nicht links...den linken Flügel der CDU wählen könnte, ne und dann hab ich ne, dann hab ich gesagt: ja, ne und @dann hab ich die Wohnung äh bekommen@, ne. So auf dieser Ebene lie::f: das halt äh, ab und das war glaube ich nicht unge- also ich kann nicht beurteilen wie oft das äh eigentlich äh passiert ist in in dieser in dieser Weise, ne aber das die Vermieter kontrollieren wollten das nicht äh eine linke Gruppierung ihr Haus äh,äh besetzt. oder bekommt äh (.) 00:10:05-0 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: und haben sie irgendwie vielleicht ne Vermutung warum der Vermieter so dagegen war?  00:10:11-8 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: (3) nja, also den Vermietern war damals, so weit ich das noch in Erinnerung hab, wichtig das sie ihre Einnahmen garantiert bekamen, also ähh, ich muss unterschr- immer Unterschriften von meinen Eltern auch bei bringen ne, das die äh im Notfall bereit äh waren äh das mit äh zu tragen äh und ansonsten hatten die Angst das da bestimmte äh Gruppen, die nicht so sich an die Konventionen halten halt äh aktiv äh werden. Und das hatte, hat auch seine gewisse Berechtigung, ne. Später hatte ich äh eine äh ein kleines Zimmer dann hier hinten äh in der Jungstrasse ((zeigt aus dem Fenster)), ne. Da gab´s ne Toilette und vier Zimmer und äh niemand hat die Toilette geputzt, ne (.) äh, ne  es ist vereinbart das die ähh vier Leute die Toilette selber putzen und es putzt sie keiner mehr, ne weil, also äh das ist jetzt @ so zu sagen etwas fern von der Soziologie@ aber es ist ein Alltagsproblem ne wie komme ich zu einer äh halbwegs sauberen ähh Toilette ne und das hat niemand mehr ernst äh genommen damals, oder viele haben es nicht mehr ernst genommen, ne das man halt so etwas auch pflegen muss (..) 00:11:24-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NM: und war diese Spaltung in ähm ja in die- auch bei selbst bei den Professoren selbst deutlich. also dass es nicht nur Studentengruppen gab sondern eben auch bei den Professoren?  00:11:34-0 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: (.) jaaa, ne...also äh die Professoren bei den Wirtschaftswissenschaften waren ja deutlich konservativ, der Rüegg, Tennbruck ne, Zapf dann später auch(.) ähm / 00:11:49-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: / Luckmann / 00:11:49-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: / Luckmann, genau der kam auch noch (..) ähm und an der philosophischen Fakultät, na ja des, da war ein bisschen...das Reden von Adorno schon sehr links war, ne, wenn man die Soziologentagsrede da betrachtet und so, aber im faktischen Handeln dann hat´s sich halt nicht so stark umgesetzt. Und Friedeburg hab ich als den großen Vermittler äh wahrgenommen, ne, äh, der immer versucht hat Ausgleich zu schaffen ud nicht so sehr die eigene Position (.) äh artikuliert hat.  00:12:29-8 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NM: interessant 00:12:29-8 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: ja er steht ja auch auf unserer Liste für die zweite Phase / 00:12:36-0 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NM: / ja, genau, ich bin da auch dabei beim Interview, das heißt dass kann man ja dann auch fragen, also ob er sich da selbst auch so in der Rolle gesehen hat, oder-  00:12:39-8 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: na er wurde ja später Minister, so das war ja weit vor seiner Minister ähhh Rolle, aber das ist ja ewig lang her, da kam noch 1952, glaube ich ne, hat Friedeburg ungefähr in dieser Größenordnung die Professur hier bekommen (( Zustimmung aller)).  Er hat also länger als irgend jemand sonst ähhm hier mit gewirkt und mit gestaltet.  00:13:02-7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NM: Und wir hatten ja jetzt ähh, also sie haben ja eben schon so gesagt, dass bei der WISO zumindest ähm, so Zapf und ja so Koryphäe- Leute zu denen man in die Vorlesung zumindest mal gehen musste und gab´s da noch andere, also grad jetzt auch an der philosophischen Fakultät außer Adorno natürlich, aber (.) wo es schon unter den Studenten auch so hieß, ok. da muss man mal gewesen sein / 00:13:23-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: / Habermas könnte ich mir auch vorstellen, dass er da sehr populär war.  00:13:27-0 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: Na ja da hat man ein bisschen was von dem Streit ja schon mitbekommen zwischen Habermas und Adorno ne, und ich denke doch auch Habermas war damals ein paar Jahre wegging, ähh (.) ne, ich hab´s nicht mehr genau in Erinnerung äh..aber als er dann wieder kam warn natürlich sehr viele Studenten äh bei ihm und das war mir aber zu überladen, also zu Habermas habe ich äh äh keine größere Beziehung, ne. Ich hab ihn mir mal angehört, aber ich hab keine größere Beziehung zu ihm ähh entwickelt. Auch weil ich ihn so fast nicht verstehe, wenn er, weil er so halt diese Sprachprobleme hat. Ne.  00:14:07-8 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: Und was für Seminare haben sie so besucht, so jetzt Schwerpunktmäßig in der Soziologie, können sie sich da irgendwie entsinnen? 00:14:13-0 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: (3) Also erstes Semester war bei Bellebaum...was haben wir da gemacht (3) Kleingruppenforschung, oder solche Themen gab´s da halt, ne bei bei Adorno das war´n die großen ähhm Autoren in der Soziologie, ne also von Spencer den ich damals gemacht habe, über Marx, Weber und so weiter, ne, sind wir da alle Autoren durch gegangen und das war ähh, im großen Hörsaal mit 800 Leuten und das wusste ich natürlich auch nicht, wenn man da als Student sich für´n Referat gemeldet hat, das man da plötzlich vor 800 Leuten äh, vortragen soll ne, (.) un- das hab ich mit ziemlich viel Angst und @bangen da überstanden@. 00:15:04-1 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: Ja, gabs denn auch so was wie ähh, Frankfurter Soziologen, die behandelt wurden als Soziologischer Theoretiker, das man eine Tradition fortführen wollte, oder hat man sich gänzlich ähh von diesen, von Mannheim meinetwegen oder von Oppenheimer gar nicht beeindrucken lassen was die äh wissenschaftlich geleistet haben? 00:15:22-7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: Ja, ich find die eigene Geschichte ist wenig beachtet worden damals, also weder Oppenheimer noch Mannheimer, auch nicht Elias ne, der dann Mitte der 70iger Jahre weltberühmt geworden ist und die größten Auflagen überhaupt hatte, die ein soziologisches Buch äh gehabt hat, ne äh all die sind äh weitgehend ignoriert worden und dann aber später immer wieder so wie jetzt in ihrem Lehrforschungsprojekt (..) von mir aber auch von ein paar anderen aufgenommen worden, ne. 00:15:51-7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: äh,hatte das mit der Selbstprofilierung der Frankfurter Soziologie zu tun, dass man, äh den Originalitätswert der Frankfurter Soziologie äh mit diesem...mit dieser äh. Garde betonen wollte? 00:16:07-7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: (.) ja also, ich hätte den Eindruck das man versucht hat den eigenen soziologischen Ansatz äh immer besonders deutlich in den Vordergrund zu stellen und potentielle Konkurrenten zu ignorieren, den Eindruck äh hatte ich, ne aber äh also, wenn man das nicht so gesehen hätte, hätte man ja auch gewinnen können damit,  das man den Oppenheimer oder den Mannheim oder (.) äh auch andere ,ne, wieder mit einbezogen äh hätte und als äh Vorfahren die partiell auch interessante Theorien beigesteuert haben akzeptiert hätte ne, dass ist wenig erfolgt, denke ich.  00:16:45-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: Ich hätte ganz kurz mal eine Frage, was jetzt speziell mein Thema betrifft: können sie sich denn erinnern ob da irgendwie mal Kracauer erwähnt wurde, grad vielleicht auch von Adorno? 00:16:56-3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: (..)äh, Kracauer sagten sie? 00:16:57-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: mhm, Siegrfried Kracauer 00:16:58-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: Ja, jaja also ähm der wurde erwähnt meiner Erinnerung nach, aber die Zusammenhänge habe ich vergessen in ähh welcher Form... Es wurden auch andere mal- also äh Stellungnahmen gegen Karl Mannheim von Adorno habe ich im Kopf, aber ich hab die Inhalte ne, ist zu lange her ähäh weiß ich nicht mehr.  00:17:17-7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: Können sie sich erinnern  ob Adorno Krakauer erwähnt hat, oder ob das jemand anders war? 00:17:23-3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: ne Adorno denke ich, war der einzige der ihn erwähnt hat. 00:17:25-9 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: war ist nem positiven oder oder negativen also verwerflich oder zustimmenden Zusammenhang? Wissen sie das zufällig noch?  00:17:31-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: Hab ich nur noch ein Gefühl das es ein leicht positiver Zusammenhang war. 00:17:35-8 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VW: ok. 00:17:35-8 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: äh, wie haben sie eigentlich die Umstellung der Fakultäten äh auf Fachbereiche als Student erlebt, also als Verbesserung oder als Verschlechterung? 00:17:46-7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: also ähäh ich hab ja kurz vor der Umstellung  mein Studium beendet, ne deswegen kann ich- hab ichs als Student nicht mehr erlebt (.) und (.) und bin auch äh danach ja in ein Projekt gegangen was der damalige Präsident Krupp äh geleitet hat und äh gar nichts mehr mit den Gesellschaftswissenschaften im engeren Sinnn äh zu tun gehabt hat, also grad für diese Zeit kann ich sehr wenig äh sagen, ne (.) fehlt mir die äh, die eigene Erfahrung. Ich kannte zwar die Leute alle die da tätig waren, aber es gab da eigentlich keine größere Beziehung dazu. 00:18:25-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FA: Sie haben ihr Diplom, glaube ich 72 gemacht? Kann das sein. 00:18:31-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: ´71 oder ´72. Ich denke eher ´71 noch. Aber ganz / 00:18:45-2 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TH: / ´72  00:18:42-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: Wo steht das? 00:18:42-6 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TH: / ich weiß gar nicht wo genau. Aus den Unterlagen des Lebenslauf ./ 00:18:43-2 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NM: / aus dem Lebenslauf auf ihrer Homepage. / 00:18:45-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: ja. 00:18:46-1 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TH: ich würde noch äh zu vor-, während ihres Studiums ähh, die ´68iger die Studentenrevolution oder die Studentenbewegung hat sie das äh beeinflusst während ihres Studiums, während ihren Arbeiten in irgendeiner Form? 00:19:05-7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: ja,ja  ich hab mich eigentlich in den ersten Jahren voll damit identifiziert und äh dann später aber distanziert als mir das halt äh äh zu weit ging wie mit der Besetzung des Instituts für Sozialforschung, ne. Das war so der Bruch eigentlich bei mir dann äh damit, ne.  00:19:26-2 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Telefon klingelt. Er telefoniert.)) 00:19:26-2 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: also, wo war ich.. 00:19:44-2 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TH: Studentenbewegung / 00:19:44-2 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NM: / das bei ihnen der Bruch war / 00:19:44-2 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WG: ja, (..) ja da waren auch ähm, so andere Erlebnisse, ne. Da gab´s den Jürgen Krahl, Hans Jürgen Krahl, ne das war einer der größten Studentenführer, der hatte eigentlich am meisten äh zu sagen mehr als die SDS Vorsitzenden äh und so weiter (.) und (.) der hat dann in der Nachfolge von Adorno den Herrn Baier nach Frankfurt (.) äh geholt ,ne und (.) den haben alle linken ähh Studentenführer als einen äh linken gepriesen und das war ein ganz konservativer Mensch, ne und ich hörte ihn reden und äh mir war völlig klar, der ist außerordentlich konservativ ähm und die Studentenführer erzählten uns aber ähh das ist ein linker der unsere Traditionen fortführt und und uns besonders viele Zugeständnisse macht /  00:20:48-6&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Ausz%C3%BCge_Transkriptionen_der_Interviews&amp;diff=1748</id>
		<title>Auszüge Transkriptionen der Interviews</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Ausz%C3%BCge_Transkriptionen_der_Interviews&amp;diff=1748"/>
		<updated>2007-12-31T13:20:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hier bitte Auszüge der Transkriptionen, wichtige Punkte, Eckdaten, die für weitere Interviews wichtig sind, einfügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Preyer-Interview: 1. Teil]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Preyer-Interview: 2. Abschnitt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kettler-Interview]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Antworten von Heinz Steinert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Glatzer-Interview: 1. Teil]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Wolfgang_Glatzer&amp;diff=1260</id>
		<title>Wolfgang Glatzer</title>
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		<updated>2007-10-26T12:41:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Lebenslauf''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geb. 15.9.1944 in Hohenborau/Krs. Glogau/Schlesien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgewachsen in Reundorf/Krs. Lichtenfels/Oberfranken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verheiratet seit 1969 mit Veronika Glatzer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder: Katja (geb. 1974) und Kolja (geb. 1977)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964: Abitur an der Meranier-Oberrealschule Lichtenfels&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1966 bis 1972 Studium der Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Sozialpolitik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 Diplom in Soziologie an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972-1978: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der DFG-Forschergruppe “Sozialpolitisches Entscheidungs- und Indikatorensystem für die Bundesrepublik Deutschland“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 Promotion zum Dr. Phil. an der Universität Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1979 bis 1984: Bereichsleiter im Sonderforschungsbereich 3 “Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik“ in Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1982 Forschungsaufenthalt an der Stanford University, Kalifornien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seit 1.10.1984 Professor für Soziologie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Schwerpunkte: sozialstruktureller und kultureller Wandel; Lebensqualität, Haushaltsproduktion und Haushaltstechnisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Publikationen''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soziologie: Geschichte und Leistungspotential '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutschen Soziologen und ihre &amp;quot;Gesellschaft&amp;quot; - Am Beispiel der Soziologentage in Frankfurt am Main. In: Heinz Steinert (Hg.), 1990: Die (mindestens) zwei Sozialwissenschaften in Frankfurt und ihre Geschichte. StS-Sonderband 3, S. 37-52&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Frankfurter Soziologentage - 1910, 1946, 1968, 1990&lt;br /&gt;
(Koautorin: Bärbel Weiß). In: Forschung Frankfurt, 8. Jg., Heft 3/90, S. 26-31&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 25. Deutsche Soziologentag 1990 in Frankfurt am Main - Ein Erfahrungsbericht aus organisatorischer Perspektive. In: Bärbel Weiß, Sylke Schemenau (Hg.), 1990: Der 25. Deutsche Soziologentag in Frankfurt am Main vom 9.10.-12.10.1990 - Eine Nachbetrachtung. Selbstverlag, S. 125-137&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Soziologentage in Frankfurt seit 1910. (Koautorin: Bärbel Weiß).In: Wolfgang Zapf (Hg.), 1991: Die Modernisierung moderner Gesellschaften - 25. Deutscher Soziologentag. Frankfurt/M./New York, Campus, S. 801- 810&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bunte Sträuße von einer unübersichtlichen Wiese - Der Jahrgang 1990 der Zeitschrift für Soziologie. In: Soziologische Revue 4/1993, S. 349-355&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) - the academic association of sociologists in Germany since 1909. In: Bernhard Schäfers (ed.), 1994: Sociology in Germany - Development-Institutionalization-Theoretical Disputes. Soziologie, Heft 3, Special Edition, Opladen, Leske + Budrich, S. 216-231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie - die akademische soziologische Vereinigung seit 1909. In: Bernhard Schäfers (Hg), 1994: Soziologie in Deutschland - Entwicklung, Institutionalisierung und Berufsfelder, Theoretische Kontroversen. Opladen, Leske + Budrich, S. 216-231&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziologische Forschung in Gefahr? Leistungspotential und Zukunftsperspektiven. In: Soziologie - Mitteilungsblatt der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 4/96, S. 5-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Soziologische Forschung in Gefahr? Thesen zu Leistungspotential und Zukunftsperspektiven (Koautoren: Karl Ulrich Mayer, Max Kaase, Ilona Ostner, Laslo Vascovic, Ansgar Weymann, Wolfgang Zapf, 1997). In: Stefan Hradil (Hg.): Differenz und Integration - Die Zukunft moderner Gesell-schaften. Frankfurt/New York, Campus, S. 227-236&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ansichten der Gesellschaft - Frankfurter Beiträge aus Soziologie und Politikwissenschaft (Hg.), 1999. Opladen, Leske + Budrich, 414 Seiten&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS im Test. In: Soziologie 2/1998, S. 27-31&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
La Institucionalización de la Sociología en Alemania. In: Salustiano del Campo(Coordinator) 2001: La Instituionalización de la Sociologia (1870-1914). Madrid: Centro de Investigaciones Sociológicas, Madrid, p. 95-110&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Sozialwissenschaftliche Tätigkeiten und Auszeichnungen''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Gründungsmitglied der internationalen Forschergruppe “Comparative Charting of Social Change“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Mitglied der Jury für den Forschungspreis der Josef Popper Nährpflicht-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1987 bis 1989 Lehrauftrag an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1988 Vertrauensdozent, später Mitglied des Auswahlausschusses, der Friedrich-Ebert-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1989 bis 1995 Vorsitzender der Sektion “Sozialindikatoren“ in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1989 Mitglied im Editorial Board von „Social Indicators Research“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990: Organisation des 25. Deutschen Soziologentags in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990 bis 2002 Mitglied im Beirat Familienforschung an der Universität Konstanz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991 Gründungsmitglied der Kommission für die Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländern (KSPW)&lt;br /&gt;
•	seit 1991 korrespondierender Herausgeber von “Social Indicators Network News“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991/92 und 1996/97 Dekan des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1994 - 1996 Sprecher der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Technikforschung (IATF) an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1994: Mitglied im Kuratorium des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung beim Statistischen Bundesamt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1995 - 1998 Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2002 Vorsitzender der Working Group “Social Indicators“ in der International Sociological Association (ISA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2004 Mitherausgeber der “Zeitschrift für Familienforschung“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 – 2001 Fellow der Alexander von Humboldt Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1998 Mitherausgeber der &amp;quot;Social Indicators Research Series&amp;quot; im Kluwer Verlag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1999 - 2004 Vorsitzender der Philosophischen Promotionskommission&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2000 Mitglied im „Editorial Board“ des „Journal of Happiness Studies“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001- 2003 Mitglied im wissenschaftlichen Beraterkreis des Projektes „Menschen in extremer Armut“ beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001 - 2002 „President Elect“ der International Society for Quality of Life Studies“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2001 Vorsitzender des Prüfungsausschusses für den Zugang besonders befähigter Berufstätiger zu den Universitäten des Landes Hessen am Fachbereich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2002 Vorsitzender des Gemeinsamen Zwischenprüfungsausschusses für die Lehrämter an Gymnasien in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2002 Gastprofessor an der Fakultät für Sozialwissenschaften, Laval University/Quèbec &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 Leitung der Weltkonferenz „Challenges for Quality of Life in the Contemporary World“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 - 2004 Präsident der „International Society for Quality of Life Studies” &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2004/2005 Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Vorsitzender der Josef Popper-Nährpflicht-Stiftung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Past President der „International Society for Quality of Life Studies”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Verleihung des Distinguished Service Award, ISQOLS, Philadelphia &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Gesellschafts- und Politikanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 „Honorary President“ der internationalen Konferenz „Towards Quality of Life Improvement“ in Wroclaw/Polen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Mitglied im Editorial Policy Board von „Applied Research in Quality of Life”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Sprecher der Forscherverbundgruppe “Sozialstruktur und Sozialpolitik“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Links''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.gesellschaftswissenschaften.uni-frankfurt.de/wglatzer]Link zur Universitäts-website&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.wolfgang-glatzer.de/veroeffentlichungen.html]Link zu seinen Veröffentlichungen aller Themenbereiche&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
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		<title>Wolfgang Glatzer</title>
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		<updated>2007-10-26T12:40:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt; '''Prof. Dr. Wolfgang Glatzer''' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Lebenslauf''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geb. 15.9.1944 in Hohenborau/Krs. Glogau/Schlesien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgewachsen in Reundorf/Krs. Lichtenfels/Oberfranken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verheiratet seit 1969 mit Veronika Glatzer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder: Katja (geb. 1974) und Kolja (geb. 1977)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964: Abitur an der Meranier-Oberrealschule Lichtenfels&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1966 bis 1972 Studium der Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Sozialpolitik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 Diplom in Soziologie an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972-1978: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der DFG-Forschergruppe “Sozialpolitisches Entscheidungs- und Indikatorensystem für die Bundesrepublik Deutschland“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 Promotion zum Dr. Phil. an der Universität Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1979 bis 1984: Bereichsleiter im Sonderforschungsbereich 3 “Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik“ in Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1982 Forschungsaufenthalt an der Stanford University, Kalifornien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seit 1.10.1984 Professor für Soziologie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Schwerpunkte: sozialstruktureller und kultureller Wandel; Lebensqualität, Haushaltsproduktion und Haushaltstechnisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Publikationen''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soziologie: Geschichte und Leistungspotential '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutschen Soziologen und ihre &amp;quot;Gesellschaft&amp;quot; - Am Beispiel der Soziologentage in Frankfurt am Main. In: Heinz Steinert (Hg.), 1990: Die (mindestens) zwei Sozialwissenschaften in Frankfurt und ihre Geschichte. StS-Sonderband 3, S. 37-52&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Frankfurter Soziologentage - 1910, 1946, 1968, 1990&lt;br /&gt;
(Koautorin: Bärbel Weiß). In: Forschung Frankfurt, 8. Jg., Heft 3/90, S. 26-31&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 25. Deutsche Soziologentag 1990 in Frankfurt am Main - Ein Erfahrungsbericht aus organisatorischer Perspektive. In: Bärbel Weiß, Sylke Schemenau (Hg.), 1990: Der 25. Deutsche Soziologentag in Frankfurt am Main vom 9.10.-12.10.1990 - Eine Nachbetrachtung. Selbstverlag, S. 125-137&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Soziologentage in Frankfurt seit 1910. (Koautorin: Bärbel Weiß).In: Wolfgang Zapf (Hg.), 1991: Die Modernisierung moderner Gesellschaften - 25. Deutscher Soziologentag. Frankfurt/M./New York, Campus, S. 801- 810&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bunte Sträuße von einer unübersichtlichen Wiese - Der Jahrgang 1990 der Zeitschrift für Soziologie. In: Soziologische Revue 4/1993, S. 349-355&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) - the academic association of sociologists in Germany since 1909. In: Bernhard Schäfers (ed.), 1994: Sociology in Germany - Development-Institutionalization-Theoretical Disputes. Soziologie, Heft 3, Special Edition, Opladen, Leske + Budrich, S. 216-231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie - die akademische soziologische Vereinigung seit 1909. In: Bernhard Schäfers (Hg), 1994: Soziologie in Deutschland - Entwicklung, Institutionalisierung und Berufsfelder, Theoretische Kontroversen. Opladen, Leske + Budrich, S. 216-231&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziologische Forschung in Gefahr? Leistungspotential und Zukunftsperspektiven. In: Soziologie - Mitteilungsblatt der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 4/96, S. 5-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Soziologische Forschung in Gefahr? Thesen zu Leistungspotential und Zukunftsperspektiven (Koautoren: Karl Ulrich Mayer, Max Kaase, Ilona Ostner, Laslo Vascovic, Ansgar Weymann, Wolfgang Zapf, 1997). In: Stefan Hradil (Hg.): Differenz und Integration - Die Zukunft moderner Gesell-schaften. Frankfurt/New York, Campus, S. 227-236&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ansichten der Gesellschaft - Frankfurter Beiträge aus Soziologie und Politikwissenschaft (Hg.), 1999. Opladen, Leske + Budrich, 414 Seiten&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS im Test. In: Soziologie 2/1998, S. 27-31&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
La Institucionalización de la Sociología en Alemania. In: Salustiano del Campo(Coordinator) 2001: La Instituionalización de la Sociologia (1870-1914). Madrid: Centro de Investigaciones Sociológicas, Madrid, p. 95-110&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Sozialwissenschaftliche Tätigkeiten und Auszeichnungen''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Gründungsmitglied der internationalen Forschergruppe “Comparative Charting of Social Change“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Mitglied der Jury für den Forschungspreis der Josef Popper Nährpflicht-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1987 bis 1989 Lehrauftrag an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1988 Vertrauensdozent, später Mitglied des Auswahlausschusses, der Friedrich-Ebert-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1989 bis 1995 Vorsitzender der Sektion “Sozialindikatoren“ in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1989 Mitglied im Editorial Board von „Social Indicators Research“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990: Organisation des 25. Deutschen Soziologentags in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990 bis 2002 Mitglied im Beirat Familienforschung an der Universität Konstanz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991 Gründungsmitglied der Kommission für die Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländern (KSPW)&lt;br /&gt;
•	seit 1991 korrespondierender Herausgeber von “Social Indicators Network News“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991/92 und 1996/97 Dekan des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1994 - 1996 Sprecher der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Technikforschung (IATF) an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1994: Mitglied im Kuratorium des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung beim Statistischen Bundesamt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1995 - 1998 Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2002 Vorsitzender der Working Group “Social Indicators“ in der International Sociological Association (ISA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2004 Mitherausgeber der “Zeitschrift für Familienforschung“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 – 2001 Fellow der Alexander von Humboldt Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1998 Mitherausgeber der &amp;quot;Social Indicators Research Series&amp;quot; im Kluwer Verlag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1999 - 2004 Vorsitzender der Philosophischen Promotionskommission&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2000 Mitglied im „Editorial Board“ des „Journal of Happiness Studies“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001- 2003 Mitglied im wissenschaftlichen Beraterkreis des Projektes „Menschen in extremer Armut“ beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001 - 2002 „President Elect“ der International Society for Quality of Life Studies“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2001 Vorsitzender des Prüfungsausschusses für den Zugang besonders befähigter Berufstätiger zu den Universitäten des Landes Hessen am Fachbereich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2002 Vorsitzender des Gemeinsamen Zwischenprüfungsausschusses für die Lehrämter an Gymnasien in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2002 Gastprofessor an der Fakultät für Sozialwissenschaften, Laval University/Quèbec &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 Leitung der Weltkonferenz „Challenges for Quality of Life in the Contemporary World“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 - 2004 Präsident der „International Society for Quality of Life Studies” &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2004/2005 Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Vorsitzender der Josef Popper-Nährpflicht-Stiftung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Past President der „International Society for Quality of Life Studies”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Verleihung des Distinguished Service Award, ISQOLS, Philadelphia &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Gesellschafts- und Politikanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 „Honorary President“ der internationalen Konferenz „Towards Quality of Life Improvement“ in Wroclaw/Polen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Mitglied im Editorial Policy Board von „Applied Research in Quality of Life”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Sprecher der Forscherverbundgruppe “Sozialstruktur und Sozialpolitik“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Links''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.gesellschaftswissenschaften.uni-frankfurt.de/wglatzer]Link zur Universitäts-website&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.wolfgang-glatzer.de/veroeffentlichungen.html]Link zu seinen Veröffentlichungen aller Themenbereiche&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<title>Wolfgang Glatzer</title>
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		<updated>2007-10-26T12:40:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== '''Prof. Dr. Wolfgang Glatzer''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Lebenslauf''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geb. 15.9.1944 in Hohenborau/Krs. Glogau/Schlesien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgewachsen in Reundorf/Krs. Lichtenfels/Oberfranken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verheiratet seit 1969 mit Veronika Glatzer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder: Katja (geb. 1974) und Kolja (geb. 1977)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964: Abitur an der Meranier-Oberrealschule Lichtenfels&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1966 bis 1972 Studium der Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Sozialpolitik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 Diplom in Soziologie an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972-1978: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der DFG-Forschergruppe “Sozialpolitisches Entscheidungs- und Indikatorensystem für die Bundesrepublik Deutschland“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 Promotion zum Dr. Phil. an der Universität Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1979 bis 1984: Bereichsleiter im Sonderforschungsbereich 3 “Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik“ in Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1982 Forschungsaufenthalt an der Stanford University, Kalifornien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seit 1.10.1984 Professor für Soziologie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Schwerpunkte: sozialstruktureller und kultureller Wandel; Lebensqualität, Haushaltsproduktion und Haushaltstechnisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Publikationen''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soziologie: Geschichte und Leistungspotential '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutschen Soziologen und ihre &amp;quot;Gesellschaft&amp;quot; - Am Beispiel der Soziologentage in Frankfurt am Main. In: Heinz Steinert (Hg.), 1990: Die (mindestens) zwei Sozialwissenschaften in Frankfurt und ihre Geschichte. StS-Sonderband 3, S. 37-52&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Frankfurter Soziologentage - 1910, 1946, 1968, 1990&lt;br /&gt;
(Koautorin: Bärbel Weiß). In: Forschung Frankfurt, 8. Jg., Heft 3/90, S. 26-31&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 25. Deutsche Soziologentag 1990 in Frankfurt am Main - Ein Erfahrungsbericht aus organisatorischer Perspektive. In: Bärbel Weiß, Sylke Schemenau (Hg.), 1990: Der 25. Deutsche Soziologentag in Frankfurt am Main vom 9.10.-12.10.1990 - Eine Nachbetrachtung. Selbstverlag, S. 125-137&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Soziologentage in Frankfurt seit 1910. (Koautorin: Bärbel Weiß).In: Wolfgang Zapf (Hg.), 1991: Die Modernisierung moderner Gesellschaften - 25. Deutscher Soziologentag. Frankfurt/M./New York, Campus, S. 801- 810&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bunte Sträuße von einer unübersichtlichen Wiese - Der Jahrgang 1990 der Zeitschrift für Soziologie. In: Soziologische Revue 4/1993, S. 349-355&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) - the academic association of sociologists in Germany since 1909. In: Bernhard Schäfers (ed.), 1994: Sociology in Germany - Development-Institutionalization-Theoretical Disputes. Soziologie, Heft 3, Special Edition, Opladen, Leske + Budrich, S. 216-231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie - die akademische soziologische Vereinigung seit 1909. In: Bernhard Schäfers (Hg), 1994: Soziologie in Deutschland - Entwicklung, Institutionalisierung und Berufsfelder, Theoretische Kontroversen. Opladen, Leske + Budrich, S. 216-231&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziologische Forschung in Gefahr? Leistungspotential und Zukunftsperspektiven. In: Soziologie - Mitteilungsblatt der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 4/96, S. 5-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Soziologische Forschung in Gefahr? Thesen zu Leistungspotential und Zukunftsperspektiven (Koautoren: Karl Ulrich Mayer, Max Kaase, Ilona Ostner, Laslo Vascovic, Ansgar Weymann, Wolfgang Zapf, 1997). In: Stefan Hradil (Hg.): Differenz und Integration - Die Zukunft moderner Gesell-schaften. Frankfurt/New York, Campus, S. 227-236&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ansichten der Gesellschaft - Frankfurter Beiträge aus Soziologie und Politikwissenschaft (Hg.), 1999. Opladen, Leske + Budrich, 414 Seiten&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS im Test. In: Soziologie 2/1998, S. 27-31&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
La Institucionalización de la Sociología en Alemania. In: Salustiano del Campo(Coordinator) 2001: La Instituionalización de la Sociologia (1870-1914). Madrid: Centro de Investigaciones Sociológicas, Madrid, p. 95-110&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Sozialwissenschaftliche Tätigkeiten und Auszeichnungen''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Gründungsmitglied der internationalen Forschergruppe “Comparative Charting of Social Change“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Mitglied der Jury für den Forschungspreis der Josef Popper Nährpflicht-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1987 bis 1989 Lehrauftrag an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1988 Vertrauensdozent, später Mitglied des Auswahlausschusses, der Friedrich-Ebert-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1989 bis 1995 Vorsitzender der Sektion “Sozialindikatoren“ in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1989 Mitglied im Editorial Board von „Social Indicators Research“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990: Organisation des 25. Deutschen Soziologentags in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990 bis 2002 Mitglied im Beirat Familienforschung an der Universität Konstanz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991 Gründungsmitglied der Kommission für die Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländern (KSPW)&lt;br /&gt;
•	seit 1991 korrespondierender Herausgeber von “Social Indicators Network News“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991/92 und 1996/97 Dekan des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1994 - 1996 Sprecher der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Technikforschung (IATF) an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1994: Mitglied im Kuratorium des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung beim Statistischen Bundesamt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1995 - 1998 Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2002 Vorsitzender der Working Group “Social Indicators“ in der International Sociological Association (ISA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2004 Mitherausgeber der “Zeitschrift für Familienforschung“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 – 2001 Fellow der Alexander von Humboldt Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1998 Mitherausgeber der &amp;quot;Social Indicators Research Series&amp;quot; im Kluwer Verlag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1999 - 2004 Vorsitzender der Philosophischen Promotionskommission&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2000 Mitglied im „Editorial Board“ des „Journal of Happiness Studies“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001- 2003 Mitglied im wissenschaftlichen Beraterkreis des Projektes „Menschen in extremer Armut“ beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001 - 2002 „President Elect“ der International Society for Quality of Life Studies“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2001 Vorsitzender des Prüfungsausschusses für den Zugang besonders befähigter Berufstätiger zu den Universitäten des Landes Hessen am Fachbereich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2002 Vorsitzender des Gemeinsamen Zwischenprüfungsausschusses für die Lehrämter an Gymnasien in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2002 Gastprofessor an der Fakultät für Sozialwissenschaften, Laval University/Quèbec &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 Leitung der Weltkonferenz „Challenges for Quality of Life in the Contemporary World“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 - 2004 Präsident der „International Society for Quality of Life Studies” &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2004/2005 Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Vorsitzender der Josef Popper-Nährpflicht-Stiftung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Past President der „International Society for Quality of Life Studies”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Verleihung des Distinguished Service Award, ISQOLS, Philadelphia &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Gesellschafts- und Politikanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 „Honorary President“ der internationalen Konferenz „Towards Quality of Life Improvement“ in Wroclaw/Polen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Mitglied im Editorial Policy Board von „Applied Research in Quality of Life”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Sprecher der Forscherverbundgruppe “Sozialstruktur und Sozialpolitik“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Links''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.gesellschaftswissenschaften.uni-frankfurt.de/wglatzer]Link zur Universitäts-website&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.wolfgang-glatzer.de/veroeffentlichungen.html]Link zu seinen Veröffentlichungen aller Themenbereiche&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
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		<title>Wolfgang Glatzer</title>
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		<updated>2007-10-26T12:38:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[http://www.gesellschaftswissenschaften.uni-frankfurt.de/wglatzer]Link zur Universitäts-website&lt;br /&gt;
[http://www.wolfgang-glatzer.de/veroeffentlichungen.html]Link zu seinen Veröffentlichungen aller Themenbereiche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Prof. Dr. Wolfgang Glatzer''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Lebenslauf''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geb. 15.9.1944 in Hohenborau/Krs. Glogau/Schlesien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgewachsen in Reundorf/Krs. Lichtenfels/Oberfranken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verheiratet seit 1969 mit Veronika Glatzer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder: Katja (geb. 1974) und Kolja (geb. 1977)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964: Abitur an der Meranier-Oberrealschule Lichtenfels&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1966 bis 1972 Studium der Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Sozialpolitik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 Diplom in Soziologie an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972-1978: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der DFG-Forschergruppe “Sozialpolitisches Entscheidungs- und Indikatorensystem für die Bundesrepublik Deutschland“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 Promotion zum Dr. Phil. an der Universität Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1979 bis 1984: Bereichsleiter im Sonderforschungsbereich 3 “Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik“ in Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1982 Forschungsaufenthalt an der Stanford University, Kalifornien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seit 1.10.1984 Professor für Soziologie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Schwerpunkte: sozialstruktureller und kultureller Wandel; Lebensqualität, Haushaltsproduktion und Haushaltstechnisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Publikationen''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soziologie: Geschichte und Leistungspotential '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutschen Soziologen und ihre &amp;quot;Gesellschaft&amp;quot; - Am Beispiel der Soziologentage in Frankfurt am Main. In: Heinz Steinert (Hg.), 1990: Die (mindestens) zwei Sozialwissenschaften in Frankfurt und ihre Geschichte. StS-Sonderband 3, S. 37-52&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Frankfurter Soziologentage - 1910, 1946, 1968, 1990&lt;br /&gt;
(Koautorin: Bärbel Weiß). In: Forschung Frankfurt, 8. Jg., Heft 3/90, S. 26-31&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 25. Deutsche Soziologentag 1990 in Frankfurt am Main - Ein Erfahrungsbericht aus organisatorischer Perspektive. In: Bärbel Weiß, Sylke Schemenau (Hg.), 1990: Der 25. Deutsche Soziologentag in Frankfurt am Main vom 9.10.-12.10.1990 - Eine Nachbetrachtung. Selbstverlag, S. 125-137&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Soziologentage in Frankfurt seit 1910. (Koautorin: Bärbel Weiß).In: Wolfgang Zapf (Hg.), 1991: Die Modernisierung moderner Gesellschaften - 25. Deutscher Soziologentag. Frankfurt/M./New York, Campus, S. 801- 810&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bunte Sträuße von einer unübersichtlichen Wiese - Der Jahrgang 1990 der Zeitschrift für Soziologie. In: Soziologische Revue 4/1993, S. 349-355&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) - the academic association of sociologists in Germany since 1909. In: Bernhard Schäfers (ed.), 1994: Sociology in Germany - Development-Institutionalization-Theoretical Disputes. Soziologie, Heft 3, Special Edition, Opladen, Leske + Budrich, S. 216-231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie - die akademische soziologische Vereinigung seit 1909. In: Bernhard Schäfers (Hg), 1994: Soziologie in Deutschland - Entwicklung, Institutionalisierung und Berufsfelder, Theoretische Kontroversen. Opladen, Leske + Budrich, S. 216-231&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziologische Forschung in Gefahr? Leistungspotential und Zukunftsperspektiven. In: Soziologie - Mitteilungsblatt der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 4/96, S. 5-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Soziologische Forschung in Gefahr? Thesen zu Leistungspotential und Zukunftsperspektiven (Koautoren: Karl Ulrich Mayer, Max Kaase, Ilona Ostner, Laslo Vascovic, Ansgar Weymann, Wolfgang Zapf, 1997). In: Stefan Hradil (Hg.): Differenz und Integration - Die Zukunft moderner Gesell-schaften. Frankfurt/New York, Campus, S. 227-236&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ansichten der Gesellschaft - Frankfurter Beiträge aus Soziologie und Politikwissenschaft (Hg.), 1999. Opladen, Leske + Budrich, 414 Seiten&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS im Test. In: Soziologie 2/1998, S. 27-31&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
La Institucionalización de la Sociología en Alemania. In: Salustiano del Campo(Coordinator) 2001: La Instituionalización de la Sociologia (1870-1914). Madrid: Centro de Investigaciones Sociológicas, Madrid, p. 95-110&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Sozialwissenschaftliche Tätigkeiten und Auszeichnungen''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Gründungsmitglied der internationalen Forschergruppe “Comparative Charting of Social Change“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Mitglied der Jury für den Forschungspreis der Josef Popper Nährpflicht-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1987 bis 1989 Lehrauftrag an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1988 Vertrauensdozent, später Mitglied des Auswahlausschusses, der Friedrich-Ebert-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1989 bis 1995 Vorsitzender der Sektion “Sozialindikatoren“ in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1989 Mitglied im Editorial Board von „Social Indicators Research“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990: Organisation des 25. Deutschen Soziologentags in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990 bis 2002 Mitglied im Beirat Familienforschung an der Universität Konstanz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991 Gründungsmitglied der Kommission für die Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländern (KSPW)&lt;br /&gt;
•	seit 1991 korrespondierender Herausgeber von “Social Indicators Network News“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991/92 und 1996/97 Dekan des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1994 - 1996 Sprecher der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Technikforschung (IATF) an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1994: Mitglied im Kuratorium des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung beim Statistischen Bundesamt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1995 - 1998 Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2002 Vorsitzender der Working Group “Social Indicators“ in der International Sociological Association (ISA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2004 Mitherausgeber der “Zeitschrift für Familienforschung“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 – 2001 Fellow der Alexander von Humboldt Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1998 Mitherausgeber der &amp;quot;Social Indicators Research Series&amp;quot; im Kluwer Verlag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1999 - 2004 Vorsitzender der Philosophischen Promotionskommission&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2000 Mitglied im „Editorial Board“ des „Journal of Happiness Studies“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001- 2003 Mitglied im wissenschaftlichen Beraterkreis des Projektes „Menschen in extremer Armut“ beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001 - 2002 „President Elect“ der International Society for Quality of Life Studies“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2001 Vorsitzender des Prüfungsausschusses für den Zugang besonders befähigter Berufstätiger zu den Universitäten des Landes Hessen am Fachbereich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2002 Vorsitzender des Gemeinsamen Zwischenprüfungsausschusses für die Lehrämter an Gymnasien in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2002 Gastprofessor an der Fakultät für Sozialwissenschaften, Laval University/Quèbec &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 Leitung der Weltkonferenz „Challenges for Quality of Life in the Contemporary World“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 - 2004 Präsident der „International Society for Quality of Life Studies” &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2004/2005 Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Vorsitzender der Josef Popper-Nährpflicht-Stiftung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Past President der „International Society for Quality of Life Studies”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Verleihung des Distinguished Service Award, ISQOLS, Philadelphia &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Gesellschafts- und Politikanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 „Honorary President“ der internationalen Konferenz „Towards Quality of Life Improvement“ in Wroclaw/Polen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Mitglied im Editorial Policy Board von „Applied Research in Quality of Life”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Sprecher der Forscherverbundgruppe “Sozialstruktur und Sozialpolitik“&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Wolfgang_Glatzer&amp;diff=1256</id>
		<title>Wolfgang Glatzer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Wolfgang_Glatzer&amp;diff=1256"/>
		<updated>2007-10-26T12:35:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[http://www.gesellschaftswissenschaften.uni-frankfurt.de/wglatzer]Link zur Universitäts-website&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Prof. Dr. Wolfgang Glatzer''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Lebenslauf''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geb. 15.9.1944 in Hohenborau/Krs. Glogau/Schlesien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgewachsen in Reundorf/Krs. Lichtenfels/Oberfranken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verheiratet seit 1969 mit Veronika Glatzer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder: Katja (geb. 1974) und Kolja (geb. 1977)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964: Abitur an der Meranier-Oberrealschule Lichtenfels&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1966 bis 1972 Studium der Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Sozialpolitik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 Diplom in Soziologie an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972-1978: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der DFG-Forschergruppe “Sozialpolitisches Entscheidungs- und Indikatorensystem für die Bundesrepublik Deutschland“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 Promotion zum Dr. Phil. an der Universität Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1979 bis 1984: Bereichsleiter im Sonderforschungsbereich 3 “Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik“ in Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1982 Forschungsaufenthalt an der Stanford University, Kalifornien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seit 1.10.1984 Professor für Soziologie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Schwerpunkte: sozialstruktureller und kultureller Wandel; Lebensqualität, Haushaltsproduktion und Haushaltstechnisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Publikationen''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soziologie: Geschichte und Leistungspotential '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutschen Soziologen und ihre &amp;quot;Gesellschaft&amp;quot; - Am Beispiel der Soziologentage in Frankfurt am Main. In: Heinz Steinert (Hg.), 1990: Die (mindestens) zwei Sozialwissenschaften in Frankfurt und ihre Geschichte. StS-Sonderband 3, S. 37-52&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Frankfurter Soziologentage - 1910, 1946, 1968, 1990&lt;br /&gt;
(Koautorin: Bärbel Weiß). In: Forschung Frankfurt, 8. Jg., Heft 3/90, S. 26-31&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 25. Deutsche Soziologentag 1990 in Frankfurt am Main - Ein Erfahrungsbericht aus organisatorischer Perspektive. In: Bärbel Weiß, Sylke Schemenau (Hg.), 1990: Der 25. Deutsche Soziologentag in Frankfurt am Main vom 9.10.-12.10.1990 - Eine Nachbetrachtung. Selbstverlag, S. 125-137&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Soziologentage in Frankfurt seit 1910. (Koautorin: Bärbel Weiß).In: Wolfgang Zapf (Hg.), 1991: Die Modernisierung moderner Gesellschaften - 25. Deutscher Soziologentag. Frankfurt/M./New York, Campus, S. 801- 810&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bunte Sträuße von einer unübersichtlichen Wiese - Der Jahrgang 1990 der Zeitschrift für Soziologie. In: Soziologische Revue 4/1993, S. 349-355&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) - the academic association of sociologists in Germany since 1909. In: Bernhard Schäfers (ed.), 1994: Sociology in Germany - Development-Institutionalization-Theoretical Disputes. Soziologie, Heft 3, Special Edition, Opladen, Leske + Budrich, S. 216-231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie - die akademische soziologische Vereinigung seit 1909. In: Bernhard Schäfers (Hg), 1994: Soziologie in Deutschland - Entwicklung, Institutionalisierung und Berufsfelder, Theoretische Kontroversen. Opladen, Leske + Budrich, S. 216-231&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziologische Forschung in Gefahr? Leistungspotential und Zukunftsperspektiven. In: Soziologie - Mitteilungsblatt der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 4/96, S. 5-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Soziologische Forschung in Gefahr? Thesen zu Leistungspotential und Zukunftsperspektiven (Koautoren: Karl Ulrich Mayer, Max Kaase, Ilona Ostner, Laslo Vascovic, Ansgar Weymann, Wolfgang Zapf, 1997). In: Stefan Hradil (Hg.): Differenz und Integration - Die Zukunft moderner Gesell-schaften. Frankfurt/New York, Campus, S. 227-236&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ansichten der Gesellschaft - Frankfurter Beiträge aus Soziologie und Politikwissenschaft (Hg.), 1999. Opladen, Leske + Budrich, 414 Seiten&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS im Test. In: Soziologie 2/1998, S. 27-31&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
La Institucionalización de la Sociología en Alemania. In: Salustiano del Campo(Coordinator) 2001: La Instituionalización de la Sociologia (1870-1914). Madrid: Centro de Investigaciones Sociológicas, Madrid, p. 95-110&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Sozialwissenschaftliche Tätigkeiten und Auszeichnungen''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Gründungsmitglied der internationalen Forschergruppe “Comparative Charting of Social Change“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Mitglied der Jury für den Forschungspreis der Josef Popper Nährpflicht-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1987 bis 1989 Lehrauftrag an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1988 Vertrauensdozent, später Mitglied des Auswahlausschusses, der Friedrich-Ebert-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1989 bis 1995 Vorsitzender der Sektion “Sozialindikatoren“ in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1989 Mitglied im Editorial Board von „Social Indicators Research“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990: Organisation des 25. Deutschen Soziologentags in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990 bis 2002 Mitglied im Beirat Familienforschung an der Universität Konstanz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991 Gründungsmitglied der Kommission für die Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländern (KSPW)&lt;br /&gt;
•	seit 1991 korrespondierender Herausgeber von “Social Indicators Network News“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991/92 und 1996/97 Dekan des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1994 - 1996 Sprecher der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Technikforschung (IATF) an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1994: Mitglied im Kuratorium des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung beim Statistischen Bundesamt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1995 - 1998 Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2002 Vorsitzender der Working Group “Social Indicators“ in der International Sociological Association (ISA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2004 Mitherausgeber der “Zeitschrift für Familienforschung“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 – 2001 Fellow der Alexander von Humboldt Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1998 Mitherausgeber der &amp;quot;Social Indicators Research Series&amp;quot; im Kluwer Verlag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1999 - 2004 Vorsitzender der Philosophischen Promotionskommission&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2000 Mitglied im „Editorial Board“ des „Journal of Happiness Studies“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001- 2003 Mitglied im wissenschaftlichen Beraterkreis des Projektes „Menschen in extremer Armut“ beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001 - 2002 „President Elect“ der International Society for Quality of Life Studies“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2001 Vorsitzender des Prüfungsausschusses für den Zugang besonders befähigter Berufstätiger zu den Universitäten des Landes Hessen am Fachbereich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2002 Vorsitzender des Gemeinsamen Zwischenprüfungsausschusses für die Lehrämter an Gymnasien in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2002 Gastprofessor an der Fakultät für Sozialwissenschaften, Laval University/Quèbec &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 Leitung der Weltkonferenz „Challenges for Quality of Life in the Contemporary World“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 - 2004 Präsident der „International Society for Quality of Life Studies” &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2004/2005 Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Vorsitzender der Josef Popper-Nährpflicht-Stiftung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Past President der „International Society for Quality of Life Studies”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Verleihung des Distinguished Service Award, ISQOLS, Philadelphia &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Gesellschafts- und Politikanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 „Honorary President“ der internationalen Konferenz „Towards Quality of Life Improvement“ in Wroclaw/Polen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Mitglied im Editorial Policy Board von „Applied Research in Quality of Life”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Sprecher der Forscherverbundgruppe “Sozialstruktur und Sozialpolitik“&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Verzeichnis_bedeutender_Personen_f%C3%BCr_die_Soziologie_in_Frankfurt_nach_1945&amp;diff=1205</id>
		<title>Verzeichnis bedeutender Personen für die Soziologie in Frankfurt nach 1945</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Verzeichnis_bedeutender_Personen_f%C3%BCr_die_Soziologie_in_Frankfurt_nach_1945&amp;diff=1205"/>
		<updated>2007-10-18T15:22:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;-A-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Fritz Abb (Wirtschafts-und Sozialpolitik)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Hans Achinger (Sozialpolitik)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Theodor W. Adorno]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-B-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Horst Baier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Egon Becker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-C-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-D-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Günter Dux (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-E-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-F-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Ernst Fraenkel (Wirtschafts- und Sozialgeschichte)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Ludwig von Friedeburg (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-G-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wolfgang Glatzer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Richard Grathoff (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Rudolf Gunzert (Statistische Methoden der empirischen Sozialforschung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-H-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl-Otto Hondrich]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prof. Dr. [[Jürgen Habermas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Eike Hennig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Max Horkheimer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-I-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-J-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-K-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Klaus Kippert (Soziologie der Erziehung/Schulsoziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Jan Jacob van Klaveren (Wirtschafts- und Sozialgeschichte)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Julius Kraft (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-L-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Kurt Lenk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Thomas Luckmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-M-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ulf Matthiesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ruth Meyer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Herrmann Müller (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-N-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ludwig Neundörfer (Soziologie der Erziehung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Elisabeth Neumayer (Sozialpsychologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-O-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ulrich Oevermann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Claus Offe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-P-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Helge Pross (Dogmengeschichte und Systematik der Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Q-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-R-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Walter Rüegg (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johann Peter Ruppert (Sozialpsychologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Jürgen Ritsert (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-S-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gottfried Salomon-Delatour]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Constans Seyfarth]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Peter Schönbach (Empirische Sozialforschung und Sozialpsychologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Walter Sprondel (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Walter Sulzbach (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-T-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prof. Dr. [[Friedrich H. Tenbruck]] (Soziologie)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Manfred Teschner (Industriesoziologie und Bildungssoziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-U-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-V-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Vogel (Soziologie der Erziehung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-W-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Franz Wurm (Wirtschaftssoziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-X-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Y-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Z-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Wolfgang Zapf]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Verzeichnis_bedeutender_Personen_f%C3%BCr_die_Soziologie_in_Frankfurt_nach_1945&amp;diff=1204</id>
		<title>Verzeichnis bedeutender Personen für die Soziologie in Frankfurt nach 1945</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Verzeichnis_bedeutender_Personen_f%C3%BCr_die_Soziologie_in_Frankfurt_nach_1945&amp;diff=1204"/>
		<updated>2007-10-18T15:20:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;-A-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Fritz Abb (Wirtschafts-und Sozialpolitik)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Hans Achinger (Sozialpolitik)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Theodor W. Adorno]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-B-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Horst Baier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Egon Becker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-C-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-D-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Günter Dux (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-E-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-F-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Ernst Fraenkel (Wirtschafts- und Sozialgeschichte)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Ludwig von Friedeburg (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-G-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wolfgang Glatzer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Richard Grathoff (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Rudolf Gunzert (Statistische Methoden der empirischen Sozialforschung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-H-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl-Otto Hondrich]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. [[Jürgen Habermas]]]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Eike Hennig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Max Horkheimer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-I-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-J-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-K-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Klaus Kippert (Soziologie der Erziehung/Schulsoziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Jan Jacob van Klaveren (Wirtschafts- und Sozialgeschichte)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Julius Kraft (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-L-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Kurt Lenk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Thomas Luckmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-M-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ulf Matthiesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ruth Meyer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Herrmann Müller (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-N-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ludwig Neundörfer (Soziologie der Erziehung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Elisabeth Neumayer (Sozialpsychologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-O-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ulrich Oevermann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Claus Offe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-P-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Helge Pross (Dogmengeschichte und Systematik der Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Q-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-R-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Walter Rüegg (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johann Peter Ruppert (Sozialpsychologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Jürgen Ritsert (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-S-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gottfried Salomon-Delatour]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Constans Seyfarth]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Peter Schönbach (Empirische Sozialforschung und Sozialpsychologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Walter Sprondel (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Walter Sulzbach (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-T-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prof. Dr. [[Friedrich H. Tenbruck]] (Soziologie)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Manfred Teschner (Industriesoziologie und Bildungssoziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-U-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-V-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Vogel (Soziologie der Erziehung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-W-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Franz Wurm (Wirtschaftssoziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-X-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Y-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Z-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Wolfgang Zapf]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=1203</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=1203"/>
		<updated>2007-10-18T13:14:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Kurzbiographie]]&lt;br /&gt;
* [[Habermas Werke]]&lt;br /&gt;
* [[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
== Fragestellung ==&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase beginnt 1956 mit der  Einladung von Theodor W. Adorno als sein Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt.&lt;br /&gt;
In seiner dortigen Assistenzzeit lernte Habermas das Denken der Frankfurter Schule kennen. In besonderem Maße wurde er von Herbert Marcuse beeinflusst, dem er 1956 begegnete. Habermas entwickelte daraufhin eine an Freud und dem jungen Marx orientierte Auffassung vom Marxismus. Konflikte mit Max Horkheimer, der Leiter des damaligen Instituts, der seine Habilitationsschrift hätte betreuen sollen, bewegten ihn dazu, das Institut für Sozialforschung 1959 wieder zu verlassen.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
Auch Adorno, der in dieser Zeit zu einem Freund und beführworter des Talents von Jürgen Habermas geworden war, leistete keinen großen Widerstand, als Habermas einem Rausschmiss zuvorkam und nach Marburg ging, um dort bei Wolfgang Abendroth zu Habilitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1964 ging Habermas zum zweiten Mal nach Frankfurt, wo er den Lehrstuhl Horkheimers für Philosophie und Soziologie übernahm. Er erlebte dort die Zeit der Studentenrevolte, in der er eine exponierte Rolle spielte. Bereits in den 1950er-Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68; es kam aber schon bald zu Konfrontationen zwischen Habermas und radikalen Studenten.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1971 wechselte er nach Starnberg bei München, wo er bis 1981 gemeinsam mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur „Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt“ leitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Phase beginnt 1983 mit der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie.&lt;br /&gt;
Habermas beteiligt sich zu dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus.&lt;br /&gt;
Er veröffentlicht die Werke &amp;quot;Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln&amp;quot; (1983), &amp;quot;Die neue Unübersichtlichkeit&amp;quot; und &amp;quot;Diskurs der Moderne&amp;quot; (1985).  Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). &lt;br /&gt;
Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“ in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=1202</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=1202"/>
		<updated>2007-10-18T13:13:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Kurzbiographie]]&lt;br /&gt;
* [[Habermas Werke]]&lt;br /&gt;
* [[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
== Fragestellung ==&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DieWerke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase beginnt 1956 mit der  Einladung von Theodor W. Adorno als sein Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt.&lt;br /&gt;
In seiner dortigen Assistenzzeit lernte Habermas das Denken der Frankfurter Schule kennen. In besonderem Maße wurde er von Herbert Marcuse beeinflusst, dem er 1956 begegnete. Habermas entwickelte daraufhin eine an Freud und dem jungen Marx orientierte Auffassung vom Marxismus. Konflikte mit Max Horkheimer, der Leiter des damaligen Instituts, der seine Habilitationsschrift hätte betreuen sollen, bewegten ihn dazu, das Institut für Sozialforschung 1959 wieder zu verlassen.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
Auch Adorno, der in dieser Zeit zu einem Freund und beführworter des Talents von Jürgen Habermas geworden war, leistete keinen großen Widerstand, als Habermas einem Rausschmiss zuvorkam und nach Marburg ging, um dort bei Wolfgang Abendroth zu Habilitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1964 ging Habermas zum zweiten Mal nach Frankfurt, wo er den Lehrstuhl Horkheimers für Philosophie und Soziologie übernahm. Er erlebte dort die Zeit der Studentenrevolte, in der er eine exponierte Rolle spielte. Bereits in den 1950er-Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68; es kam aber schon bald zu Konfrontationen zwischen Habermas und radikalen Studenten.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1971 wechselte er nach Starnberg bei München, wo er bis 1981 gemeinsam mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur „Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt“ leitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Phase beginnt 1983 mit der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie.&lt;br /&gt;
Habermas beteiligt sich zu dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus.&lt;br /&gt;
Er veröffentlicht die Werke &amp;quot;Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln&amp;quot; (1983), &amp;quot;Die neue Unübersichtlichkeit&amp;quot; und &amp;quot;Diskurs der Moderne&amp;quot; (1985).  Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). &lt;br /&gt;
Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“ in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
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		<updated>2007-10-18T13:12:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Kurzbiographie]]&lt;br /&gt;
* [[Habermas Werke]]&lt;br /&gt;
* [[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
== Fragestellung ==&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DieWerke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase beginnt 1956 mit der  Einladung von Theodor W. Adorno als sein Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner dortigen Assistenzzeit lernte Habermas das Denken der Frankfurter Schule kennen. In besonderem Maße wurde er von Herbert Marcuse beeinflusst, dem er 1956 begegnete. Habermas entwickelte daraufhin eine an Freud und dem jungen Marx orientierte Auffassung vom Marxismus. Konflikte mit Max Horkheimer, der Leiter des damaligen Instituts, der seine Habilitationsschrift hätte betreuen sollen, bewegten ihn dazu, das Institut für Sozialforschung 1959 wieder zu verlassen.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
Auch Adorno, der in dieser Zeit zu einem Freund und beführworter des Talents von Jürgen Habermas geworden war, leistete keinen großen Widerstand, als Habermas einem Rausschmiss zuvorkam und nach Marburg ging, um dort bei Wolfgang Abendroth zu Habilitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1964 ging Habermas zum zweiten Mal nach Frankfurt, wo er den Lehrstuhl Horkheimers für Philosophie und Soziologie übernahm. Er erlebte dort die Zeit der Studentenrevolte, in der er eine exponierte Rolle spielte. Bereits in den 1950er-Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68; es kam aber schon bald zu Konfrontationen zwischen Habermas und radikalen Studenten.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
1971 wechselte er nach Starnberg bei München, wo er bis 1981 gemeinsam mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur „Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt“ leitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Phase beginnt 1983 mit der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie.&lt;br /&gt;
Habermas beteiligt sich zu dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus.&lt;br /&gt;
Er veröffentlicht die Werke &amp;quot;Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln&amp;quot; (1983), &amp;quot;Die neue Unübersichtlichkeit&amp;quot; und &amp;quot;Diskurs der Moderne&amp;quot; (1985).  Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). &lt;br /&gt;
Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“ in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
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		<updated>2007-10-18T13:12:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Kurzbiographie]]&lt;br /&gt;
* [[Habermas Werke]]&lt;br /&gt;
* [[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
== Fragestellung ==&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DieWerke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase beginnt 1956 mit der  Einladung von Theodor W. Adorno als sein Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner dortigen Assistenzzeit lernte Habermas das Denken der Frankfurter Schule kennen. In besonderem Maße wurde er von Herbert Marcuse beeinflusst, dem er 1956 begegnete. Habermas entwickelte daraufhin eine an Freud und dem jungen Marx orientierte Auffassung vom Marxismus. Konflikte mit Max Horkheimer, der Leiter des damaligen Instituts, der seine Habilitationsschrift hätte betreuen sollen, bewegten ihn dazu, das Institut für Sozialforschung 1959 wieder zu verlassen.[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas]&lt;br /&gt;
Auch Adorno, der in dieser Zeit zu einem Freund und beführworter des Talents von Jürgen Habermas geworden war, leistete keinen großen Widerstand, als Habermas einem Rausschmiss zuvorkam und nach Marburg ging, um dort bei Wolfgang Abendroth zu Habilitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1964 ging Habermas zum zweiten Mal nach Frankfurt, wo er den Lehrstuhl Horkheimers für Philosophie und Soziologie übernahm. Er erlebte dort die Zeit der Studentenrevolte, in der er eine exponierte Rolle spielte. Bereits in den 1950er-Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68; es kam aber schon bald zu Konfrontationen zwischen Habermas und radikalen Studenten.[(wiki)]http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas&lt;br /&gt;
1971 wechselte er nach Starnberg bei München, wo er bis 1981 gemeinsam mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur „Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt“ leitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Phase beginnt 1983 mit der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie.&lt;br /&gt;
Habermas beteiligt sich zu dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus.&lt;br /&gt;
Er veröffentlicht die Werke &amp;quot;Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln&amp;quot; (1983), &amp;quot;Die neue Unübersichtlichkeit&amp;quot; und &amp;quot;Diskurs der Moderne&amp;quot; (1985).  Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). &lt;br /&gt;
Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“ in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=1199</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
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		<updated>2007-10-18T13:07:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Kurzbiographie]]&lt;br /&gt;
* [[Habermas Werke]]&lt;br /&gt;
* [[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
== Fragestellung ==&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soziologie in Frankfurt, sowie der Begriff der Frankfurter Schule sind geschichtlich eng verbunden mit dem Namen Jürgen Habermas.&lt;br /&gt;
Habermas begann und beendete seine akademische Laufbahn in Frankfurt. Dennoch gab es im laufe der Jahre immer wieder Wendepunkte an denen sich die Wege der Universität und die von Jürgen Habermas trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DieWerke des bis heute einflussreichsten Philosophen und Soziologen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und lösten disziplinübergreifene Kontroversen in Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Politologie aus.&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde Habermas, nachdem er bereits durch den Positivismusstreit und sein Werk Erkenntnis und Interesse allgemein bekannt geworden war, nach der Veröffentlichung der Theorie des kommunikativen Handelns zu einem der meistdiskutierten deutschen Philosophen der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren erschien eine Reihe von Einführungen in sein Leben und Werk. Habermas publizierte zudem regelmäßig in zahlreichen deutschen Feuilletons wie dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung oder der Zeit.()&lt;br /&gt;
Auch im Ausland erfreut sich Habermas seit Anfang der 80iger Jahre großer Beliebtheit, welches sich in mehrere nationale und internationale Auszeichnungen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist erkennbar, dass Habermas seine bekannten und einflussreichen Werke bemerkenswert oft nicht in den Jahren in Frankfurt verfasst hatte, sondern großteils in den Jahren dazwischen. Er konnte gerade in seiner Anfangszeit an der Universität Frankfurt nie richtig Fuß fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Welche Gründe dies gehabt haben kann und auf welche institutionellen, personellen und strukturellen Probleme er in Frankfurt immer wieder gestoßen ist, soll im Folgenden erarbeitet werden.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst lässt sich seine Zeit in Frankfurt grob in drei Phasen einteilen: Die erste Phase von 1956 bis 1959, seine zweite Phase von 1964 bis 1971 und die dritte Phase von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase beginnt 1956 mit der  Einladung von Theodor W. Adorno als sein Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner dortigen Assistenzzeit lernte Habermas das Denken der Frankfurter Schule kennen. In besonderem Maße wurde er von Herbert Marcuse beeinflusst, dem er 1956 begegnete. Habermas entwickelte daraufhin eine an Freud und dem jungen Marx orientierte Auffassung vom Marxismus. Konflikte mit Max Horkheimer, der Leiter des damaligen Instituts, der seine Habilitationsschrift hätte betreuen sollen, bewegten ihn dazu, das Institut für Sozialforschung 1959 wieder zu verlassen(wiki)&lt;br /&gt;
Auch Adorno, der in dieser Zeit zu einem Freund und beführworter des Talents von Jürgen Habermas geworden war, leistete keinen großen Widerstand, als Habermas einem Rausschmiss zuvorkam und nach Marburg ging, um dort bei Wolfgang Abendroth zu Habilitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1964 ging Habermas zum zweiten Mal nach Frankfurt, wo er den Lehrstuhl Horkheimers für Philosophie und Soziologie übernahm. Er erlebte dort die Zeit der Studentenrevolte, in der er eine exponierte Rolle spielte. Bereits in den 1950er-Jahren war Habermas für demokratische Reformen des Bildungswesens und der Hochschulen eingetreten und wurde so als Vertreter der Linken zu einem geistigen Anreger der Studentenbewegung 1967/68; es kam aber schon bald zu Konfrontationen zwischen Habermas und radikalen Studenten.(wiki)&lt;br /&gt;
1971 wechselte er nach Starnberg bei München, wo er bis 1981 gemeinsam mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur „Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt“ leitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Phase beginnt 1983 mit der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie.&lt;br /&gt;
Habermas beteiligt sich zu dieser Zeit maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus.&lt;br /&gt;
Er veröffentlicht die Werke &amp;quot;Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln&amp;quot; (1983), &amp;quot;Die neue Unübersichtlichkeit&amp;quot; und &amp;quot;Diskurs der Moderne&amp;quot; (1985).  Zu dem kommen diverse Auszeichnungen, wie der Geschwister-Scholl-Preis und die Wilhelm-Leuschner-Medaille (1985) sowie der Sonnig-Preis (1987). &lt;br /&gt;
Zwei Jahre vor seiner Emeritierung verfasst er die Studie „Faktizität und Geltung“ in der er eine normative Theorie des Rechtstaates entwirft.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Theorie_des_kommunikativen_Handelns&amp;diff=1191</id>
		<title>Theorie des kommunikativen Handelns</title>
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		<updated>2007-10-17T15:09:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: /* Quelle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;;''Theorie des kommunikativen Handelns'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptwerk gilt seine Theorie des kommunikativen Handelns, in der er das Konzept des „herrschaftsfreien Diskurses” entfaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelpunkt steht eine gerichtete Logik gesellschaftlicher Entwicklung. Gesellschaftliche Entwicklung wird als Differenzierungsprozess beschrieben, in dessen Verlauf „System” und „Lebenswelt” sich zunehmend voneinander entkoppeln, bis ein Punkt erreicht wird, an dem das „System” die „Lebenswelt” „kolonialisiert” hat. Durch Ausbildung „generalisierter Steuerungsmedien” wird die materielle Reproduktion der Gesellschaft zunehmend unabhängig von ihrer kulturellen Reproduktion. Diese Entkopplung von „Basis” und „Überbau” ist für Habermas ein zentrales Merkmal moderner Gesellschaften. Um diesen Zusammenhang argumentativ einzuholen, beschreibt Habermas in der Theorie des kommunikativen Handelns gesellschaftliche Entwicklung als Differenzierungsprozess:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Traditionale Gesellschaften, in der die „Lebenswelt” noch nicht vom „System” getrennt ist. Gemeint sind damit Gesellschaftsformen, deren materielle Reproduktion noch von ihrer kulturellen Wertsphäre dominiert wird; in denen kulturelle Werte (Zwänge) also noch entscheidend die Bedingungen materieller Reproduktion beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der zweiten Stufe, historisch gesehen die Zeit von der Reformation bis zur Industrialisierung, entwickelt sich das „System” aus der „Lebenswelt” heraus. Unter „System” fasst Habermas den bürokratischen Staat und den Markt zusammen. „Macht” und „Geld” sind die Steuerungsmedien des „Systems”, die den Menschen eine von gemeinsamen kulturellen Werten und Normen zunehmend entbundene Handlungslogik aufzwingen. Diese Übergriffe des „Systems” auf die „Lebenswelt” bezeichnet Habermas als „Kolonialisierung der Lebenswelt”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.In der dritten Stufe treten nach Habermas die Konflikte zwischen „System” und „Lebenswelt” offen hervor: „Heute dringen die über die Medien Geld und Macht vermittelten Imperative von Wirtschaft und Verwaltung in Bereiche ein, die irgendwie kaputt gehen, wenn man sie vom verständigungsorientierten Handeln abkoppelt und auf solche mediengesteuerten Interaktionen umstellt.” (J.H., 1985, S.188f).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas perpetuiert mit seiner „Theorie des kommunikativen Handelns” die kritische Haltung der Frankfurter Schule gegenüber dem Projekt Moderne. Darüber hinaus wirft seine „Theorie des kommunikativen Handelns” für die soziologische Handlungstheorie erhebliche Probleme auf, weil sie die Lösung des Utilitarismus-Problems durch das Konzept des normativen Handelns (und damit auch die Parsonsche Konvergenzthese) in Frage stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quelle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Theorie des kommunikativen Handelns (Bd. 1: Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung; Bd. 2: Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft), Frankfurt a.M. 1981.&lt;br /&gt;
*Jürgen Habermas-Wikipedia[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas#_ref-13]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Erkenntnis_und_Interesse&amp;diff=1189</id>
		<title>Erkenntnis und Interesse</title>
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		<updated>2007-10-17T15:08:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: /* Quelle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;;''Erkenntnis und Interesse''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schrift „Erkenntnis und Interesse“ (1968) von [[Jürgen Habermas]] entstand anlässlich des Positivismusstreits der deutschen Soziologie, der auf der Tübinger Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie mit den beiden Referaten von Theodor W. Adorno und Karl R. Popper im Oktober 1961 entflammte. Vorangegangen war ihr die gleichlautende Frankfurter Antrittsvorlesung, die Habermas 1965 hielt.&lt;br /&gt;
Habermas greift hierin die Fragestellung der Transzendentalphilosophie nach den Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis auf, um sie mit den Mitteln der modernen Sozialwissenschaften zu beantworten. Er stellt heraus, dass es keine „objektive“ Erkenntnis gibt. Vielmehr bestimmt das jeweilige theoretische oder praktische Erkenntnisinteresse den Aspekt, unter dem die Wirklichkeit objektiviert, das heißt wissenschaftlicher Forschung und Organisation zugänglich gemacht wird. Erkenntniskritik ist daher nur noch als Gesellschaftstheorie möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quelle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erkenntnis und Interesse, Frankfurt a.M. 1968. (Mit einem neuen Nachwort, 1994)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Jürgen Habermas-Wikipedia[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas#_ref-13]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Strukturwandel_der_%C3%96ffentlichkeit&amp;diff=1187</id>
		<title>Strukturwandel der Öffentlichkeit</title>
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		<updated>2007-10-17T15:08:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: /* Quelle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;;''Strukturwandel der Öffentlichkeit'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der 1962 erschienenen Habilitationsschrift Strukturwandel der Öffentlichkeit stellt Habermas den Begriff der „Öffentlichkeit“ in den Vordergrund, der für den bürgerlichen Verfassungsstaat von zentraler Bedeutung sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habermas zeigt anhand historischer Beispiele, wie „die politische Öffentlichkeit aus der literarischen“ hervorgegangen ist. In den um die Mitte des 17. Jh.s gegündeten Kaffeehäusern, Salons und Tischgesellschaften bildeten sich Kristallisationspunkte der Öffentlichkeit. Ihre Gespräche kreisten zunächst um Kunst und Literatur, erweiterten sich aber bald um ökonomische und politische Inhalte. Unter den Mitgliedern herrschte Gleichberechtigung und die Macht des Arguments.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts sieht Habermas den öffentlichen Diskurs zunehmend gefährdet. Die Publizität gerät durch verschärften kapitalistischen Konkurrenzdruck in den Sog von partikularen Interessen. Mit Entstehung der Massenpresse und den ihr eigenen technischen und kommerziellen Gegebenheiten erfolgt eine „Refeudalisierung der Öffentlichkeit”: die Kommunikation wird wieder eingeschränkt und dem Einfluss einzelner Großinvestoren unterworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die kritische Funktion von Öffentlichkeit in der Gegenwart wieder herzustellen, müssen „die in der politischen Öffentlichkeit agierenden Mächte dem demokratischen Öffentlichkeitsgebot effektiv unterworfen werden“. Außerdem müsse es gelingen, die „strukturellen Interessenskonflikte nach Maßgabe eines erkennbaren Allgemeininteresses“ zu relativieren. Dies könnte erreicht werden, wenn es zum einen gelingt, eine „Gesellschaft im Überfluss beschleunigt herbeizuführen, die einen von knappen Mitteln diktierten Ausgleich der Interessen als solchen erübrigt“. Zum anderen habe „der noch unbewältigte Naturzustand zwischen den Völkern“ ein solches „Ausmaß allgemeiner Bedrohung“ angenommen, dass sich „ein allgemeines Interesse“ an der Herbeiführung eines „ewigen Friedens“ im Kantischen Sinne ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quelle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft (Habil.), Neuwied 1962 (Neuaufl.: Frankfurt a.M. 1990).&lt;br /&gt;
*Jürgen Habermas-Wikipedia[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas#_ref-13]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Student_und_Politik&amp;diff=1186</id>
		<title>Student und Politik</title>
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		<updated>2007-10-17T15:06:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;;''Student und Politik'' &lt;br /&gt;
Im Vorwort der 1961 zusammen mit Ludwig von Friedeburg, Christoph Oehler und Friedrich Weltz erstellten Studie ''Student und Politik'' über das politische Verhalten deutscher Studenten, legt Habermas erstmals seine Auffassung von Demokratie und bürgerlichem Rechtsstaat vor, die in ihren Grundzügen bis zur Publikation von ''Faktizität und Geltung'' (1992) unverändert bleibt.  Das Wesen der Demokratie ist für Habermas wesentlich durch den Begriff der politischen Partizipation gekennzeichnet. Diese realisiere sich, indem „mündige Bürger unter Bedingungen einer politisch fungierenden Öffentlichkeit, durch einsichtige Delegation ihres Willens und durch wirksame Kontrolle seiner Ausführung die Einrichtung ihres gesellschaftlichen Lebens selbst in die Hand nehmen“ und so „personale Autorität in rationale“ überführen. Damit sei Demokratie die politische Gesellschaftsform, die „die Freiheit der Menschen steigern und am Ende vielleicht ganz herstellen könnte“.  Sie werde erst dann wirklich „wahr“, wenn in ihr die „Selbstbestimmung der Menschheit“ wirklich geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Idee der Herrschaft des Volkes sei dabei aber im modernen Verfassungsstaat in Vergessenheit geraten. Habermas kritisiert eine „Verlagerung des Schwergewichts vom Parlament weg auf Verwaltung und Parteien“, womit die Öffentlichkeit auf der Strecke bleibe. Der Bürger unterstehe zwar „in fast allen Bereichen täglich“ der Verwaltung, was er aber nicht als erweiterte Partizipation, sondern als eine Art Fremdbestimmung erlebe, der gegenüber er eine am Eigeninteresse orientierte Handlung einnehme. Die Parteien hätten sich gegenüber dem Parlament und dem Wähler verselbständigt. Das Parlament sei zu einer Stätte geworden, „an der sich weisungsgebundene Parteibeauftragte treffen, um bereits getroffene Entscheidungen registrieren zu lassen“. Mit dem Verschwinden der Klassenparteien und der Entstehung der modernen  „Integrationsparteien“ sei auch der Unterschied der Parteien untereinander verloren gegangen, während die politischen Gegensätze „formalisiert“ und so gut wie inhaltslos werden. Für den Bürger sei „juristisch der Status eines Kunden vorgesehen [...], der zwar am Ende die Zeche bezahlen muss, für den im übrigen aber alles derart vorbereitet ist, dass er selber nicht nur nichts zu tun braucht, sondern auch nicht mehr viel tun kann“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quelle ==&lt;br /&gt;
*Student und Politik. Eine soziologische Untersuchung zum politischen Bewußtsein Frankfurter Studenten (zus. mit L. v. Friedburg, Ch. Oehler und F. Weltz), Neuwied 1961.&lt;br /&gt;
*Jürgen Habermas-Wikipedia[http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas#_ref-13]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas_-_Verpasste_Chance_f%C3%BCr_Frankfurt&amp;diff=1184</id>
		<title>Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt</title>
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		<updated>2007-10-17T15:05:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: Die Seite wurde neu angelegt: * Kurzbiographie * Habermas Werke * Bilder von Jürgen Habermas&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Kurzbiographie]]&lt;br /&gt;
* [[Habermas Werke]]&lt;br /&gt;
* [[Bilder von Jürgen Habermas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=SozFra:Portal&amp;diff=1183</id>
		<title>SozFra:Portal</title>
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		<updated>2007-10-17T15:04:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: /* Fragestellungen Gruppe II */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f8f8ff;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Lehrforschungsprojekt: Soziologie in Frankfurt''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktuelles ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Methodenworkshop Gruppe 1 und 2, am 8. Oktober 2007, Cip-Cluster Raum 2103, AFE-Turm, 10-16 Uhr'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gruppe 1 trifft sich am 6. September im Cip-Cluster Raum, 2103, AFE Turm, 16.30 - 19.00 Uhr'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einladungen, Gespräche, Vorträge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Mittwoch, den 4. Juli 2007, 17-19 Uhr im Raum 3501 (AfE-Turm):&lt;br /&gt;
'''Vortrag von PD. Dr. Richard Faber über „Das Feld der Frankfurter Kultur- und Sozialwissenschaften“'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Der Soziologe Franz Oppenheimer]] Vortrag anläßlich der akademischen Feier zu Ehren von Franz Oppenheimer am 21. Mai 2007 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von '''Prof. Klaus Lichtblau'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''23-25. Mai 2007''', '''David Kettler, Research Professor in Social Studies'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Program(s): Political Studies, German Studies'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A.B., M.A., Ph.D., Columbia University. Professor emeritus, political studies, Trent University, Canada. Author or coauthor: Adam Ferguson: His Social and Political Thought (expanded edition, 2005); Marxismus und Kultur; Karl Mannheim; Karl Mannheim and the Crisis of Liberalism: &amp;quot;The Secret of These New Times&amp;quot;; Sociology as Political Education; Domestic Regimes, the Rule of Law, and Democratic Social Change: Exile, Science and Bildung. Editor/translator of four volumes. Numerous articles in professional journals, edited volumes, handbooks, encyclopedias. (1991– ) Research Professor in Social Studies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Artikel zur Diskussion und Vorbereitung:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Neg(oti)ations: Learning from Three Frankfurt Schools.]]&lt;br /&gt;
[[Das Geheimnis des bemerkenswerten Aufstiegs Karl Mannheims.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von David Kettler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
publications: [http://www.bard.edu/contestedlegacies/publications/ | The Contested Legacies of German Emigre Intellectuals]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.bard.edu/contestedlegacies/kettler/works.shtml | Publications David Kettler]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Angaben zum Lehrforschungsprojekt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dozent'''&lt;br /&gt;
[http://www.gesellschaftswissenschaften.uni-frankfurt.de/index.pl/klichtblau Prof. Dr. Klaus Lichtblau]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Empiriepraktikum, 4 SWS'''&lt;br /&gt;
Zeit und Ort: Do 14:00 - 18:00, FLAT 6  (ab 19. April 2007)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Mentoren:'' Fehmi Akalin; [http://www.gesellschaftswissenschaften.uni-frankfurt.de/index.pl/dr._amalia_barboza Amalia Barboza ]; [http://www.gesellschaftswissenschaften.uni-frankfurt.de/tbenkel Thorsten Benkel ]; Aurélien Berlan; Claudius Härpfer; Felicia Herrschaft; Marek Mieszkalski; Marc Noguiera&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragestellung und Vorgehen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenstand dieses sich über zwei Semester erstreckenden Lehrforschungsprojektes ist die Geschichte der Institutionalisierung der soziologischen Forschung und Lehre an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt seit ihrer Gründung als Stiftungsuniversität im Jahre 1914 bis zum heutigen Tag, der durch eine nicht nur generationsbedingte Umbruchphase gekennzeichnet ist, in dem sich das Gesicht der Frankfurter Soziologie in naher Zukunft dramatisch verändern wird. Die Veranstaltung bezieht also historische wie zeitgenössische Aspekte der soziologischen Forschung und Lehre an der Universität Frankfurt bewußt aufeinander, um anhand von historischen Quellen und zeitgenössischen Methoden der empirischen Sozialforschung dasjenige intellektuelle und politische Spektrum auszumessen, wofür der Wissenschaftsstandort Frankfurt einmal stand bzw. heute steht und vielleicht dereinst stehen könnte. Zu diesem Zweck sollen auch eine Reihe von Akteuren und Zeitzeugen befragt werden, die in den letzten Jahrzehnten maßgeblich das Erscheinungsbild der Frankfurter Soziologie mitgeprägt haben bzw. seinen Wandel aufmerksam mitverfolgt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsgruppen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Arbeitsgruppen ist vorgesehen, sich mit unterschiedlichen Phasen und Akteuren innerhalb des nun bald hundertjährigen Prozesses der Institutionalisierung der soziologischen Forschung und Lehre an der Universität Frankfurt zu beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen sollen in dem während der Vorlesungszeit regelmäßig stattfindenden Plenum zur Diskussion gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragestellungen, die von beiden Gruppen bearbeitet werden können, bitte hier ablegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''[[Wurde der gesamte soziologische Lehrbetrieb ab 1933 eingestellt]]? Haben noch soziologische Übungen und Seminare stattgefunden?'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arbeitsgruppe I. Frankfurt als Stiftungsuniversität bis 1945 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Programmpunkte:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sozialwissenschaftliche Forschung und Lehre an der alten Frankfurter Akademie für Handels- und Sozialwissenschaften und die Gründung der Universität Frankfurt als Stiftungsuniversität des Frankfurter Bürgertums im Jahre 1914 (wobei insbesondere auch auf die mäzenatische Rolle des jüdischen Bürgertums eingegangen werden soll) und die &amp;quot;wilden zwanziger Jahre&amp;quot;: Frankfurter Soziologie in der Weimarer Republik und ihr Verhältnis zum philosophischen Elfenbeinturm sowie zur außerakademischen Kunstkritik und Kulturessayistik (Betreuer: [[Aurélien Berlan]], [[Claudius Härpfer]], [[Felicia Herrschaft]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Programm der Arbeitsgruppe [[Frankfurter Soziologie im Zeitraum zwischen 1930 und 1933]]: Karl Mannheim und Norbert Elias als etablierte Außenseiter der Profession (Betreuerin: [[Amalia Barboza]],[[Aurélien Berlan]], [[Felicia Herrschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Teilnehmerinnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amalia Barboza (a.barboza@soz.uni-frankfurt.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aurlélien Berlan (aurelberlan@gmail.com)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Claudius Härpfer (haerpfer@stud.uni-frankfurt.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felicia Herrschaft (F.Herrschaft@soz.uni-frankfurt.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Radostina Ilieva (radostpetrova@yahoo.com)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christian Koester (Alphax@web.de) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jens Koolwaay (jenskoolwaay@gmail.com)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tobias Reis (tobias-reis@t-online.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick Taube (Taube-PRW@t-online.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander Thierfeld (alexander.thierfeld@googlemail.com)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Timo Wagner (timohwagner@web.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Victoria Wendt (v_wendt@yahoo.com)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragestellungen Gruppe I===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Mannheims soziolgisches Programm in Frankfurt: Werk und Lehre]] (Jens Koolwaay) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Mannheims Studenten und Norbert Elias als Betreuer und Vertreter der historischen Soziologie]] (Radostina Ilieva)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Gottfried Salomon Delatour: Sein Einfluss auf die Soziologie in Frankfurt und seine Verbindungen]] (Timo Wagner)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Siegfried Kracauer: Der Soziologe in der Frankfurter Zeitung. Einfluß und Wirken eines Außenseiters bis 1933]] (Victoria Wendt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Institut für Sozialforschung in Frankfurt. Insbesondere das Wirken Max Horkheimers, sowie das Wesen des Institutes während des zweiten Weltkrieges]] (Tobias Reis)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Franz Oppenheimer und der erste Lehrstuhl für Soziologie an der Frankfurter Universität]]  (Patrick Taube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Texte der Arbeitsgruppe I ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Amalia Barboza]] Die verpassten Chancen einer Kooperation zwischen der „Frankfurter Schule“ und Karl Mannheims Soziologischem Seminar &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Willy Strzelewicz - Diskurse im Institut für Sozialforschung um 1930]] (Aurélien Berlan)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Claudius Härpfer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Biographische Stationen Mannheims]] (Felicia Herrschaft)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Tenbruck- Wie kann man die Geschichte der Sozialwissenschaften in den 20er Jahren schreiben]] (Radostina Ilieva)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Christian Koester]]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Heinz Steinert - Die fünfte Fakultät: Strömungen in der Geschichte der Sozialwissenschaften an der Universität Frankfurt]] (Jens Koolway)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   [[Rolf Wiggershaus- Die Frankfurter Schule. Geschichte, theoretische Entwicklung, theoretische Bedeutung]] (Tobias Reis)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   [[Max Horkheimer - Die gegenwärtige Lage der Sozialphilosophie und die Aufgaben eines Instituts für Sozialforschung]] (Patrick Taube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*   [[Franz Oppenheimer und der erste Lehrstuhl für Soziologie an der Frankfurter Universität]]  (Patrick Taube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Paul Kluke - Die Stiftungsuniversität Frankfurt am Main 1914 – 1932]] (Alexander Thierfeld)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Bock - Die Entwicklung der Soziologie und die Krise der Geisteswissenschaften in den 20er Jahren]] (Timo Wagner)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*  [[Intellektuellendämmerung - Zur Lage der Frankfurter Intelligenz in den 20er Jahren (Wolfgang Schivelbusch)]] (Victoria Wendt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arbeitsgruppe II. Neubeginn in den 1950er - Frankfurter Soziologie heute und morgen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Programmpunkte:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der demokatische Neubeginn in den 1950er und 1960er Jahren: Die Rückkehr der Emigranten aus dem amerikanischen Exil und das spannungsreiche Verhältnis der &amp;quot;Frankfurter Schule der Soziologie&amp;quot; zur Philosophie und Ökonomie (Betreuer: Fehmi Akalin, [[Thorsten Benkel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Studentenrevolte von 1968 und die Entstehung des heutigen Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften aus der Konkursmasse der von Jürgen Habermas und Ludwig von Friedeburg beabsichtigten Hochschulreform (Betreuer: Marek Mieszkalski, Marc Nogueira)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*'''Teilnehmerinnen:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thorsten Benkel (benkel@soz.uni-frankfurt.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fehmi Akalin (Fehmi.Akalin@gmx.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eva Frankenthal  (eva.frankenthal@gmx.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tobias Hesse  (tobihesse@web.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexandra Leo  (alex.leo@web.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nina Merget  (Nina_xxx@web.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kai Müller  (kasimu@gmx.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aki Sakuta  (aki_sakuta@yahoo.com)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Julia Steinecker  (Julia.Steinecker@gmx.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragestellungen Gruppe II===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Luckmann an der Universität Frankfurt (1965-1970) - Neubeginn in Deutschland im Brennpunkt geistiger Auseinandersetzungen]] (Eva Frankenthal) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Habermas - Verpasste Chance für Frankfurt]] (Tobias Hesse)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Frauen in der Soziologie in Frankfurt]] (Alexandra Leo)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Berufungspolitik ab 1945]] (Nina Merget)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Mittelbau der Jahre 1965-1972]] (Kai Müller) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wie wurde die Studentenrevolte theoretisch vorbereitet?]] (Julia Steinecker)&lt;br /&gt;
''&amp;quot;Ich habe ein theoretisches Denkmodell aufgestellt. Wie konnte ich ahnen, daß Leute es mit Molotowcocktails verwirklichen wollen.&amp;quot;'' (Theodor W. Adorno)  &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
====Verzeichnis Soziologen und Soziologinnen in Frankfurt ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Verzeichnis bedeutender Personen für die Soziologie in Frankfurt nach 1945]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Texte der Arbeitsgruppe II===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Kracauer revisited]]  (Fehmi Akalin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kritische Theorie - Negativität als Methode]]  (Thorsten Benkel)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Kurzbiographie zu Karl Mannheim]] (Eva Frankenthal)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rolf Wiggershaus - Theodor W. Adorno]]  (Tobias Hesse)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Adornos Anmerkungen zur Wissenssoziologie Karl Mannheims in der &amp;quot;Negative(n) Dialektik&amp;quot;]]  (Kai Müller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dimensionen kritischer Theorie]]  (Marc Nogueira)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Eine Zusammenfassung von Theodor W. Adornos Aufsatz &amp;quot;Neue wertfreie Soziologie&amp;quot;]] (Aki Sakuta)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Karl Mannheim aus der Sicht Adornos und Horkheimers entlehnt aus dem Adorno-Horkheimer Briefwechsel ab 1933]]  (Julia Steinecker und Nina Merget)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswahl Interviewpartner ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interviewpartner im Wintersemester und die Zuordnung der Seminarteilnehmer zu den einzelnen Interviews stehen fest. Änderungen sind allerdings noch möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Interviewpartner im Wintersemester]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Termine Interviewpartner ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier bitte [[Termine]] eintragen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Methoden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswahlliteratur zum Methodenworkshop: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander Bogner, Beate Littig &amp;amp; Wolfgang Menz (Hg.): Das Experteninterview. Theorie, Methode, Anwendung; 2. Aufl. Wiesbaden: VS 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andreas Diekmann: Empirische Sozialforschung; Reinbek: Rowohlt 2006&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andreas Diekmann (hrsg.): Methoden der Sozialforschung;Wiesbaden : VS, Verl. für Sozialwiss., 2006&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ivonne Küsters: Narrative Interviews; Wiesbaden: VS 2006&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arnd-Michael Nohl: Interview und dokumentarische Methode; 2. Aufl. Wiesbaden: VS 2006&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Eingangsfragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Transkriptionen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====[[f4]]====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;f4&amp;quot; beinhaltet alle Funktionen eines klassischen Transkriptionsgerätes zum Verschriften von Interviews und Diskussionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Transkriptionsregeln]] für die Transkription narrativer Interviews.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====switch====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[switch]] ist ein Programm um Audiodateien in Mp3-Formate zu verwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====audacity====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[audacity]] ist ein Programm um MP3-Dateien zu bearbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturliste==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''[[Literaturliste]]''' (In diese Liste können weitere Literaturangaben eingetragen werden.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Bibliographieren====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[JabRef]]  Bibliographie-Manager&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lit-link]]  Programm zur Verwaltung von Informationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Citavi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Endnote]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[ReferenceManager]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Links====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die Geschichte des Vereins für Sozialpolitik 1872-1932 (Dr.Franz Boese)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Institutionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.fritz-bauer-institut.de/| Fritz Bauer Institut]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.ifs.uni-frankfurt.de/| Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akademie der Arbeit [http://www.akademie-der-arbeit.de/] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sigmund-Freud-Institut [http://www.sfi-frankfurt.de/]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archive ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte hier Archivinformationen ablegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uni - Archive - [[Hinweise]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FAZ - Archiv [http://fazarchiv.faz.net/FAZ.ein]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitungen in Frankfurt seit 1615 [http://www.ub.uni-frankfurt.de/wertvoll/ffmztg.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anleitungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Anleitungen zum wissenschaftlichen Arbeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Anleitung zum Einstellen von Artikeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Didaktisches Szenario==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wiki-System stellt eine produktive digitale Lernumgebung für die Erarbeitung eines Glossars über die Geschichte der Institutionalisierung der  soziologischen Forschung und Lehre an der Johann Wolfgang Goethe-Universität  Frankfurt seit ihrer Gründung als Stiftungsuniversität im Jahre 1914 bis zum heutigen Tag. Dieses Glossar kann auch weiteren Forschergruppen an der Universität Frankfurt oder assoziierten Instituten zur Verfügung gestellt werden. Dies soll die Zugänglichkeit und Weiterführung der dort erarbeiteten Informationen und Wissensformen garantieren. Diese gezielte Einbindung eines eLearning-Konzeptes in den Forschungsprozess kann die Betreuungssituation für fortgeschrittene Studierende verbessern, das Interesse an eLearning-Szenarien  wecken und die Grundlage bilden für den internationalen und interdisziplinären Austausch junger ForscherInnen. Zwischenergebnisse der einzelnen  Arbeitsgruppen sollen in dem während der Vorlesungszeit regelmäßig stattfindenden Plenum zur Diskussion gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Blended Learning Szenarien werden Ergebnisse, Artikel, Interviews, die in SOZFRA eingesetzt wurden in der Präsenzveranstaltung vorgestellt (Impulsreferate) und diskutiert. Aus diesem Lehrforschungsprojekt können außerdem eine Reihe von Diplom- und Magisterarbeiten entstehen, deren Niederschrift bereits im Rahmen des MediaWikis (SOZFRA) erfolgt und für alle Beteiligten damit nachvollziehbar ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Claus_Offe&amp;diff=1155</id>
		<title>Claus Offe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Claus_Offe&amp;diff=1155"/>
		<updated>2007-10-13T11:40:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: Die Seite wurde neu angelegt: '''Claus Offe'''  -	Lebenslauf siehe Anhang.  -	wurde am 1.3.1965 als wissenschaftlicher Assistent beim philosophischen Seminar, unter der Leitung von Jürgen Habermas,...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Claus Offe'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-	Lebenslauf siehe Anhang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-	wurde am 1.3.1965 als wissenschaftlicher Assistent beim philosophischen Seminar, unter der Leitung von Jürgen Habermas, an der Universität Frankfurt, eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-	Hat im Februar 1968 an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Frankfurt mit einer Arbeit über „Leistungs- und industrielle Arbeit“ promoviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-	1969- Erneuerung des Lehrauftrages für „Soziologie der Organisation“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-	Sonderurlaub vom 1.September 1969 für 15 Monate Forschungsreisestipendium in die USA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-	Hat sein Dienstverhältnis als wissenschaftlicher Assistent beim soziologischen Semniar in Frankfurt am 30.4.1971 gekündigt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Verzeichnis_bedeutender_Personen_f%C3%BCr_die_Soziologie_in_Frankfurt_nach_1945&amp;diff=1154</id>
		<title>Verzeichnis bedeutender Personen für die Soziologie in Frankfurt nach 1945</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Verzeichnis_bedeutender_Personen_f%C3%BCr_die_Soziologie_in_Frankfurt_nach_1945&amp;diff=1154"/>
		<updated>2007-10-13T11:38:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;-A-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Fritz Abb (Wirtschafts-und Sozialpolitik)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Hans Achinger (Sozialpolitik)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Theodor W. Adorno]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-B-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Horst Baier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Egon Becker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-C-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-D-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Günter Dux (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-E-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-F-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Ernst Fraenkel (Wirtschafts- und Sozialgeschichte)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Ludwig von Friedeburg (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-G-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wolfgang Glatzer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Richard Grathoff (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Rudolf Gunzert (Statistische Methoden der empirischen Sozialforschung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-H-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl-Otto Hondrich]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Jürgen Habermas]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Eike Hennig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Max Horkheimer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-I-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-J-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-K-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Klaus Kippert (Soziologie der Erziehung/Schulsoziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Jan Jacob van Klaveren (Wirtschafts- und Sozialgeschichte)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Julius Kraft (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-L-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Kurt Lenk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Thomas Luckmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-M-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ulf Matthiesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ruth Meyer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Herrmann Müller (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-N-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ludwig Neundörfer (Soziologie der Erziehung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Elisabeth Neumayer (Sozialpsychologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-O-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ulrich Oevermann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Claus Offe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-P-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Helge Pross (Dogmengeschichte und Systematik der Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Q-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-R-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Walter Rüegg (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johann Peter Ruppert (Sozialpsychologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Jürgen Ritsert (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-S-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gottfried Salomon-Delatour]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Constans Seyfarth]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Peter Schönbach (Empirische Sozialforschung und Sozialpsychologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Walter Sprondel (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Walter Sulzbach (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-T-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prof. Dr. [[Friedrich H. Tenbruck]] (Soziologie)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Manfred Teschner (Industriesoziologie und Bildungssoziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-U-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-V-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Vogel (Soziologie der Erziehung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-W-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Franz Wurm (Wirtschaftssoziologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-X-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Y-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Z-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Dr. Wolfgang Zapf]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Wolfgang_Glatzer&amp;diff=1153</id>
		<title>Wolfgang Glatzer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php?title=Wolfgang_Glatzer&amp;diff=1153"/>
		<updated>2007-10-13T11:35:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[http://www.gesellschaftswissenschaften.uni-frankfurt.de/wglatzer]Link zur Universitäts-website&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prof. Dr. Wolfgang Glatzer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lebenslauf'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geb. 15.9.1944 in Hohenborau/Krs. Glogau/Schlesien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgewachsen in Reundorf/Krs. Lichtenfels/Oberfranken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verheiratet seit 1969 mit Veronika Glatzer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder: Katja (geb. 1974) und Kolja (geb. 1977)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964: Abitur an der Meranier-Oberrealschule Lichtenfels&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1966 bis 1972 Studium der Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Sozialpolitik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 Diplom in Soziologie an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972-1978: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der DFG-Forschergruppe “Sozialpolitisches Entscheidungs- und Indikatorensystem für die Bundesrepublik Deutschland“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 Promotion zum Dr. Phil. an der Universität Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1979 bis 1984: Bereichsleiter im Sonderforschungsbereich 3 “Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik“ in Mannheim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1982 Forschungsaufenthalt an der Stanford University, Kalifornien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seit 1.10.1984 Professor für Soziologie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Schwerpunkte: sozialstruktureller und kultureller Wandel; Lebensqualität, Haushaltsproduktion und Haushaltstechnisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Sozialwissenschaftliche Tätigkeiten und Auszeichnungen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Gründungsmitglied der internationalen Forschergruppe “Comparative Charting of Social Change“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1987 Mitglied der Jury für den Forschungspreis der Josef Popper Nährpflicht-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1987 bis 1989 Lehrauftrag an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1988 Vertrauensdozent, später Mitglied des Auswahlausschusses, der Friedrich-Ebert-Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1989 bis 1995 Vorsitzender der Sektion “Sozialindikatoren“ in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1989 Mitglied im Editorial Board von „Social Indicators Research“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990: Organisation des 25. Deutschen Soziologentags in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1990 bis 2002 Mitglied im Beirat Familienforschung an der Universität Konstanz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991 Gründungsmitglied der Kommission für die Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländern (KSPW)&lt;br /&gt;
•	seit 1991 korrespondierender Herausgeber von “Social Indicators Network News“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1991/92 und 1996/97 Dekan des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1994 - 1996 Sprecher der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Technikforschung (IATF) an der Universität Frankfurt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1994: Mitglied im Kuratorium des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung beim Statistischen Bundesamt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1995 - 1998 Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2002 Vorsitzender der Working Group “Social Indicators“ in der International Sociological Association (ISA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 - 2004 Mitherausgeber der “Zeitschrift für Familienforschung“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1998 – 2001 Fellow der Alexander von Humboldt Stiftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 1998 Mitherausgeber der &amp;quot;Social Indicators Research Series&amp;quot; im Kluwer Verlag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	1999 - 2004 Vorsitzender der Philosophischen Promotionskommission&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2000 Mitglied im „Editorial Board“ des „Journal of Happiness Studies“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001- 2003 Mitglied im wissenschaftlichen Beraterkreis des Projektes „Menschen in extremer Armut“ beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2001 - 2002 „President Elect“ der International Society for Quality of Life Studies“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2001 Vorsitzender des Prüfungsausschusses für den Zugang besonders befähigter Berufstätiger zu den Universitäten des Landes Hessen am Fachbereich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2002 Vorsitzender des Gemeinsamen Zwischenprüfungsausschusses für die Lehrämter an Gymnasien in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2002 Gastprofessor an der Fakultät für Sozialwissenschaften, Laval University/Quèbec &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 Leitung der Weltkonferenz „Challenges for Quality of Life in the Contemporary World“ in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2003 - 2004 Präsident der „International Society for Quality of Life Studies” &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2004/2005 Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Vorsitzender der Josef Popper-Nährpflicht-Stiftung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2005 Past President der „International Society for Quality of Life Studies”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Verleihung des Distinguished Service Award, ISQOLS, Philadelphia &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Gesellschafts- und Politikanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	2005 „Honorary President“ der internationalen Konferenz „Towards Quality of Life Improvement“ in Wroclaw/Polen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Mitglied im Editorial Policy Board von „Applied Research in Quality of Life”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•	seit 2006 Sprecher der Forscherverbundgruppe “Sozialstruktur und Sozialpolitik“&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<title>Bilder von Jürgen Habermas</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Habermas1.jpg]] [[Bild:Habermas3.jpg]] [[Bild:Habermas4.jpg]] [[Bild:Habermas6.jpg]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Habermas2.jpg]] [[Bild:Habermas5.jpg]] [[Bild:Habermas7.jpg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<title>Datei:Habermas7.jpg</title>
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		<updated>2007-07-30T20:56:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tobi Hesse: &lt;/p&gt;
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		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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		<author><name>Tobi Hesse</name></author>
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