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	<title>Auszug Habermas, Gespräch im IFS - Versionsgeschichte</title>
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		<title>Herrschaft am 13. März 2008 um 13:04 Uhr</title>
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		<title>Herrschaft am 13. März 2008 um 13:00 Uhr</title>
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Ähm, ich würde nach wie vor, die sozialen Pathologien nicht nur in gestörten Anerkennungsbeziehungen äh lokalisieren wollen, sondern äh wie das ja in der Theorie des kommunikativen Handelns äh zumindest äh eingeführt worden ist, ((räuspern)) würde ich nach wie vor lieber von äh von ja von der wie mir scheint etwas tieferliegenden, wenn auch schwerer fassbaren Kommunikationsstörung, also ich würde lieber auf, auf das was ich früher mal verzerrte Kommunikation genannt habe, konzentrieren. Leider habe ich in der Zeit, äh als wir in Starnberg empirische Arbeiten gemacht haben, äh ein Forschungsziel nicht realisieren können, einfach weil ich nicht die richtigen Mitarbeiter gefunden habe, ich meine man muss Mitarbeiter die Dinge machen lassen, die sie selber möchten sonst sind sie nicht gut, nich? Ich habe damals keinen gefunden, äh mit dem ich zusammen, die ähäh Themenstellung hätte aufgreifen können, die ich zusammen mit Oevermann in sozialisationstheoretischen Seminaren äh schon mal äh angerissen habe, nämlich, was ich vor hatte war, waren Familienpathologien, was Oevermann wohl auch weitergemacht hat, unter etwas anderen Gesichtspunkten. Familienpathologien zu untersuchen, um mal auf einer empirisch greifbaren Ebene, äh erstens systematisch verzerrte Kommunikation ähäh genauer beschreiben und theoretisch erklären zu können und um zweitens über die theoretische Erklärung solche äh Kommunikationspathologien mit intra-psychischen Prozessen, also über die Theorie der Abwehrmechanismen, sollte das damals laufen äh in den vorbereitenden Bemerkungen zur Theorie des kommunikativen Handelns gibt’s da so einige  Papiere, aus denen das, aus denen man noch die Pläne sehen kann. Das war eine Schiene über die ich die Pathologien habe untersuchen wollen. Ähm der Jim Bohmann ein Mitarbeiter von Tom Mc Carthy der ein oder zwei Jahre mal hier war in den Achtziger Jahren, der hat einen interessanten Aufsatz, ich kann nicht mehr sagen wo der erschienen ist, über äh Ideologiebildung geschrieben und der hat Ideologie als Kommunikationsstörung also äh eingeführt, das wäre der Schritt äh dann auf die Makroebene gewesen. Ich erinnere jetzt an alle Versäumnisse, die ich hiermit gestehe, äh nur um zu sagen, dass ähäh ich dieses Thema soziale Pathologie für äh natürlich für wichtig halte. Die Theorie des kommunikativen Handelns läuft auf die Kolonialisierungsthese raus und äh die, muß man ja empirisch äh greifbar machen. Der Honneth hat einen ganz anderen, sie wissen ja auch, dass der nicht immer mein Schüler war, der ist ja wie viele meiner Assistenten hab ich die ja von Außen geholt, der kommt ja von Herrn Jaeggi, einem orthodoxen Marxisten und für den ist der Pathologieansatz eigentlich nur reingekommen über den ähm wie hiess der denn damals der Gesellschaftstheoretiker der die Klassenkämpfe analysierte? Na, der Name kommt mir jetzt nicht. Für den ist doch sozusagen die Empirisierung und Verallgemeinerung und auch klassentheoretische Entwurzelung der Klassenkämpfe sozusagen der Weg gewesen auf dem er ähm ähm jetzt zu Anerkennungskämpfen kommt (M.: Thompson meinen sie?) Nein, nein, nicht Thompson, Muhr, (Bernd Muhr), also ich meine Honneth hat einen ganz anderen Hintergrund und ähm er ist sozusagen da ja der der verallgemeinerte und generalisierte und abstrahierte Klassenkampf, der in dem Kampf, im Kampf um Anerkennung wieder aufersteht. Infolgedessen ist ja der Blick auf soziale Pathologien ein vollkommen anderer und äh, mir hat das immer eingeleuchtet, es sind auch andere Phänomene, die man erklären kann auf diese Weise, nämlich ähm ja also jetzt in den, die Situation ist ja völlig verschoben, heute redet ja nur noch alles von Kultur, also gerade in den interkulturellen Auseinandersetzungen, Minderheiten, Mehrheiten, ob das nun konfessionell ist oder was immer, ähm sind natürlich diese Anerkennungsdimension jetzt in einer ganz anderen Weise relevant geworden, als das in Klassenkämpfen der Fall ist ((holt Lust)) ähm und äh infolgedessen, das ist ein fruchtbarer Zugang nur die phänomenologischen (?) die man da erklären will und man soll sich nicht einbilden, dass die Gesellschaftstheorie überhaupt so etwas einheitliches wie Kritische Theorie so etwas einheitliches ist, als hätte die immer, auf dieselben Phänomene geguckt, im Gegenteil. Das einzige was uns verbindet ist eine Herkunft aus bestimmten Traditionen, des westlichen Marxismus und damit hat man Bezugspunkte ähm der Weber in einer bestimmten Lesart gehört dazu und sein Lukacs nich? und dann jeder//jeder hat ja seine übrigens ja auch seine eigene Gegenwart, ich meine sie müssen mal denken, dass ich in diesem Jahr 79 werde und meine akademische Sozialisation, äh sind die 50ziger Jahre, nich und//und, das war auch die Zeit als ich hier war, ich bin später nie wieder hier, ich hatte mit dem Institut äh äh also hier im Institut keine Funktion und ähm . Ja ((ausrufend)) so wie jede Generation sie sind nun jetzt noch mal jünger und müssen mit unseren Problemen heute fertig werden. @(.)@  und nein Sie dürfen jetzt als Historiker dieser ganzen Tradition nicht zu sehr vereinheitlichen. Das hat gar keinen Sinn ähm, die die Pathologien, die ich im Sinn hatte, überlappen sich vielleicht  mit denen die aus Honneths Perspektive in den Blick kommen, ja, aber das sind doch zunächst einmal andere, die sind struktureller, der Honneth hat den großen Vorteil er ist doch viel mehr an den Phänomenen nahe. Deswegen habe ich den leichten Verdacht, dass die theoretische Infrastruktur dahinter auch sehr viel selektiver ist und nicht äh komplex genug, um wirklich eine äh ja gesamtgesellschaftliche Beziehungen äh außer unter einem sehr speziellen Aspekt zu äh begreifen. Äh daher war mein Ansatz bei äh bei äh verzerrter Kommunikation auch abstrakter, der lag strukturell tiefer, also da sind ähm Strukturen betroffen äh, die eigentlich, äh durch die Gesamtgesellschaft durchgehen, kann man das mit Anerkennungsbeziehungen kann man das auch behaupten, wie gesagt ich hab mich wenig, ich hab nie nie äh nie ich hab nie ähmähm Honneths Arbeiten mit einem kritischen Blick gelesen ich hab das, ich kann dazu nicht viel sagen mehr&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class='diff-marker'&gt; &lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;'''H.:''' Sie beschreiben das ganz richtig, ich habe ja eben schon erklärt, warum solche . äh warum solche akademischen Gewichtsverlagerungen auch äußere Gründe haben und ich hab auch äh Honneths Arbeiten immer als äh glückliche Anknüpfungen an die Fragestellungen der kritischen Gesellschaftstheorie äh verstanden und finde das auch richtig, das man Sozialpathologien im Auge hat, ob das die politische Philosophie oder ähmähm machen soll, das ist ja egal, aber jedenfalls die Kritische Theorie hat als ihren wesentlichen Bezugspunkt, nach wie vor die äh Analyse sozialer Pathologien, früher nannte man das mal  Kritik an Entfremdungsverhältnissen und daran habe ich gar nichts auszusetzen, ähm dass bei der Schwerpunktverlagerung auf normative Fragen, Gerechtigkeitsfragen, Rechtsprobleme, äh diese Dimension zu rüpfeln, ist auch richtig, das empfinde ich auch als einen Mangel, ähm ich kann nicht mehr sagen als äh man muss auch auf die Arbeitsteilung äh vertrauen. 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		<title>Herrschaft am 13. März 2008 um 13:00 Uhr</title>
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		<title>Herrschaft: Die Seite wurde neu angelegt: vielleicht darf ich mal eben,  sagen wir mal auf unsere historische Situation ein bisschen reflektieren, äh um vorzubeugen, dass ich wahrscheinlich gar nicht der richt...</title>
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		<author><name>Herrschaft</name></author>
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