Institut für Sozialforschung, Frankfurt am Main

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Tradition und Gegenwart

Das Institut für Sozialforschung wurde 1923 als Stiftung in Frankfurt am Main gegründet. Der Stifter Felix Weil fühlte sich politisch und intellektuell der sozialistischen Bewegung verbunden.

1933 wurde das Institut von der nationalsozialistischen Regierung geschlossen. Einige seiner Mitglieder setzten die Arbeit in den USA fort. Nach der Rückkehr aus der Emigration begründeten Max Horkheimer, Friedrich Pollock und Theodor W. Adorno das Institut 1950 erneut in Frankfurt.

In der wechselvollen Geschichte des Instituts ereigneten sich immer wieder inhaltliche Verschiebungen und theoretische Akzentverlagerungen. Erhalten hat sich jedoch der Grundsatz, dass sich sozialwissenschaftliche Forschung immer aufs Neue um ein kritisches Verständnis der Gesellschaft bemühen und theoretische Anstöße zu ihrer emanzipatorischen Fortentwicklung geben soll.


Geschichte des Instituts

Institut für Sozialforschung, Geschichte: [1]

Das Institut für Sozialforschung konnte an keiner anderen deutschen Universität entstehen als an der in Frankfurt am Main. Landesuniversität wie alle weiteren, war deren Gründung 1914 vom zuständigen Landesherren, dem preußischen König Wilhelm II., genehmigt worden, aber anders als alle anderen ohne das Plazet des für die Finanzierung zuständigen Landtages. Denn dessen kompakte konservative Mehrheit mißbilligte die Hochschulpläne der liberalen Wirtschaftsstadt und einiger ihrer wohlhabenden Unternehmer- und Bankiersfamilien, in der von den Preußen 1866 annektierten ehemaligen freien Reichsstadt eine freie "Volksuniversität" zu gründen anstatt einer Hochschule nach preußischer Schablone. Denn die Stadt stand im Verdacht jüdisch-demokratischer Tendenzen. Landesmittel waren also nicht zu erwarten. Daher boten allein private Stiftungsgelder im Verein mit dem Engagement der Stadt einen Weg und zugleich die Gewähr für das liberale Konzept der neuen Hochschule.

Stadt und Stifter verzichteten bewußt auf die theologischen Fakultäten, schufen statt dessen eine eigene naturwissenschaftliche und, erstmals in Deutschland, eine Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät. In ihr wirkte die am Anfang des Jahrhunderts gegründete Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften fort, für die 1907 von der Jügelstiftung ein repräsentatives Gebäude errichtet worden war, das zum Zentrum der im Oktober 1914 eröffneten Universität wurde. Für das Bemühen des Oberbürgermeisters Adickes, das Mäzenatentum in der Stadt mit deren Kulturpolitik aufs engste zu verknüpfen, hatte die Zusammenarbeit mit Wilhelm Merton, dem Leiter der Metallgesellschaft, besondere Bedeutung. Merton beschäftigten die sozialen Fragen der Gründerzeit. Er richtete ein Institut für Gemeinwohl ein, um soziale und wirtschaftliche Probleme daraufhin zu untersuchen, was von öffentlicher wie privater Seite zu ihrer Lösung getan werden könne. Adickes gelang es, dieses Interesse mit dem Hochschulprojekt zu verbinden, naheliegend beim Aufbau der Akademie, schwieriger bei der Universitätsgründung.

Um die Liberalität der Hochschule zu sichern und der bisher üblichen faktischen Benachteiligung jüdischer Gelehrter zu begegnen, wirkten, abweichend von der Organisation der deutschen Landesuniversitäten, in Frankfurt Stadt und Stifter in einem Großen Rat und dessen Kuratorium auch bei den Berufungen mit. Die bürgerliche Gleichberechtigung aller Konfessionen erreichte damit in Preußen eine neue Stufe. Frankfurt holte nach, was sein altstädtisches Regiment so lange versäumt hatte. Als sich durch Krieg und Inflation Finanzierungslücken auftaten, sprang die Stadt ein, später auch das Land Preußen. Die Sozialdemokraten, nun an der Regierung beteiligt, überwanden die überkommene Abwehr und verbanden sich mit den Förderern der Universität auch deswegen, weil für die Weiterbildung von Gewerkschaftern in Kooperation mit ihr eine Akademie der Arbeit geschaffen wurde.

Das liberale Programm der Stiftungshochschule, die in den zwanziger Jahren hervorragende Gelehrte aller Disziplinen anzog, kam besonders den Grenzgängern und den jungen Fächern zugute, vor allem der Soziologie. Hier entstand 1918 mit den Mitteln einer Stiftung ihr erster eigenständiger Lehrstuhl in Deutschland, und der Kultusminister setzte auf Anregung des Stifters, des Kaufmanns Karl Kotzenberg, 1919 die Berufung eines Außenseiters durch. Franz Oppenheimer war eine der großen Figuren aus dem Gründerkreis der historischen Soziologie, der aber als Arzt nicht aus der richtigen Familie, nämlich der der historischen Nationalökonomie, kam und als Jude, trotz seiner außerordentlichen Lehrerfolge als Privatdozent an der Universität Berlin, bisher kaum eine Chance gehabt hatte, ordentlicher Professor zu werden, zumal er sich als Sozialist verstand. In Wirklichkeit war er ein radikaler Liberaler, dem die freie Konkurrenz über alles ging. Er wollte den Kapitalismus von der Gewalt der Bodensperre wie der Monopole befreien und erstrebte eine Gesellschaft der Freien und Gleichen, mit offenem Zugang zum Landbesitz für jedermann. Kein Gelehrter jener Zeit hat später durch seine Schüler, unter ihnen Ludwig Erhard, auf die Entwicklung der Bundesrepublik, von der Währungsreform bis in die sechziger Jahre, einen derart großen Einfluß ausgeübt.


Aktuelles Forschungsprogramm

In der Ausrichtung seines Forschungsprogramms verbindet das Institut Traditionen der kritischen Theorie mit neuen theoretischen Mitteln und veränderten Fragestellungen. Die verbindende Absicht der empirischen Projekte ist eine breitgefächerte Analyse von "Paradoxien kapitalistischer Modernisierung". Damit ist die Untersuchung solcher sozioökonomischen, politischen und kulturellen Prozesse gemeint, durch die normative Fortschritte, die in den letzten Jahrzehnten in den westlichen Demokratien in Gang gekommen sind, hintertrieben oder konterkariert werden.

Seit April 2001 ist Axel Honneth geschäftsführender Direktor des Instituts für Sozialforschung. Neben ihm gehören dem Kollegium des Instituts Sighard Neckel, Wilhelm Schumm, Klaus Günther, Martin Dornes und Werner Plumpe an. Dieses Kollegium legt hiermit erste programmatische Überlegungen zum zukünftigen Forschungsprogramm vor.

Im Institut für Sozialforschung verfolgen wir den Plan, in den nächsten drei Jahren den konzeptuellen Rahmen für ein umfangreiches Forschungsprojekt zu entwickeln, das in enger Kooperation mit Hochschullehrern der J. W. G. Universität durchgeführt werden soll. Das Projekt soll in interdisziplinärer Ausrichtung der Untersuchung von gesellschaftlichen Strukturwandlungen der Gegenwart gelten, die wir unter dem Titel "Paradoxien der kapitalistischen Modernisierung" zusammenfassen. Im Folgenden wird zunächst die Grundidee dieses Forschungsvorhabens erläutert, bevor dann die ins Auge gefassten Einzelprojekte jeweils für sich vorgestellt werden.

Die sozialstrukturellen Wandlungen, die sich gegenwärtig in den westlichen Gesellschaften vollziehen, bieten das Bild eines höchst widersprüchlichen Prozesses. Auf der einen Seite haben wir es im Gefolge von institutionellen Veränderungen, die etwa unter den Begriffen der "reflexiven Modernisierung" und des Wandels zur "Wissensgesellschaft" zusammengefasst werden, mit einer Vielzahl von unleugbaren Fortschritten in moralischer, rechtlicher und materieller Hinsicht zu tun: geschlechtsspezifische Rollenklischees sind zumindest in bestimmten Schichten in Auflösung begriffen, die Rigidität der traditionellen Kleinfamilie verliert sich tendenziell in eine Vielzahl von neuen familialen Arrangements, die rechtliche Gleichstellung von Frauen hat sich ebenso verbessert wie diejenige der Mitglieder von kulturellen oder ethnischen Minderheiten, und schließlich erlaubt die moderne wissensgestützte Ökonomie enorme Wertschöpfungsketten, die die materielle Lage breiter Bevölkerungsschichten erheblich verbessert.

Lassen sich alle diese Entwicklungen als Erweiterungen von individuellen Freiheitsspielräumen verstehen, so stehen ihnen allerdings sozioökonomische Wandlungen gegenüber, die die tatsächliche Wahrnehmung der gewachsenen Optionen für einen größer werdenden Teil der Bevölkerung strukturell erschweren oder die die erweiterten Freiheitsspielräume im Verlauf ihrer Ausrichtung auf ökonomische Effizienzmuster wieder verschliessen und mitunter sogar in ihr Gegenteil verkehren. So wächst durch wachsende Tendenzen der Deregulierung des Arbeitsmarktes, durch neue Formen der Verarmung und Ausschliessung einerseits die Zahl derer, die aufgrund geringer Ressourcenausstattung von den normativen Fortschritten keinen Gebrauch machen können.

Andererseits sehen sich auch ökonomisch etabliertere Sozialgruppen mit dem Dilemma konfrontiert, die Flexibilisierung individueller Lebensverläufe als einen ökonomischen Zwang auferlegt zu bekommen, der ihre persönlichen Autonomiegewinne wieder erheblich reduziert. Die materiellen Erträge der modernen "Wissensökonomie" wiederum, die die wirtschaftliche Gewähr für eine allgemeine Besserstellung breiter gesellschaftlicher Schichten darstellen könnten, werden im Zuge eines "Shareholder Value"-Kapitalismus zunehmend auf Anteilseigner und berufliche Spitzengruppen einseitig konzentriert.

Diese Gegenläufigkeit bildet nur einen kleinen Ausschnitt aus den vielzähligen Prozessen, die wir mit Blick auf Veränderungstendenzen in westlichen Gesellschaften als "Paradoxien der kapitalistischen Modernisierung" begreifen wollen. Von einem solchen paradoxalem Geschehen können wir in Bezug auf gesellschaftliche Entwicklungen immer dann sprechen, wenn ein- und derselbe Strukturwandel durch dieselben Mechanismen, die moralische, rechtliche und materielle Fortschritte zustande bringen, diese normativen Errungenschaften auch wieder gefährdet, weil durch ihn die sozialen Voraussetzungen für deren Wahrnehmung zerstört werden oder der Sinngehalt jener Errungenschaften folgenreich verkehrt wird.

Nach unserer Überzeugung lassen sich solche paradoxen Entwicklungen heute zumindest in fünf Dimensionen beobachten, die wir im interdisziplinären Austausch zwischen Soziologen, Rechtswissenschaftlern, Historikern, Entwicklungspsychologen und Philosophen untersuchen wollen: Strukturwandel der normativen Integration

Auf einer obersten Stufe, die als konzeptuelles Dach des gesamten Projektes dienen soll, wollen wir die umrissenen Paradoxien in Hinblick auf den Strukturwandel der normativen Integrationsprinzipien selbst erforschen. Einerseits ist hier an ein eher kultursoziologisches Projekt gedacht, das Tendenzen einer schleichenden Erosion des Leistungsprinzips untersuchen soll: Während sich heute der bislang auf Erwerbstätigkeiten reduzierte Leistungsbegriff für andere Dimensionen gesellschaftlich nützlicher Arbeit (Familienarbeit, Hausarbeit, Bürgerarbeit) zu öffnen beginnt, droht er gleichzeitig in ein blosses Erfolgsprinzip umzuschlagen, in dem Statusgewinne überhaupt von jedem Rest an Leistungserbringung normativ entkoppelt und auf den tatsächlichen Markterfolg umgepolt sind. Eine andere Paradoxie solcher Art vermuten wir in Hinblick auf das Verantwortungsprinzip: In dem historischen Augenblick, in dem durch immer komplexer werdende Handlungsketten die Übernahme von individueller Verantwortung für Handlungsfolgen immer schwieriger wird, vollziehen sich im Strafrecht ebenso wie in der Sozialpolitik gleichzeitig Tendenzen einer wachsenden Individualisierung von Verantwortlichkeit. Schliesslich rechnen wir mit einer solchen paradoxalen Entwicklung auch im Hinblick auf ethnische Beziehungen: In dem Moment, in dem ethnische Minoritäten durch rechtliche Garantien ein höheres Maß an gesellschaftlicher Anerkennung zu finden vermögen und sich gleichzeitig die gegenwärtigen Muster sozialer Ungleichheit fortdauernd "ethnisieren", beschwört die durch rechtliche Anerkennungsgewinne erst ermöglichte vermehrte Konfliktfähigkeit ethnischer Minoritäten die Entstehung eines "ethnischen Separatismus" von Mehrheiten ("Leitkultur") und Minderheiten ("Fundamentalismus") herauf, der zu einer Intensivierung ethnischer Mobilisierungen führen kann anstatt die Beziehungen ethnischer Gruppen demokratisch zu pazifizieren. Eine Folge hiervon ist etwa der soziale Zwang zur "Selbstethnisierung", der den Zuwachs individueller Optionen bei der Artikulation sozialer Zugehörigkeiten nachhaltig unterlaufen kann. Kapitalistische Rationalisierung und Arbeit

Ein zweiter Bereich, in dem wir Paradoxien der kapitalistischen Modernisierung untersuchen wollen, stellt die Sphäre der Erwerbstätigkeit im Industriesektor und Dienstleistungsbereich dar: An kaum einem anderen Ort vollziehen sich die genannten Paradoxien heute greifbarer als dort, wo die Qualitätssteigerung bestimmter Formen von organisierter Arbeit, ihre wachsende Autonomisierung und Anspruchssteigerung, einhergeht mit einem rapide voranschreitenden Prozess der Deregulierung und Flexibilisierung. In dem Augenblick, in dem die normativen Erwartungen der Beschäftigten an die Qualität ihrer Tätigkeit aus vielen Gründen anzusteigen beginnt, führt ein rasanter Wandel in der gesellschaftlichen Arbeitsorganisation (Kontraktfertigung) zu einer Durchlöcherung des traditionellen Lohnarbeitsverhältnisses, dessen Folge eine sozioökonomische Gefährdung von großen Teilen der abhängigen Beschäftigten ist. Familialer Wandel und veränderte Sozialisiationsbedingungen

Wir wollen ferner solche paradoxalen Entwicklungen im Bereich der familialen Sozialisation untersuchen, in der sich gegenwärtig ein beschleunigter Prozess der Enttraditionalisierung vollzieht, der zu einer Deinstitutionalisierung der bürgerlichen Kleinfamilie führt. Was in dieser Sphäre als eine mögliche Paradoxie erscheinen kann, sind die sozialisatorischen Konsequenzen, die mit der Pluralisierung von Familienformen einherzugehen drohen: Im Zuge der radikal gewandelten Beziehungsmuster zwischen Vater und Mutter mag sich die symbolisch repräsentierte Triangularität im Sozialisationsprozess so aufzulösen beginnen, dass die Kinder die Fähigkeit zu stabilen Bindungen verlieren und mit wachsenden Schwierigkeiten im Gruppenverhalten reagieren. Wir wollen daher untersuchen, welche sozialisatorischen Folgen sich aus der veränderten Beziehungsstruktur in sogenannten 'postmodernen' Familien ergeben. Kulturindustrie und elektronische Medien

Von einer paradoxalen Entwicklung sprechen wir ferner in Bezug auf kulturelle Entwicklung der hochentwickelten Gesellschaften des Westens: Im Zuge einer Demokratisierung von Bildung und Öffentlichkeit verliert die bürgerliche Kultur hier die Exklusivität und Ausschließlichkeit ihrer alleinigen sozialen Geltung, was auch die Legitimität minoritärer und subkultureller ästhetischer Muster erhöht. Durch denselben Prozess der Delegitimierung der bürgerlichen Oberschichtenkultur wachsen allerdings auch die Möglichkeiten der kommerziellen Kulturindustrie, ihre vor allem medialen Konsumangebote ausschliesslich nach Maßgabe ökonomischer Rentabilität am bloßen Unterhaltungswert zu orientieren, wodurch das substanzielle Niveau kultureller Bildung und ästhetischer Sensibilität, wie es sich nunmehr in den Angeboten der populären Kultur repräsentiert, aufgrund der medialen Konkurrenzkämpfe der Tendenz nach eher im Sinken begriffen ist. Zudem favorisiert die kommerzielle Medienkultur jene gesellschaftlichen Milieus, die in ihrem eigenen Lebensstil den verkäuflichen Unterhaltungsmustern am meisten entsprechen, während weniger auffällige Sozialmilieus eher geringere Chancen öffentlicher Darstellung finden. Wandlungen des Sozialstaats und Demokratie

Schliesslich sind wir der Überzeugung, dass auch in Bezug auf die Entwicklung des Sozialstaates in den westlichen Gesellschaften von einer Paradoxie gesprochen werden kann: Im Zuge der reflexiven Überwindung des überbürokratisierten Sozialstaates, wie sie sich heute durch Schaffung von klientelnäheren, flexiblen Versorungsmustern in unterschiedlichen Arenen der Zivilgesellschaft vollzieht, entsteht gleichzeitig die Gefahr einer Auflösung jener sozialen Rechte, die die Ansprüche der Betroffenen bislang geschützt haben. Zu denken ist hier vor allem an Tendenzen einer schleichenden Vermarktlichung der sozialen Dienste, in deren Windschatten soziale Rechte durch ein noch unübersichtliches Gewebe aus paternalistischer Fürsorge und individueller Gegenleistung ersetzt werden.


Träger: Stiftung "Institut für Sozialforschung"


Stiftungsrat:

Vertreter des Landes Hessen, der Stadt Frankfurt, der Johann Wolfgang Goethe-Universität

Institutsrat: Das Institut wird von einem Institutsrat geleitet. Ihm gehören der geschäftsführende Direktor, Vertreter des Kollegiums und der Mitarbeiter(innen) sowie der Verwaltungsleiter an.

Kollegium: Das Kollegium ist verantwortlich für das Forschungsprogramm. Die aktuellen Mitglieder sind: Axel Honneth (als geschäftsführender Direktor), Martin Dornes, Klaus Günther, Hille Haker, Sighard Neckel, Werner Plumpe und Wilhelm Schumm.